Die Erfindung betrifft eine Einrichtung zum Verriegeln eines
verstellbaren Wählhebels eines Automatik-Schaltgetriebes gemäß
den Merkmalen des Oberbegriffs des Anspruchs 1.
Verriegelungseinrichtungen mit einem ein Magnetjoch, eine
Erregerspule und einen Magnetanker aufweisenden Elektromagneten
werden in Wählhebeleinrichtungen von Automatik-Schaltgetrieben
in Kraftfahrzeugen eingesetzt, wobei der Magnetanker mit einem
Verriegelungsbolzen gekoppelt ist, wie dies der DE 38 35 946 A1
entnehmbar ist. Diese bekannte Verriegelungseinrichtung dient
dazu, sicherzustellen, daß der Anfahrvorgang für den Fahrer erst
nach einem Vertrautmachen mit den Pedalen des Kraftfahrzeuges
freigegeben wird. Es muß verhindert werden, daß ein einzelner
erster Bedienungsvorgang an den Pedalen zu einer Beschleunigung
des Fahrzeugs führt.
Diese Problematik und eine Lösung für dieses Problem ist
beispielsweise anläßlich der Internationalen Kongreß-Messe für
Automobiltechnik, die vom 19.10.1988 bis 21.10.1988 in Sindel
fingen stattfand, von Dr.-Ing. E. O. Pagel anhand des Vortrages
"Wählhebelsperren für Fahrzeuge mit Automatik-Getriebe" vorge
stellt worden. Um bei Kraftfahrzeugen mit Automatik-Getriebe zu
verhindern, daß das Fahrzeug in Gang gesetzt werden kann, ohne
daß der Fahrer das Bremspedal vorher ertastet hat, wird der
Wählhebel des Automatik-Getriebes in der Stellung "P" festge
halten. Hierzu dient eine von einem Elektromagneten betätigte
Verriegelungseinrichtung, die beim Einschalten der Zündung einen
Sperrbolzen in ein mit dem Wählhebel verbundenes Gabelstück hi
neinschiebt. Somit kann der Wählhebel nicht betätigt werden und
das Fahrzeug sich nicht bewegen. Erst bei Betätigung der Fuß
bremse wird über den Bremslichtschalter der Elektromagnet deak
tiviert, wodurch sich der Sperrbolzen aus der Verriegelungs
stellung herausbewegt und dadurch der Wählhebel aus der Stellung
"P" herausbewegbar ist.
Diese Verriegelung mittels eines stabil gelagerten Verriege
lungsbolzens innerhalb einer Bohrung hat jedoch den entscheiden
den Nachteil, daß aufgrund von Fehlbedienungen im Panikfall eine
vielleicht lebensrettende Entriegelung der Schaltstellung "P"
nicht mehr möglich ist. Es kann nämlich durchaus der Fall auf
treten, daß das Fahrzeug beispielsweise mit laufendem Motor an
einer Kreuzung steht und, weil beispielsweise die Ampel auf Rot
steht, der Wählhebel vom Fahrer in die Stellung "P" gebracht
wird. Sollte der Fahrer aus irgendeinem Grund dann in Panik ge
raten, beispielsweise weil sich ihm ein anderes Fahrzeug ge
fährlich nähert, so wird er schnellstens versuchen das Fahrzeug
wegzubewegen. Hierbei wird er möglicherweise nicht zunächst kurz
auf das Bremspedal drücken, um die Verriegelungsstellung des
Wählhebels zu lösen. Er wird vielmehr sofort das Gaspedal betä
tigen und feststellen, daß sich das Fahrzeug nicht bewegen läßt.
In dieser Paniksituation wird er möglicherweise noch auf den
Wählhebel drücken oder schlagen. Aufgrund des in die angespro
chene Bohrung eingeführten Verriegelungsbolzens wird er die
Stellung des Wählhebels "P" selbst bei größter Kraftanstrengung
durch Schlagen auf den Wählhebel nicht in die Fahrstellung "N"
bringen können. Die bekannte Verriegelungseinstellung kann daher
zu einem hohen Sicherheitsrisiko führen.
Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine
Einrichtung zum Verriegeln eines verstellbaren Wählhebels eines
Automatik-Schaltgetriebes anzugeben, die eine sichere Ver
riegelung des Wählhebels gewährleistet und im Panikfall bei
Überschreitung einer vorgegebenen Schaltkrafteinwirkung eine
Freigabe des Wählhebels zuläßt.
Diese Aufgabe wird durch eine Einrichtung zum Verriegeln eines
verstellbaren Wählhebels eines Automatik-Schaltgetriebes gemäß
den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.
Bei der erfindungsgemäßen Einrichtung zum Verriegeln eines ver
stellbaren Wählhebels eines Automatik-Schaltgetriebes mit einem
Elektromagneten ist die Erregerspule und das Magnetjoch festste
hend mit einem feststehenden Element verbunden. Der Magnetanker
ist im Hinblick auf die Längsbewegungsrichtung ebenfalls
feststehend und zwar mit dem Wählelement verbunden, wobei der
Magnetanker mit einer seiner Wandungen über eine Einrichtung, z.
B. eine Federeinrichtung oder eine Permanentmagneteinrichtung,
gegen die gegenüberliegende Wandung des Magnetjoches gedrückt
gehalten ist. Die sich gegenüberliegenden Wandungen des
Magnetankers und des Magnetjoches weisen eine mindestens
annähernd formschlüssige Rastkontur auf, die mindestens eine
lösbare Raststellung zwischen Magnetanker und Magnetjoch er
laubt.
Die erfindungsgemäße Verriegelungseinrichtung erlaubt dank
der beschriebenen Anordnung des Elektromagnetens eine solche
Raststellung durch Aktivieren des Elektromagneten, d. h.
durch unter Strom bzw. stromlos Setzen des Elektromagneten zu
verriegeln, also eine zusätzliche Kraft bereitzustellen, mit
der der Magnetanker und das Magnetjoch zusammengehalten werden.
Bei Verwendung mehrerer Raststellungen kann jede dieser
Raststellungen durch Aktivieren des Elektromagneten verriegelt
werden. Die Verriegelung erfolgt bei Elektro-Haftsystemen durch
unter Strom Setzen der Erregerspule und bei Permamentelek
tro-Haftsystemen durch stromlos Setzen.
Die Rastkontur zwischen Magnetjoch und Magnetanker sieht mindes
tens eine, vorzugsweise jedoch mindestens zwei Raststellungen
vor, bei welcher sich die gegenüberliegenden Wandungen von
Magnetanker und Magnetjoch formschlüssig und luftspaltfrei ge
genüberliegen.
Die Rastkontur kann durch mindestens einen nasenförmigen Vor
sprung und/oder eine nutenförmige Einkerbung mit jeweils abge
flachten oder abgeschrägten Kanten an den stirnseitigen Wan
dungen des Magnetankers und/oder des Magnetjoches realisiert
sein. Wesentlich ist lediglich, daß sowohl in der Raststellung
als auch in der Verriegelungsstellung durch Einwirkung von äu
ßeren Kräften auf den Wählhebel die Raststellung verhältnismäßig
einfach und die Verriegelungsstellung gewaltsam gelöst werden
kann. Aufgrund der erhöhten Haltekraft sind zur Entriegelung der
Verriegelungsstellung natürlich höhere Kräfte erforderlich, die
jedoch im Panikfalle ohne weiteres erreicht werden.
Gemäß einer Weiterbildung der Erfindung ist der Magnetanker
über eine Befestigungseinrichtung am Wählhebel befestigt, wobei
zwischen dem Wählhebel und dem Magnetanker die Federeinrichtung
oder Permanentmagneteinrichtung sitzt, um den Magnetanker in
Richtung Magnetjoch zu drücken. Durch die Federeinrichtung wird
sichergestellt, daß bei einer Relativbewegung zwischen ersten
und zweiten Element das Magnetjoch und der Magnetanker sicher in
ihre Raststellung gebracht werden können. Das Einrasten von Mag
netjoch und Magnetanker wird dadurch erkannt, daß bei einem Wei
terbewegen des ersten bzw. zweiten Elementes eine bestimmte
Kraft aufgewendet werden muß, um aus dieser Raststellung wieder
zu gelangen. Somit sind die Raststellungen eindeutig erkennbar.
Der Magnetanker wird in einem Ausführungsbeispiel der Erfindung
vorzugsweise über Führungs- bzw. Befestigungsbolzen am
Wählhebel befestigt. Diese Bolzen stellen sicher, daß der Mag
netanker im Bezug auf die Längsbewegungsrichtung feststehend mit
dem Wählhebel in Verbindung steht, allerdings orthogonal zu
dieser Richtung in ihre Raststellung verschiebbar ist.
Bei Verwendung solcher Führungs- bzw. Befestigungsbolzen
kann zwischen dem Wählhebel und dem Magnetanker eine geeignete
Federeinrichtung, beispielsweise eine oder mehrere Tellerfedern,
angeordnet sein. Die Federeinrichtung sorgt dafür, daß der Mag
netanker in Richtung Magnetjoch gedrückt wird. Bei einer Re
lativbewegung zwischen Magnetanker und Magnetjoch wird daher der
Magnetanker stets in Richtung Magnetjoch gedrückt und so bei Er
reichen einer Raststellung ebenfalls in diese Raststellung hi
neingedrückt.
Die Relativbewegung zwischen Magnetjoch und Magnetanker und
damit zwischen dem Wählhebel und dem feststehenden Element, mit
denen der Elektromagnet verbunden ist, ist nicht auf eine Li
nearbewegung zwischen bewegtem und feststehendem Element beschränkt.
Vielmehr kann anstelle einer geraden linearen Bewegung auch eine
Drehbewegung des Wählhebels um einen Drehpunkt vorgesehen wer
den. Es muß lediglich sichergestellt sein, daß sich die gegen
überliegenden Wandungen des Magnetankers und des Magnetjoches
gegenseitig berühren und im Falle des Erreichens einer Raststel
lung zueinander verrastend gehalten werden. Diese Raststellung
ist erfindungsgemäß vorzugsweise luftspaltfrei gestaltet, um bei
unter Strom Setzen der Erregerspule des Elektromagneten (bzw.
bei stromlos Setzen des Elektromagneten im Falle eines Perma
nentelektro-Haftsystems) sehr hohe magnetische Kräfte zwischen
Magnetjoch und Magnetanker wirken zu lassen und für die Ver
riegelung zu sorgen.
In einem bevorzugten Ausführungsbeispiel der Erfindung weisen
die sich gegenüberliegenden Wandungen von Magnetjochen Magnetan
ker zwei Raststellungen auf, indem der Magnetanker stirnseitig
einen ringförmigen Vorsprung und das Magnetjoch zwei ineinander
greifende und nebeneinanderliegende, dem ringförmigen Vorsprung
entsprechend ringförmige Nuten aufweist. Eine derartige Gestal
tung der Rastkontur ist für Wählhebeleinrichtungen in Kraftfahr
zeugen mit Automatik-Schaltgetriebe einsetzbar, wobei die erste
Raststellung der Stellung des Wählhebels "P" und die zweite
Raststellung einer anderen Stellung des Wählhebels entspricht.
Der Magnetanker ist vorzugsweise plattenförmig gestaltet, so
daß sich eine verhältnismäßig geringe Einbautiefe im ersten
Element der Verriegelungseinrichtung ergibt. Die Plattenfläche
des Magnetankers ist darüber hinaus vorzugsweise größer als die
stirnseitige Wandung des Magnetjoches gestaltet, so daß an der
dem Magnetjoch zugewandten Wandung des Magnetankers zwei oder
mehrere Raststellungen in Form von Rastnasen oder Rastnuten ein
gearbeitet sein können.
Die Spulenachse der Erregerspule ist etwa orthogonal zu den
sich gegenüberliegenden stirnseitigen Wandungen von Magnetanker
und Magnetjoch ausgerichtet. Hierdurch stellt sich im Falle des
unter Strom Setzens der Erregerspule bei Verwendung eines Elek
tromagneten eine optimal wirkende Haltekraft des Magnetankers am
Magnetjoch ein.
Die Erfindung wird nachstehend im Zusammenhang mit zwei Ausfüh
rungsbeispielen anhand von Figuren näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 Ein erstes Ausführungsbeispiel einer Verriege
lungseinrichtung nach der Erfindung mit einem
ausschnittsweise dargestellten Wählhebel eines
Automatik-Schaltgetriebes eines Kraftfahrzeuges
und mit einem Elektromagneten,
Fig. 2 eine Schnittansicht durch die Verriegelungsein
richtung von Fig. 1 entlang der dortigen
Schnittlinie A-A,
Fig. 3 eine Schnittansicht durch ein zweites Ausfüh
rungsbeispiel einer Verriegelungseinrichtung in
ihrer ersten Raststellung nach der Erfindung mit
einem Elektromagneten,
Fig. 4 eine stirnseitige Draufsicht auf das Magnetjoch
des Elektromagneten von Fig. 3 entlang der
Schnittlinie B-B,
Fig. 5 eine im Vergleich zu Fig. 3 um 90° Grad gedrehte
Schnittansicht der Verriegelungseinrichtung und
Fig. 6 die Verriegelungseinrichtung von Fig. 3 in
ihrer zweiten Raststellung.
In den nachfolgenden Figuren bezeichnen, sofern nicht anders
angegeben, gleiche Bezugszeichen gleiche Teile mit gleicher
Bedeutung.
In Fig. 1 ist ausschnittsweise ein als Wählhebel ausgebildetes
erstes Element 1 einer Wählhebel-Schalteinrichtung dargestellt,
wie diese beispielsweise in Automatik-Schaltgetrieben von Kraft
fahrzeugen eingesetzt werden kann. Der Wählhebel 3 ist um einen
Drehpunkt 4 von einer ersten Raststellung R1 in eine zweite
Raststellung R2 (gestrichelt gezeichnet) bewegbar. Zwischen dem
Wählhebel 3 und dem Drehpunkt 4 weist das erste Element 1 einen
verbreiterten Bereich 5 auf, der wie in der Schnittansicht gemäß
der Schnittlinie A-A von Fig. 2 ersichtlich, eine Ausnehmung 6
enthält.
Im vorliegenden Ausführungsbeispiel ist diese Ausnehmung 6, wie
Fig. 1 zeigt, mit zwei parallel verlaufenden und jeweils zur
Schnittlinie A-A gleich beabstandeten und jeweils orthogonal der
Achse Y des Wählhebels 3 liegenden Begrenzungslinien versehen,
die jeweils randseitig halbkreisförmig miteinander verbunden
sind. Diese Ausnehmung 6 könnte jedoch auch beispielsweise
rechteckförmig oder quadratisch gebildet sein.
In dieser Ausnehmung 6 des als Wählhebel ausgebildeten ersten
Elementes 1 sitzt ein plattenförmiger Magnetanker 20, der in et
wa der Außenkontur der Ausnehmung 6 angepaßt ist. Der Magnet
anker 20 ist über zwei Führungsbolzen 9 mit dem Wählhebel 3 ver
bunden. Die beiden zueinander beabstandeten Führungsbolzen 9
stecken in entsprechenden Bohrungen 8 des Wählhebels 3 und ragen
mit ihren aus dem ersten Element 1 herausstehenden Enden in ent
sprechende Bohrungen 22 des Magnetankers 20. Die Führungsbolzen
9 ragen nicht über die dem Wählhebel 3 abgewandte äußere Wandung
26 des Magnetankers 20 hinaus.
Bei Bewegung des ersten Elementes 1 und damit des Wählhebels
3 aus der ersten Raststellung R1 entsprechend der in Fig. 1
angegebenen Pfeilrichtung zur zweiten Raststellung R2 bewegt
sich somit der Magnetanker innerhalb der Ausnehmung 6 mit dem
ersten Element 1 mit.
Zwischen dem Wählhebel 3 und dem Magnetanker 20 ist eine Feder
einrichtung 30 angeordnet. Im Ausführungsbeispiel der Fig. 1
und 2 besteht diese Federanordnung 30 jeweils aus einer um die
Führungsbolzen 9 herum angeordneten Tellerfeder. Anstelle dieser
Federeinrichtung könnte auch eine Permanentmagneteinrichtung
vorgesehen werden, die den Magnetanker 20 gegen das Magnetjoch
40 drückt.
Durch die Federkraft dieser Tellerfedern 30 wird der Magnetanker
20 vom Wählhebel 3 weggedrückt. Auf der dem Wählhebel 3 gegen
überliegenden Wandung 26 des Magnetankers 20 ist das feststehen
de Element 2 der Verriegelungsanordnung angeordnet. In diesem
feststehenden Element 2, das lediglich in Fig. 2 ausschnitts
weise dargestellt ist, befindet sich ein Magnetjoch 40 samt Er
regerspule 41, die auf einem Spulenträgerkörper 42 aufgewickelt
ist.
Das Magnetjoch 40, das im vorliegenden Ausführungsbeispiel gemäß
der Schnittdarstellung von Fig. 2 etwa W-förmig gestaltet ist,
ragt mit seiner stirnseitigen Wandung 43 über die stirnseitige
Wandung 12 des feststehenden Elementes 2 hinaus und liegt an der
Wandung 26 des Magnetankers 20 an.
Wie erläutert, wird dank der Federeinrichtung 30 der Magnetanker
20 in Richtung Magnetjoch 40 des Elektromagneten gedrückt. Im
Ausführungsbeispiel von Fig. 2 befindet sich der Magnetanker 20
und das Magnetjoch 40 in der Raststellung R1. Hierfür sind die
sich gegenüberliegenden Wandungen 26, 43 des Magnetankers 20 und
des Magnetjoches 40 mit einer geeigneten Rastkontur versehen. Im
Ausführungsbeispiel der Fig. 1 und 2 besteht diese Rastkontur
darin, daß die Wandung 26 des Magnetankers 20 mit zwei inein
andergreifenden ringförmigen Nuten 23, 24 gemäß Fig. 1 ge
staltet ist. Die ringförmigen Nuten 23, 24 weisen etwa eine
Kreisform auf, die den Radien der erwähnten Halbkreise der Aus
nehmung 6 angepaßt ist. Die beiden ringförmigen Nuten 23, 24
schneiden sich in diesem Ausführungsbeispiel segmentförmig etwa
entlang der vom Wählhebel 3 in Richtung Drehpunkt 4 verlaufenden
Achse Y.
Die der Wandung 26 des Magnetankers 20 gegenüberliegende stirn
seitige Wandung 43 des Magnetjoches 40 ist mit einem ringförmi
gen Vorsprung 25 versehen, der den gleichen Radius wie die ring
förmigen Nuten 23 bzw. 24 aufweist. Sowohl der ringförmige Vor
sprung 25 als auch die ringförmigen Nuten 23, 24 sind mit abge
schrägten Kanten versehen, so daß der Magnetanker 20 aus seiner
mit dem Magnetjoch gegenseitig verrastenden Stellung heraus
schiebbar ist, sofern eine vorgegebene Kraft in Längsrichtung X
aufgebracht wird.
Um bei einer vorgegebenen Krafteinwirkung in Längsrichtung X
tatsächlich den Magnetanker 20 und das Magnetjoch 40 zueinander
relativ bewegen zu können, indem die Federeinrichtung 30, hier
die Tellerfedern, aufgrund der Schiebekraft zusammengedrückt
wird, ist es zwingend, daß die Nuten 23, 24 und die Vorsprünge
25 so gestaltet sind, daß der Vorsprung 25 aus den Nuten 23, 24
herausgleiten kann. Im Ausführungsbeispiel der Schnittansicht
von Fig. 2 sind die Nuten 23, 24 und der Vorsprung 25 jeweils
mit abgeschrägten Kanten versehen. Es könnte jedoch genausogut
eine im Querschnitt halbkreisförmige oder kreissegmentförmige
Nut und im Querschnitt etwa halbkreisförmige oder kreissegment
förmige Vorsprünge vorgesehen werden.
Die Ausgestaltung der Nuten 23, 24 und des Vorsprungs 25 ist
jedenfalls so zu wählen, daß eine Relativbewegung in Längsrich
tung X möglich ist und der Magnetanker 20 möglichst geräuschlos
in seine Raststellung R1 bzw. R2 eintauchen kann. In der Rast
stellung R1 bzw. R2 ist vorzugsweise ein luftspaltfreier Form
schluß zwischen Magnetanker 20 und Magnetjoch 40 erreicht, so
daß die magnetische Haltekraft bei Bestromung der Erregerspule
41 optimal ausgenutzt wird.
Im Ausführungsbeispiel der Fig. 1 und 2 ist als Elektromagnet
ein Magnet mit einem Magnetanker 20 eingesetzt, der aus ferro
magnetischem Material besteht. Wird in der Raststellung R1 bzw.
R2 der Verriegelungseinrichtung die Erregerspule 41 bestromt,
wird der Magnetanker noch stärker an die stirnseitige Wandung 43
des Magnetjoches 40 gezogen. Hierdurch wird die gewollte Ver
riegelung erreicht.
Schlägt der Fahrer beispielsweise in einer Paniksituation in
diesem Zustand auf den Wählhebel 3, so kann dennoch diese Ver
riegelungsstellung vorteilhafterweise gelöst werden.
Sofern es sich bei dem verwendeten Elektromagneten um ein Per
manentelektro-Haftsystem handelt, ist die Verriegelungsstellung
zwischen Magnetanker 20 und Magnetjoch 40 bei unbestromter Erre
gerspule 41 erreicht. Wird dagegen die Erregerspule 41 von Strom
in geeigneter Stromrichtung durchflossen, kann die Magnetwirkung
kompensiert werden und die Verriegelungsstellung wird freige
geben.
Im Ausführungsbeispiel von Fig. 3, das eine ausschnittsweise
Schnittdarstellung der erfindungsgemäßen Verriegelungseinrich
tung darstellt, ist wieder das Magnetjoch 40 samt auf einen Spu
lenträgerkörper 42 aufgewickelte Erregerspule 41 zu erkennen.
Die stirnseitige Wandung 43 des Magnetjoches 40 ist mit Vor
sprüngen 25 versehen, die im vorliegenden Ausführungsbeispiel
parallel zueinander verlaufen. Gegenüberliegend zum Magnetjoch
40 ist das erste Element 1 der Verriegelungseinrichtung angeord
net, welches wiederum über Führungsbolzen 9 und eine Federein
richtung 30 in Form von Tellerfedern den Magnetanker 20 mit sei
ner stirnseitigen Wandung 26 gegen die Wandung 43 des Magnetjo
ches 40 drückt. In Fig. 3 befindet sich die Verriegelungsein
richtung in ihrer ersten Rastststellung R1.
In dieser ersten Raststellung R1 greifen die parallel zueinander
angeordneten Vorsprünge 25 in rillenförmige Nuten 23 des
Magnetankers 20. Auch in diesem Ausführungsbeispiel sind, wie in
Fig. 3 dargestellt, die Kanten der Nuten 23 bzw. der Vorsprünge
25 abgeschrägt, um eine Linearbewegung des Magnetankers 20 und
damit des ersten Elementes 1 in Längsbewegungsrichtung X zu
ermöglichen. Um eine Bewegung des Magnetankers 20 und damit des
ersten Elementes 1 auch in entgegengesetzter Richtung zu
erlauben, sind die erwähnten Abschrägungen der Nuten 23 bzw.
Vorsprüngen 25 links und rechts von den Nuten 23 bzw. Vor
sprüngen 25 etwa gleich schräg gestaltet.
In Fig. 4 ist die Draufsicht auf das Magnetjoch 40 mit dem
zugehörenden parallel verlaufenden Vorsprüngen 25 zu erkennen.
In Fig. 5 ist ebenfalls das Verriegelungssystem ausschnitts
weise dargestellt, allerdings um 90° Grad gedreht zur Darstel
lung von Fig. 3. Das erste Element 1, das zusammen mit dem Mag
netanker 20 relativ zu dem ortsfest angeordneten Magnetjoch 40
bewegbar ist, ist beispielsweise zwischen geeigneten Führungs
schienen 32, 33 angeordnet.
Während in Fig. 3 die Verriegelungseinrichtung in ihrer ersten
Raststellung R1 gezeigt ist, befindet sich in der Schnittansicht
von Fig. 6, die bis auf die Stellung des Magnetankers 20 und
damit des ersten Elementes 1 der Schnittansicht von Fig. 3 ent
spricht, der Magnetanker 20 samt ersten Element 1 in seiner
zweiten Raststellung R2. Der Magnetanker 20 wurde zusammen mit
dem ersten Element 1 nach rechts bewegt, und zwar so weit, daß
die Vorsprünge 25 an der stirnseitigen Wandung 43 des Magnet
joches 40 formschlüssig wieder in entsprechenden Nuten 23 an der
stirnseitigen Wandung 26 des Magnetankers 20 zu liegen kommen.
Sofern die Erregerspule 41 aktiviert wird, d. h. im Falle eines
Elektro-Haftsystemes unter Strom gesetzt und im Falle eines Permanent
elektro-Haftsystemes stromlos gesetzt wird, wird diese Raststellung R2
verriegelt.
Darüber hinaus ist, wie in Fig. 6 strichliert angedeutet, eine
oder weitere Raststellungen möglich. Die weitere Raststellung
ist in Fig. 6 mit R3 bezeichnet, wobei zum Erreichen dieser
Raststellung R3 der Magnetanker 20 samt ersten Element 1 weiter
nach rechts bewegt werden muß.
Anzumerken ist in diesem Fall, daß nicht zwangsläufig jede der
vorgesehenen Raststellungen R1, R2 oder R3 verriegelt werden
muß. Es kann beispielsweise, wie im Falle von Automatik-Schalt
getrieben üblich, lediglich die Stellung "P" des Wählhebels
wahlweise verriegelt werden. Die übrigen Raststellungen entspre
chen den Schaltstellungen "D" und "N" des Wählhebels, die nicht
verriegelt werden müssen, dennoch eine eindeutige Raststellung
benötigen.
Es versteht sich, daß der Formschluß zwischen dem Magnetanker 20
und dem Magnetjoch 40 jede beliebige Form haben kann, sofern
keine unlösbare Verriegelung hierdurch bereitgestellt wird. Der
Formschluß zwischen Magnetanker 20 und Magnetjoch 40 bestimmt
zusammen mit der Federkraft der Federeinrichtung 30 die Kraft
für die Wählhebelentrastung des Automatik-Getriebes. Der Form
schluß zwischen dem Magnetanker 20 und dem aktivierten Haft
system bestimmt dagegen die Kraft für die Wahlhebelentriegelung.
Wie in den Fig. 1 bis 6 gezeigt, kann das Haftsystem rund
oder stabförmig ausgebildet sein.