DE19513472A1 - Verfahren zur automatischen Erkennung und Drosselung von Massenanrufen - Google Patents
Verfahren zur automatischen Erkennung und Drosselung von MassenanrufenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur automatischen
Erkennung und Drosselung von Massenanrufen zu Zielen eines
Telekommunikationsnetzes.
Durch Veröffentlichungen in Medien, wie beispielsweise
Zeitungen, Hör- und Fernsehrundfunk, werden häufig
Massenanrufe zu bestimmten Zielen hervorgerufen. Durch eine
entsprechende Häufung von Anrufversuchen kann es im
Fernsprechnetz jedoch zu Engpässen oder sogar zu größeren
Blockaden im Netz kommen. Dadurch treten beispielsweise auch
Behinderungen bei der Anwahl von Notrufnummern auf. Solche
Behinderungen können zwar durch die Vergabe bestimmter
Rufnummern für Zwecke der Massenanrufe und durch einen
geplanten Einsatz von Drosselmechanismen - z. B. Call Gapping
oder Leaky Bucket (siehe CCITT-Empfehlung E. 412) - weit
gehend verhindert werden. Der gezielte Einsatz von
Drosselmechanismen ist jedoch nur nach vorheriger
Ankündigung derartiger Aktionen möglich.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, Behinderungen
durch Massenanrufe zu bestimmten Zielen auch dann zu
verhindern, wenn ohne vorherige Benachrichtigung des
Netzbetreibers zum Anrufen einer bestimmten Rufnummer
aufgefordert wird.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst,
- - daß bei nicht erfolgreichen Belegungen in einer Vermittlungseinheit des Telekommunikationsnetzes die Rufnummern der jeweiligen Ziele in einen Speicher eingeschrieben werden,
- - daß der Inhalt des Speichers in vorgegebenen Intervallen ausgelesen und nach Zielen sortiert wird, wobei die Häufung der erfolglosen Belegungen je Ziel berechnet wird, und
- - daß eine Drosselung der Anzahl der Belegungen mit demjenigen Ziel, dessen Häufung einen ersten Vorgabewert überschreitet, vorgenommen wird.
Das erfindungsgemäße Verfahren hat den Vorteil, daß eine
Erkennung und Drosselung derartiger Massenanrufe automatisch
erfolgt ohne eine Beschränkung auf zuvor festgelegte
Rufnummern.
Eine Aufhebung der Drosselung kann an sich nach einer
vorgegebenen Zeit erfolgen, wobei bei Weiterbestehen der
Häufung von erfolglosen Belegungen die Drosselung wieder
aufgenommen wird. Gemäßeiner Weiterbildung der Erfindung
ist jedoch vorgesehen, daß die Drosselung aufgehoben wird,
wenn die Häufung der erfolglosen Belegungen mit dem
jeweiligen Ziel einen zweiten Vorgabewert unterschreitet,
der geringer als der erste Vorgabewert ist. Durch die damit
entstandene Hysterese wird weitgehend verhindert, daß
fortlaufend zwischen Drosselung und freiem Zugang
umgeschaltet wird.
Bei einer anderen Weiterbildung des erfindungsgemäßen
Verfahrens wird die benötigte Speicherkapazität dadurch
begrenzt, daß bei Erreichen der Kapazitätsgrenzen des
Speichers die jeweils älteste eingeschriebene Rufnummer
überschrieben wird.
Um kurzfristige Überlastungen eines Ziels von der Auswertung
auszuschließen, kann gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung
des erfindungsgemäßen Verfahrens eine Drosselung erst
vorgenommen werden, wenn während mehrerer
aufeinanderfolgenden vorgegebenen Intervallen die Häufung
den ersten Vorgabewert überschreitet. Eine ähnliche
Verzögerung kann bei einem Rückgang der Belegungsversuche
auch dadurch erfolgen, daß die Drosselung erst aufgehoben
wird, wenn die Häufung der erfolglosen Belegungen mit dem
jeweiligen Ziel während mehrerer aufeinanderfolgenden
vorgegebenen Intervallen den zweiten Vorgabewert
unterschreitet.
Die Drosselung als solche kann durch bekannte Verfahren
innerhalb der Vermittlungseinheit erfolgen. Es ist jedoch
eine Drosselung bereits an vorgelagerten Vermittlungsstellen
gemäß einer Weiterbildung der Erfindung dadurch möglich, daß
das Über- bzw. Unterschreiten der Belegung an ein
Verkehrs-Management-Zentrum zu Zwecken einer netzweiten
Steuerung gemeldet wird.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung
dargestellt und in der nachfolgenden Beschreibung näher
erläutert. Die Zeichnung zeigt den Ablauf des
Ausführungsbeispiels in Form eines Flußdiagramms.
Zunächst wird bei 1 festgestellt, ob eine Belegung
erfolgreich war. Ist dieses der Fall, werden im Zuge des
erfindungsgemäßen Verfahrens keine weiteren Maßnahmen
getroffen. War jedoch die Belegung nicht erfolgreich, was
durch eine entsprechende Auslösenachricht (REL-Nachricht) im
Zeichengabesystem definiert ist, so wird bei 2 die
Rufnummer, die mit der Belegung erreicht werden sollte,
gespeichert. In vorgegebenen Intervallen T, beispielsweise
alle 5 s, wird bei 3 der Inhalt des Speichers ausgelesen,
nach Zielen sortiert und berechnet, wie oft eine Rufnummer
in dem ausgelesenen Speicherinhalt vorhanden ist. Dieses
stellt die Häufung der nicht erfolgreichen Belegungen
jeweils eines Ziels dar.
Bei 4 wird die Häufung p für die einzelnen Ziele mit einem
ersten Vorgabewert p₁ verglichen. Ist p<p₁, erfolgt bei 5
eine Aktivierung der Drosselung. Ist jedoch pp₁, wird bei 6
eine Prüfung vorgenommen, ob pp₂ ist. Ist dieses nicht der
Fall, werden keinen weiteren Maßnahmen ergriffen.
Anderenfalls wird bei 7 die Drosselung deaktiviert. Gemäß
einer Weiterbildung der Erfindung kann auch vorgesehen sein,
daß die Funktionen 5 und 7 erst dann ausgeführt werden, wenn
während mehrerer Ausleseintervalle die bei 4 bzw. 6
geprüften Bedingungen erfüllt sind.
Außer der Aktivierung und Deaktivierung der Drosselung bei 5
und 7 werden noch entsprechende Meldungen erzeugt und an ein
Verkehrs-Management-Zentrum 8 zur netzweiten Steuerung 9
gegeben. Dort können die Meldungen bewertet, eine
Visualisierung des Ereignisses vorgenommen und Kommandos an
die beteiligten Vermittlungseinheiten zur Einstellung der
Drosselung gegeben werden.
Die zur Erkennung der Massenanrufe anzuwendenden Parameter
können entsprechend den jeweiligen Erfordernissen und
örtlichen Gegebenheiten eingestellt werden. Bei einer
Vermittlungseinheit mit einer Leistungsfähigkeit von 300 000
BHCA und einer Erfolgreichenrate von 55% bis 75% im
Normalbetrieb haben sich folgende Parameter als günstig
herausgestellt:
| Ausleseintervall T|5 s, | |
| Speicherkapazität | 100 Belegungen, |
| Vorgabewert p₁ | 5%, |
| Vorgabewert p₂ | 1%, |
| Anzahl der Ausleseintervalle | 2 |
Claims (6)
1. Verfahren zur automatischen Erkennung und Drosselung
von Massenanrufen zu Zielen eines Telekommunikationsnetzes,
dadurch gekennzeichnet,
- - daß bei nicht erfolgreichen Belegungen in einer Vermittlungseinheit des Telekommunikationsnetzes die Rufnummern der jeweiligen Ziele in einen Speicher eingeschrieben werden,
- - daß der Inhalt des Speichers in vorgegebenen Intervallen ausgelesen und nach Zielen sortiert wird, wobei die Häufung der erfolglosen Belegungen je Ziel berechnet wird, und
- - daß eine Drosselung der Anzahl der Belegungen mit demjenigen Ziel, dessen Häufung einen ersten Vorgabewert überschreitet, vorgenommen wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
die Drosselung aufgehoben wird, wenn die Häufung der
erfolglosen Belegungen mit dem jeweiligen Ziel einen zweiten
Vorgabewert unterschreitet, der geringer als der erste
Vorgabewert ist.
3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch
gekennzeichnet, daß bei Erreichen der Kapazitätsgrenzen des
Speichers die jeweils älteste eingeschriebene Rufnummer
überschrieben wird.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß eine Drosselung erst vorgenommen
wird, wenn während mehrerer aufeinanderfolgenden
vorgegebenen Intervallen die Häufung den ersten Vorgabewert
überschreitet.
5. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß
die Drosselung erst aufgehoben wird, wenn die Häufung der
erfolglosen Belegungen mit dem jeweiligen Ziel während
mehrerer aufeinanderfolgenden vorgegebenen Intervallen den
zweiten Vorgabewert unterschreitet.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß das Über- bzw. Unterschreiten
der Belegung an ein Verkehrs-Management-Zentrum zu Zwecken
einer netzweiten Steuerung gemeldet wird.
Priority Applications (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1995113472 DE19513472A1 (de) | 1995-04-08 | 1995-04-08 | Verfahren zur automatischen Erkennung und Drosselung von Massenanrufen |
| NO961329A NO961329D0 (no) | 1995-04-08 | 1996-04-01 | Fremgangsmåte for anropsbearbeidelse ved innkommende forbindelse |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1995113472 DE19513472A1 (de) | 1995-04-08 | 1995-04-08 | Verfahren zur automatischen Erkennung und Drosselung von Massenanrufen |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19513472A1 true DE19513472A1 (de) | 1996-10-10 |
Family
ID=7759322
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1995113472 Ceased DE19513472A1 (de) | 1995-04-08 | 1995-04-08 | Verfahren zur automatischen Erkennung und Drosselung von Massenanrufen |
Country Status (2)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19513472A1 (de) |
| NO (1) | NO961329D0 (de) |
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| DE19648077A1 (de) * | 1996-11-20 | 1998-06-04 | Nokia Mobile Phones Ltd | Verfahren zur Einstellung der Persistenz einer Mobilstation in einem zellularen Mobilfunknetz |
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| DE19648077A1 (de) * | 1996-11-20 | 1998-06-04 | Nokia Mobile Phones Ltd | Verfahren zur Einstellung der Persistenz einer Mobilstation in einem zellularen Mobilfunknetz |
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| EP1079640A1 (de) * | 1999-08-26 | 2001-02-28 | L.M. Ericsson Limited | Überlastregelungssystem für Massenanrufe |
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| NO961329D0 (no) | 1996-04-01 |
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