DE19511420A1 - Rotierende Spannvorrichtung und Verfahren zum Einspannen und automatischen Drehen eines Werkstückes - Google Patents
Rotierende Spannvorrichtung und Verfahren zum Einspannen und automatischen Drehen eines WerkstückesInfo
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Description
Die vorliegende Erfindung betrifft allgemein rotierende
Spannvorrichtungen und insbesondere Spannfutter zum Drehen
eines Werkstückes um zwei verschiedene Achsen. Die Erfindung
betrifft ferner ein Verfahren zum Einspannen und Drehen ei
nes Werkstückes um zwei verschiedene Achsen.
Werkzeugmaschinen verwenden rotierende Spannfutter für eine
Vielzahl von Bearbeitungsarten, einschließlich dem Schleifen
und Drehen von Durchmessern von Drehteilen. Bei Dreh- und
Schleifmaschinen ist normalerweise ein Futterkörper auf ei
ner drehbare Spindel oder Welle montiert, und der Futterkör
per weist eine Vorrichtung zum Greifen eines Werkstückes,
welches gedreht werden soll, auf. Das Futter und das Werk
stück werden dann gemeinsam gedreht, um das Werkstück zu be
arbeiten.
In einigen Fällen ist es notwendig, einen zweiten Durchmes
ser an einem Werkstück auszubilden oder zu bearbeiten, der
mit dem ersten bearbeiteten Durchmesser nicht konzentrisch
ist. Das Werkstück wird dann in ein rotierendes Futter oder
eine Spannvorrichtung eingeklemmt, welche die Hauptachse so
halten kann, daß sie von der Drehachse abweicht, so daß das
Teil um die Drehachse gedreht und nachfolgend bearbeitet
werden kann, wobei ein exzentrischer Durchmesser erzeugt
wird.
Ein weit verbreitetes Werkstück, welches exzentrische Durch
messer aufweist, ist die Kurbelwelle einer Brennkraftmaschi
ne, wobei die Kurbelwelle eine Hauptdrehachse aufweist, wel
che in Hauptlagern eines Motors gelagert ist, und mit dieser
einstückig ausgebildete exzentrische Kurbelzapfen aufweist,
an denen jeweils eine Pleuelstange eines Kolbens angebracht
ist.
Bekannte Einrichtungen zum Halten und Bewegen einer Kurbel
welle in einer Schleifmaschine sind beispielsweise in den
folgenden Dokumenten gezeigt:
Die US-A-4,269,001, von H.G. Bottomley, erteilt am 26. Mai
1981, mit dem Titel Work Clamping Fixture (Spannvorrich
tung), zeigt eine Werkstückauflage zum Halten des Hauptla
ger-Durchmessers einer Kurbelwelle mit zwei Kurbelzapfen,
wobei eine Hebelspannvorrichtung den Hauptlager-Durchmesser
in der Spannvorrichtung festhält. Bei einem ersten Bearbei
tungsschritt wird der erste Kurbelzapfen koaxial zur Dreh
achse der Spannvorrichtung und der Maschinenspindel angeord
net. Während dieses Schrittes kreisen der Hauptlager-Durch
messer und der zweite Kurbelzapfen um die Achse des ersten
Kurbelzapfens. Die Maschine wird dann angehalten, das Werk
stück wird ausgespannt, und das Werkstück wird um die Achse
seines Hauptlagers gedreht, so daß das Teil um 180° gedreht
wird, und der zweite Kurbelzapfen wird dadurch koaxial zu
der Drehachse der Spannvorrichtung angeordnet, das Teil wird
dann wieder eingespannt, und der zweite Kurbelzapfen wird
bearbeitet. Die Spannvorrichtung weist einen über einen Kol
ben angetriebenen schwenkbaren Klemmhebel auf. Die Vorrich
tung umfaßt ferner Federn zur Unterstützung der Bewegung des
Klemmhebels und eine Zahnstangenvorrichtung zur Verschiebung
des Hebeldrehpunktes, um einen Freiraum zum Einbringen eines
Werkstückes zu schaffen.
Die US-A-3,583,108, von K. Oishi et al., erteilt am 8. Juni
1971, mit dem Titel Machine Tool for Grinding Pins of a
Crankshaft (Bearbeitungswerkzeug zum Schleifen der Zapfen
einer Kurbelwelle), betrifft ebenfalls eine Spannvorrichtung
zum Festklemmen des Hauptlager-Durchmessers einer Kurbelwel
le. Eine Schaltscheibe ist an der Kurbelwelle befestigt, und
mehrere Kurbelzapfen werden umschichtig bei der zentralen
Drehachse der Spindel positioniert. Das Werkstück wird peri
odisch automatisch durch ein Radpaar, oder Getriebe, um sei
ne Hauptlager-Achse gedreht, wobei ein Rad an einer zur
Spindelachse konzentrischen Welle befestigt ist und ein pas
sendes Rad an der Schaltscheibe befestigt ist, so daß die
Kurbelwelle umgedreht werden kann. Wenn der entsprechende
Kurbelzapfen bei der Spindelachse positioniert werden soll,
wird die Schaltscheibe gedreht, so daß sie gegen einen An
schlag zu liegen kommt.
Bei den obigen Patenten muß die Klemmkraft von dem Werkstück
gelöst werden, so daß das Werkstück relativ zu dem Futter
oder der Spannvorrichtung neu positioniert werden kann.
Die US-A-5,249,394, von R.E. Griswold, erteilt am 5. Oktober
1993, mit dem Titel Chuck Indexing Method (Schaltverfahren
für ein Spannfutter), zeigt eine Maschine zum Bearbeiten
eines Kurbelzapfens, bei der ein Futterkörper während der
Bearbeitungsschritte auf einer Maschinenspindel festgeklemmt
ist, und bei der der Futterkörper nach dem ersten Schritt
relativ zu der Befestigungsspindel gedreht wird, um die Kur
belzapfen bei der Spindelachse zu positionieren. Eine Dre
hung des Futters relativ zu der Spindel wird durch ein Ge
triebe bewirkt, das an dem Futterkörper befestigt ist und
von einem Ritzel eines hydraulischen Schaltmotors angesteu
ert wird, der an dem Spindelkasten der Maschine montiert
ist. Nach dem Weiterschalten wird das Ritzel axial aus dem
Getriebe ausgerückt, und der Futterkörper wird erneut auf
die Maschinenspindel aufgeklemmt, um die nächsten Kurbelzap
fen-Durchmesser zu bearbeiten.
Die oben beschriebenen Einrichtungen weisen einen komplexen
Mechanismus zum Einspannen, Ausspannen und erneuten Einspan
nen entweder des Werkstückes oder Futterkörpers auf, wenn
das Werkstück um die Spannfutterachse weiterbewegt oder -ge
schaltet werden soll. In allen Fällen wird der zweite zu
bearbeitende Durchmesser in derselben Richtung um die Spin
delachse gedreht, in der auch der erste Durchmesser bearbei
tet wurde.
Es ist eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung eine verein
fachte Spannvorrichtung vorzusehen, die ein Werkstück real
tiv zu einer Futterspindel weiterbewegen oder -schalten
kann, ohne daß das Werkstück zu der Schaltzeit ein- und aus
gespannt werden muß.
Die vorliegende Erfindung soll ferner eine vereinfachte
Spannvorrichtung angeben, welche ein Werkstück relativ zu
einer Futterspindel weiterschalten kann, ohne daß das Futter
zum Zeitpunkt des Weiterschaltens relativ zur Spindel ein-
und ausgespannt werden muß.
Schließlich soll die vorliegende Erfindung ein Spannfutter
angeben, welches ein Werkstück relativ zum Futterkörper
durch Einfluß von Trägheitskräften weiterschalten oder -be
wegen kann.
Diese Aufgabe wird durch eine Vorrichtung mit den Merkmalen
von Anspruch 1 bzw. durch ein Verfahren mit den Merkmalen
von Anspruch 2 gelöst.
Die vorliegende Erfindung vermeidet die Nachteile der Ein
richtungen nach dem Stand der Technik, indem sie eine ver
einfachte exzentrische Schalteinrichtung vorsieht, welche
allein durch Trägheitskräfte zwischen zwei Positionen umge
schaltet wird. Dabei müssen weder das Werkstück noch der
Futterkörper für aufeinander folgende Schaltbewegungen ein-
und ausgespannt werden.
Die Erfindung wird durch eine rotierende Spannvorrichtung
zum automatischen Drehen eines Teiles um unterschiedliche
Drehachsen verkörpert, welche folgende Merkmale aufweist:
einen Spannfutterkörper mit einer Körper-Drehachse; eine
Nockeneinheit; eine Lagervorrichtung, die an dem Körper be
festigt ist, um die Nockeneinheit für eine Drehung um eine
erste Achse der Nockeneinheit relativ zu dem Körper zu hal
ten und um zu ermöglichen, daß sich die Nockeneinheit inner
halb eines vorgegebenen Bogens, nach Maßgabe der Drehung des
Futterkörpers und der auf die Nockeneinheit wirkenden Träg
heitskräfte frei dreht; eine Spannfuttervorrichtung, die an
der Nockeneinheit befestigt ist, um ein Werkstück relativ zu
einer zweiten Achse der Nockeneinheit zu halten, wobei die
erste und die zweite Achse der Nockeneinheit parallel zuein
ander sind und einen Abstand zueinander aufweisen; und eine
Stoppvorrichtung zum Begrenzen der rotierenden Bewegung der
Nockeneinheit relativ zu dem Spannfutterkörper in entgegen
gesetzten Richtungen, wobei eine Richtungsänderung der Dre
hung des Spannfutterkörpers um seine Körperachse bewirkt,
daß sich die Nockeneinheit relativ zu dem Spannfutterkörper
um ihre erste Achse dreht und ihre zweite Achse und das
Werkstück für eine Bearbeitung des Werkstückes relativ zur
Körperachse positioniert.
Die Erfindung ist im folgenden anhand bevorzugter Ausfüh
rungsformen mit Bezug auf die Zeichnung näher erläutert. In
den Figuren zeigen:
Fig. 1 eine Draufsicht auf eine Drehmaschine mit einer
Spindel,
Fig. 2 eine Draufsicht auf die Drehmaschine von Fig. 1,
wobei sich die Spindel in der entgegengesetzten
Richtung dreht,
Fig. 3 eine vereinfachte, teilweise geschnittene Darstel
lung des in der Maschine von Fig. 1 verwendeten
Spannfutters,
Fig. 4 eine Schnittdarstellung längs der Linie 4-4 in Fig.
3,
Fig. 5 eine teilweise geschnittene Seitenansicht des
Spannfutters von Fig. 3, wobei dessen innere Teile
relativ zu dem Spannfutterkörper gedreht sind,
Fig. 6 eine Schnittdarstellung längs der Linien 6-6 in
Fig. 5,
Fig. 7 eine Schnittdarstellung durch das Spannfutter von
Fig. 1, welche weitere Einzelheiten der Bauweise
zeigt,
Fig. 8 und 9 Draufsichten auf ein Spannfutter zur Bearbeitung
einer Kurbelwelle und
Fig. 10a bis 10d aufeinander folgende Draufsichten auf eine Drehma
schine mit einer Hauptspindel und einer Nebenspin
del.
Fig. 1 zeigt eine Draufsicht auf eine Drehmaschine 10 mit
zwei Achsen zum Drehen eines Werkstückes 11. Bei solchen
Drehvorgängen wird ein Schneidwerkzeug 12 gegen ein sich
drehendes Werkstück 11 vorgerückt. Ein Werkzeug-Revolverkopf
13 wird von X- und Z-Schlitten 14, 15 getragen, welche längs
Koordinatenachsen bewegbar sind, wobei der X-Schlitten 14
radial zu dem Werkstück 11 beweglich ist und der Z-Schlitten
15 axial zu dem Werkstück 11 beweglich ist. Wenn ein Spann
futter 16, welches an der Maschinenspindel 17 montiert ist,
das Werkstück 11 hält und in einer einzelnen Drehrichtung
antreibt, welche durch den breiten Pfeil 18 angezeigt ist,
wird ein erster Durchmesser 19 des Werkstücks erzeugt, und
es können leicht weitere konzentrische Durchmesser (nicht
gezeigt) erzeugt werden. Es sei hier bemerkt, daß viele her
kömmliche Spannvorrichtungen dazu geeignet sind, Werkstücke
mit nur konzentrischen Durchmessern herzustellen. Im Fall
des in Fig. 1 gezeigten Werkstückes 11 soll die Maschine 10
jedoch einen zweiten Durchmesser 20 (siehe Fig. 2), der zu
dem ersten Durchmesser 19 exzentrisch ist, während eines
nachfolgenden Bearbeitungsschrittes erzeugen.
Um eine Verschiebung der Hauptachse 21 des Werkstückes rela
tiv zu der Drehachse 22 der Maschinenspindel 17 zu bewirken,
wird das Spannfutter 16 einfach in der entgegengesetzten
Richtung gedreht, die durch den breiten Pfeil 23 in Fig. 2
angezeigt ist. Der Fachmann mit durchschnittlichen Kenntnis
sen auf dem Gebiet der Drehtechnik wird dabei sofort erken
nen, daß die Schneidkante des Werkzeuges 24 zum Durchführen
des nachfolgenden Drehvorgangs für einen fehlerfreien
Schneidvorgang relativ zu dem umgekehrt rotierenden Werk
stück 11 richtig orientiert sein muß. Fig. 3 bis 5 bilden
eine bevorzugte Ausführungsform ab und zeigen in vereinfach
ter Form die Grundsätze dieses speziellen Spannfutters 16.
In Fig. 3 weist das Spannfutter 16 einen Spannfutterkörper
25 auf, der an der Maschinenspindel 17 zur Drehung mit die
ser um die Spindelachse 22 montiert ist, d. h. die Spindel
achse 22 ist die Drehachse des Körpers. Der Spannfutterkör
per 25 ist mit einer zentralen Durchgangsbohrung 26 ausge
bildet, die zur Spindelachse 22 exzentrisch ist, und geeig
nete Wälzlager 27, vorzugsweise Kugellager, sind in die Boh
rung 26 eingepaßt, um eine Nockeneinheit 28 frei und drehbar
zu lagern.
In Fig. 4 kann man erkennen, daß die Nockeneinheit 28 einen
Schlitz 29 aufweist, der in ihren Umfang über einen vorgege
benen Kreisbogen eingeformt ist, und ein an dem Spannfutter
körper 25 befestigter Zapfen 30 ist radial in den Schlitz 29
eingefügt. Der Zapfen 30 weist eine Stoppvorrichtung, oder
einen Anschlag, zur Begrenzung der Rückwärtsdrehung der
Nockeneinheit 28 relativ zu dem Spannfutterkörper 25 auf;
die bogenförmige Bewegung beträgt in diesem Beispiel 90°.
Der radiale Zapfen 30 liegt zwischen den Lagern 27 längs der
Länge der Nockeneinheit 28. Die Nockeneinheit weist eine
erste Achse 31 auf, welche durch die Kugellager 27 bestimmt
wird, und die gegenüber der Achse 22 der Spindel um eine
Exzentrizität e₁ versetzt ist. In die Nockeneinheit 28 ist
eine versetzte Spannfuttervorrichtung 32 eingesetzt, die aus
einer beliebigen Vielzahl von bekannten Vorrichtungen zum
Halten eines Werkstückes ausgewählt werden kann; beispiels
weise eine Spannzange, ein Membranspannfutter usw. Bei dem
Aufbau von Fig. 3 ist die Spannfuttervorrichtung 32 an der
Nockeneinheit 28 um eine zweite Achse 33 der Nockeneinheit
herum montiert, welche koaxial zur Spindelachse 22 ist, so
daß ein erster Durchmesser 19 koaxial zur Spindelachse 22
verarbeitet oder bearbeitet werden kann. Es sei jedoch be
merkt, daß es für andere Ausführungsformen der vorliegenden
Erfindung zweckmäßig sein kann, die Spannfuttervorrichtung
32 und die Achse 33 der Nockeneinheit gegenüber der Spindel
achse 22 zu versetzen, und eine derartige Anwendung wird
später in Verbindung mit Fig. 8 und 9 erörtert. Aus Fig. 3
und 4 ist weiter ersichtlich, daß dann, wenn die Spindel 17
den Spannfutterkörper 25 in der gezeigten Richtung antreibt,
der Spannfutterkörper 25 und die Nockeneinheit 28 sich ge
meinsam um die Spindelachse 22 drehen, weil der radiale Zap
fen 30 mit dem Ende 34 des Schlitzes 29 im Eingriff ist.
Wir wenden uns nun Fig. 5 und 6 zu. Wenn die Richtung der
Spindeldrehung geändert wird, bewegen sich der Spannfutter
körper 25 und sein radialer Zapfen 30 selbstverständlich in
die Richtung des breiten Pfeiles 35 von Fig. 5, aufgrund der
Trägheit der Nockeneinheit 28, der Spannfuttervorrichtung 32
und des Werkstückes 11 wird die Nockeneinheit 28 dieser Be
wegungsumkehr jedoch nicht sofort folgen; d. h., ein Teil der
Bewegung geht verloren, und die freie Relativbewegung zwi
schen dem Spannfutterkörper 25 und der Nockeneinheit 28 be
wirkt, daß der radiale Zapfen 30 mit dem anderen Ende 36 des
bogenförmigen Schlitzes 29 in Eingriff kommt. Zu diesem
Zeitpunkt drehen sich der Spannfutterkörper 25 und die Noc
keneinheit 28 gemeinsam in die in den Fig. 5 und 6 gezeigte
Richtung 35. Diese freie Relativbewegung zwischen der Noc
keneinheit 28 und dem Spannfutterkörper 25 bewirkt, daß sich
die Achse 21 des ersten verarbeiteten Durchmessers 19 rela
tiv zu der Spindelachse 22 (d. h. der Achse des Spannfutter
körpers) aus der Mitte wegbewegt. Da ein zweiter Durchmesser
20 um die Spannfutterkörper- und Spindelachse 22 herum be
arbeitet oder verarbeitet wird, wird das sich ergebende
Werkstück dann zueinander um die Exzentrizität e₂ versetzte
erste und zweite Durchmesser 19 bzw. 20 aufweisen.
In Fig. 7 sind weitere Einzelheiten des Aufbaus gezeigt,
wobei man erkennen kann, daß der Spannfutterkörper 25 einen
Flansch 37 aufweist und auf einem Führungsdurchmesser 38 der
Spindel 17 montiert ist. Schrauben 39, welche durch den
Flansch 37 hindurch gehen, befestigen den Spannfutterkörper
25 an der Spindel 17. Ein Paar Kugellager 27, welche in ge
genüberliegenden Stirnbohrungen 26a, 26b in dem Spannfutter
körper 25 montiert sind, dienen zur Lagerung der Nockenein
heit 28. Die Nockeneinheit 28 weist einen Lager-Durchmesser
40 und einen vorderen Flansch 41 auf, der auf seinem äußeren
Durchmesser 42 ein Gewinde trägt. Eine Lager-Haltekappe 43
ist mittels Schrauben 44 an der Rückseite der Nockeneinheit
28 befestigt, um die Nockeneinheit 28 gegenüber dem Lagern
27 festzusetzen. Auf das vordere Ende der Nockeneinheit 28
ist eine Kappe 45 aufgeschraubt, die relativ zu der Nacken
einheit 28 mit einem Satz Schrauben 46 einstellbar positio
niert wird, wobei die Schrauben durch die Stirnseite der
Kappe 45 gehen und in Schlitze 47 in dem Flansch eingreifen.
Die Kappe 45 weist eine Bohrung 48 mit einem Freiraum auf
und wird von einer sphärischen oder kugelförmigen Sitzfläche
49 abgeschlossen.
Die zentrale Bohrung 50 der Nockeneinheit 28 nimmt eine Hül
senanordnung 51 mit einem ersten und einem zweiten Hülsen
teil 52, 53 auf. Das erste Hülsenteil 52 ist in der Bohrung
50 der Nockeneinheit verschiebbar, und eine hintere Kappe 54
ist an ihm befestigt. Die hintere Kappe 54 ist um die Nabe
55 eines mit einem Flansch versehenen Lagergliedes 56 mon
tiert, wobei die Kappe 54 zwischen einem Drucklager 57 und
einem Haltering 58 an einer axialen Relativbewegung gehin
dert ist. Die Nabe 55 weist eine Gewindebohrung 59 auf, wel
che eine Zugstange 60 mit einem Außengewinde aufweist. Die
Zugstange 60 wird durch eine Antriebsvorrichtung (nicht ge
zeigt) für eine axiale Bewegung betätigt. Das zweite Hülsen
teil 53 weist einen geschlitzten, nach hinten konvergieren
den konischen Kopf 61 auf, der von einer passenden konischen
Bohrung 62 des ersten Hülsenteiles 52 aufgenommen wird, so
daß dann, wenn eine axiale Relativbewegung zwischen dem er
sten und dem zweiten Hülsenteil 52, 53 auftritt, der Kopf 61
radial ausgelenkt wird, wie es bei geschlitzten Hülsen all
gemein bekannt ist, um ein Werkstück 11 zu greifen. Das
zweite Hülsenteil 53 weist eine zentrale Bohrung 63 auf, die
eine zum Aufnehmen des Werkstücks 11 geeignete Größe hat.
Der Kopf 61 liegt gegen die sphärische Sitzfläche 41 der
vorderen Kappe 45 an, so daß eine Druckbewegung nach vorne
(d. h. in Fig. 7 nach rechts) des ersten Hülsenteiles 42 nur
eine radiale Bewegung des Kopfes 61 bewirkt. Das zweite Hül
senteil 53 hat ferner einen rohrförmigen zylindrischen Ab
schnitt 64, welcher sich zur Rückseite des ersten Hülsentei
les 52 hin erstreckt. Ein Zapfen 65 erstreckt sich durch die
Wand des ersten Hülsenteiles 52, in der Nähe der Rückseite,
in einen ersten und einen zweiten axialen Schlitz 66, 67,
die in der Nockeneinheit 28 bzw. dem zweiten Hülsenteil 53
ausgebildet sind, so daß sich die Nockeneinheit 58 und die
Hülsenanordnung 51 gemeinsam drehen, dabei jedoch eine axia
le Relativbewegung des ersten Hülsenteiles 52 zulassen. Die
Abschlußkappe 54 des ersten Hülsenteiles 52 weist eine Boh
rung mit Freiraum oder Spiel auf, so daß ein gewisser Grad
an radialer Bewegung zugelassen wird, wenn die Nockeneinheit
28 das Werkstück 11 beaufschlagt und dabei seine Achse ver
lagert. Der radiale Stopp- oder Anschlagzapfen 30 ist als
ein breiter mit einem Paar Schrauben 48 gesicherter Block
ausgebildet und erstreckt sich in einen breiten bogenförmi
gen Schlitz 29 (siehe Fig. 4), der in die Nockeneinheit 28
eingeformt ist.
Fig. 8 und 9 zeigen alternative Ausführungsformen eines
Spannfutters gemäß den oben beschriebenen Grundsätzen, wel
ches eine Kurbelwelle 70 hält, welche einen ersten und einen
zweiten Kurbelzapfen 71, 72 aufweist, die um 180° zueinander
versetzt um die Hauptlagerachse 73 angeordnet sind. In die
sem Fall ist der Durchmesser 74 des Hauptlagers exzentrisch
zur Achse 75 des Spannfutterkörpers und der Spindelachse
eingespannt. Nachdem der erste Kurbelzapfen 71 bearbeitet
ist, wird die Nockeneinheit 76, welche einen 180°-Schlitz 77
aufweist, inertial in die entgegengesetzte Richtung ver
dreht, so daß der zweite Kurbelzapfen 72 in die Position von
Fig. 9 bewegt wird, wo er nachfolgend bearbeitet wird. Es
sei hierbei bemerkt, daß Maschinen zum Durchführen von Be
arbeitungsvorgängen von Kurbelwellen häufig beide Enden der
Kurbelwelle antreiben, um eine Verdrehung des Werkstücks zu
vermeiden.
Fig. 10a bis d sind aufeinanderfolgende Draufsichten auf
eine alternative Ausführungsform abgebildet. Fig. 10a zeigt
eine Drehmaschine 78 mit zwei Achsen, welche eine Hauptspin
del 79 und eine ausfahrbare Hilfsspindel 80 aufweist, die
einander gegenüberliegen und zueinander koaxial sind, um
einen ersten und einen zweiten Bearbeitungsschritt an einem
Werkstück 81 auszuführen, d. h. Arbeitsvorgänge an beiden
Enden. Bei Maschinen dieser Art wird ein Schneidwerkzeug 82
von X- und Z-Schlitten (nicht gezeigt) gehalten, welche
längs Koordinatenachsen bewegbar sind; das Schneidwerkzeug
82 ist sowohl in einer X-Richtung, radial zu dem Werkstück
81, als auch in einer Z-Richtung, axial zu dem Werkstück 81
bewegbar. Ein erstes an der Hauptspindel 79 montiertes
Spannfutter 83 hält das Werkstück 81 und treibt es in eine
erste Drehrichtung an, welche durch den breiten Pfeil 84
angezeigt ist. Das erste Spannfutter 83 kann ein beliebiges
von vielen bekannten Spannfuttern sein, die zum Greifen und
Freigeben des Werkstückes 81 mit Hilfskraft betätigbar sind.
Aus Fig. 10b ist ersichtlich, daß nach dem Erzeugen eines
ersten Durchmessers 85 um die gemeinsame Spindelachse 86 die
Hilfsspindel 80 axial in Richtung auf das Werkstück 81 be
wegt wird, während sich das Spannfutter 87 der Hilfsspindel
in dieselbe Richtung wie das erste Spannfutter 83 dreht; das
Spannfutter 87 der Hilfsspindel (das zu dem Spannfutter in
Fig. 1 spiegelbildlich ist), ist gemäß den Grundsätzen der
Fig. 3 und 4 konstruiert, so daß die Greifer 88 des Spann
futters der Hilfsspindel konzentrisch zu der gemeinsamen
Spindelachse 86 drehen. Das Spannfutter 87 der Hilfsspindel
greift das Werkstück 81, noch während dieses sich dreht, und
das erste Spannfutter 83 gibt das Werkstück 81 frei. Wie in
Fig. 10c gezeigt ist, wird in Vorbereitung des zweiten Ar
beitsvorgangs die Hilfsspindel 80 dann in ihre Ausgangsposi
tion zurückgezogen. In Fig. 10d ist schließlich gezeigt, wie
im zweiten Bearbeitungsschritt ein zweiter Durchmesser 89
erzeugt werden soll, der zu dem ersten Durchmesser 85 exzen
trisch ist. Um eine Verschiebung der Hauptachse 90 des Werk
stückes relativ zu der gemeinsamen Spindelachse 86 zu errei
chen, wird das Spannfutter 87 der Hilfsspindel einfach gemäß
den mit Bezug auf Fig. 5 und 6 dargelegten Grundsätzen in
die entgegengesetzte Richtung gedreht, welche durch den
breiten Pfeil 91 angezeigt ist. Für den Fachmann mit durch
schnittlichen Kenntnissen auf dem Gebiet der Drehtechnik ist
dabei sofort erkennbar, daß die Schneidachse des Werkzeuges
92 zum Durchführen des zweiten Drehvorganges mit der Hilfs
spindel relativ zu dem umgekehrt rotierenden Werkstück 81
richtig orientiert sein muß, um richtig schneiden zu können.
Der Fachmann auf diesem Gebiet wird erkennen, daß die vor
liegende Erfindung auf Systeme anwendbar ist, welche Werk
stücke an Innen- oder an Außenflächen greifen, sowie auf
Systeme, welche innere oder äußere Oberflächen bearbeiten.
Die in der vorstehenden Beschreibung, der Zeichnung und den
Ansprüchen offenbarten Merkmale der Erfindung können sowohl
einzeln als auch in beliebiger Kombination für die Verwirk
lichung der Erfindung in ihren verschiedenen Ausgestaltungen
von Bedeutung sein.
Claims (2)
1. Rotierende Spannvorrichtung zum automatischen Drehen
eines Werkstückes um zwei verschiedene Drehachsen, mit
einem Spannfutterkörper (25), der eine Körper-Drehachse
aufweist,
eine Nockeneinheit (28), eine Lagervorrichtung (27), die an dem Körper (25) befe stigt ist, um die Nockeneinheit (28) um eine erste Achse (31) der Nockeneinheit relativ zu dem Körper drehbar zu halten und um eine freie Drehung der Nockeneinheit in nerhalb eines vorgegebenen Bogens, in entgegengesetzten Richtungen abhängig von der Drehung des Spannfutterkör pers und von auf die Nockeneinheit wirkenden Trägheits kräften zuzulassen,
eine Spannfuttervorrichtung (32), welche an der Nocken einheit (28) befestigt ist, zum Halten eines Werkstückes relativ zu einer zweiten Achse (33) der Nockeneinheit, wobei die erste und die zweite Achse (31, 33) der Noc keneinheit parallel sind und einen Abstand zueinander aufweisen, und
eine Stoppvorrichtung (30) zum Begrenzen der Drehbewe gung der Nockeneinheit (28) relativ zu dem Spannfutter körper (25) in entgegengesetzten Richtungen,
wobei eine Richtungsänderung der Drehung des Spannfut terkörpers (25) um seine Körperachse bewirkt, daß sich die Nockeneinheit (28) relativ zu dem Spannfutterkörper (25) um ihre erste Achse (32) dreht und ihre zweite Ach se (33) und das für eine Bearbeitung des Werkstückes relativ zu der Körperachse positioniert.
eine Nockeneinheit (28), eine Lagervorrichtung (27), die an dem Körper (25) befe stigt ist, um die Nockeneinheit (28) um eine erste Achse (31) der Nockeneinheit relativ zu dem Körper drehbar zu halten und um eine freie Drehung der Nockeneinheit in nerhalb eines vorgegebenen Bogens, in entgegengesetzten Richtungen abhängig von der Drehung des Spannfutterkör pers und von auf die Nockeneinheit wirkenden Trägheits kräften zuzulassen,
eine Spannfuttervorrichtung (32), welche an der Nocken einheit (28) befestigt ist, zum Halten eines Werkstückes relativ zu einer zweiten Achse (33) der Nockeneinheit, wobei die erste und die zweite Achse (31, 33) der Noc keneinheit parallel sind und einen Abstand zueinander aufweisen, und
eine Stoppvorrichtung (30) zum Begrenzen der Drehbewe gung der Nockeneinheit (28) relativ zu dem Spannfutter körper (25) in entgegengesetzten Richtungen,
wobei eine Richtungsänderung der Drehung des Spannfut terkörpers (25) um seine Körperachse bewirkt, daß sich die Nockeneinheit (28) relativ zu dem Spannfutterkörper (25) um ihre erste Achse (32) dreht und ihre zweite Ach se (33) und das für eine Bearbeitung des Werkstückes relativ zu der Körperachse positioniert.
2. Verfahren zum Einspannen und automatischen Drehen eines
Werkstückes um verschiedene Drehachsen für Bearbeitungs
vorgänge, mit den folgenden Verfahrensschritten:
Vorsehen einer Maschine mit einer Spindel (17), die um eine Spindelachse (22) umkehrbar drehbar ist,
Befestigen eines Spannfutterkörpers (25) an der Spindel (17), wobei der Spannfutterkörper eine Drehachse auf weist, die sich längs der Spindelachse erstreckt,
Montieren einer Nockeneinheit (28) in dem Körper (25), um eine Drehung um eine erste Achse (31) der Nockenein heit relativ zu dem Körper zu ermöglichen und um zuzu lassen, daß sich die Nockeneinheit innerhalb eines vor gegebenen Bogens abhängig von der Drehung des Spannfut terkörpers und von auf die Nockeneinheit (28) wirkenden Trägheitskräften frei in entgegengesetzte Richtungen dreht,
Befestigen einer Spannfuttervorrichtung (32) an der Nockeneinheit zum Halten eines Werkstückes relativ zu einer zweiten Achse (33) der Nockeneinheit, wobei die erste und die zweite Achse der Nockeneinheit parallel sind und einen Abstand zueinander aufweisen,
Vorsehen einer Stoppvorrichtung (30) zum Begrenzen der Drehbewegung der Nockeneinheit relativ zu dem Spannfut terkörper in umgekehrten Richtungen,
Drehen der Spindel (17) in einer ersten Richtung und ge meinsames Antreiben des Spannfutterkörpers (25), der Nockeneinheit (28) und des Werkstückes,
Bearbeiten eines ersten Durchmessers des Werkstückes, umgekehrtes Drehen der Spindel (17) und des Spannfutter körpers (25) in einer zweiten Richtung und Ausnutzen von Spiel zwischen der Nockeneinheit und dem Spannfutterkör per, wodurch der erste Durchmesser des Werkstücks aus der Spindelachse herausgedreht wird, und
Bearbeiten eines zweiten Durchmessers des Werkstücks, der zum ersten Durchmesser des Werkstücks exzentrisch ist.
Vorsehen einer Maschine mit einer Spindel (17), die um eine Spindelachse (22) umkehrbar drehbar ist,
Befestigen eines Spannfutterkörpers (25) an der Spindel (17), wobei der Spannfutterkörper eine Drehachse auf weist, die sich längs der Spindelachse erstreckt,
Montieren einer Nockeneinheit (28) in dem Körper (25), um eine Drehung um eine erste Achse (31) der Nockenein heit relativ zu dem Körper zu ermöglichen und um zuzu lassen, daß sich die Nockeneinheit innerhalb eines vor gegebenen Bogens abhängig von der Drehung des Spannfut terkörpers und von auf die Nockeneinheit (28) wirkenden Trägheitskräften frei in entgegengesetzte Richtungen dreht,
Befestigen einer Spannfuttervorrichtung (32) an der Nockeneinheit zum Halten eines Werkstückes relativ zu einer zweiten Achse (33) der Nockeneinheit, wobei die erste und die zweite Achse der Nockeneinheit parallel sind und einen Abstand zueinander aufweisen,
Vorsehen einer Stoppvorrichtung (30) zum Begrenzen der Drehbewegung der Nockeneinheit relativ zu dem Spannfut terkörper in umgekehrten Richtungen,
Drehen der Spindel (17) in einer ersten Richtung und ge meinsames Antreiben des Spannfutterkörpers (25), der Nockeneinheit (28) und des Werkstückes,
Bearbeiten eines ersten Durchmessers des Werkstückes, umgekehrtes Drehen der Spindel (17) und des Spannfutter körpers (25) in einer zweiten Richtung und Ausnutzen von Spiel zwischen der Nockeneinheit und dem Spannfutterkör per, wodurch der erste Durchmesser des Werkstücks aus der Spindelachse herausgedreht wird, und
Bearbeiten eines zweiten Durchmessers des Werkstücks, der zum ersten Durchmesser des Werkstücks exzentrisch ist.
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| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
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| DE19511420A1 true DE19511420A1 (de) | 1995-10-26 |
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ID=22875344
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| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19511420A Withdrawn DE19511420A1 (de) | 1994-04-25 | 1995-03-28 | Rotierende Spannvorrichtung und Verfahren zum Einspannen und automatischen Drehen eines Werkstückes |
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