DE19509384C2 - Drehschwingungstilger - Google Patents
DrehschwingungstilgerInfo
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Description
Die Erfindung betrifft einen Drehschwingungstilger zur unverrückbaren Festle
gung auf dem Außenumfang eines zylindrischen Maschinenteils, umfassend
einen Naben- und einen Schwungring, die durch Speichen aus Gummi relativ
bewegbar verbunden sind.
Ein solcher Drehschwingungstilger ist in der älteren Anmeldung DE 43 35 766 A1
beschrieben und gezeigt, wobei zusätzlich zu den Speichen der Nabenring
aus Gummi besteht und einstückig in die Speichen übergehend ausgebildet ist.
Ein weiterer Drehschwingungstilger gelangt zur Anwendung in Bezug auf die
Reduzierung niederfrequenter Schwingungen von großer Amplitude. Der ent
haltene Federkörper wird dementsprechend im wesentlichen durch Speichen
gebildet, die sich in radialer Richtung erstrecken. Um einen solchen Dreh
schwingungstilger auf dem Außenumfang eines zylindrischen Maschinenteils
festlegen zu können ist es vorgesehen, die Speichen im Bereich ihres Innenum
fangs an einem Nabenring festzulegen, der aus Metall besteht und in einem
separaten Arbeitsschritt erzeugt ist. Die Herstellung des bekannten Dreh
schwingungstilgers ist dementsprechend aufwendig.
Es ist bekannt, einen Schwungring mittels eines eingepreßten oder einvulkani
sierten Gummiringes auf dem Außenumfang eines zylindrischen Maschinenteils
festzulegen. Mit der erstgenannten Bauform lassen sich keine niederfrequenten
Schwingungen großer Amplitude reduzieren, weil es nicht möglich ist, mit einem
eingepreßten Gummiring die zur unverrückbaren Festlegung an dem zylin
drischen Maschinenteil erforderlichen Anpreßkräfte auf dieses zu übertragen,
wenn der Gummiring mit in Umfangsrichtung verteilten Speichen oder Aus
nehmungen versehen ist. Diese sind zur Dämpfung niederfrequenter Schwin
gungen unverzichtbar.
Die zuletztgenannte Bauform ist aufwendig in der Herstellung insofern, als eine
sichere Festlegung in einer in axialer Richtung offenen Nut z. B. einer Riemen
scheibe nur möglich ist, wenn der Gummiring innenseitig an einem metallischen
Nabenring befestigt und mittels desselben auf den zylindrischen Maschinenteil
unverrückbar aufgepreßt ist.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Drehschwingungstilger der
eingangs genannten Art derart weiterzuentwickeln, daß sich eine Verminderung
der Herstellkosten ergibt, eine leichte Montierbarkeit sowie die Möglichkeit,
niederfrequente Schwingungen großer Amplitude zu dämpfen.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß bei dem Drehschwingungstilger der ein
gangs genannten Art mit den kennzeichnenden Merkmalen von Anspruch 1
gelöst. Auf vorteilhafte Ausgestaltungen nehmen die Unteransprüche Bezug.
Bei dem erfindungsgemäßen Drehschwingungstilger ist es vorgesehen, daß
zusätzlich zu den Speichen der Nabenring aus Gummi besteht und einstückig in
die Speichen übergehend ausgebildet ist und daß zwei in axialer Richtung
benachbarte Reihen von Speichen vorgesehen und einander auf Lücke zuge
ordnet sind. Der Nabenring hat herstellungsbedingt einen Innendurchmesser, der
kleiner ist als der Außendurchmesser des ihn während der bestimmungs
gemäßen Verwendung aufnehmenden, zylindrischen Maschinenteils. Er erfährt
dadurch während seiner Montage eine elastische Aufweitung in radialer
Richtung, was eine radiale Vorspannung der Speichen bewirkt. Dennoch bleibt
eine gute Relativbeweglichkeit des Schwungrings erhalten, was in Bezug auf die
Reduzierung niederfrequenter Schwingungen einer großen Amplitude von Vorteil
ist. Die Schwingungen können sich parallel zur Drehrichtung und/oder zur
Längsrichtung des Drehschwingungstilgers erstrecken.
Der Nabenring kann an dem zylindrischen Maschinenteil bedarfsweise festge
klebt sein, beispielsweise unter Anwendung der bekannten post-bonding-Metho
de oder eines sekundären Klebstoffs. In einem solchen Falle wird eine völlig
unverrückbare Festlegung des Nabenringes auf dem zylindrischen Maschi
nenteil erreicht, ergänzend zu dem Vorteil einer deutlichen Reduzierung der sich
bei der Herstellung und Montage ergebenden Gesamtkosten.
Der erfindungsgemäße Drehschwingungstilger weist zur Erzielung guter
Gebrauchseigenschaften zwei in axialer Richtung benachbarte Reihen von
Speichen auf, die einander auf Lücke zugeordnet sind.
In Anwendungsfällen, in den mit häufigen Temperaturwechseln gerechnet
werden muß, hat es sich als vorteilhaft bewährt, wenn in den Nabenring eine
sich in Umfangsrichtung erstreckende Verstärkungseinlage eingebettet ist, bei
spielsweise eine Verstärkungseinlage, die eine Gitterstruktur aufweist und bei
spielsweise aus einem Metallgitter und/oder -sieb besteht. Derartige Verstär
kungseinlagen sind frei von Relaxationserscheinungen. Auch bei betriebsbedingt
auftretenden Temperaturwechseln ist es daher nicht zu befürchten, daß sich
eine Relativverlagerung des Nabenrings in Bezug auf den zylindrischen Ma
schinenteil während der bestimmungsgemäßen Verwendung ergibt.
Um eine in bezug auf das vorliegende Anwendungsgebiet ausreichende Festle
gung des Nabenrings auf den zylindrischen Maschinenteil zu gewährleisten,
genügt es, wenn der Nabenring eine radiale Dicke hat, die 0,5 bis 1,5-mal so
groß ist wie die radiale Länge der Speichen, vorteilhaft 0,8 bis 1,2-mal so groß.
Insbesondere im letztgenannten Fall werden ausgezeichnete Gebrauchs
eigenschaften erzielt.
Der erfindungsgemäße Drehschwingungstilger eignet sich in ausgezeichneter
Weise zur Verwendung im Bereich des Ventiltriebs einer Verbrennungskraftma
schine und insbesondere als Nockenwellentilger. Er kann dort in ein Ketten- und
einem Riemenlaufrad integriert sein, welches über eine Kette bzw. einen
Zahnriemen von der Kurbelwelle angetrieben wird. Ein solches System wird in
schwingungstechnischer Hinsicht sowohl vom Kurbeltrieb als auch vom Ventil
trieb zur Torsionsschwingungen angeregt, was zu einer unzulässig hohen Be
anspruchung der Kette bzw. des Zahnriemens führen kann. Unter Verwendung
des erfindungsgemäßen Drehschwingungstilgers treten derartige Probleme
nicht mehr auf, wobei sich der besondere Vorteil ergibt, daß sich der erfin
dungsgemäße Drehschwingungstilger besonders kostengünstig erzeugen und
montieren läßt.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand der beiliegenden Zeichnungen weiter
verdeutlicht. Es zeigen:
Fig. 1 ein Zahnriemenlaufrad mit dem erfindungsgemäßem Drehschwin
gungstilger in längsgeschnittener Darstellung.
Fig. 2 den Drehschwingungstilger gemäß Fig. 1 in einer Ansicht von vorn.
Der in den Fig. 1 und 2 gezeigte Drehschwingungstilger ist in das Zahnriemen
laufrad der Nockenwelle einer Verbrennungskraftmaschine integriert und in ei
ne in axialer Richtung offene Nut eingebettet. Das Laufrad ist durch einen
Sinterprozeß aus metallischem Werkstoff erzeugt und zeichnet sich durch eine
relativ große Formtreue aus. Es enthält im inneren Bereich einen zylindrischen
Maschinenteil 1, auf den der eigentliche Drehschwingungstilger aufgepreßt
und unter Verwendung adhäsiver Mittel bleibend festgelegt ist. Der Dreh
schwingungstilger umfaßt einen Nabenring 2 und einen Schwungring 3, die
durch Speichen 4 aus Gummi relativ bewegbar verbunden sind. Zusätzlich zu
den Speichen 4 besteht der Nabenring 2 aus Gummi. In ihn ist eine zylindri
sche Verstärkungseinlage 5 eingebettet, die durch ein Drahtgitter gebildet ist.
Die Speichen 4 sind einstückig in den Nabenring 2 übergehend aus demselben
Gummiwerkstoff ausgebildet. Der Schwungring 3 besteht in bekannter Weise
aus Stahl. Seine Trägheitsmasse ist so mit der Federelastizität der Speichen 4
abgestimmt, daß sich eine Reduzierung niederfrequenter Schwingungen großer
Amplitude ergibt. Das die Speichen und den Nabenring bildende Gummi hat
eine Härte Shore A von 56.
Die radiale Dicke des Nabenrings ist etwa genausogroß wie die radiale Länge
der Speichen. Die Verstärkungseinlage 5 kann bedarfsweise weggelassen wer
den.
Beim Einbau des Schwingungstilgers ergibt sich durch die radiale Aufweitung
des Nabenrings eine radiale Zusammenpressung der Speichen, was im Bereich
der Speichen zu einer erhöhten Anpressung des Nabenrings an den zylindri
schen Maschinenteil führt. Um derartiges zu vermeiden kann die radiale Dicke
des Naben rings in den Zwischenräumen der Speichen mit zunehmender Entfer
nung von den Speichen auch so vermindert sein, daß sich nach dem Einbau
eine in Umfangsrichtung ausgeglichene Anpressung an den zylindrischen Ma
schinenteil ergibt. Hinsichtlich des Leistungsgewichts resultiert hieraus eine
weitere Verbesserung.
Claims (5)
1. Drehschwingungstilger zur unverrückbaren Festlegung auf dem Außen
umfang eines zylindrischen Maschinenteils, umfassend einen Naben- und
einen Schwungring, die durch Speichen aus Gummi relativ bewegbar
verbunden sind, dadurch gekennzeichnet, daß zusätzlich zu den Speichen
(4) der Nabenring (2) aus Gummi besteht und einstückig in die Speichen
(4) übergehend ausgebildet ist und daß zwei in axialer Richtung
benachbarte Reihen von Speichen (2) vorgesehen und einander auf Lücke
zugeordnet sind.
2. Drehschwingungstilger nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß in
dem Nabenring (2) eine sich in Umfangsrichtung erstreckende Ver
stärkungseinlage (5) eingebettet ist.
3. Drehschwingungstilger nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß
die Verstärkungseinlage (5) eine Gitterstruktur aufweist.
4. Drehschwingungstilger nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch
gekennzeichnet, daß der Nabenring (2) eine radiale Dicke hat, die 0,5 bis
1,5-mal so groß ist wie die radiale Länge der Speichen (4).
5. Drehschwingungstilger nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß
der Nabenring (2) eine radiale Dicke hat, die 0,8 bis 1,2-mal so groß ist
wie die radiale Länge der Speichen (4).
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