DE19509019A1 - Vorrichtung zum Bearbeiten eines Gewindesackloches - Google Patents
Vorrichtung zum Bearbeiten eines GewindesacklochesInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zum Bearbei
ten eines Gewindesackloches im Behälterflansch eines Reaktor
druckbehälters.
In den Gewindesacklöchern im Behälterflansch eines Reaktor
druckbehälters können sich im Laufe des Betriebs Korrosions
produkte oder andere Verschmutzungen ablagern. Um zu gewähr
leisten, daß die Schrauben, mit denen der Reaktordruckbehäl
terdeckel mit seinem Deckelflansch am Behälterflansch des Re
aktordruckbehälters verspannt ist, leicht gelöst werden kön
nen, ist es deshalb erforderlich, an den Gewindesacklöchern
regelmäßig Wartungsarbeiten durchzuführen.
Die Gewindesacklöcher werden im Rahmen dieser Wartungsarbei
ten zunächst mechanisch gereinigt und anschließend mit einem
Gleitmittel eingesprüht. Diese Arbeiten erfolgen manuell und
sind mit einer erheblichen Dosisbelastung des Wartungsperso
nals verbunden.
Der Erfindung liegt nun die Aufgabe zugrunde eine Vorrichtung
zum Bearbeiten eines Gewindesackloches im Behälterflansch ei
nes Reaktordruckbehälters anzugeben, die eine weitgehend au
tomatisierte Durchführung dieser Wartungsarbeiten und eine
Verringerung der Dosisbelastung des Wartungspersonals ermög
licht.
Die genannte Aufgabe wird gelöst mit den Merkmalen des
Patentanspruches 1. Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der
Erfindung ergeben sich gemäß der Unteransprüche.
Zur weiteren Erläuterung der Erfindung wird auf die Ausfüh
rungsbeispiele der Zeichnung verwiesen, in deren
Fig. 1 eine über einem Gewindesackloch positionierte Vorrich
tung gemäß der Erfindung schematisch in einem Längsschnitt
veranschaulicht ist. In
Fig. 2 und 3 sind weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der
Erfindung ebenfalls in einem Längsschnitt veranschaulicht.
Gemäß Fig. 1 liegt ein Deckel 2 mit seinem Deckelflansch 3 auf
einem Behälterflansch 4 eines Reaktordruckbehälters auf. Im
Behälterflansch 4 befinden sich am Umfang verteilt mehrere
Gewindesacklöcher 6, von denen in der Figur nur eines darge
stellt ist, für Schrauben, mit denen der Deckel 2 auf den Re
aktordruckbehälter aufgeschraubt wird. In der Figur ist au
ßerdem angedeutet, daß im Behälterflansch 4 unterschiedlich
tiefe Gewindesacklöcher 6 vorhanden sein können, deren Tiefe
sich um eine Tiefendifferenz DT unterscheiden kann.
Über dem mit entsprechenden Durchgangsbohrungen 7 versehenen
Deckelflansch 3 ist eine Vorrichtung gemäß der Erfindung po
sitioniert, mit der das Gewindesackloch 6 bearbeitet werden
kann. Diese Vorrichtung umfaßt einen Hubzylinder 10 und ist
über eine Kupplung 12 in ein in der Figur nicht näher darge
stelltes Inspektionsgestänge eingehängt. Dieses Inspektions
gestänge ist auf einem Konsolwagen befestigt, der auf dem Ge
lände einer über dem Reaktordruckbehälter fahrbaren Hilfs
brücke läuft. Auf diese Weise kann die Vorrichtung unabhängig
vom Reaktorgebäudekran positioniert werden.
Am Kolben des Hubzylinders 10 ist ein Antriebsgehäuse 14 an
geordnet, in dem eine Halterung 142 für ein Führungselement
152 gelegt ist. Das Führungselement 152 erstreckt sich nach
erfolgtem Ausrichten der Geräteachse der gesamten Vorrichtung
auf eine Mittenachse 8 des Gewindesackloches 6 in Längsrich
tung dieser Mittenachse 8. Am freien Ende des Führungsele
ments 152 ist ein Bearbeitungskopf 30, im Beispiel der Figur
eine Reinigungsbürste, gelagert, der über eine Axialverschie
bung der Halterung 142 längs der Mittenachse 8 des Gewinde
sackloches 6 verschoben werden kann.
Am Antriebsgehäuse 14 sind außerdem in einer Grundplatte 16
zwei Zentriereinsätze 20 angeordnet, die durch Ausfahren des
Kolbens des Hubzylinders 10 in jeweils benachbarte Durch
gangsbohrungen 7 des Deckelflansches 2 eingeführt werden und
eine exakte Zentrierung der gesamten Vorrichtung sicherstel
len. Die Zentriereinsätze 20 sind einstellbar in der Grund
platte 16 fixiert, um ein Anpassen der Vorrichtung auf unter
schiedliche Durchmesser des Behälterflansches 4 und unter
schiedlichen Abstand der Gewindesacklöcher 6 zu ermöglichen.
In einer vorteilhaften Ausführungsform gemäß Fig. 2 ist die
Halterung 142 auf einem Schlitten 144 angeordnet, der entlang
einer Schiene 146 des Antriebsgehäuses 14 verschiebbar gela
gert ist. Auf der Halterung 142 ist ein Motor 148 befestigt,
der eine hohle Welle 150 antreibt, die an ihrem Ende einen
Bearbeitungskopf 30 trägt. Die hohle Welle 150 ist in einer
ebenfalls hohlen Gewindespindel 152 angeordnet, die über eine
Drehdurchführung 154 an der Halterung 142 fixiert ist und zur
Führung und Lagerung der hohlen Welle 150 dient.
An der Drehdurchführung 154 ist ein Einlaßstutzen 155 ange
ordnet, über den das Innere der hohlen Welle 150 mit Druckgas
beaufschlagt werden kann.
Auf der hohlen Gewindespindel 152 ist eine im Antriebsgehäuse
14 drehbar und axial fixierte Zahnmutter 156 gelagert, die
von einem ebenfalls im Antriebsgehäuse 14 angeordneten An
trieb 158 gedreht werden kann und auf diese Weise eine axiale
Verschiebung der Halterung 142 und des mit der Halterung 142
axial kraftschlüssig verbundenen Bearbeitungskopfes 30 be
wirkt.
Am Antriebsgehäuse 14 ist eine Grundplatte 16 befestigt, die
eine Absaugglocke 162 trägt, durch die das freie Ende der
hohlen Gewindespindel 152 axial verschiebbar hindurchgeführt
ist. Die Absaugglocke 162 nimmt den Bearbeitungskopf 30 in
seiner Ausgangsposition auf. In die Absaugglocke 162 mündet
ein an der Gewindespindel 152 fixiertes Absaugrohr 164.
Auf der Grundplatte 16 sind außerdem zwei Halterohre 166 und
167 befestigt, die an ihrem freien Ende eine Zentrierplatte
22 tragen, die mit einer lösbaren Verriegelung 23 an den Hal
terohren 166 und 167 fixiert sind. Die Zentrierplatte 22 um
faßt zwei hohle Zentriereinsätze 24 und 25, durch die nach
dem Lösen der Verriegelung 23 die Halterohre 166 und 167 hin
durchgefahren werden können.
In einem ersten Schritt wird die gesamte Vorrichtung mit dem
auf der Hilfsbrücke laufenden Konsolwagen und des dort axial
verschiebbar angeordneten Inspektionsgestänges auf der Ober
kante 21 des Deckelflansches 3 über den Durchgangsbohrungen 7
positioniert und aufgesetzt. Die Zentriereinsätze 24 und 25
ragen in die Durchgangsbohrungen 7 hinein und bewirken ein
Zentrieren der Vorrichtung. Zur Erleichterung ihres Einfüh
rens in die Durchgangsbohrungen 7 sind sie konisch geformt.
In einem zweiten Schritt werden die Verriegelungen 23 gelöst
und durch Betätigen des Hubzylinders 10 das gesamte Antriebs
gehäuse 14 entsprechend der Tiefe der Durchgangsbohrungen so
weit abgesenkt, daß die Unterkante der Halterohre 166 und 167
und die Unterkante der Absaugglocke 162 sich in Höhe der
Oberkante des diesen Durchgangsbohrungen jeweils zugeordneten
Gewindesackloches befinden.
Der axiale Vorschub für die Bearbeitung des Gewindesackloches
erfolgt anschließend über den im Antriebsgehäuse 14 befindli
chen Antrieb 158, mit dem der Bearbeitungskopf 30 aus der Ab
saugglocke 162 ausgefahren und in das Gewindesackloch einge
fahren werden kann.
Der Bearbeitungskopf 30 besteht im Beispiel der Figur aus ei
ner rotierenden Bürste, die mehrere Bürstenbündel 30a-d
enthält, die entgegengesetzt zur Drehrichtung der Bürste
steigen und abwechselnd aus Edelstahl und Nylon bestehen.
Über der Bürste befindet sich die Mündung des mit fahrenden
Absaugrohres 164. Über den Einlaßstutzen 155 wird in die
hohle Welle 150 Fremdluft eingebracht, die aus Austrittsöff
nungen 31 im Bürstenträger austritt und über das Absaugrohr
164 abgesaugt wird und ein Absaugen des beim Reinigen entste
henden Staubes bewirkt. Durch entgegengesetzt zur Drehrich
tung steigend angeordneten Bürstenbündel 30a-d werden au
ßerdem der Reinigungsabtrag zur Mündung des Absaugrohres 164
befördert, so daß der Reinigungsabtrag nahezu restlos aus dem
Gewindesackloch entfernt werden kann.
Am Ende des Halterohres 166 ist ein Gerät 40 zur Abstandsmes
sung, beispielsweise ein Ultraschallentfernungsmesser,
angeordnet, mit dem die Tiefe des sich darunter befindenden,
und zur Bearbeitung im nächsten Bearbeitungsschritt
vorgesehenen benachbarten Gewindesackloches gemessen werden
kann. Auf diese Weise kann der für den nächsten
Bearbeitungsschritt erforderliche Vorschub während des
vorangehenden Bearbeitungsschrittes erfaßt werden.
Im Halterohr 167 ist axial verschiebbar eine Inspektionsein
richtung 50 mit einer drehbar um die Mittenachse des Gewinde
sackloches sowie um eine dazu senkrechte Achse schwenkbar
gelagerten Videokamera 502 angeordnet. Die Videokamera 502
ist mit einem hierzu vorgesehenen Drehantrieb auf einem
Schlitten 506 angeordnet, der in einer im Halterohr 167
angeordneten Schiene 504 parallel zur Mittenachse des Gewin
desackloches verfahren werden kann. Dieser Schlitten wird
über eine Wandermutter von einer motorisch angetriebenen Ge
windespindel 508 angetrieben.
Mit Hilfe der Inspektionseinrichtung 50 wird während des Be
arbeitens eines Gewindesackloches das Bearbeitungsergebnis
des vorherigen Bearbeitungsschrittes, bei dem das benachbarte
Gewindesackloch gereinigt wurde, überprüft.
In der vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung nach Fig. 2
können somit bei einmaliger Zentrierung der Bearbeitungsvor
richtung drei Arbeitsschritte durchgeführt werden, so daß ein
mehrmaliges Umsetzen von Einzelvorrichtungen vermieden ist.
In Fig. 3 ist eine Vorrichtung zum Bearbeiten eines Gewinde
sackloches dargestellt, bei der als Bearbeitungsvorrichtung
eine Sprüheinrichtung vorgesehen ist. Ein Sprühkopf 60 ist
durch die hohle Gewindespindel 152 hindurch an einem an der
Halterung 142 angeordneten Vorratsbehälter 64 angeschlossen.
Die Vorrichtungen gemäß Fig. 2 und 3 stimmen dabei weitge
hend überein, so daß dieselbe Vorrichtung durch einfachen Um
bau sowohl zum Reinigen als auch zum Sprühen verwendet werden
kann.
Die in den Figuren dargestellten Vorrichtungen eignen sich
insbesondere für die Bearbeitung von Gewindesacklöchern bei
auf den Behälterflansch aufliegendem Deckel des Reaktordruck
behälters. Wenn eine Bearbeitung ohne aufliegenden Deckel
möglich ist, kann in einer vereinfachten Ausführungsform die
Notwendigkeit einer doppelstufigen Hubeinrichtung entfallen,
so daß in einer solchen Ausgestaltung ein Hubzylinder 10
nicht mehr erforderlich ist.
Um die Bearbeitungszeit weiter zu verkürzen, ist es außerdem
möglich, eine Kombination der in Fig. 2 und Fig. 3 darge
stellten Einzelgeräte vorzunehmen, so daß in einem einzigen
Arbeitsgang in jeweils benachbarten Gewindesacklöchern eine
Tiefenmessung, eine Reinigung, eine visuelle Inspektion ge
reinigten Gewindesackloches, gegebenenfalls eine zusätzliche
Oberflächenprüfung mit Mitteln der zerstörungsfreien Werk
stoffprüfung sowie eine Beschichtung mit einem Gleitmittel
erfolgen kann.
Claims (12)
1. Vorrichtung zum Bearbeiten eines Gewindesackloches (6) im
Behälterflansch (4) eines Reaktordruckbehälters eines Kern
kraftwerks, mit
- a) einer Einrichtung (20; 22, 24, 25) zum Zentrieren eines Antriebsgehäuses (14) über dem Gewindesackloch (6),
- b) einer im Antriebsgehäuse (14) längs einer Mittenachse (8) des Gewindesackloches (6) verschiebbar angeordneten Halterung (142), und
- c) einem an der Halterung (142) axial fixierten, sich in Längsrichtung zur Mittenachse (8) erstreckenden Führungsele ment (152) mit einem freien Ende, an dem ein Bearbeitungskopf (30; 60) gelagert ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, mit einer Einrichtung (10)
zum axialen Verschieben des Antriebsgehäuses (14).
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, mit einem innerhalb
des Antriebsgehäuses (14) als hohle Gewindespindel (152) aus
gebildeten Führungselement, auf der eine im Antriebsgehäuse
(14) drehbar gelagerte, motorisch angetriebene Zahnmutter
(156) angeordnet ist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3, mit einem auf der Halterung
angeordneten Antrieb (148) für eine in der hohlen Gewinde
spindel (152) angeordnete Antriebswelle (150) zum Antreiben
des Bearbeitungskopfes (30).
5. Vorrichtung nach Anspruch 4 mit einer Bürste (30) als Be
arbeitungskopf.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, mit einer in eine Ab
saugglocke (162) mündenden Absaugeinrichtung (164).
7. Vorrichtung nach Anspruch 6, mit einer hohlen Antriebs
welle (150), über die Fremdluft in einen Arbeitsbereich un
terhalb der Absaugglocke (162) einführbar ist.
8. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, mit einer Sprühvor
richtung (60) als Bearbeitungsvorrichtung, die durch das
hohle Führungselement (152) an einen auf der Halterung (142)
angeordneten Vorratsbehälter (64) für ein Gleitmittel ange
schlossen ist.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 8, mit einer
pneumatischen oder hydraulischen Hubvorrichtung (10) zum
axialen Verschieben des Antriebsgehäuses (14).
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, mit wenig
stens einem zu ihrer Zentrierung in ein benachbart es Gewinde
sackloch einführbaren Zentriereinsatz (20; 24, 25).
11. Vorrichtung nach Anspruch 10, mit einem hohlen Zentrier
einsatz (24) sowie einem wenigstens mittelbar am Antriebsge
häuse (14) angeordneten und durch diesen Zentriereinsatz (24)
durchführbaren Halteeinrichtung (167) für eine im Gewinde
sackloch (6) drehbare und axial verschiebbare Inspektionsein
richtung (50).
12. Vorrichtung nach Anspruch 10 oder 11, mit einem hohlen
Zentriereinsatz (25) zum Einführen in ein benachbartes Gewin
desackloch (6) sowie einer durch diesen Zentriereinsatz (25)
durchführbaren Einrichtung (40) zum Bestimmen der Tiefe des
Gewindesackloches (6).
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19509019A DE19509019C2 (de) | 1995-03-13 | 1995-03-13 | Vorrichtung zum Bearbeiten eines Gewindesackloches |
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ID=7756540
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| Date | Code | Title | Description |
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| OP8 | Request for examination as to paragraph 44 patent law | ||
| D2 | Grant after examination | ||
| 8363 | Opposition against the patent | ||
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Owner name: FRAMATOME ANP GMBH, 91058 ERLANGEN, DE |
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