DE19508959C2 - Formkörper aus keramischem, pulvermetallurgischem oder Verbundwerkstoff und Verfahren zu seiner Herstellung - Google Patents
Formkörper aus keramischem, pulvermetallurgischem oder Verbundwerkstoff und Verfahren zu seiner HerstellungInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf die Gebiete der Keramik und der Pulvermetallurgie
und betrifft einen Formkörper aus einem keramischen, pulvermetallurgischem oder
Verbundwerkstoff, wie er gesintert z. B. bei Schneidwerkzeugen zur Anwendung
kommt und ein Verfahren zu seiner Herstellung.
Die Herstellung von keramischen, pulvermetallurgischen oder Verbundwerkstoffen
aus Pulvern erfolgt, indem zunächst aus den Pulvern Formkörper (Grünkörper)
erzeugt und diese anschließend einer Wärmebehandlung (Konsolidierung)
unterworfen werden, in deren Resultat sich der Werkstoff mit einem spezifischen
Gefüge bildet. Die stofflichen und geometrischen Kennwerte der Ausgangspulver
(chemische Zusammensetzung, Korngröße. Kornform, usw.) und die Prozeßführung
der Wärmebehandlung (Temperaturprofil, Druck, Atmosphäre usw.) bestimmen
maßgeblich die Ausbildung des Gefüges und damit die resultierenden
Werkstoffeigenschaften.
Üblicherweise zeigen Bauteile aus keramischen, pulvermetallurgischen oder
Verbundwerkstoffen eine homogene Zusammensetzung, d. h. das entstandene
Gefüge ist über das gesamte Bauteil gleich. In diesem Fall sind die
Werkstoffeigenschaften im gesamten Bauteil auf gleichem Niveau. Die
Konsolidierung solcher Bauteile durch die Wärmebehandlung ist relativ
unkompliziert, da sich bei sorgfältiger Prozeßführung das Gefüge gleichmäßig im
gesamten Bauteil bildet. Für die Herstellung solcher Bauteile werden
Ausgangspulver verwendet, die in ihrer Schüttung ebenfalls gleichmäßige
Eigenschaften aufweisen.
Die Formgebung von Bauteilen (Grünkörpern) aus keramischen,
pulvermetallurgischen oder Verbundwerkstoffen erfolgt durch Verdichtung des
Pulvers (meist unter Zuhilfenahme von organischen Hilfsstoffen, z. B. Plastifikatoren)
mittels Formen (z. B. Pressen von Granulat, Gießen von Suspensionen, Extrudieren
von plastischen Massen, Spritzgießen von thermoplastischen Massen). Die
Grünkörper können anschließend mechanisch bearbeitet werden, so daß die
Außenkonturen durch Materialabtrag veränderbar sind. Es ist auch möglich, von
Grünkörpern ausgehend die gesamte Bauteilkontur durch Materialabtrag (Drehen,
Fräsen, Bohren usw.) auszuarbeiten.
Die in den letzten Jahren entwickelten SFM- (Solid Freeform Manufacturing-)
Verfahren ermöglichen die Herstellung von Bauteilen, indem die Materialverfestigung
schrittweise in lokal definierten Bereichen realisiert wird. Das Bauteil wird
schichtweise aufgebaut. In diesem Fall erfolgt die Formgebung nicht durch
Materialverdichtung in einer Form, nicht durch Materialabtrag aus einem Rohling,
sondern freiformend. Bekannte Verfahren stellen die lokale Aushärtung von flüssigen
Photopolymeren im Bad durch UV- oder Laserenergieeintrag (Stereolithographie),
die Versinterung (Verschmelzung) von Wachs- oder Kunststoffgranulat in einer
Schüttung durch Laserenergieeintrag (Selektives Laser Sintern), oder der
schichtweise Aufbau eines Kunststoffes oder Wachses durch Abscheidung aus einer
weggesteuerten Düse (Fused Deposition Modelling - FDM) dar. Die genannten
Verfahren werden zur Herstellung von Bauteilen (Prototypen) aus Kunststoff oder
Wachs genutzt. Es ist aber auch die formgebende Abscheidung von Metall-Wachs-
Gemischen mittels FDM bekannt (Greul, M. u. a.: Proc. "Solid Freeform
Manufacturing" Int. Konferenz TU Dresden 29.-30-09.94).
In den letzten Jahren spielen gradierte Werkstoffe eine zunehmende Rolle. Diese
werden unter der Bezeichnung "Functionally Gradient Materials" (FGM)
zusammengefaßt und beinhalten einen Gradienten über makroskopische
Dimensionen des Bauteils. Die Gradierung kann sich sowohl auf die
Zusammensetzung (Konzentration einer oder mehrerer Komponenten) als auch auf
Gefügemerkmale (z. B. Porosität, Korngröße, Kornform, Kristallinität) beziehen. Die
davon abhängigen Eigenschaften und das Verhalten des Werkstoffes ändern sich in
Abhängigkeit von der Art der Gradierung.
Damit ist es möglich, dem Beanspruchungsprofil entsprechende Funktionsschichten
im Bauteil zu installieren. Das können einmal Oberflächenbereich mit besonderen
Eigenschaften (z. B. Härte, Oxidations- und Korrosionsbeständigkeit,
Kontaktreaktionen mit anderen Werkstoffen, thermische und elektrische
Eigenschaften usw.) sein oder innerhalb eines Bauteiles spezifische Zonen wie
solche mit definierter Wärmekapazität und -leitung oder elektrischer Leitfähigkeit
sein. Eine weitere Möglichkeit besteht in der Minimierung von Spannungen (infolge
von Bauteilkomponenten mit großen Unterschieden in ihren physikalischen
Eigenschaften) über gradierte Zonen mit der Folge verbesserter mechanischer
Eigenschaften und eines besseren Thermoschockverhaltens.
Für diese Werkstoffe existieren vielfältige Anwendungen, z. B. thermisch
beanspruchte Metall-Keramik-Verbunde (Turbinenauskleidung, Schutzschilde in der
Luft- und Raumfahrt Auskleidungen von Hochtemperaturreaktionsgefäßen und -
leitungen, Komponenten für Fusionsreaktoren, Motorenbauteile) oder
Multifunktionsteile (Wärmebrücken, Magnetwerkstoffe, mikroelektronische Bauteile).
Für die Herstellung von Gradientenwerkstoffen kommen verschiedene Verfahren in
Frage.
PVD- und CVD-Verfahren erlauben die Abscheidung von gradierten Schichten aus
einem Gasstrom, z. B. in der PVD-Dünnschichttechnik über eine
Niedertemperaturabscheidung (Si3N4-Cu/B4C-hitzebeständiger Stahl -
Lugscheider, E. u. a. Workshop Gradientenwerkstoffe, Köln 1993) oder CVI über eine
Hochtemperaturabscheidung (SiC-C - Naslain, R. Proc. "First Int. Symp., FGM,
Sendai, 1990)
Ein weiteres Verfahren ist das Plasmaspritzen, z. B. von PSZ-Ni oder PSZ-NiCr
(Sheppard, L. M., Am. Ceram. Bull. 71 (1992)4, S. 617-631), welches das Potential für
die Herstellung großer, komplexer Teile besitzt.
Durch pulvermetallurgische Verfahren (Pressen und anschließend thermischer
Prozeß) können effektiv große Teile mit Gradienten hergestellt werden, z. B.
PSZ(ZrO2)-Stahl-FGM, PSZ-Mo, PSZ-W, Ni-MgO, Ni-NiO, Ni-Si3N4, Al-AIN, Si3N4-
Mo für Hochtemperatur-Gradientenkacheln (Hülsmann, S. Workshop
Gradientenwerkstoffe, Köln, 1993).
Ein weiteres Herstellungsverfahren stellt Combustion Synthesis (auch unter SHS
bekannt) dar, entweder allein (TiB2-Cu) oder in Verbindung mit einem zusätzlichen
HIP(TiC-Ni).
Ein relativ neues Verfahren ist die Zentrifugalpulvermetallurgie. Dabei wird die
abzuscheidende Pulvermischung plastifiziert und mit Hilfe einer Zentrifuge
abgeschieden.
Allen aufgeführten Verfahren ist gemeinsam, daß sie nicht universell einsetzbar sind.
Sie erlauben nur eindimensionale Gradienten, sind in der geometrischen
Formenvielfalt eingeschränkt, sind nur für wenige Werkstoffgruppen und -
kombinationen geeignet oder erfordern einen extrem hohen technischen Aufwand.
Unter Gradientenwerkstoffen werden im Rahmen dieser Erfindung neuartige
Werkstoffe verstanden, in denen durch einen gezielt eingestellten, heterogenen
Gefügeaufbau eine oder mehrere anwendungsrelevante Werkstoffeigenschaften
verändert werden und dadurch beispielsweise lokal sehr unterschiedliche
Anforderungen erfüllt werden können. Die Gradierung kann beispielsweise aus einer
Änderung der stofflichen Zusammensetzung, der Gefügemorphologie oder aus der
Änderung der atomaren Ordnungsstruktur bestehen.
Im Gegensatz zu Werkstoffen mit einem Gradienten in der Außenhaut (z. B. durch
Eindiffusion) zum Zwecke der Oberflächenvergütung soll sich der Gradient über den
Großteil des aktiven Bereiches des Bauteiles erstrecken und die Materialfunktion
wesentlich kennzeichnen. Der Gradient soll bevorzugt (nicht ausschließlich)
stufenlos und mehrdimensional mit variablen (stoffunabhängigen)
Herstellungsmethoden realisierbar sein.
Nach der DE 43 36 968 A1 ist ein Verfahren zur Herstellung von Gradientenwerkstoffen
bekannt. Danach werden Massivmaterialien durch das Verneuil-Verfahren
hergestellt, wobei die Zusammensetzung des abgeschiedenen Pulvers in gewissen
Prozeßabschnitten variiert wird.
Weiterhin ist nach der DE 41 39 155 A1 eine Leiterplatte mit einem Funktionsgradienten
bekannt, der sich in einer Raumrichtung, d. h. in der Dickenrichtung, ändert.
Durch die DE 34 44 407 C2 ist ein keramisches Formteil mit gradientenförmiger
Porosität bekannt, bei dem sich die Porosität in einer Raumrichtung ändert.
Weiterhin sind Mo-Si3N4-Gradientenkacheln für Hochtemperaturanwendungen nach
DLR-Workshop "Gradientenwerkstoffe" 11.11.1993, Köln-Porz bekannt, die mit
Zwischenlagen eindimensional gradiert aufgebaut sind.
Aus der DE 39 33 715 A1 ist ein zusammengesetztes Material aus Kohlenstoff bekannt,
bei dem wenigstens in einem Bereich andere Fasern mit einem unterschiedlichen
axialen thermischen Ausdehnungskoeffizienten gegenüber den Kohlenstoff-Fasern
angeordnet sind, so dass in diesem Bereich ein geforderter thermischer
Ausdehnungskoeffizient eingestellt werden kann. Weiterhin ist das so
zusammengesetzte Material mit einer antioxydierenden Beschichtung, die durch ein
CVD-Verfahren aufgetragen werden kann, überzogen. Diese Beschichtung gilt im
Sinne der Definition von Gradientenwerkstoffen nicht als eine Gradierung.
Der Nachteil der bekannten Verfahren zur Herstellung von Gradientenwerkstoffen
und solchen Werkstoffe ist der, daß die Gradierung nur in einer Raumrichtung
erfolgt.
Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, einen Formkörper mit gradiertem Gefüge
und ein Verfahren zu seiner Herstellung anzugeben, der mehrere
Eigenschaftsgradienten in beliebiger Ausrichtung aufweist und der keiner
geometrischen Einschränkung hinsichtlich Form und Kontur unterliegt.
Die Aufgabe wird durch die in den Ansprüchen angegebene Erfindung gelöst.
Bei den erfindungsgemäßen Formkörpern aus keramischem, pulvermetallurgischem
oder Verbundwerkstoff ändert sich die stoffliche Zusammensetzung und/oder die
Struktur innerhalb des Formkörpers in zwei oder in allen drei Raumrichtungen, wobei
diese Änderungen kontinuierlich sind.
Vorteilhafterweise ist auf der einen Seite des Formkörpers vollständig SiC und auf
der gegenüberliegenden Seite vollständig TiC vorhanden und der kontinuierliche
Übergang der stofflichen Zusammensetzung erfolgt in zwei Raumrichtungen im
Formkörper in einem Teilvolumen mit geometrisch beliebig gestalteter Geometrie und
Kontur.
Ebenfalls ist es vorteilhaft, wenn eine Kante vollständig aus SiC besteht und der
kontinuierliche Übergang der stofflichen Zusammensetzung in einer Raumrichtung
zum restlichen Formkörper aus ZrC durch ein beliebig gestaltetes Teilvolumen aus
SiC und ZrC erfolgt.
Weiterhin wird die Aufgabe der Erfindung durch ein Verfahren zur Herstellung eines
Formkörpers aus keramischem, pulvermetallurgischem oder Verbundwerkstoff gelöst,
bei dem die Ausgangspulver zu zwei oder mehreren formbaren Massen verarbeitet
werden, diese formbaren Massen in veränderlicher Zusammensetzung gemischt und
durch eine weggesteuerte Aufbringung zu einem Formkörper verarbeitet und
anschließend ausgehärtet werden, wobei die Zusammensetzung der
aufzubringenden Massen so geändert wird, daß sich die stoffliche
Zusammensetzung und/oder die Struktur innerhalb des Formkörpers in zwei oder in
allen drei Raumrichtung kontinuierlich und/oder diskontinuierlich in Abhängigkeit von
der abschließend zu erzielenden Eigenschaftsgradierung ändert.
Vorteilhafterweise wird die Zusammensetzung der aufzubringenden Massen so
geändert, daß sich die stoffliche Zusammensetzung und/oder die Struktur in zwei
Raumrichtungen diskontinuierlich und in einer Raumrichtung kontinuierlich ändert.
Ebenfalls vorteilhafterweise erfolgt die weggesteuerte Aufbringung der formbaren
Masse(n) mit einer Düse.
Es ist auch vorteilhaft, wenn die formbaren Massen aus den Ausgangspulvern und
einem thermoplastischen Binder mit einem definierten Erweichungspunkt hergestellt
werden.
Und ebenfalls ist es vorteilhaft, wenn die formbaren Massen aus den
Ausgangspulvern und einem plastischen Binder, der durch Strahlungseinwirkung am
Formling hart wird, hergestellt werden.
Auch vorteilhafterweise werden die Ausgangspulver als Pulversuspension eingesetzt
und nach dem Aufbringen der formbaren Massen erfolgt die Aushärtung zu einem
Formkörper durch Gefrierformung.
Und weiterhin vorteilhaft ist es, wenn als Ausgangspulver SiC, TiC und/oder ZrC
verwendet werden.
Der erfindungsgemäße Formkörper unterliegt somit keiner geometrischen
Einschränkung hinsichtlich Form und Kontur und weist im Volumen zumindest
zwei Gradienten in seiner stofflichen Zusammensetzung auf. Die stoffliche
Zusammensetzung kann hinsichtlich des Werkstoffs, hinsichtlich der
Ausgangskorngröße oder anderen stofflichen Kenngrößen variiert werden. Nach der
Wärmebehandlung bilden sich örtlich die jeweiligen angestrebten
Werkstoffeigenschaften aus und führen nun im Bauvolumen zu den gewünschten
Eigenschaftsgradienten. Durch den Gradienten können verschiedene
Eigenschaftskombinationen im Bauteil lokal definiert eingestellt werden, z. B.
Zähigkeit und Härte, elektrische Leitfähigkeit und elektrisches Isolationsvermögen,
dichte und poröse Zonen usw.
Im weiteren wird die Erfindung an zwei Ausführungsbeispielen erläutert.
In Fig. 1 ist der prinzipielle Aufbau einer Anlage zu sehen, mit deren Hilfe ein
erfindungsgemäßer Formkörper nach dem FDM-Verfahren hergestellt werden kann.
In Fig. 2 ist die schematische Darstellung des Aufbaus eines Formkörpers zu sehen,
der entsprechend Beispiel 2 hergestellt worden ist.
Durch Vermischen von Paraffinen und Wachsen mit einem SiC-Pulver und
oxidischen Sinteradditiven wird eine formbare thermoplastische SiC-Masse
hergestellt. Gleichzeitig wird durch Vermischen von Paraffinen und Wachsen mit
einem TiC-Pulver und oxidischen Sinteradditiven eine formbare thermoplastische
TiC-Masse hergestellt. Die beiden Massen werden portioniert einem
Zwischenbehälter zugeführt, gemischt und anschließend unter Druck und
Temperatur durch eine Düse abgeschieden. Diese Düse wird weggesteuert geführt,
so daß nach dem bekannten FDM-Verfahren ein Formkörper aufgebaut wird.
Während des Aufbringungsprozesses wird durch Portionierung der SiC- und TiC-
Massen die Zusammensetzung der aufzubringenden Massen so geändert, daß die
Unterseite des Formkörpers zu 100% aus der formbaren thermoplastischen SiC-
Masse und die Oberseite des Formkörpers zu 100% aus der formbaren
thermoplastischen TiC-Masse besteht. Der Übergang zwischen den beiden
Zusammensetzungen erfolgt in einem Teilvolumen, deren Form und Kontur im
Bauteil beliebig gestaltet werden kann, vorzugsweise derart, daß die vorhandenen
Eigenspannungen der mechanischen Beanspruchung entgegen wirken.
Anschließend werden die Paraffine und Wachse aus dem Formkörper ausgetrieben
und der Formkörper einer Wärmebehandlung bei 1900°C unterzogen, in deren
Resultat sich das Gefüge aus SiC und TiC mit dem Gradienten ausgebildet hat.
Durch Vermischen von Paraffinen und Wachsen mit einem SiC-Pulver und
oxidischen Sinteradditiven wird eine formbare thermoplastische SiC-Masse
hergestellt. Gleichzeitig wird durch Vermischen von Paraffinen und Wachsen mit
einem TiC-Pulver und oxidischen Sinteradditiven eine formbare thermoplastische
TiC-Masse hergestellt. Die beiden Massen werden portioniert einem steuerbaren
Zwischenbehälter zugeführt, gemischt und anschließend unter Druck und
Temperatur durch eine Düse abgeschieden. In dem steuerbaren Zwischenbehälter
kann eine zeitlich und stofflich definiert zusammengesetzte Mischung der beiden
Massen erzeugt werden. Die Düse wird weggesteuert geführt, so daß nach dem
bekannten FCM-Verfahren ein Formkörper aufgebaut wird.
Während des Aufbringungsprozesses wird durch die Portionierung der SiC- und TiC-
Massen die Zusammensetzung der aufzubringenden Massen so geändert, daß ein
Formkörper entsprechend Fig. 2 entsteht. Der Übergang zwischen den
Zusammensetzungen erfolgt in einem Teilvolumen, dessen Form und Kontur im
Bauteil beliebig gestaltet werden kann, vorzugsweise derart, daß die vorhandenen
Eigenspannungen der mechanischen Beanspruchung entgegen wirken.
Claims (10)
1. Formkörper aus keramischem, pulvermetallurgischem oder Verbundwerkstoff bei
dem sich die stoffliche Zusammensetzung und/oder die Struktur innerhalb des
Formkörpers in zwei oder in allen drei Raumrichtungen ändert, wobei diese
Änderungen kontinuierlich sind.
2. Formkörper nach Anspruch 1, bei dem auf der einen Seite vollständig SiC und auf
der gegenüberliegenden Seite vollständig TiC vorhanden ist und der kontinuierliche
Übergang der stofflichen Zusammensetzung in zwei Raumrichtungen im Formkörper
in einem Teilvolumen mit geometrisch beliebig gestalteter Geometrie und Kontur
erfolgt.
3. Formkörper nach Anspruch 1, bei dem eine Kante vollständig aus SiC besteht und
der kontinuierliche Übergang der stofflichen Zusammensetzung in einer
Raumrichtung zum restlichen Formkörper aus ZrC durch ein beliebig gestaltetes
Teilvolumen aus SiC und ZrC erfolgt.
4. Verfahren zur Herstellung eines Formkörpers aus keramischem,
pulvermetallurgischem oder Verbundwerkstoff bei dem die Ausgangspulver zu zwei
oder mehreren formbaren Massen verarbeitet werden, diese formbaren Massen in
veränderlicher Zusammensetzung gemischt und durch eine weggesteuerte
Aufbringung zu einem Formkörper verarbeitet und anschließend ausgehärtet werden,
wobei die Zusammensetzung der aufzubringenden Massen so geändert wird, daß
sich die stoffliche Zusammensetzung und/oder die Struktur innerhalb des
Formkörpers in zwei oder in allen drei Raumrichtung kontinuierlich und/oder
diskontinuierlich in Abhängigkeit von der abschließend zu erzielenden
Eigenschaftsgradierung ändert.
5. Verfahren nach Anspruch 4, bei dem die Zusammensetzung der aufzubringenden
Massen so geändert wird, daß sich die stoffliche Zusammensetzung und/oder die
Struktur in zwei Raumrichtungen diskontinuierlich und in einer Raumrichtung
kontinuierlich ändert.
6. Verfahren nach Anspruch 4 oder 5, bei dem die weggesteuerte Aufbringung der
formbaren Masse(n) mit einer Düse erfolgt.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 4 bis 6, bei dem die formbaren Massen aus
den Ausgangspulvern und einem thermoplastischen Binder mit einem definierten
Erweichungspunkt hergestellt werden.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 4 bis 6, bei dem die formbaren Massen aus
den Ausgangspulvern und einem plastischen Binder, der durch Strahlungseinwirkung
am Formling hart wird, hergestellt werden.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 4 bis 6, bei dem die Ausgangspulver als
Pulversuspension eingesetzt werden und nach dem Aufbringen der formbaren
Massen die Aushärtung zu einem Formkörper durch Gefrierformung erfolgt.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 4 bis 9, bei dem als Ausgangspulver SiC,
TiC und/oder ZrC verwendet werden.
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|---|---|---|---|
| DE1995108959 DE19508959C2 (de) | 1995-03-13 | 1995-03-13 | Formkörper aus keramischem, pulvermetallurgischem oder Verbundwerkstoff und Verfahren zu seiner Herstellung |
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Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
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| DE19508959A1 DE19508959A1 (de) | 1996-09-19 |
| DE19508959C2 true DE19508959C2 (de) | 1999-08-12 |
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Family Applications (1)
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Country Status (1)
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| DE (1) | DE19508959C2 (de) |
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|---|---|---|---|---|
| EP2123377A1 (de) | 2008-05-23 | 2009-11-25 | Rovalma, S.A. | Verfahren zur Herstellung eines Werkstücks, insbesondere eines Formgebungswerkzeugs oder eines Formgebungswerkzeugteils. |
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1995
- 1995-03-13 DE DE1995108959 patent/DE19508959C2/de not_active Expired - Fee Related
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| DE19508959A1 (de) | 1996-09-19 |
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