DE19506288A1 - Verfahren und Vorrichtung zur Funktionsüberprüfung einer elektronisch geregelten Bremsanlage - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zur Funktionsüberprüfung einer elektronisch geregelten BremsanlageInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung
zur Funktionsüberprüfung einer elektronisch geregelten
Bremsanlage gemäß den Oberbegriffen der unabhängigen Patent
ansprüche
Eine elektronisch geregelte Bremsanlage, bei welcher Maßnah
men zur Funktionsüberprüfung vorgenommen werden, ist aus der
Veröffentlichung "Elektronisch geregelte Druckluftbremsanla
ge für Nutzfahrzeuge, Fisita 1992 von J. Wrede, W. Stumpe,
I. Grauel, J. Bräuninger, A. Schlichenmaier und H. Kächele" be
kannt. Die dort beschriebene Bremsanlage umfaßt ein zentra
les Steuergerät, in welchem zwei redundante Mikrocomputer
angeordnet sind. Zur Beeinflussung der Radbremsen sind soge
nannte Druckregelmodule vorgesehen, welche neben der Funk
tion als Druckregelventil einen Mikrocomputer umfassen. Die
ser führt die Regelung des Druckes in der zugeordneten Rad
bremse sowie das Einlesen von Sensorsignalen durch. Das zen
trale Steuergerät ist mit den Mikrocomputern der Druckregel
module zum Informations- und Datenaustausch über ein Kommu
nikationssystem, z. B. CAN, verbunden. Zur Funktionsüberprü
fung der Bremsanlage sind eine Vielzahl von Maßnahmen vorge
sehen. Beispielsweise werden neben Eigentests der Mikro
computer und ihrer Speicherbausteine die Mikrocomputer der
Druckregelmodule durch das zentrale Steuergerät über Kommu
nikationsdaten überwacht. Ferner überwachen sich die redun
danten Mikrocomputer im zentralen Steuergerät gegenseitig.
Die Mikrocomputer der Druckregelmodule überprüfen die An
schlußleitungen des jeweiligen Druckregelmoduls auf Unter
brechung, Kurzschluß oder Unterspannung. Ferner führen sie
Plausibilitätsprüfungen während eines Bremsvorgangs durch.
Im Fehlerfall werden Notfunktionen ausgelöst, die zur Ab
schaltung von Teilfunktionen oder zur Abschaltung des gesam
ten elektrischen Systems führen. Dabei wird die Bremsanlage
über den oder die pneumatischen Notbremskreise gesteuert. Da
in jedem Druckregelmodul lediglich ein Mikrocomputer mit ei
nem Analog-Digital-Wandler (ADC) vorgesehen ist, ist mit den
bekannten Maßnahmen eine Funktionsüberprüfung dieser Ana
log-Digital-Wandler nicht zuverlässig möglich. Ein redundan
ter Aufbau auch der Mikrocomputer in den Druckregelmodulen
würde jedoch einen nicht vertretbaren Aufwand bedeuten.
Es ist daher Aufgabe der Erfindung, Maßnahmen anzugeben, mit
deren Hilfe die Funktionsüberprüfung einer elektronisch ge
regelten Bremsanlage verbessert werden.
Diese Aufgabe wird durch die kennzeichnenden Teile der unab
hängigen Patentansprüche erreicht.
Aus der DE-OS 34 16 744 ist eine elektronisch geregelte
Bremsanlage bekannt, bei welcher vor Fahrbeginn durch Vorga
be definierter Druckwerte die den einzelnen Radbremsen zuge
ordneten Drucksensoren kalibriert werden.
Durch die erfindungsgemäße Funktionsüberprüfung wird die Be
triebssicherheit einer elektronisch gesteuerten Bremsanlage
weiter verbessert.
Besonders vorteilhaft dabei ist, daß ohne zusätzlichen Auf
wand neben Fehlfunktionen der Analog-Digital-Wandler eines
Steuersystems mit verteilter Intelligenz auch weitere Feh
lerzustände wie beispielsweise erhöhte Übergangswiderstände
in der Verkabelung, Kurzschlüsse und Unterbrechungen in den
Zuleitungen zu den einzelnen Steuereinheiten, fehlerhafte
Sensoren, etc. erkannt werden können.
Besonders vorteilhaft ist die Durchführung der Funktions
überprüfung vor dem Fahrbetrieb des mit der Bremsanlage aus
gerüsteten Fahrzeugs, vorzugsweise in Verbindung mit der Ka
librierung der Drucksensoren.
Weitere Vorteile ergeben sich aus der nachfolgenden Be
schreibung von Ausführungsbeispielen sowie aus den abhängi
gen Ansprüchen.
Die Erfindung wird nachstehend anhand der in der Bezeichnung
dargestellten Ausführungsformen näher erläutert. Dabei zeigt
Fig. 1 ein Übersichtsblockschaltbild einer elektronisch ge
regelten Bremsanlage am Beispiel einer elektronisch gesteu
erten Druckluftbremsanlage. Anhand des in Fig. 2 darge
stellten Flußdiagramms werden Realisierungsbeispiele der er
findungsgemäßen Funktionsüberprüfung dargestellt.
Fig. 1 zeigt ein Übersichtsblockschaltbild einer elektro
nisch gesteuerten Bremsanlage am Beispiel einer elektronisch
gesteuerten Druckluftbremsanlage mit Notbremskreisen für ein
zweiachsiges Fahrzeug mit Anhängerverbindung.
Fig. 1 zeigt eine zentrale Steuereinheit 10, welches wenig
stens zwei Mikrocomputer aufweist. Ferner sind dezentral so
genannte Druckregelmodule 12, 14, 16 und 18 vorgesehen, die
jeweils einer Radbremse 20, 22, 24 bzw. 26 des Fahrzeugs zu
geordnet sind. Das zentrale Steuergerät 10 ist über ein Kom
munikationssystem 28, z. B. CAN, mit den Druckregelmodulen 12
bis 18 verbunden. Über ein Leitungssystem 30 wird das Zen
tralsteuergerät 10 und die Druckregelmodule 12 bis 18 von
einer Spannungsquelle 32 mit einer Betriebsspannung ver
sorgt. Zur Erfassung der eingesteuerten Bremsdrücke und ggf.
zur Erfassung weiterer Größen, wie beispielsweise Achsla
sten, Raddrehzahlen, etc. werden den Druckregelmodulen 12
bis 18 jeweils Leitungen 34, 36, 38 und 40 von entsprechen
den Meßeinrichtungen 42, 44, 46 und 48 zugeführt. Das Zen
tralsteuergerät 10 ist ferner über eine Leitung 50 mit dem
elektrischen Teil 52 eines Bremswertgebers 54 verbunden. Zur
Steuerung einer Anhängerbremsanlage führt ferner vom Zen
tralsteuergerät 10 eine Leitung 56 zur elektrischen Steck
verbindung 58 zum Anhänger.
Der pneumatische Teil der Bremsanlage besteht bei der in
Fig. 1 dargestellten Anlage aus zwei Bremskreisen für die
Vorder- und Hinterachse. Dazu werden die den Radbremsen 20
und 22 der Vorderachse zugeordneten Druckregelmodule 12 und
14 über Leitungen 60 mit einem aus einem Vorratsbehälter 62
stammenden Vorratsdruck versorgt. Vom pneumatischen Teil 64
des Bremswertgebers gehen Steuerleitungen 66 zu den Druckre
gelmodulen 12 und 14. Ferner führt von der Leitung 66 eine
Leitung 68 zu einem Anhängersteuerventil 70 zur Steuerung
der Bremsanlage eines Anhängers. Vom Anhängersteuerventil 70
führt eine pneumatische Steuerleitung 72 zu einem ersten
Kupplungskopf 74. Eine Vorratsleitung 76 führt zu einem
zweiten Kupplungskopf 78. Ferner ist das Anhängersteuerven
til über eine Leitung 80 mit einem Vorratsdruckbehälter 82
verbunden. Der zweite Bremskreis wird aus dem zweiten pneu
matischen Teil 84 des Bremswertgebers 54, den Vorratsdruck
behälter 86 sowie dem Vorratsleitungssystem 88 und dem pneu
matischen Steuerleitungssystem 90 gebildet. Die Vorratslei
tungen 88 und die Steuerleitungen 90 führen vom Bremswertge
ber 54 zu den Radbremsen 24 und 26 der Hinterachse zugeord
neten Druckregelmodulen 16 und 18.
In einem bevorzugten Ausführungsbeispiel wird dem Zentral
steuergerät 10 vom elektrischen Teil 52 des Bremswertgeber
54 ein Maß für den Betätigungsgrad des Bremspedals zuge
führt. Im zentralen Steuergerät wird dieses Signal aufgear
beitet und ggf. unter Berücksichtigung weiterer Betriebsgrö
ßen wie Achslasten, radindividuelle Größen, Fahrzeugverzöge
rung, etc. Solldruck-, -bremsmomenten- oder -schlupfwerte
für die einzelnen Radbremsen bzw. für den Anhänger nach Maß
gabe vorgegebener Kennlinien bzw. Kennfelder bestimmt. Diese
Sollwerte werden über das Kommunikationssystem 28 den ein
zelnen Druckregelmodulen zugeführt, welche den Druck in den
einzelnen Radbremsen entsprechend der Sollwertvorgabe einre
geln. Im Fehlerfall des elektrischen Teils der Bremsanlage
wird- dieser oder zumindest der fehlerbehaftete Teil (z. B.
Vorder- oder Hinterachse) abgeschaltet und der oder die
pneumatischen Notbremskreise wirksam geschaltet. Im Not
bremsbetrieb gibt der Fahrer durch die pneumatischen Teile
64 bzw. 84 des Bremswertgebers 54 über die Steuerleitungen
66 bzw. 90 den Radbremsdruck in den einzelnen Radbremsen
vor, welcher von den Druckregelmodulen bei abgeschalteter
elektrischer Betätigung in die Radbremsen eingesteuert wird.
Die nachfolgend beschriebene erfindungsgemäße Funktionsüber
prüfung findet in vorteilhafter Weise nicht nur in Verbin
dung mit der in Fig. 1 dargestellten Bremsanlage, sondern
auch mit anders aufgebauten elektrisch-pneumatischen Brems
anlagen oder mit elektrisch-hydraulischen Bremsanlagen oder
Bremsanlagen mit rein elektrischer Zuspannung Anwendung. We
sentlich dabei ist, daß das Steuersystem der jeweiligen
Bremsanlage verteilte Intelligenz aufweist, d. h. wenigstens
ein zentraler Mikrocomputer und wenigstens zwei, den Fahr
zeugrädern zugeordnete (auch örtlich) Mikrocomputer zur
Bremsanlagensteuerung vorgesehen ist.
Zur Funktionsüberprüfung der Bremsanlage wird von den Mikro
computern der Druckregelmodule und in einem bevorzugten Aus
führungsbeispiel ggf. den Mikrocomputern des Zentralsteuer
geräts eine von allen erfaßbare und an den Stellen der
Druckregelmodule bzw. des Zentralsteuergeräts im wesentli
chen denselben Betrag aufweisende Betriebsgröße eingelesen
und über das Kommunikationssystem 26 an das Zentralsteuerge
rät weitergeleitet. Als geeigneter Parameter, welcher von
den Druckregelmodulen und den beiden Mikrocomputern des Zen
tralsteuergeräts zur Funktionsüberprüfung eingelesen wird,
hat sich die den einzelnen Steuereinheiten zugeführte Be
triebsspannung erwiesen. Diese wird von den Mikrocomputern
der Druckregelmodule zur Kompensation des Einflusses von Be
triebsspannungsschwankungen auf die Ankeranzugs- und Abfall
zeit der Magnetventile ohnehin eingelesen. Eine andere ge
eignete Größe ist der zu Kalibrierzwecken in die Radbremsen
eingesteuerte Bremsdruck. In diesem Fall wird die Betriebs
größe nur von den Mikrocomputern der Druckregelmodule einge
lesen.
Zur Funktionsüberprüfung empfängt wenigstens einer der
Mikrocomputer des Zentralsteuergeräts die von den Druckre
gelmodulen ermittelten Betriebsgrößenwerte. Dieser wenig
stens eine Mikrocomputer bildet eine Referenzgröße, mit der
er die einzelnen, von den Druckregelmodulen ermittelten Meß
größen vergleicht. Bei unzulässiger Abweichung zwischen der
Referenzgröße und dem zugeführten Betriebsgrößenwert wird im
Falle der Erfassung der Betriebsspannung von einem Fehler
des Analog-Digital-Wandlers des entsprechenden Druckregelmo
duls oder von einem Fehlerzustand im Bereich der Zuleitung
der Betriebsspannung zu diesem Druckregelmodul ausgegangen.
Entsprechend wird bei der Erfassung des Bremsdrucks von ei
nem Fehler im Druckerfassungspfad ausgegangen. Im Fehlerfall
wird ein Notbetrieb der Bremsanlage eingeleitet, indem das
elektrische System ganz oder teilweise abgeschaltet und auf
pneumatische bzw. hydraulische Notbremsung der gesamten
Bremsanlage oder eines Teils der Bremsanlage umgeschaltet
wird.
Zur Bildung des Referenzwertes im zentralen Steuergerät ha
ben sich verschiedene Vorgehensweisen in verschiedenen Aus
führungsbeispielen als geeignet erwiesen. Im Falle der Er
fassung der Betriebsspannung zur Funktionsüberprüfung liegen
in den beiden Mikrocomputern des Zentralsteuergeräts jeweils
Betriebsspannungsmeßwerte vor, welche von den beiden Mikro
computern überprüft werden. Dies erfolgt beispielsweise
durch Vergleich der beiden Werte miteinander auf einen be
stimmten Toleranzbereich in beiden Mikrocomputern. Stimmen
die beiden Betriebsspannungswerte im Bereich der Toleranz
überein, so wird in wenigstens einem Mikrocomputer einer der
Betriebsspannungswerte, ein Mittelwert, der Maximalwert oder
der Minimalwert als Referenzgröße verwendet. Weichen die
beiden Betriebsspannungswerte unzulässig voneinander ab, ist
von einer Funktionsstörung des elektrischen Steuersystems
auszugehen.
In einer anderen Ausführungsform wird aus den von den Druck
regelmodulen eingelesenen Meßgrößen des Bremsdruckes oder
der Betriebsspannung zur Referenzgrößenbildung der Mittel
wert gebildet, ein Maximalwert bestimmt oder ein Minimalwert
bestimmt. Die entsprechende Größe wird als Referenzgröße
vorgegeben. Ein Fehlerzustand wird dann angenommen, wenn ei
nes der zugeführten Betriebsgrößen von der Referenzgröße un
zulässig abweicht. Im Falle der Verwendung von Maximal-bzw.
Minimalwerten als Referenzgröße kann es vorkommen, daß alle
Meßgrößen unzulässig von der Referenzgröße abweichen. In
diesem Fall muß von einem Fehlerzustand im Bereich des die
Referenzgröße erfassenden Druckregelmoduls ausgegangen wer
den.
Im Falle der Betriebsspannungserfassung sind gewisse Abwei
chungen zu tolerieren. Diese ergeben sich aus dem unter
schiedlichen Strombedarf der einzelnen Druckregelmodulen,
Toleranzen bei den elektrischen Bauelementen, wie Wider
standsspannungsteilern, Toleranzen bei den einzelnen Ana
log-Digital-Wandler, Toleranzen der Referenzspannungen der
einzelnen Wandler sowie unterschiedliche Übergangswiderstän
de der Steckverbinder und Kabel der Druckregelmodule und des
Zentralsteuergeräts. Bei der Überprüfung der Abweichung des
jeweiligen Meßwertes von der Referenzgröße ist ein diese Ab
weichungen berücksichtigender Toleranzbereich vorzusehen.
Entsprechende Toleranzen sind auch bei der Verwendung der
Druckmeßgrößen zu berücksichtigen.
In einem vorteilhaften Ausführungsbeispiel hat es sich als
geeignet erwiesen, die Funktionsüberprüfung in beiden Mikro
computern des Zentralsteuergeräts parallel durchzuführen. In
diesem Fall wird das Ergebnis der Überprüfung von beiden
Rechnern miteinander verglichen und so die Sicherheit der
Funktionsüberprüfung weiter erhöht. Stimmen die Ergebnisse
nicht überein, so muß auf Notbetrieb umgeschaltet werden.
In Fig. 2 ist anhand eines Flußdiagramms ein Ausführungs
beispiel eines in einem der Mikrocomputer ablaufenden Pro
gramms zur Funktionsüberprüfung dargestellt.
Nach Start des in Fig. 2 dargestellten Programmteils zu
vorgegebenen Zeiten wird im ersten Schritt 100 die von den
einzelnen Druckregelmodulen dem Zentralsteuergerät zugeführ
ten Meßwerte U1 bis Ui eingelesen (i = 1, 2, . . . n). Im dar
auffolgenden Schritt 102 wird dann in dem den Programmteil
durchführenden Mikrocomputer in der oben beschriebenen Weise
der Referenzwert Uref gebildet. Im Schritt 103 wird ein Zäh
ler auf Null gesetzt. Daraufhin wird im Abfrageschritt 104
abgefragt, ob der Betrag der Differenz des Meßwertes U1 zum
Referenzwert Uref kleiner als ein vorbestimmter Toleranzwert
A ist. Ist dies nicht der Fall, wird eine unzulässige Abwei
chung des Meßwertes U1 zum Referenzwert Uref erkannt und ge
mäß Schritt 106 ein Fehler im Bereich des den Meßwert U1
übersendenden Druckregelmoduls erkannt und ggf. Notlaufmaß
nahmen eingeleitet. Wird keine unzulässige Abweichung er
kannt, wird im Schritt 105 der Zähler um 1 erhöht. Nach
Schritt 105 bzw. 106 wird der Schritt 108 durchgeführt, in
dem der Betrag der Differenz des zweiten Meßwertes U2 mit
dem Referenzwert gebildet wird und mit dem vorgegebenen To
leranzwert Δ verglichen wird. Überschreitet der Betrag der
Differenz den Toleranzwert, wird entsprechend Schritt 106 im
Schritt 110 das den Wert U2 bereitstellende Druckregelmodul
als fehlerhaft erkannt und ggf. Notlauf eingeleitet. Liegt
keine unzulässige Abweichung vor, wird im Schritt 109 der
Zähler erneut um 1 erhöht. Auf die beschriebene Weise werden
alle eingelesenen Werte mit dem Referenzwert verglichen.
Beispielhaft ist im Schritt 120 der Vergleich des Betrags
der Differenz zwischen einem beliebigen Meßwert Ui und dem
Referenzwert dargestellt. Bei einer Nein-Entscheidung wird
gemäß 122 ein Fehler erkannt und ggf. ein Notlaufbetrieb
eingeleitet, bei einer Ja-Entscheidung der Zähler um 1 er
höht (Schritt 123). Nach den Schritten 122 bzw. 123 wird im
Schritt 125 der Zählerstand mit dem Wert i, der der Anzahl
der überprüften Module entspricht, verglichen. Ist der Zäh
lerstand gleich dem Wert i, wird nach Schritt 124 das System
als funktionsfähig erkannt. Wurde also bei allen Abfragen
kein Fehler ermittelt, wird die Funktionstüchtigkeit der
Bremsanlage festgestellt und der Programmteil beendet. Ist
der Zählerstand nicht gleich dem Wert i, wird im Schritt 126
das System als funktionsuntüchtig angenommen und der Pro
grammteil beendet.
Je nach Durchführung des Notlaufbetriebs kann der Programm
aufbau modifiziert werden. Ist beispielsweise lediglich ein
Notlaufbetrieb unter Abschaltung des elektrischen Systems
vorgesehen, so kann der Programmteil nach Feststellen eines
ersten Fehlers beendet werden. Ist ein Notlaufbetrieb für
einzelne Bremskreise vorgesehen, kann bei Auftreten eines
Fehlers in einem Bremskreis auf den Vergleich der Werte im
selben Bremskreis verzichtet werden. Dies gilt nicht, wenn
ein Fehler im Referenzwert selbst in Betracht gezogen werden
muß.
Der Toleranzwert Δ wird in einem vorteilhaften Ausführungs
beispiel betragsmäßig für alle Druckregelmodule betragsmäßig
gleich gewählt. Dies vor allem dann, wenn alle Druckregelmo
dule im wesentlichen gleich aufgebaut sind und im wesentli
chen gleiche Toleranzwerte aufweisen. Sind jedoch Druckre
gelmodule unterschiedlichen Aufbaus oder Toleranzen einge
setzt, werden die Toleranzwerte für jedes Meßsignal bzw.
Gruppen von Meßsignalen unterschiedlich vorgegeben.
Neben der Druckerfassung zur Funktionsüberprüfung hat es
sich in anderen Ausführungsbeispielen als geeignet erwiesen,
eine andere die am jeweiligen Rad eingestellte Bremswirkung
beschriebende Größe, wie das Bremsmoment, die Bremsleistung
oder die Bremskraft heranzuziehen.
Neben der Fehlererkennung in der Zentralsteuereinheit ist in
anderen vorteilhaften Ausführungen vorgesehen, die Fehler
überprüfung in der beschriebenen Weise in einem der Druckre
gelmodule durchzuführen.
Claims (9)
1. Verfahren zur Funktionsüberprüfung einer elektronisch ge
regelten Bremsanlage, wobei eine wenigstens einen Mikrocom
puter aufweisende Zentralsteuereinheit und wenigstens zwei
von der Zentralsteuereinheit örtlich getrennte weitere Steu
ereinheiten zur Bremsbetätigung vorgesehen sind, wobei die
Steuereinheiten über ein Kommunikationssystem Informationen
und Daten austauschen, dadurch gekennzeichnet, daß zur Funk
tionsüberprüfung die Bremsbetätigungssteuereinheiten eine
gemeinsame Betriebsgröße erfassen und einer Steuereinheit,
insbesondere der Zentralsteuereinheit, zuführen, wobei ein
Fehler im Bereich wenigstens einer Bremsbetätigungssteuer
einheit erkannt wird, wenn die Betriebsgröße unzulässig von
einem Referenzwert abweicht.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
die weiteren Steuereinheiten den Radbremszylindern zugeord
nete Druckregelmodule sind.
3. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, da
durch gekennzeichnet, daß die Betriebsgröße die Betriebs
spannung, der in die Radbremszylinder eingesteuerte Brems
druck, das eingestellte Bremsmoment, die eingestellte Brems
leistung, die eingestellte Bremskraft oder andere die Brems
wirkung kennzeichnende Größen ist.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, da
durch gekennzeichnet, daß der Referenzwert aus dem Mittel
wert, dem Maximal- oder Minimalwert der zugeführten Be
triebsgrößenwerte gebildet wird.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, da
durch gekennzeichnet, daß die Zentralsteuereinheit wenig
stens zwei redundante Mikrocomputer aufweist, welche beide
die Betriebsspannung erfassen und bei fehlerfreier Betriebs
spannungserfassung aus den Meßwerten den Referenzwert ablei
ten.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, da
durch gekennzeichnet, daß im Fehlerfall der elektrische Teil
der Bremsanlage teilweise oder ganz abgeschaltet wird.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, da
durch gekennzeichnet, daß die Funktionsüberprüfung vor
Fahrtantritt im Rahmen eines Pre-Drive-Checks oder bei
Fahrtantritt, vorzugsweise beim erstmaligen Erreichen einer
vorgegebenen Geschwindigkeit stattfindet.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, da
durch gekennzeichnet, daß es sich bei der Bremsanlage um ei
ne pneumatische oder hydraulische Bremsanlage oder eine
Bremsanlage mit elektrischer Zuspannung handelt.
9. Vorrichtung zur Funktionsüberprüfung einer elektronisch
geregelten Bremsanlage, mit einer wenigstens einem Mikro
computer aufweisenden Zentralsteuereinheit und wenigstens
zwei von der Zentralsteuereinheit örtlich getrennte weitere
Steuereinheiten zur Bremsbetätigung, mit einem Kommunika
tionssystem, über welches die Steuereinheiten Informationen
und Daten austauschen, dadurch gekennzeichnet, daß die
Bremsbetätigungssteuereinheiten Erfassungseinheiten enthal
ten, welche eine allen Steuereinheiten vorliegende Betriebs
größen erfassen, deren Werte über das Kommunikationssystem
an eine der Steuereinheiten, insbesondere die Zentralsteuer
einheit, übertragen wird, mit Fehlererkennungsmittel, die
einen Fehler im Bereich der Steuereinheit erkennen, wenn der
jeweilige Betriebsgrößenwert unzulässig von einem Referenz
wert abweicht.
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| DE19506288B4 DE19506288B4 (de) | 2005-10-06 |
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ID=7754825
Family Applications (1)
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| DE19506288A Expired - Lifetime DE19506288B4 (de) | 1995-02-23 | 1995-02-23 | Verfahren und Vorrichtung zur Funktionsüberprüfung einer elektronisch geregelten Bremsanlage |
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