DE19505048A1 - Beobachtungs- und Justierstation für ein Montagegerät - Google Patents
Beobachtungs- und Justierstation für ein MontagegerätInfo
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Description
Die Erfindung besteht aus einer Beobachtungsstation welche es
gestattet, 2 Teile gleichzeitig oder unmittelbar nacheinander
am gleichen optischen Ort mit einer Fernsehkamera oder einer
anderen optischen Einrichtung zu sehen. Dieses geschieht durch
ein optisches Element welches einen Strahlengang aufspalten oder
vereinen kann z. B. einen Strahteilerwürfel, der vor die
Fernsehkamera gesetzt wird und den Strahlengang z. B. um 90 Grad
ablenkt, so daß die Kamera gleichzeitig in Richtung ihrer
optischen Achse und senkrecht dazu blickt.
Mit diesen beiden Blickrichtungen läßt sich schräg zwischen zwei
zu fügende Teile blicken, die so positioniert sind, daß mit
einer Schiebebewegung das eine Teil auf das andere gefügt werden
kann.
Beobachtungsstationen in Montagestationen sind in vielfältiger
Art bekannt. Eine Beobachtungseinheit welche auch eine optische
Aufspaltung eines Strahlengangs benutzt, ist z. B. das in der
Elektronikfertigung zur Positionierung von Wafern und Masken
benutzte Split-Field-Mikroskop, welches 2 z. B. waagerecht
liegende Teile gleichzeitig - aber beide Teile aus einer
Richtung - sieht, mit Lage der Bilder am gleichen Ort zwecks
genauer Justierung des Abstands von Referenzmarken zueinander.
Andere bekannte Beobachtungsstationen aus Montageautomaten der
Elektrotechnik und Elektronik beobachten zwar die Teile und den
Fügeort mit Kameras, können dies aber nur insgesamt von oben
oder mit verschiedenen Kameras von verschiedenen Seiten, so daß
letztlich nur mit großen Schwierigkeiten eine Positions
genauigkeit von besser als 0,01 mm erreicht werden kann.
Eine weitere Beobachtungs- und Justierstation ist aus
Offenlegungsschrift DE 41 19 401 bekannt.
Auch diese nutzt eine Bildaufspaltung, sieht mit zwei zueinander
senkrechten Blickrichtungen jeweils senkrecht auf die zu
fügenden Teile und verwendet als Fügebewegung eine
Schwenkbewegung, um die in 90-Grad Lage zueinander beobachteten
Teile zu fügen.
Dieses hat den großen Nachteil, daß der Schwenkmechanismus
kritisch hinsichtlich der Genauigkeit der Schwenkachse ist, und
daß die Bereitstellung und das Greifen der zu montierenden Teile
umständlich und durch die große Trägheit des Schwenkarmes
langsam ist.
Alle diese Nachteile werden mit der erfindungsgemäßen
Beobachtungs- und Justierstation beseitigt.
Die erfindungsgemäße Beobachtungs- und Justierstation
sieht zwischen die beiden einander gegenüberstehenden Teile und
erlaubt es so mit einer einfachen linearen Schiebebewegung der
Justierstation das zu fügende Teil extrem genau auf das andere
zu bewegen und dort zu fügen, auf zukleben oder sonstwie zu
befestigen.
Dazu wird vor der eigentlichen Fügeoperation das zu fügende Teil
in der Justierstation so gedreht und verschoben, daß die Bilder
der beiden Teile deckungsgleich sind und so die richtige Lage
anzeigen, z. B. durch Verwendung von Justiermarken auf beiden
Teilen, falls nicht ihre Gestalt alleine zur Justierung
ausreicht.
Liegt das erste Teil - dies ist z. B. eine Leiterplatte auf der
etwas montiert werden soll - auf einer waagerechten Station, so
wird die Blickrichtung der Kamera z. B. im Winkel von 45 Grad zur
Waagerechten gewählt, so daß die Kamera schräg von oben auf das
erste Teil blickt, und der Strahlteilerwürfel wird so
orientiert, daß der abgelenkte Strahlengang in 45 Grad-
Richtung aufwärts weist, und das zu montierende Teil genau
senkrecht über der Stelle wo es montiert werden soll sich
befindet, so daß beide Teile im gleichen Bild am gleichen Ort
gesehen werden.
Diese gleichzeitige Beobachtung der beiden Teile am gleichen
Bildort erlaubt eine extrem genaue Erkennung kleiner
Abweichungen der relativen Position der Teile zueinander,
da Kanten und Marken welche übereinander liegen sollen bei
nicht idealer Lage als doppelte Bilder erscheinen.
Mit einem geeigneten Justierer kann die Position korrigiert
werden.
Hierfür ist es nicht erforderlich, daß das Bild unverzerrt
erscheint, da beide Teile wegen gleicher Aufblickrichtung und
Winkel gleichartig verzerrt werden.
Der Justierer ist sinnvollerweise als Greifer oder Sauger
ausgeführt, der selbst die notwendigen Justierbewegungen und die
eigentliche Fügebewegung des zu montierenden Teils hin zum
ersten Teil - senkrecht bei waagerechter Lage des ersten Teils -
ausführen kann und der mit Sensoren zum Überwachen der
Fügekräfte bestückt sein kann.
Zur Beobachtungs- und Justierstation gehört sinnvollerweise eine
geeignete Beleuchtung, welche entweder durch den Teilerwürfel
hindurch oder aber direkt beide Teile beleuchtet, falls
erforderlich mit zueinander einstellbarer Intensität.
Dies kann durch Verwendung verschiedener Lichtquellen oder mit
Hilfe von Polarisationsfiltern realisiert werden.
Ebenso kann mit einer Lichtquelle neben oder hinter dem
Teilerwürfel gearbeitet werden, welche aus mehreren einzelnen
Lichtquellen aufgebaut ist, so daß eine Beleuchtung nach oben und
unten erfolgt.
Oder es kann mit einer Lichtquelle gearbeitet werden welche
ihrerseits einen durch ein Prisma oder Strahlablenker oder durch
eine Glasfaseranordnung das Licht nach oben und unten schickt.
Ebenfalls günstig ist eine Anordnung aus einem durchsichtigen
Kunststoffteil mit seitlicher Einstrahlung des Lichts und
Ablenkung in etwa senkrecht nach oben und unten durch Brechung
oder Streuung des Lichts.
In der Justierstation werden sinnvollerweise die benötigten
Bewegungen (Schiebe- und Rotationsachsen) sowie die benötigten
Meßelemente (Abstands- Kraft- und Moment- Messung) eingebaut.
Die Kamera wird sinnvollerweise so gestaltet, daß ihre Bildebene
nicht wie üblich senkrecht zur optischen Achse steht, sondern
derart geneigt, daß das Bild trotz der Schrägansicht auf die
zu montierenden Teile insgesamt scharf abgebildet wird.
Dies geschieht durch eine Kippung der Bildebene derart, daß ihre
gedachte Verlängerung sich mit der Beobachtungsebene und der
Objektiv-Hauptebene in einer Geraden schneidet. Hat das Objektiv
zwei Hauptebenen, so sind diese entlang der optischen Achse zu
verschieben bis sie zusammenfallen und dann ist vorstehende
Bedingung zu erfüllen.
Ein kleines Maß an Verzerrungen in Form nichtparalleler
Abbildung von parallelen Linien ist dabei wegen der
gleichartigen Verzerrung akzeptabel, kann aber auch durch ein
Objektiv langer Brennweite unterdrückt werden.
Für den Fall, daß keine Verzerrung des Bildes der beiden Teile
zulässig ist, läßt sich die Aufspaltung auch durch eine
Anordnung mit waagerecht blickender Kamera und Ablenkung in zwei
senkrechte Beobachtungsrichtungen sinnvoll gestalten, eine
Beobachtungsrichtung senkrecht abwärts, die andere senkrecht
aufwärts.
Da hierzu aber die Ablenkeinrichtung im Arbeitsraum liegen muß,
ist ein Ausschwenken vor der eigentlichen Fügeoperation
erforderlich.
Die Beobachtungs- und Justierstation kann sinnvoll eingesetzt
werden z. B. zur Montage feinwerktechnischer Gebilde wie Motore,
Uhren, Elektronik, Relais, Schalter und vielen anderen.
Infolge der Beobachtung der beiden Bilder mit an die Objektgröße
angepaßter Vergrößerung und der Möglichkeit zur gleichzeitigen
Beobachtung beider Bilder sowie der Möglichkeit zur
Differenzbildung der beiden Bilder ist eine sehr hohe
Positioniergenauigkeit und Montagegenauigkeit von sub - µm
erzielbar.
Dieses ist immer dann von höchster Bedeutung wenn konventionelle
Geräte an die Grenzen ihrer Möglichkeiten gelangen.
Eine bevorzugte Realisierung ist in Fig. 1 skizziert:
Diese Ausführung dient der hochgenauen Positionierung und Montage von Halbleitern und anderen Bauelementen auf Leiterplatten.
Diese Ausführung dient der hochgenauen Positionierung und Montage von Halbleitern und anderen Bauelementen auf Leiterplatten.
In dem Montagegerät ist ein hochgenauer x-y-Tisch (1) waagerecht
eingebaut, der schräg von oben unter einem Winkel von 45 Grad
mit einer ersten Beobachtungsrichtung (2) von der Kamera (3) der
Beobachtungsstation betrachtet wird.
Mit diesem x-y-Tisch kann eine Leiterplatte (4) relativ zur
Kamera bewegt werden.
x-y-Tisch und Kamera sind über Befestigungselemente (5) und (6)
an der Grundplatte (7) befestigt.
Die ortsfeste Kamera sieht in ihrem Gesichtsfeld den Bereich des
Objekts z. B. der Leiterplatte auf dem das zu positionierende
Teil z. B. ein Halbleiter aufgebracht werden soll und erkennt an
dort angebrachten Strukturen oder Justiermarken die genaue Soll-
Lage.
Bei Verschiebung des x-y-Tisches verschiebt sich auch die Lage
des Bildes der Leiterplatte.
Der Strahlteiler (8) ist fest an der Kamera vor dessen Objektiv
befestigt, mit Teilerebene waagerecht, so daß die zweite
Beobachtungsrichtung (9) 45 Grad schräg aufwärts weist.
Senkrecht über der Soll-Lage wird der Halbleiter (10) in einem
Greifer z. B. einer Vakuumpinzette (11) gehalten.
Der Greifer kann an einer senkrecht zum x-y-Tisch orientierten
z-Führung (12) bewegt werden und kann den Halbleiter auf die
Leiterplatte absenken.
Der Greifer kann um eine Drehachse fi senkrecht zum x-y-Tisch
mit dem Motor (13) gedreht werden.
Die Bildebene der Kamera (14) ist aus ihrer üblichen Lage
senkrecht zur optischen Achse geschwenkt.
Die zweite Beobachtungsrichtung (9) sieht den Halbleiter,
der gleichartige Justiermarken wie die Leiterplatte trägt, von
unten.
Beide Bilder werden infolge des Strahlteilers (8) gleichzeitig
von der Kamera abgebildet.
Bei richtiger Lage der Teile zueinander erfolgt eine Abbildung
an denselben Ort auf dem Bild, so daß die Justiermarken beider
Teile als ein Bild erscheinen.
Die richtige Lage wird durch Verschieben des x-y-Tischs und
Drehung der Drehachse fi hergestellt.
Ist die richtige Lage hergestellt, wird der Halbleiter im
Greifer mit der Schiebeachse z (12) auf die Leiterplatte
abgesenkt und z. B. aufgeklebt.
Diese Schiebeachse z (12) ist in ihrer Richtung exakt senkrecht
zur Ebene des x-y-Tisches ausgerichtet.
Eine Lichtquelle (15) leuchtet in die vierte, bisher nicht
benutzte Fläche des Teilerwürfels, so daß infolge der Aufspaltung
auch des Beleuchtungslichtes sowohl Halbleiter als auch
Leiterplatte beleuchtet werden.
Dieses Licht ist polarisiert und durch drehbare
Polarisationsfilter (16), (17) in der Intensität einstellbar.
Der x-y-Tisch (1) trägt neben der Leiterplatte (4) noch den oder
die Vorratsbehälter (18) aus denen der Greifer sich zu Beginn
jedes Zyklus das zu fügende Teil ebenfalls unter Kamerakontrolle
abholt.
Eine andere bevorzugte Realisierung benutzt einen schwenkbaren
Spiegel anstelle des Teilerwürfels um schnell nacheinander die
beiden Teile abzubilden.
In einem Rechner kann dann die Differenz beider Bilder erzeugt
werden, oder die Trägheit der Augen erzeugt den Eindruck zweier
Bilder übereinander auf einem Monitor.
Eine andere bevorzugte Realisierung trägt vorn am Greifer eine
weitere Drehachse parallel zum x-y-Tisch zur Justierung in
beliebige Raumrichtungen.
Eine weitere Realisierung positioniert den x-y-Tisch in
beliebiger Lage im Raum, die relative Lage der Bauteile
zueinander wird dabei beibehalten, d. h. die ganze Anordnung wird
geschwenkt.
Die Vorteile dieser Beobachtungs- und Justierstation gegenüber
den bekannten Konstruktionen liegen in der einfachen und
natürlichen Anordnung aller Komponenten, die kleine bewegte
Massen und einfache Fügebewegungen ermöglicht.
Daher wird eine sehr schnelle und außerdem äußerst präzise
Arbeitsweise realisiert.
Zusätzlich ist die Anordnung von Vorratsbehältern einfach zu
realisieren und das Aufnehmen der Teile aus den Vorratsbehältern
ist in gleicher Art wie die Fügebewegung zu realisieren, so daß
auch hierdurch eine optimal einfache und schnelle Anordnung
realisiert wird.
Claims (12)
1. Beobachtungs- und Justierstation und damit gekoppelte
Fügeeinrichtung
zum Beobachten und Fügen mindestens zweier Teile
mit Aufspaltung der Beobachtungsrichtung in zwei Richtungen
und daraus resultierende zwei Bilder, die sich am Ort der
Kamerabildebene übereinander abbilden,
gekennzeichnet durch
eine Anordnung der Beobachtungsrichtungen so, daß die einander
zugekehrten Flächen der zu fügenden Teile abgebildet werden.
2. Beobachtungs- und Justierstation und damit gekoppelte
Fügeeinrichtung nach Anspruch 1
gekennzeichnet durch
die gleichzeitige oder kurz hintereinander erfolgende Abbildung
der Fügeflächen zweier Teile, die parallel zueinander im Raum
positioniert sind, und deren Fügeflächen einander zugewandt
sind.
3. Beobachtungs- und Justierstation und damit gekoppelte
Fügeeinrichtung
nach Anspruch 1 oder 2
zum Fügen oder Beobachten mindestens zweier Teile
gekennzeichnet durch eine aus der horizontalen Lage der
miteinander zu verbindenden Teile insgesamt geschwenkte
Anordnung.
4. Beobachtungs- und Justierstation und damit gekoppelte
Fügeeinrichtung
nach Anspruch 1 bis 3
zum Fügen oder Beobachten mindestens zweier Teile
gekennzeichnet durch
eine Beobachtungsrichtung abwärts auf die untere Fläche und
aufwärts auf die obere Fläche jeweils im Winkel von 45 Grad.
5. Beobachtungs- und Justierstation und damit gekoppelte
Fügeeinrichtung
nach Anspruch 1 bis 4
zum Fügen oder Beobachten mindestens zweier Teile
gekennzeichnet durch
eine Kamera mit Kippung der Bildebene aus ihrer normalerweise
senkrecht zur optischen Achse definierten Lage.
6. Beobachtungs- und Justierstation und damit gekoppelte
Fügeeinrichtung
nach Anspruch 1 bis 5
gekennzeichnet durch horizontal verschiebende Justage
eines der beiden Teile zum anderen.
7. Beobachtungs- und Justierstation und damit gekoppelte
Fügeeinrichtung
nach Anspruch 1 bis 6
gekennzeichnet durch eine winkelmäßig verdrehende Justage eines
der beiden Teile zum anderen.
8. Beobachtungs- und Justierstation und damit gekoppelte
Fügeeinrichtung
nach Anspruch 1 bis 6
gekennzeichnet durch eine winkelmäßig um zwei Achsen
verdrehende Justage eines der beiden Teile zum anderen.
9. Beobachtungs- und Justierstation und damit gekoppelte
Fügeeinrichtung
nach Anspruch 1 bis 6
gekennzeichnet durch eine horizontal schiebende und
winkelmäßig verdrehende Justage eines der beiden Teile zum
anderen.
10. Beobachtungs- und Justierstation und damit gekoppelte
Fügeeinrichtung
nach Anspruch 1 bis 9
gekennzeichnet durch unabhängig voneinander einstellbare
Beleuchtung beider Teile.
11. Beobachtungs- und Justierstation und damit gekoppelte
Fügeeinrichtung
nach Anspruch 1 bis 10
gekennzeichnet durch
eine axiale schiebende Fügebewegung der Teile zueinander,
welche in ihrer Schieberichtung parallel zu der Verbindungslinie
der Auftreffpunkte der Beobachtungsrichtungen auf die zu
fügenden Teile definiert ist.
12. Beobachtungs- und Justierstation und damit gekoppelte
Fügeeinrichtung
nach Anspruch 1 bis 12
gekennzeichnet durch einen Greifer mit Dreh-Justiereinrichtung
und Kraft-Meßeinrichtung.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19505048A DE19505048A1 (de) | 1995-02-15 | 1995-02-15 | Beobachtungs- und Justierstation für ein Montagegerät |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19505048A DE19505048A1 (de) | 1995-02-15 | 1995-02-15 | Beobachtungs- und Justierstation für ein Montagegerät |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19505048A1 true DE19505048A1 (de) | 1996-08-22 |
Family
ID=7754028
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19505048A Ceased DE19505048A1 (de) | 1995-02-15 | 1995-02-15 | Beobachtungs- und Justierstation für ein Montagegerät |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19505048A1 (de) |
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