DE19503095C2 - Vorrichtung zum Aufspannen einer Hülse auf einen Druckwerkzylinder - Google Patents
Vorrichtung zum Aufspannen einer Hülse auf einen DruckwerkzylinderInfo
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Abstract
Um beim Aufspannen einer Hülse (1) auf einen Zylinder (10) mit einfachen Mitteln Luftpolster zwischen den Kontaktflächen zu vermeiden, sind Mittel vorgesehen, die ein fortschreitendes radiales Zusammenziehen der Hülse (1) zumindest in Richtung eines ihrer Enden hin bewirken. Hierzu sind beispielsweise Blasbohrungen (16) oder Heizelemente zu einem Randbereich des Zylinders (10) hin zeitlich gestaffelt abschaltbar.
Description
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Aufspannen einer Hülse auf einen
Druckwerkzylinder gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1. Die Erfindung ist
z. B. bei Form- oder Übertragungszylindern von Rotationsdruckmaschinen
anwendbar.
Die EP 0 607 552 A2 zeigt einen eine Hülse tragenden Druckwerkzylinder. Damit
bei diesem Zylinder zwischen Hülse und Zylindermantel nicht eine Welle eines
Mediums beim Abrollkontakt mit einem anderen Zylinder laufend vorwärts bewegt
wird, enthält die Mantelfläche des Zylinders oder die Kontaktfläche der Hülse
Vertiefungen, die ein seitliches Abströmen eines Luftpolsters ermöglichen. Das
Luftpolster würde Doubliererscheinungen im Druckprodukt verursachen und den
festen Sitz der Hülse auf dem Zylinder gefährden. Nachteilig ist bei dieser
Vorrichtung, daß die Bearbeitung der Kontaktflächen sowie die Reinigung der also
nicht ebenen Flächen aufwendig ist.
Aufgabe der Erfindung ist es, eine Vorrichtung zu schaffen, die mit einfachen und
wartungsarmen Mitteln beim Aufspannen einer Hülse Luftpolster unter diesem
vermeidet.
Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch die Anwendung der Merkmale des
kennzeichnenden Teils des Patentanspruchs 1 gelöst. Durch das fortschreitende
Zusammenziehen der Hülse und seine damit einhergehende Anlage auf dem
Zylindermantel, je nach Ausgestaltung von der Mitte nach den Seiten oder von einer
Seite nach der anderen, wird beim Aufspannen der Hülse ein seitliches Abströmen
der Luft erreicht. Die Luft wird von einem wandernden Spalt nach außen gedrückt.
Es werden also Luftpolster unter der gespannten Hülse vermieden, wodurch ihr
fester Sitz auf dem Zylinder erreicht wird. Es entfällt weiterhin die schwierige
Herstellung von Vertiefungen in den Kontaktflächen, wobei damit einhergehend
diese Flächen einfach zu reinigen sind.
Weitere Merkmale und Vorteile ergeben sich aus den Unteransprüchen in
Verbindung mit der Beschreibung.
Die Erfindung soll nachfolgend an einigen Ausführungsbeispielen näher erläutert
werden. Die zugehörigen Zeichnungen zeigen schematisch verschiedene
Ausführungen von Zylindern mit einer aufzuspannenden Hülse. Im einzelnen zeigen:
Fig. 1 und 2: Zylinder mit gestaffelt abschaltbaren Blasbohrungen,
Fig. 3 und 4: Zylinder mit Bereichen von Blasbohrungen mit jeweils unterschiedlicher
Blaslufttemperatur,
Fig. 5 und 6: Zylinder mit Heizelementen in verschiedenen Mantelbereichen.
Die nachfolgenden Beispiele stellen verschiedene Bauarten von Druckwerkzylindern
vor, auf die eine Hülse aufgespannt werden soll. Die Hülse erhält dabei bei allen
Varianten der Einfachheit halber das Bezugszeichen 1. Bei der Hülse 1 kann es sich
beispielsweise um eine Druckformhülse oder eine Gummituchhülse handeln. Eine
Gummituchhülse besteht hierbei vorteilhaft aus einer metallischen oder
nichtmetallischen Trägerhülse, auf der die Gummituchschicht bzw. -schichten
aufgebracht sind. Bei der Hülse 1 kann es sich z. B. auch um eine Hülse mit einer
hydrophilen oder hydrophoben Außenoberfläche für einen Farb- oder
Feuchtwerkzylinder handeln. Bei den schematisch dargestellten Druckwerkzylindern
wurden deren Zapfen nicht mitgezeichnet. Eine Anfasung des Zylindermantels
deutet an, daß von dieser Seite her die Hülse 1 aufgeschoben wird.
Gemäß Fig. 1 weist der Zylinder 2 mehrere Reihen 3 bis 7 von Blasbohrungen 8 auf,
die jeweils in einzelnen Querschnittsebenen auf dem Umfang des Zylindermantels
angeordnet sind. Die Blasbohrungen 8 ähneln den Bohrungen zur Unterstützung des
Aufziehens einer Hülse, wobei letztere bekannterweise allerdings lediglich am
zuführseitigen Randbereich oder über die Breite des Mantels auf einer
Zylindermantellinie angeordnet sind. Die Blasbohrungen 8 können düsenförmig
ausgebildet sein, um genügend Energie auch auf einen bereits durch die
Blasluftbeaufschlagung vom Zylindermantel abgehobene Hülse zu übertragen. Nach
dem Aufschieben der Hülse 1 wird die Luftzufuhr zu den Blasbohrungen 8 von der
Mitte des Zylindermantels zu den beiden Randbereichen hin zeitlich gestaffelt
abgeschaltet. Zunächst wird die Reihe 5 abgeschaltet, danach die Reihen 4 und 6
und schließlich die Reihen 3 und 7. Die von der Blasluft elastisch aufgeweitete Hülse
1 zieht sich dadurch zunächst in der Mitte des Zylinders 2 wieder zusammen und
legt sich auf diesen auf. Das Zusammenziehen erfolgt einhergehend mit dem
Abschalten der Reihen 4, 6 und 3, 7 fortschreitend zu den Enden der Hülse 1 hin.
Dabei wird die Luft zwischen den Kontaktflächen der Hülse 1 und des Zylinders 2
nach außen gequetscht, so daß sich keine Luftpolster bilden können und die Hülse 1
fest sitzt.
Das luftpolsterfreie Aufziehen der Hülse 1 kann wahlweise noch dadurch unterstützt
werden, daß an dem Zylinder 2 eine ausgebogene Andrückwalze 9 angeordnet ist,
die mit ihrer Ausbiegung an den Zylinder 2 in dessen Mittelbereich anstellbar ist.
Unter Verringerung der Durchbiegung der Andrückwalze 9 wird bei Drehung des
Zylinders 2 Luft zwischen den Kontaktflächen nach außen herausgewalzt.
Ähnlich zur Fig. 1 weist Fig. 2 einen Zylinder 10 mit Reihen 11 bis 15 von
Blasbohrungen 16 auf. Die Luftzufuhr zu den Blasbohrungen 16 wird hier zeitlich
gestaffelt vom ersten Randbereich 17 des Zylindermantels zum zweiten Randbereich
18 hin abgeschaltet. Es werden also nacheinander die Reihen 11 bis 15 in der
Reihenfolge ihrer Numerierung abgeschaltet. Die Abschaltung könnte auch in
entgegengesetzter Richtung von Reihe 15 nach Reihe 11 erfolgen. Das
Luftabfließen kann hier mechanisch durch eine am Zylinder 10 angeordnete
Andrückrolle 19 unterstützt weden, die nach dem Abschalten der Blasluft in
Abschaltrichtung, also vom Randbereich 17 zum Randbereich 18 hin, entlang dem
Zylinder bei dessen Drehung verfahren wird. Der Druck der Blasluft ist bei beiden
Ausführungsbeispielen je nach der Festigkeit des Hülsenwerkstoffs im Bereich von 1
bis 5 bar auszuwählen.
Bei den nachfolgenden Ausführungsbeispielen wird die Hülse durch Wärmedehnung
aufgeweitet und beim nachfolgenden fortschreitenden Abkühlen in seiner
Längsrichtung luftpolsterfrei auf den Zylinder aufgespannt. Gemäß Fig. 3 weist der
Zylinder 20 drei Reihen 21, 22, 23 von Blasbohrungen 24 auf. Die Blasbohrungen 24
der Reihen 21 und 23 in den Randbereichen des Zylinders 20 werden mit Luft
höherer Temperatur gespeist als die der Reihe 22 in der Zylindermitte. Entsprechend
dehnt sich die Hülse 1 an seinen Enden mehr aus als in der Mitte, wie in Fig. 3
dargestellt. Entsprechend legt sich die Hülse nach dem Abschalten der Luftzufuhr
durch spätere Abkühlung seiner Randbereiche mit diesen später an den
Zylindermantel an, wodurch die Luft zwischen den Kontaktbereichen gut nach außen
abströmen kann.
Gemäß Fig. 4 enthält ein Zylinder 25 zwei Reihen 26, 27 Blasbohrungen, wobei die
Reihe 26 in der Mitte und die Reihe 27 in einem Randbereich 29 des
Zylindermantels angeordnet ist. Die Reihen 26 und 27 werden mit warmer Blasluft
gespeist, wobei die Temperatur für die Reihe 27 höher als für die Reihe 26 ist. Es
können auch mehr als zwei Reihen 26, 27 von Blasbohrungen 28 vorgesehen
werden, wobei auch dann die Temperatur der Blasluft von einem ersten Randbereich
30 zu einem zweiten Randbereich 29 des Zylindermantels hin zunimmt.
Entsprechend dem Temperaturverlauf der Blasluft wird die Hülse 1 erwärmt und
nimmt die in Fig. 4 gezeigte Form ein. Nach dem Abschalten der Blasluft kühlt sich
die Hülse ab, wobei sein Ende im Randbereich 29 zuletzt die Umgebungstemperatur
erreicht. Entsprechend legt sich die Hülse 1 vom Randbereich 30 fortschreitend zum
Randbereich 29 auf den Zylindermantel auf und quetscht dabei Luft zwischen den
Kontaktflächen zu diesem Randbereich hin heraus.
Gemäß den Fig. 5 und 6 wird der die Hülse tragende Zylinder mittels
Heizelementen, beispielsweise elektrischen Widerstandsdrähten, kurzzeitig
oberflächlich aufgewärmt, der dann Wärme auf die aufgezogene Hülse abgibt. In Fig.
5 sind in den Randbereichen 31, 32 des Zylindermantels eines Zylinders 33
Heizelemente 34, 35 angeordnet. Mit letzteren werden nach dem Aufschieben der
Hülse 1, was mittels Blasluft aus den Blasbohrungen 36 erleichtert wird, die
Randbereiche 31, 32 und somit auch die daraufliegenden Bereiche der Hülse 1
erwärmt, wobei letzterer die in Fig. 5 gezeigte Form annimmt. Nach dem Abschalten
der Heizung kühlen der Zylinder 33 und die Hülse 1 ab, wobei sich letzterer von der
Mitte nach seinen Enden hin fortschreitend an den Zylinder 33 anlegt.
Gemäß Fig. 6 befinden sich Heizelemente 37, 38 in der Mitte und im Randbereich 39
eines Zylinders 40. Nach dem Aufschieben der Hülse 1 (dies wird durch Blasluft aus
den Blasbohrungen 41 erleichtert) auf den Zylinder 40 wird der Zylinder 40 kurzzeitig
mittels der Heizelemente 37 und 38 aufgeheizt, wobei die Heizelemente 38 eine
höhere Temperatur erzeugen, so daß der Zylinder 40 von seinem ersten
Randbereich 42 zu seinem zweiten Randbereich 39 hin eine zunehmend höhere
Temperatur aufweist. Entsprechend diesem Temperaturverlauf erwärmt sich die
Hülse 1 und nimmt infolgedessen die in Fig. 6 dargestellte Form ein. Nach dem
Abschalten der Heizung kühlt sich die Hülse ab und legt sich vom Randbereich 42
zum Randbereich 39 hin fortschreitend an den Zylinder 40 an, wobei in dieser
Richtung Luft zwischen den Kontaktflächen herausgequetscht wird. Bedingung für
die Anwendbarkeit der Ausführungsvarianten gemäß den Fig. 5 oder 6 ist, daß
der Werkstoff der Hülse 1 einen höheren Wärmeausdehnungskoeffizient als der des
Zylinders 33 bzw. 40 hat. Als Aufheiztemperatur für den Zylinder 33, 40 reichen
jeweils etwa 40°C.
Claims (10)
1. Vorrichtung zum Aufspannen einer Hülse auf einen Druckwerkzylinder einer
Rotationsdruckmaschine, wobei der Zylinder auf seiner Mantelfläche
Blasbohrungen aufweist, durch die gesteuert Druckluft herausführbar ist,
mittels der die Hülse für das Aufschieben elastisch aufweitbar ist, und wobei
die Hülse nach Abschalten der Druckluft unter radialem Zusammenziehen auf
dem Zylindermantel zur Auflage kommt, dadurch gekennzeichnet, daß Mittel
vorhanden sind, die ein fortschreitendes radiales Zusammenziehen der Hülse
über ihre Länge (1) zumindest in Richtung eines ihrer Enden hin bewirken.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Luftzufuhr zu
den Blasbohrungen (8) von der Mitte des Zylindermantels zu beiden
Randbereichen hin zeitlich gestaffelt abschaltbar ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß an den
rotierenden Zylinder (2) eine in der Mitte zum Zylinder hin ausgebogene
Andrückwalze (9) anstellbar ist, deren Durchbiegung variierbar ist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Luftzufuhr zu
den Blasbohrungen (16) vom ersten Randbereich (17) des Zylindermantels
zum zweiten Randbereich (18) hin zeitlich gestaffelt abschaltbar ist.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß vom ersten
Randbereich (17) des Zylindermantels zum zweiten Randbereich (18) hin eine
Andrückrolle (19) bei rotierendem Zylinder (10) verfahrbar ist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß Heizmittel
vorgesehen sind, die die Hülse (1) nach dem Aufschieben auf den Zylinder
(20, 25, 33, 40) über ihre Länge zumindest in Richtung eines ihrer Enden hin
in ihrer Temperatur zunehmend erwärmen.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß Blasbohrungen
(24) an den Randbereichen des Zylindermantels mit Luft höherer Temperatur
gespeist werden als in der Mitte.
8. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Temperatur
der den Blasbohrungen (28) zugeführen Luft vom ersten Randbereich (30)
zum zweiten Randbereich (29) des Zylindermantels hin zunimmt.
9. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß in dem Zylinder
(33) Heizelemente (34, 35) angeordnet sind, die den Zylinder (33) in den
Randbereichen (31, 32) auf eine gegenüber seiner Mitte höhere Temperatur
erwärmen, wobei der Werkstoff der Hülse (1) einen höheren
Wärmeausdehnungskoeffizient als der des Zylinders (33) hat.
10. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß in dem Zylinder
(40) Heizelemente (37, 38) angeordnet sind, die den Zylinder (40) vom ersten
Randbereich (42) zum zweiten Randbereich (39) hin auf eine zunehmend
höhere Temperatur erwärmen, wobei der Werkstoff der Hülse (1) einen
höheren Wärmeausdehnungskoeffizienten als der des Zylinders (40) hat.
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