DE19503092C1 - Verfahren zur Gewinnung von Fischmehl - Google Patents
Verfahren zur Gewinnung von FischmehlInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Gewinnung
von Fischmehl, bei dem die aufgeschlossene Fischrohware,
bestehend aus Feststoffen, Leimwasser, Emulsion und Fi
schöl einer Vollmantel-Schneckenzentrifuge zwecks Abtren
nung der groben Feststoffe zugeführt wird und die aus der
Schneckenzentrifuge ablaufende feststoffhaltige Flüssig
keitsphase in einer zweiten Zentrifuge entölt wird.
Ein derartiges Verfahren ist beispielsweise aus der
GB 21 73 086 A bekannt. Vor allem bei der Verarbeitung re
lativ kleiner Fische und/oder unkonservierter alter Fisch
rohwaren enthält die aus der Schneckenzentrifuge ablaufen
de Flüssigkeitsphase noch hohe Emulsionsanteile sowie ei
nen hohen Anteil an Feinstfeststoffen, die gebundenes Fett
beinhalten. Diese Emulsionsanteile und Feinstfeststoffe
verbleiben bei der Entölung weitgehend in der aus der
zweiten Zentrifuge ablaufenden Leimwasserphase, die an
schließend mittels einer Eindampfanlage aufkonzentriert
und zusammen mit dem Feststoff zu Fischmehl verarbeitet
wird. In der Regel werden für die Eindampfung Vakuum-Fall
stromverdampfer eingesetzt, um LT-Fischmehl (LT = Low-Tem
perature) herzustellen. Aufgrund der im Vergleich zu kon
ventionellen Eindampfanlagen niedrigeren Eindampftempera
turen, erzeugen diese Fallstromverdampfer geringere Ener
giekosten und erhöhen den Anteil an verdaulichen Proteinen
im Fischmehl. Nachteilig ist dabei allerdings, daß wegen
der niedrigen Temperaturen das Fett aus den Feinstfest
stoffen in der Leimwasserphase während der Eindampfung
nicht mehr aufgeschlossen wird und damit eine Konzentra
tentölung nicht möglich ist, wodurch der Fettgehalt im
Fischmehl steigt und somit der Proteingehalt reduziert
wird.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zu
schaffen, mit dem auch bei Einsatz von Niedrigtemperatur-
Eindampfanlagen der Fettgehalt im Fischmehl reduziert und
der Proteingehalt erhöht werden kann.
Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, daß die feststoffhalti
ge Flüssigkeitsphase zunächst zur Koagulation der Fest
stoffe einer kurzzeitigen Hitzebehandlung unterzogen wird,
die koagulierten Feststoffe danach durch eine dritte Zen
trifuge abgetrennt werden und die aus der dritten Zentri
fuge ablaufende Flüssigkeitsphase der zweiten Zentrifuge
zur Abtrennung des Fischöles zugeführt wird.
Durch die kurzzeitige Hitzebehandlung der feststoffhalti
gen Flüssigkeitsphase bei relativ hoher Temperatur mit
kurzer Verweilzeit wird eine Koagulation der Feststoffe
erreicht, ohne den Anteil an verdaulichen Proteinen we
sentlich zu verringern. Nach der Koagulation ist der Emul
sionsanteil der Flüssigkeitsphase größtenteils gespalten
und das vorher in den Feinstfeststoffen gebundene Öl weit
gehend freigesetzt. Die zu größeren Partikeln koagulierten
fettarmen Feststoffe lassen sich in der dritten Zentrifuge
effizient abtrennen, wodurch eine feststoffarme Flüssig
keitsphase erzielt wird, die eine geringere Belastung der
zweiten Zentrifuge sowie der Eindampfanlage und damit eine
Verlängerung der Standzeit bewirkt. Durch das während der
Hitzebehandlung aus den Feinstfeststoffen freigesetzte Öl
sowie durch die Emulsionsspaltung wird eine höhere Öl aus
beute erreicht sowie der Fettanteil im Leimwasser nach der
zweiten Zentrifuge reduziert. Daraus resultiert im Ver
gleich zum bekannten Verfahren (ohne Koagulation) ein
Fischmehl mit geringerem Fettgehalt, d. h. höherem Pro
teingehalt.
Bei einer vorteilhaften Ausgestaltung ist die dritte Zen
trifuge als Vollmantel-Schneckenzentrifuge ausgebildet.
Dies gewährleistet eine gute Abtrennung der koagulierten
fettarmen Feststoffe, welche direkt zur Presse bzw. zum
Trockner geführt werden können.
Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung wird die
Hitzebehandlung bei einer Temperatur von 100 bis 150°C
durchgeführt. Bei dieser Temperatur wird eine optimale Ko
agulation erreicht.
Bei einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung beträgt die
Zeitdauer der Hitzebehandlung max. 120 Sekunden. Diese
Zeit reicht für eine effiziente Koagulation aus.
Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung ist dadurch ge
kennzeichnet, daß die Zeitdauer der Hitzebehandlung min. 5
Sekunden beträgt. Diese Zeit ist mindestens erforderlich,
um eine Koagulation zu bewirken.
Bei einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung erfolgt die
Hitzebehandlung über eine Zeitdauer von 15 bis 40 Sekun
den. Diese Zeit reicht einerseits aus für eine effiziente
Koagulation und verhindert andererseits eine wesentliche
Reduzierung des verdaulichen Proteinanteils.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung
dargestellt und wird nachstehend näher erläutert.
Mit 1 ist in der Fig. die aufgeschlossene Fischrohware be
zeichnet, die in einer Vollmantel-Schneckenzentrifuge 2 in
Feststoffe 3 und eine feststoffhaltige Flüssigkeitsphase 4
aufgetrennt wird, die nach kurzzeitiger Hitzebehandlung in
einem Koagulator 5 und Abkühlung in einem Expansionstank 6
einer dritten Zentrifuge 7 zugeführt wird, in der eine
Auftrennung in eine Flüssigkeitsphase 8 und Feststoffe 9
erfolgt. In einer zweiten Zentrifuge 10 wird die Flüssig
keitsphase 8 in Fischöl 11 und Leimwasser 12 getrennt.
Die aus der Vollmantel-Schneckenzentrifuge 2 ablaufende
feststoffhaltige Flüssigkeitsphase 4 wird im Koagulator 5
für 15 bis 40 Sekunden auf 100 bis 150°c erhitzt und an
schließend im Expansionstank 6 durch indirekte Kühlung
wieder auf die Arbeitstemperatur abgekühlt. Durch die
kurzzeitige Hitzebehandlung im Koagulator 5 wird eine Ko
agulation der Feststoffe erreicht, ohne den Anteil an ver
daulichen Proteinen wesentlich zu verringern. Nach der Ko
agulation ist der Emulsionsanteil der Flüssigkeitsphase
größtenteils gespalten und das vorher in den Feinstfest
stoffen gebundene Öl weitgehend freigesetzt. Die zu größe
ren Partikeln koagulierten fettarmen Feststoffe lassen
sich jetzt in der dritten Zentrifuge 7 effizient abtren
nen, wodurch eine feststoffarme Flüssigkeitsphase 8 er
zielt wird, die in der zweiten Zentrifuge 10 entölt wird.
Die mit den Zentrifugen 2 und 7 abgetrennten Feststoffe 3
und 9 werden durch nachfolgende Pressen und Trockner wei
ter zu Fischmehl aufkonzentriert. Das von der zweiten Zen
trifuge 10 ablaufende Leimwasser 12 ist aufgrund der vor
herigen Abtrennung der koagulierten Feststoffe über die
Zentrifuge 7 und durch die während der Koagulation teil
weise Spaltung des Emulsionsanteiles der Flüssigkeitsphase
sowie der weitgehenden Entölung der Feststoffe relativ
feststoff- und fettarm, so daß die Eindampfanlage entla
stet (längere Standzeit) und ein Fischmehl mit höherem
Proteingehalt hergestellt wird.
Das erfindungsgemäße Verfahren eignet sich nicht nur für
die unmittelbare Verarbeitung von aufgeschlossener Fisch
rohware, sondern beispielsweise auch für die Verarbeitung
von Fischpreßwasser.
Claims (6)
1. Verfahren zur Gewinnung von Fischmehl, bei dem die auf
geschlossene Fischrohware, bestehend aus Feststoffen,
Leimwasser, Emulsion und Fischöl einer Vollmantel-Schnec
kenzentrifuge zwecks Abtrennung der groben Feststoffe zu
geführt wird und die aus der Schneckenzentrifuge ablaufen
de feststoffhaltige Flüssigkeitsphase in einer zweiten
Zentrifuge entölt wird, dadurch gekennzeichnet, daß die
feststoffhaltige Flüssigkeitsphase zunächst zur Koagulati
on der Feststoffe einer kurzzeitigen Hitzebehandlung un
terzogen wird, die koagulierten Feststoffe danach durch
eine dritte Zentrifuge abgetrennt werden und die aus der
dritten Zentrifuge ablaufende Flüssigkeitsphase der zwei
ten Zentrifuge zur Abtrennung des Fischöles zugeführt
wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
die dritte Zentrifuge als eine Vollmantel-Schneckenzentri
fuge ausgebildet ist.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeich
net, daß die Hitzebehandlung bei einer Temperatur von 100
bis 150°C erfolgt.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch ge
kennzeichnet, daß die Zeitdauer der Hitzebehandlung maxi
mal 120 Sekunden beträgt.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch ge
kennzeichnet, daß die Zeitdauer der Hitzebehandlung minde
stens 5 Sekunden beträgt.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch ge
kennzeichnet, daß die Hitzebehandlung über eine Zeitdauer
von 15 bis 40 Sekunden erfolgt.
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