DE19503529A1 - Verfahren zum Übertragen oder Speichern eines Datenstroms aus digitalisierten, codierten Bild-, Ton- und/oder Datensignalen - Google Patents
Verfahren zum Übertragen oder Speichern eines Datenstroms aus digitalisierten, codierten Bild-, Ton- und/oder DatensignalenInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren gemäß dem Oberbegriff des
Patentanspruchs 1.
Zur Übertragung oder Speicherung von digital codierten Bild-, Ton- oder
Datensignalen wird ein Datenstrom nach dem MPEG 2-Standard in eine Folge
gleich langer Transportpakete unterteilt. Eine Information über die Art der Daten
(z. B. Ton, Bild, Programminhalt usw.) sowie Steuerinformationen (z. B.
Synchronisation), werden in einem Kopfteil (Header) jedes Transportpaketes mit
übertragen. Zu den Steuerinformationen zählt auch eine Prioritätsinformation,
welche die Wichtigkeit des betreffenden Transportpaketes für die empfangsseitige
Decodierung repräsentiert. Entsprechend der unterschiedlichen Priorität kann ein
abgestufter Fehlerschutz oder eine unterschiedliche Modulationsart vorgesehen
werden. Die Priorität eines Transportpaketes kann sich auf die Art der Daten
beziehen, so daß in diesem Falle die ohnehin vorhandene Datenartinformation
gleichzeitig als Prioritätsinformation herangezogen wird.
Zur Veranschaulichung des MPEG 2-Standards sind in den Fig. 1 bis 3 die
Entstehung, die Übertragung und die empfängerseitige Verarbeitung der Signale
schematisch dargestellt.
Fig. 1 zeigt die wesentlichen Merkmale der Erzeugung eines Datenstroms 100
mit aufeinanderfolgenden MPEG-Transportpaketen. Unterschiedliche
Transportpakete können Daten von unterschiedlichen Quellen enthalten (z. B.
Bilddaten für TV, ergänzende Bilddaten für HDTV, Tondaten, Datendienste), die
in einer beliebigen Reihenfolge in dem Datenstrom auftreten können. Damit
beinhalten ein oder mehrere Transportpakete Informationen, die beispielsweise
mit einer spezifischen Priorität übertragen werden sollen. Somit ergibt sich eine
Folge von Transportpaketen unterschiedlicher Priorität. Transportpakete, die eine
hohe Übertragungssicherheit erfordern, sind in dem Datenstrom 100
beispielsweise mit H (HIGH) gekennzeichnet und Transportpakete mit einer
geringen Priorität mit L (LOW).
Ein Übertragungssystem, das zwei oder mehrere Digitalkanäle unterschiedlicher
Übertragungssicherheit zur Verfügung stellt, wird als Hierarchisches
Übertragungssystem bezeichnet. Fig. 2 zeigt eine mögliche Realisierung der
Aufteilung des Datenstroms 100 in einen Anteil von Transportpaketen mit hoher
H und einen Anteil mit geringer Priorität L nach dem Stand der Technik. Da eine
absolute Synchronität der unterschiedlichen Digitalkanäle nicht sichergestellt
werden kann, müssen Vorkehrungen getroffen werden, die eine Rekonstruktion
der korrekten Reihenfolge der Transportpakete des Datenstroms 100 im
Empfänger garantieren.
Weil bei verschiedenen Übertragungssystemen der Beginn eines Transportpaketes
durch eine übergeordnete Synchronisationseinrichtung bekannt gemacht werden
kann, muß das spezielle Synchronisationsbyte zu Beginn eines jeweiligen
Transportpaketes nicht unbedingt übertragen werden. Um nun die Reihenfolge
der Transportpakete des Datenstroms 100 im Empfänger sicherzustellen wird
dieses Byte im Transportpaket sendeseitig mit dem Zählerstand eines
Transportpaketzählers 11 überschrieben (Sync-Byte-Stempler 10). Die Folge 110
der Transportpakete enthält damit eine Stetigkeitsinformation. Die
Transportpakete werden im Block 12 nach ihrer Priorität aufgeteilt. Der
Datenstrom 121 wird in Fig. 2 durch Transportpakete hoher Priorität H, der
Datenstrom 122 durch diejenigen geringer Priorität L gebildet und jeweils über
den vorgesehenen Digitalkanal geleitet.
Wie Fig. 3 zeigt, liegen empfangsseitig die Datenströme 131 und 132 über die
Digitalkanäle 13H und 13L vor. Wenn die Digitalkanäle eine unterschiedliche
oder geringfügig schwankende Verzögerungszeit aufweisen, kann es vorkommen,
daß der Kombinierer 14, der die Datenströme 131 und 132 wieder zu einem
einzigen Datenstrom 141 zusammenfaßt, die Reihenfolge von Transportpaketen
beim Wechsel der Priorität vertauscht. Die Stetigkeit der aufeinanderfolgenden
Transportpakete wird daher im Block 15 anhand der übertragenen Zählerwerte
überprüft und ggf. eine Korrektur der Reihenfolge durchgeführt. Die Zählerwerte
in den Transportpaketen des korrigierten Datenstroms 151 müssen dann wieder
mit dem ursprünglichen Synchronisationsbyte überschrieben werden (Block 16),
damit wieder der ursprünglich vom Quellencodierer erzeugte Datenstrom 161
rekonstruiert wird. Auch ein vereinfachter Empfänger 19, der nur den
Datenstrom 131 mit der hohen Priorität H decodieren möchte, benötigt diese
Einrichtung 17 zum Löschen des Zählerwertes und zum Einfügen des
Synchronisationsbytes.
Nachteile des geschilderten Verfahrens ergeben sich dadurch, daß der Aufwand
für die Rekonstruktion des Datenstroms 161 mit Transportpaketen
unterschiedlicher Priorität wegen der erforderlichen Stetigkeitsprüfung 15 und
wegen der Synchronisationsbyte-Manipulation hoch ist und daß für den
vereinfachten Empfänger ebenfalls das Einfügen des Synchronisationsbytes
erforderlich ist.
Die Aufgabe der Erfindung besteht demgegenüber darin, bei einem Verfahren der
eingangs erwähnten Art den empfängerseitigen Aufwand für die Rekonstruktion
des Datenstroms so gering wie möglich zu halten.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die kennzeichnenden Merkmale des
Patentanspruchs 1 gelöst.
Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen des erfindungsgemäßen
Verfahrens ergeben sich aus den Unteransprüchen.
Die Erfindung wird anhand der Zeichnungen näher erläutert. Es zeigt:
Fig. 1 schematisch die Erzeugung eines MPEG-Transport-Datenstroms mit
beliebig aufeinanderfolgenden Transport-Paketen unterschiedlicher
Priorität;
Fig. 2 den sendeseitigen Aufbau eines hierarchischen Übertragungssystems nach
dem Stand der Technik;
Fig. 3 den empfangsseitigen Aufbau eines hierarchischen Übertragungssystems
nach dem Stand der Technik;
Fig. 4 den sendeseitigen Aufbau eines hierarchischen Übertragungssystems nach
der Erfindung, und
Fig. 5 den empfangsseitigen Aufbau eines hierarchischen Übertragungssystems
nach der Erfindung.
Die Struktur der erfindungsgemäßen Realisierung zeigt Fig. 4. Eine
Veränderung des Synchronisationsbytes eines Transportpaketes für die
Übertragung des Paketzählerstandes wird nicht notwendig. Dafür wird die
Aufteilung des Datenstroms 110 in Transportpakete mit unterschiedlicher Priorität
in einer Schaltinformation 123 codiert. Diese gibt einen genauen Aufschluß über
die ursprüngliche Folge der aufgeteilten Transportpakete nach ihrer Priorität. Die
Schaltinformation 123 wird dann gesondert übertragen, wobei entweder der
Digitale Übertragungskanal H oder ein separater digitaler Übertragungskanal
verwendet werden kann (z. B. "Transmitter-Parameter-Signalling"-Kanal). Da ein
Transportpaket 204 Byte bzw. 1632 Bits umfaßt, und bei zwei Prioritätsstufen für
die Signalisierung maximal ein 1,1 Bit pro Transportpaket erforderlich ist
(zusätzlicher Fehlerschutz ein gerechnet), ist der zusätzliche Übertragungsaufwand
mit 0,06% sehr gering.
Empfangsseitig vereinfacht sich, wie Fig. 5 zeigt, die Zusammenfügung der
Transportpakete zu der ursprünglichen Folge erheblich. Die übertragene
Schaltinformation 133 wird direkt für die Ansteuerung eines Umschalters 14
genutzt. Wenn beispielsweise einer der Übertragungskanäle 13H oder 13L eine
größere Verzögerung aufweist, so wird durch die vorgegebene Schalterstellung
des Umschalters 14 das Eintreffen des betreffenden Transportpaketes abgewartet
werden. Damit wird verhindert, daß ein zeitlich schnelleres Transportpaket nicht
zu früh in die Folge eingefügt wird. Der vereinfachte Decoder 19, der nur den
Datenstrom mit Transportpaketen hoher Priorität decodiert, benötigt überhaupt
keine zusätzliche Hardware und kann den Datenstrom 131 direkt zur weiteren
Verarbeitung weiterleiten. Dies erweist sich als vorteilhaft bei der
erfindungsgemäßen Realisierung, weil damit auch keinerlei Vorkehrungen für die
Behandlung von hierarchisch übertragenen Transportpaketen bei der
Spezifizierung oder Realisierung von nicht hierarchischen Übertragungssystemen
notwendig wird und weil zugunsten des Empfängers nur ein mäßiger
Realisierungsaufwand im Sendesystem verbleibt.
Eine weitere vorteilhafte Realisierung der Erfindung ergibt sich dadurch, daß die
Schaltinformation für den Umschalter 14 jeweils in einem der vorhergehenden
Transportpakete übertragen wird. Wenn bei einer speziellen Applikation in dem
Kopf des Transportpaketes ein oder mehrere Bits eine für die Decodierung nicht
relevante Information enthalten, lassen sich diese Bits für die Schaltinformation
verwenden.
Insbesondere kann das im MPEG2-Multiplex vorgesehene Bit für die Priorität des
Transportpaketes verwendet werden, um die Priorität des oder eines der
folgenden Transportpakete anzugeben und damit die erforderliche Schalterstellung
für den Umschalter 14 im voraus zu übertragen.
Claims (6)
1. Verfahren zum Übertragen oder Speichern eines Datenstroms aus
digitalisierten, codierten Bild-, Ton- und/oder Datensignalen, bei dem der
Datenstrom in eine Folge von Transportpaketen unterschiedlicher Priorität
unterteilt wird, welche vor der Übertragung bzw. Speicherung nach ihrer
Priorität selektiert werden, und bei dem jede Folge von Datenpaketen
gleicher Priorität auf bzw. in einem zugeordneten Digitalkanal übertragen
bzw. gespeichert wird, dadurch gekennzeichnet, daß eine
Schaltinformation zusätzlich zu den Datenpaketen gleicher Priorität
übertragen bzw. gespeichert wird, wobei die Schaltinformation die
Aufteilung der aufeinanderfolgenden Transportpakete auf die einzelnen
Digitalkanäle repräsentiert, und daß decoderseitig die Schaltinformation
dazu verwendet wird, um die Zusammenfügung der über die einzelnen
Digitalkanäle empfangenen Transportpakete in der ursprünglichen
Reihenfolge zu rekonstruieren.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die
Schaltinformation in dem Digitalkanal für die Datenpakete der höchsten
Priorität mitübertragen wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die
Schaltinformation in dem Digitalkanal für die Datenpakete der höchsten
Priorität mitübertragen wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die
Schaltinformation in einem speziellen Transmitter-Parameter-Signalling-Ka
nal übertragen bzw. gespeichert wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet,
daß die Schaltinformation vor ihrer Übertragung oder Speicherung,
komprimiert bzw. codiert wird und decoderseitig dekomprimiert bzw.
decodiert wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet,
daß die Schaltinformation in Abhängigkeit von Änderungen in der
Prioritätenfolge der Transportpakete übertragen bzw. gespeichert wird.
Priority Applications (3)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19503529A DE19503529A1 (de) | 1995-02-03 | 1995-02-03 | Verfahren zum Übertragen oder Speichern eines Datenstroms aus digitalisierten, codierten Bild-, Ton- und/oder Datensignalen |
| AU46222/96A AU4622296A (en) | 1995-02-03 | 1996-02-03 | Process for the hierarchical transmission of digitised and coded video, audio and data signals |
| PCT/EP1996/000454 WO1996024223A1 (de) | 1995-02-03 | 1996-02-03 | Verfahren zur hierarchischen übertragung von digitalisierten, codierten bild-, ton- und/oder datensignalen |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
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| DE19503529A DE19503529A1 (de) | 1995-02-03 | 1995-02-03 | Verfahren zum Übertragen oder Speichern eines Datenstroms aus digitalisierten, codierten Bild-, Ton- und/oder Datensignalen |
Publications (1)
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|---|---|
| DE19503529A1 true DE19503529A1 (de) | 1996-08-14 |
Family
ID=7753098
Family Applications (1)
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| DE19503529A Ceased DE19503529A1 (de) | 1995-02-03 | 1995-02-03 | Verfahren zum Übertragen oder Speichern eines Datenstroms aus digitalisierten, codierten Bild-, Ton- und/oder Datensignalen |
Country Status (3)
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| AU (1) | AU4622296A (de) |
| DE (1) | DE19503529A1 (de) |
| WO (1) | WO1996024223A1 (de) |
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Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| AU4622296A (en) | 1996-08-21 |
| WO1996024223A1 (de) | 1996-08-08 |
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