DE19503442C1 - Zweitakt-Gegenkolbenmotor - Google Patents
Zweitakt-GegenkolbenmotorInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf einen Zweitakt-Gegenkolbenmotor
gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
Aus der DE 41 35 386 C2 ist bereits ein Zweitakt-Gegenkolbenmo
tor der gattungsgemäßen Art bekannt, der zwei Zylinder mit je
weils Ein- und Auslaßschlitzen, einem Einlaß- und einem Auslaß
kanal sowie zwei gegenläufig zusammenwirkende Kolben (Einlaß-
und Auslaßkolben) umfaßt, die über direkte Kraftflußglieder auf
eine gemeinsame Kurbelwelle wirken. Die Kurbelwelle besitzt zwei
Hauptlagerzapfen und drei Kurbelzapfen, von denen die beiden äu
ßeren Kurbelzapfen mit dem kurbelwellenfernen Kolben verbunden
sind und der dritte Kurbelzapfen mit dem kurbelwellennahen Kol
ben verbunden ist. Zur Verbesserung der Qualität der Spülung
wird der Hub des Auslaßkolbens wesentlich kleiner ausgeführt als
der Hub des Einlaßkalbens.
Zum allgemeinen technischen Hintergrund wird noch auf die Druck
schriften DE 33 27 225 C2 und WO 89/07704 verwiesen.
Ein Nachteil von gattungsgemäßen Zweitakt-Gegenkolbenmotoren
liegt darin, daß die Qualität der Spülung trotz der Abstimmung
der Hübe von Einlaß- und Auslaßkolben immer nach unbefriedigend
ist.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen gattungsgemäßen
Zweitakt-Gegenkolbenmotor möglichst einfach und kastengünstig so
auszubilden, daß die Qualität der Spülung und damit der Wir
kungsgrad des Motors wesentlich verbessert wird.
Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die im Kennzeichen des
Hauptanspruches gegebenen Merkmale gelöst.
Ein Vorteil des erfindungsgemäßen Zweitakt-Gegenkolbenmotors
liegt darin, daß durch den mehrfachwirkenden Kolben, ohne bau
lich relativ aufwendige Zusatzaggregate zur Aufladung, eine Vor
verdichtung der Frischluft erfolgt, so daß die zu den Einlaß
schlitzen gelangende Frischluft bereits wesentlich über Atmo
sphärendruck verdichtet ist. Dadurch wird die Füllung des Zylin
ders entscheidend verbessert und somit der Wirkungsgrad des Mo
tors insgesamt gesteigert.
Die Ausgestaltung der Erfindung nach Anspruch 2 ist eine bevor
zugte Bauausführung der Erfindung. Als Ein- und Auslaßventile
sind beispielsweise Flatterventile verwendbar, die die Funktion
eines Rückschlagventils in der gewünschten Strömungsrichtung er
füllen.
Durch die erfindungsgemäße Ausgestaltung nach Anspruch 3 ist
durch Verbindung der Auslaßventile beider Arbeitskammern mit ei
ner weiteren Kammer, die direkt zu den Einlaßschlitzen führt,
eine zweistufige Vorverdichtung der Frischluft möglich.
Ein Vorteil der erfindungsgemäßen Ausgestaltung nach Anspruch 4
liegt darin, daß durch die kurbelwellenferne Anordnung des mehr
fachwirkenden Kolbens die bauliche Ausführung des Motors wesent
lich vereinfacht wird.
Bei der erfindungsgemäßen Ausgestaltung nach Anspruch 5 über
nimmt bei kurbelwellenfern angeordneten Einlaßschlitzen der kur
belwellenferne Kolben neben seiner Funktion als Frischluftvor
verdichter gleichzeitig die Steuerung der Einlaßschlitze.
Weitere Ausgestaltungen und Vorteile der Erfindung gehen aus
den übrigen Unteransprüchen und der Beschreibung hervor.
In der Zeichnung ist die Erfindung anhand eines Ausführungsbei
spieles näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 einen Vollschnitt in Richtung einer Zylinderhochachse
und normal zur Rotationsachse einer Kurbelwelle eines
erfindungsgemäßen Zweitakt-Gegenkolbenmotors in einer
Ausführung mit zwei um 180° versetzten Zylindern und
mit jeweils zwei gegenläufig zusammenwirkenden Kolben,
die über direkte Kraftflußglieder auf eine gemeinsame
Kurbelwelle wirken, wobei die beiden kurbelwellenfernen
Kolben als mehrfachwirkende Kolben zur Vorverdichtung
von Frischgas ausgeführt sind und die kurbelwellennahen
Kolben zu einem doppeltwirkenden Kolben einstückig mit
einander verbunden sind,
Fig. 2 einen Vollschnitt in Richtung der Zylinderhochachse und
in Richtung der Rotationsachse der Kurbelwelle des
Zweitakt-Gegenkolbenmotors aus Fig. 1,
Fig. 3 einen Schnitt III-III von Fig. 2 normal zur Zylinder
hochachse und parallel zur Rotationsachse der Kurbel
welle,
Fig. 4 eine Ansicht der beiden mit einem Verbindungsstück ein
stückig verbundenen, kurbelwellennahen Kolben aus den
Fig. 1 und 2,
Fig. 5 einen Schnitt V-V von Fig. 2 normal zur Zylinderhoch
achse und parallel zur Rotationsachse der Kurbelwelle
durch Einlaßkanäle und Einlaßschlitze und
Fig. 6 einen Schnitt VI-VI von Fig. 2 normal zur Zylinder
hochachse und parallel zur Rotationsachse der Kurbel
welle durch Auslaßkanäle und Auslaßschlitze des erfin
dungsgemäßen Zweitakt-Gegenkolbenmotors.
Die Fig. 1 und 2 zeigen einen Zweizylinder-Zweitakt-Gegenkolben
motor mit einem Motorgehäuse 1, das zwei um 180° versetzte Zy
linderblöcke 2 und 3 und ein Kurbelgehäuse 4 umfaßt, in dem eine
Kurbelwelle 5 in zwei Hauptlagern 6 und 7 gelagert ist. An dem
Motorgehäuse 1 ist eine Ölwanne W angeordnet. Zur besseren
zeichnerischen Darstellung ist der erfindungsgemäße Motor bezüg
lich seiner bevorzugten Gebrauchslage um 90° gedreht darge
stellt.
In den Zylinderblöcken 2 und 3 befinden sich Zylinder 8 und 9,
wobei der Zylinder 8 einen Einlaßkanal E1 mit Einlaßschlitzen 10
und einen Auslaßkanal A1 nebst Auslaßschlitzen 12 und der Zylin
der 9 einen Einlaßkanal E2 mit Einlaßschlitzen 11 und einen Aus
laßkanal A2 nebst Auslaßschlitzen 13 umfaßt. Die zu den Ein-
bzw. Auslaßschlitzen 10 bzw. 12 führenden Ein- bzw. Auslaßkanäle
E1 bzw. A1 sind zu jeweils einem gemeinsamen Flansch 53 bzw. 54
auf einer Motorseite zusammengeführt (siehe Fig. 3). Die Zylin
der 8 und 9 sind mit Zylinderdeckeln D und D abgeschlossen.
In den Zylindern 8 und 9 sind jeweils zwei gegenläufig zusammen
wirkende Kolben 14 und 15 (Zylinder 8) bzw. 16 und 17 (Zylinder
9) geführt, die über unten näher beschriebene Kraftflußglieder K
auf die gemeinsame Kurbelwelle 5 wirken.
Im Zylinder 8 steuert der kurbelwellenferne Kolben 14 die Ein
laßschlitze 10 und der kurbelwellennahe Kolben 15 die Auslaß
schlitze 12. Analog hierzu steuert im Zylinder 9 der kurbelwel
lenferne Kolben 16 die Einlaßschlitze 11 und der kurbelwellenna
he Kolben 17 die Auslaßschlitze 13.
Die Kurbelwelle 5 besitzt zwei äußere Kurbelzapfen 18 und 20 so
wie zwei innere Kurbelzapfen 19 und 46. Die beiden äußeren Kur
belzapfen 18 und 20 sind als Hubexzenter ausgebildet. Die beiden
inneren Kurbelzapfen 19 und 46 sind mit dem kurbelwellennahen
Kolben 17 verbunden.
Die inneren Kurbelzapfen 19 und 46 sind zu den äußeren Kurbel
zapfen 18 und 20 um einen Kurbelwinkel α im Bereich von
160-180° versetzt. In den Fig. 1 und 2 ist ein Versatz des Kurbelwin
kels α von 180° gezeichnet.
An den Kolben 14-17 sind in prinzipiell bekannter Weise Kolben
ringe a-j angeordnet. Die Kolbenringe a und b des Kolbens 14 und
die Kolbenringe h und i des Kolbens 16 sind bevorzugt als Kom
pressionsringe ausgebildet.
Die oben erwähnten direkten Kraftflußglieder K zwischen den kur
belwellenfernen Kolben 14, 16 und der Kurbelwelle 5 umfassen
zwei mit einer Gleithülse 32 verbundene Pleuel 33 und 34 sowie
Zugstangen 35 und 36 (für den Kolben 14) und Zugstangen 37 und
38 (für den Kolben 16), wobei die Gleithülse 32 auf einer Gleit
bahn 39 im Motorgehäuse 1 parallel zu einer Zylinderhochachse 40
verschiebbar und über die Zugstangen 35, 36 bzw. 37, 38 mit den
kurbelwellenfernen Kolben 14 bzw. 16 verbunden ist.
Die Gleithülse 32 und die Gleitbahn 39 bilden eine Gleitpaarung,
die von einer Rotationsachse 45 der Kurbelwelle 5 aus betrachtet
jeweils zwei gegenüberliegende Zylindermantelsektoren S1, S2
bzw. S3, S4 umfaßt, die in Richtung der Zylinderhochachse 40 be
trachtet zwischen Pleuelaufnahmen 43, 44 der Gleithülse 32 ange
ordnet sind (siehe Fig. 3). In einer nicht dargestellten Ausfüh
rung der Erfindung kann, wenn lediglich ein Pleuel zur Anlenkung
des kurbelwellennahen Kalbens verwendet wird, die Gleitpaarung
derart ausgeführt sein, daß diese lediglich zwei Zylindermantel
sektoren umfaßt, die durch eine Zylindermeridianebene normal zur
Drehachse der Kurbelwelle geschnitten sind.
Jede der parallel zur Zylinderhochachse 40 verlaufenden Zugstan
gen 35-38 ist mindestens um den Kurbelwellenradius r normal zur
Kurbelwelle 5 beabstandet und in Richtung der Zylinderhochachse
40 betrachtet zwischen den Pleuelaufnahmen 43, 44 der Gleithülse
32 angeordnet.
Die beiden kurbelwellenfernen Kolben 14 und 16 sind als
mehrfachwirkende Kolben ausgebildet und dienen als Spülpumpe für
den erfindungsgemäßen Zweitakt-Gegenkolbenmotor.
Im folgenden wird die Erfindung am kurbelwellenfernen Kolben 14
im Zylinder 8 erläutert und gilt selbstverständlich für den kur
belwellenfernen Kolben 16 für den Zylinder 9 in analoger Weise.
Der kurbelwellenferne Kolben 14 begrenzt teilweise zwei vonein
ander unabhängige Arbeitskammern 21 und 22, die der Varverdich
tung von Frischluft dienen und aus denen diese Frischluft den
Einlaßschlitzen 10 zugeführt wird. Die Arbeitskammer 21 wird vom
Kolben 14 und vom Zylinderblock 1 und die Arbeitskammer 22 wird
vom Kolben 14, dem Zylinderblock 1 und dem Zylinderdeckel D be
grenzt.
Jede der beiden Arbeitskammern 21, 22 umfaßt eine mit einem Ein
laßventil 23, 24 gesteuerte Einlaßöffnung 25, 26 für die Zufuhr
der Frischluft und eine mit einem Auslaßventil 27, 28 gesteuerte
Auslaßöffnung 29, 30 zum Auslaß der vorverdichteten Frischluft
zu den Einlaßschlitzen 10. Die Auslaßventile 27, 28 der beiden
Arbeitskammern 21, 22 münden in eine Kammer 31, die eine direkte
Strömungsverbindung zu den Einlaßschlitzen 10 des Zylinders 8
aufweist.
Die Einlaßöffnung 25 und die Auslaßöffnung 29 in der ersten Ar
beitskammer 21 ist im Bereich des unteren Tatpunktes des mehr
fachwirkenden Kolbens 14 und die Einlaßöffnung 26 und die Aus
laßöffnung 30 in der zweiten Arbeitskammer 22 ist im Bereich des
oberen Totpunktes des mehrfachwirkenden Kolbens 14 angeordnet.
Wie in Fig. 1 ersichtlich ist, steuert der kurbelwellenferne,
mehrfachwirkende Kolben 14 die Einlaßschlitze 10.
Analoge Bezugszeichen zum Bereich Kolben 14 / Zylinder 8 sind im
Bereich Kolben 16 / Zylinder 9 apostrophiert dargestellt. Dies
betrifft unter anderem die Arbeitskammern 21′ und 22′, die Ein
laßventile 23′ und 24′, die Einlaßöffnungen 25′ und 26′, die
Auslaßventile 27′ und 28′, die Auslaßöffnungen 29′ und 30′ sowie
die Kammer 31′ und den Zylinderdeckel D′.
Auf der rechten Seite des Motorgehäuses 1 in Fig. 1 sind, je
weils zwischen den Ein- und Auslaßkanälen E1, A1 bzw. E2, A2,
Einspritzdüsen 41, 42 und Zündkerzen Z1, Z1′ angeordnet. Die Er
findung ist aber selbstverständlich nicht auf diese Ausführungs
farm beschränkt. So können erfindungsgemäße Zweitaktmotoren bei
spielsweise auch als Vorkammer-Dieselmotoren oder direkte in
spritzende Dieselmotoren ausgeführt werden.
Bei der Ausführung des Zweitakt-Gegenkolbenmotors mit zwei um
180° versetzten Zylindern 8, 9 und jeweils zwei gegenläufig zu
sammenwirkenden Kolben 14, 15 bzw. 16, 17 sind die Zugstangen
35, 36 des ersten kurbelwellenfernen Kolbens 14 und Zugstangen
37, 38 des zweiten kurbelwellenfernen Kolbens 16 an der Gleit
hülse 32 befestigt, so daß die beiden kurbelwellenfernen Kolben
14, 16 starr miteinander verbunden sind. In einer nicht darge
stellten Ausführungsform der Erfindung können statt der zwei
Zugstangen zwischen dem kurbelwellenfernen Kolben 14 bzw. 16 und
der Gleithülse 32 auch beispielsweise jeweils 4 Zugstangen ange
ordnet sein, wenn dies vom Bauraum her möglich und aus Steifig
keitsgründen erwünscht ist.
Das Verdichtungsverhältnis des Zweitakt-Gegenkolbenmotors ist
mit der Montage der Zugstangen 35, 36 bzw. 37, 38 einstellbar.
Zwischen den äußeren Kurbelzapfen 18 und 20 der Kurbelwelle 5
sind gemäß Fig. 2 zwei Kurbelzapfen 19, 46 angeordnet, die über
zwei Pleuel 47, 48 mit dem kurbelwellennahen Kolben 17 verbunden
sind, wobei die tragende Breite B der beiden äußeren Kurbelzap
fen 18, 20 und der beiden inneren Kurbelzapfen 19, 46 gleich
ist.
Die zwei Kurbelzapfen 19 und 46 sind mit dem kurbelwellennahen
Kolben 17 gekoppelt, wobei der Kolben 17 mit dem Kolben 15 mit
einem Verbindungsstück 49 starr verbunden ist. Das Verbindungs
stück 49 zwischen den Kolben 15 und 17 weist einen Ausschnitt 50
zur Durchführung und zum Freilauf der Kurbelwelle 5 auf.
Die beiden starr verbundenen Kolben 15 und 17 nebst Verbindungs
stück 49 sind innerhalb der Gleithülse 32 angeordnet, wobei die
Gleithülse 32 parallel zur Zylinderhochachse 40 verlaufende Aus
schnitte 51, 52 (siehe Fig. 3) für den Freilauf der inneren
Kurbelzapfen 19 und 46 der Kurbelwelle 5 aufweist.
Das Pleuelstangenverhältnis (Verhältnis von Kurbelradius r zu
Pleuelstangenlänge l) λi und λa des äußeren Pleuelpaares 33, 34
(ra, la, λa=ra/la) und des inneren Pleuelpaares 47, 48 (ri, li,
λi=ri/li) ist gleich und die Kurbelradien ri und ra sind im umge
kehrten Verhältnis der inneren bzw. äußeren Kolbenmassen mi bzw.
ma unterschiedlich. Diese Maßnahme ergibt ein äußeres Gleichge
wicht der oszillierenden Massenkräfte aller Ordnungen. Die ro
tierenden Massen sind durch Materialentnahme (Bohrungen) in den
Hubexzentern ausgleichbar. Die inneren Massenkraftwirkungen ver
bleiben in der Zylinderebene und wirken nicht über Lager und Ge
häuse in eine andere Zylinderebene hinein. Somit sind Mehrzylin
dertriebwerke mit beliebiger Zylinderzahl ohne weitere Aus
gleichsmaßnahmen darstellbar.
Faßt man die auf die äußeren Kurbelzapfen 18, 20 und auf die in
neren Kurbelzapfen 19, 46 periodisch wirkenden Gas- und Massen
kräfte jeweils zu einer Resultierenden zusammen, so zeigt sich
ein besonderer Vorteil des erfindungsgemäßen Zweizylinder-Zwei
takt-Gegenkolbenmotors, denn in jeder Kurbelwellenstellung bela
stet stets nur die Differenzkraft der beiden Resultierenden die
Lager. Die Reibung und der Verschleiß der Lager sind dadurch
vermindert. Dieser positive Effekt nimmt mit steigender Motor
drehzahl zu.
Die oben beschriebenen Ausgleichsmaßnahmen machen Gegengewichte
an der Kurbelwelle 5 überflüssig. Durch die Ausführung der Kur
belzapfen 18 bzw. 20 als Hubexzenter sind an der Kurbelwelle 5
keine Wangen zum Massenausgleich erforderlich und es entsteht
der Freiraum für die Verbindung des inneren und des äußeren Kol
benpaares (Kolbenpaare 14, 16 bzw. 15, 17) im Bereich der Kur
belwelle 5 in der oben beschriebenen Weise.
Mit der Zusammenfassung des inneren Kolbenpaares 15, 17 zu einer
doppeltwirkenden Kolbeneinheit entfällt das verlustbehaftete
Pumpen der unter dem Kolbenboden befindlichen Luft.
Die über die Kurbelzapfen 18 und 20 (Hubexzenter) eingeleitete
Seitenkraft wird von der Gleithülse 32 aufgenommen, die im Kur
belgehäuse 4 geführt und geschmiert ist. Die äußeren Kolben 14,
16 sind somit seitenkraftfrei, weshalb diesbezüglich keine
Schmierung erforderlich ist.
Da durch das Zusammenwirken der beiden Kolben 14, 15 bzw. 16, 17
eine Hubteilung bedingt ist, wird auch die mittlere Kolbenge
schwindigkeit verringert. Die verringerte mittlere Kolbenge
schwindigkeit und die günstigen Voraussetzungen zur Beibehaltung
der Zylinderrundheit, beispielsweise die gleichmäßige Schlitz
verteilung und Zylinderkühlung sprechen für einen insgesamt sehr
geringen Schmierölbedarf für die beiden äußeren Kolben 14, 16.
Die auf die äußeren Kolben 14, 16 wirkenden Gas- und Massen
kräfte sind stets nach außen gerichtet. Deshalb sind als Verbin
dungselemente zwischen den äußeren Kolben 14, 16 und der Gleit
hülse 32 Zugstangen 35-38 verwendbar. Der Querschnitt der Zug
stangen 35-38 ist so dünn wie möglich bemessen, damit sich et
waige Fluchtungsfehler zwischen den äußeren Kolben 14, 16 und
der Gleithülse 32 reibungsarm ausgleichen.
Der oben beschriebene Massenausgleich wird geringfügig beein
trächtigt durch den von 180° abweichenden Versatz des Kurbelwin
kels α im Bereich von 160-180° (bevorzugt 170-175°) zwischen den
äußeren Kurbelzapfen 18, 20 und den inneren Kurbelzapfen 19, 46.
Durch den Versatz wird erreicht, daß die Auslaßschlitze 12, 13
früher geöffnet und früher geschlossen werden als die
Einlaßschlitze 10, 11. Dadurch ist die Überschneidungsphase, in der
sowohl Einlaß- als auch Auslaßschlitze geöffnet sind, geringer,
wodurch die Füllung des Zylinders mit Frischluft wesentlich ver
bessert wird.
In Fig. 3 ist ein Schnitt III-III von Fig. 2 normal zur Zylin
derhochachse 40 und parallel zur Rotationsachse 45 der Kurbel
welle 5 dargestellt. Rechts vom Hauptlager 7 und links vom
Hauptlager 6 der Kurbelwelle 5 ist die Pleuelbefestigung
(Pleuelaufnahmen 43, 44) der Pleuel 33 bzw. 34 an der Gleithülse
32 zu sehen. Der Übersichtlichkeit halber ist der Kolben 15 in
diesem Schnitt nicht dargestellt. Gleiche Bauteile aus den Fig.
1 und 2 sind mit gleichen Bezugsziffern gekennzeichnet.
Fig. 4 zeigt in vergrößerter Darstellung eine Ansicht der mit
dem Verbindungsstück 49 fest verbundenen, kurbelwellennahen
Kolben 15 und 17 aus den Fig. 1 und 2.
In Fig. 5 ist ein Schnitt V-V von Fig. 2 normal zur Zylinder
hochachse 40 und parallel zur Rotationsachse 45 der Kurbelwelle
5 durch die Einlaßkanäle E1 und Einlaßschlitze 10 dargestellt.
In Fig. 6 ist ein Schnitt VI-VI von Fig. 2 normal zur Zylin
derhochachse 40 und parallel zur Rotationsachse 45 der Kurbel
welle 5 durch die Auslaßkanäle A1 und Auslaßschlitze 12 des er
findungsgemäßen Zweitakt-Gegenkolbenmotors gezeigt. Gleiche Bau
teile aus den Fig. 1 und 2 werden mit gleichen Bezugszeichen ge
kennzeichnet.
In einer nicht dargestellten Ausführungsform der Erfindung ist
bei einem Einzylinder-Zweitakt-Gegenkolbenmotor mit einem kur
belwellenfernen und einem kurbelwellennahen Kolben ist der kur
belwellenferne Kolben mit einem dritten Kolben über Zugstangen
fest verbunden, mit dem Frischluft vorverdichtbar und diese über
einen Kanal den Einlaßschlitzen zuführbar ist.
Claims (7)
1. Zweitakt-Gegenkolbenmotor, der mindestens einen Zylinder mit
Ein- und Auslaßschlitzen, einen Einlaß- und einen Auslaßkanal
und mindestens zwei gegenläufig zusammenwirkende Kolben umfaßt,
die über direkte Kraftflußglieder auf eine gemeinsame Kurbel
welle wirken, wobei die Kurbelwelle mindestens drei Kurbelzapfen
aufweist, von denen die beiden äußeren Kurbelzapfen mit dem kur
belwellenfernen Kolben verbunden sind und der dritte Kurbelzap
fen mit dem kurbelwellennahen Kolben verbunden ist,
dadurch gekennzeichnet,
daß mindestens einer der Kolben (14, 15, 16, 17) als mehrfachwir
kender Kolben ausgebildet ist, der mindestens zwei voneinander
unabhängige Arbeitskammern (21, 22, 21′, 22′) zur Vorverdichtung
von Frischluft teilweise begrenzt und die vorverdichtete Frisch
luft den Einlaßschlitzen (10, 11) zugeführt wird.
2. Zweitakt-Gegenkolbenmotor nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß jede der beiden Arbeitskammern (21, 22, 21′, 22′) mindestens
eine mit einem Einlaßventil (23, 24, 23′, 24′) gesteuerte Einlaß
öffnung (25, 26, 25′, 26′) für die Zufuhr der Frischluft und eine
mit einem Auslaßventil (27, 28, 27′, 28′) gesteuerte Auslaßöffnung
(29, 30, 29′, 30′) zum Auslaß der vorverdichteten Frischluft zu den
Einlaßschlitzen (10, 11) umfaßt.
3. Zweitakt-Gegenkolbenmotor nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Auslaßventile (27, 28, 27′, 28′) der beiden Arbeitskammern
(21, 22, 21′, 22′) in eine Kammer (31, 31′) münden, die eine direkte
Strömungsverbindung zu den Einlaßschlitzen (10, 11) des Zylinders
(8, 9) aufweist.
4. Zweitakt-Gegenkolbenmotor nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß der mehrfachwirkende Kolben der kurbelwellenferne Kolben
(14, 16) ist.
5. Zweitakt-Gegenkolbenmotor nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß der mehrfachwirkende Kolben die Steuerung der Einlaßschlitze
(10, 11) übernimmt.
6. Zweitakt-Gegenkolbenmotor nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Einlaßöffnung (25, 25′) und die Auslaßöffnung (29, 29′) in
der ersten Arbeitskammer (21) im Bereich des unteren Totpunktes
des mehrfachwirkenden Kolbens angeordnet ist.
7. Zweitakt-Gegenkolbenmotor nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Einlaßöffnung (26, 26′) und die Auslaßöffnung (30, 30′) in
der zweiten Arbeitskammer (22) im Bereich des oberen Totpunktes
des mehrfachwirkenden Kolbens angeordnet ist.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1995103442 DE19503442C1 (de) | 1995-02-03 | 1995-02-03 | Zweitakt-Gegenkolbenmotor |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1995103442 DE19503442C1 (de) | 1995-02-03 | 1995-02-03 | Zweitakt-Gegenkolbenmotor |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19503442C1 true DE19503442C1 (de) | 1996-05-23 |
Family
ID=7753036
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1995103442 Expired - Fee Related DE19503442C1 (de) | 1995-02-03 | 1995-02-03 | Zweitakt-Gegenkolbenmotor |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19503442C1 (de) |
Cited By (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| FR2888907A1 (fr) * | 2005-07-21 | 2007-01-26 | Marie Therese Mazille | Dispositif pour ouvrir et fermer les lumieres de distribution dans les moteurs deux temps, et guider les pistons quand ils sont monocylindriques. |
| WO2007069915A1 (en) * | 2005-12-14 | 2007-06-21 | Shed Engineering Limited | Reciprocating piston machine |
| GB2463204B (en) * | 2007-06-06 | 2013-02-13 | Cox Powertrain Ltd | Internal combustion engines |
Citations (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE3327225C2 (de) * | 1983-07-28 | 1986-03-27 | Daimler-Benz Ag, 7000 Stuttgart | Kreuzkopfführung für die in einem Arbeitszylinder einer Zweitakt-Gegenkolben-Brennkraftmaschine angeordneten Kolben |
| WO1989007704A1 (en) * | 1988-02-10 | 1989-08-24 | Claude Hector May | Internal combustion engine |
| DE4135386C2 (de) * | 1991-10-26 | 1993-06-17 | Bernd O-5900 Eisenach De Fischer |
-
1995
- 1995-02-03 DE DE1995103442 patent/DE19503442C1/de not_active Expired - Fee Related
Patent Citations (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE3327225C2 (de) * | 1983-07-28 | 1986-03-27 | Daimler-Benz Ag, 7000 Stuttgart | Kreuzkopfführung für die in einem Arbeitszylinder einer Zweitakt-Gegenkolben-Brennkraftmaschine angeordneten Kolben |
| WO1989007704A1 (en) * | 1988-02-10 | 1989-08-24 | Claude Hector May | Internal combustion engine |
| DE4135386C2 (de) * | 1991-10-26 | 1993-06-17 | Bernd O-5900 Eisenach De Fischer |
Cited By (5)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
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| WO2007069915A1 (en) * | 2005-12-14 | 2007-06-21 | Shed Engineering Limited | Reciprocating piston machine |
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| US8499726B2 (en) | 2007-06-06 | 2013-08-06 | Cox Powertrain Ltd. | Internal combustion engines |
| EP3000965A1 (de) * | 2007-06-06 | 2016-03-30 | Cox Powertrain Ltd | Verbrennungsmotoren |
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