DE19502185A1 - Verfahren zur Zerkleinerung von biologische Organismen schädigenden Körpern hoher Festigkeit - Google Patents
Verfahren zur Zerkleinerung von biologische Organismen schädigenden Körpern hoher FestigkeitInfo
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Classifications
-
- G—PHYSICS
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- G21F—PROTECTION AGAINST X-RADIATION, GAMMA RADIATION, CORPUSCULAR RADIATION OR PARTICLE BOMBARDMENT; TREATING RADIOACTIVELY CONTAMINATED MATERIAL; DECONTAMINATION ARRANGEMENTS THEREFOR
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-
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Zerkleinerung von
biologische Organismen schädigenden Körpern hoher Festigkeit
nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
In biologischen, chemischen und nuklearen Anlagen besteht bei
einem Unfall die Gefahr der Freisetzung von Stoffen, welche
biologische Organismen (Tier und Mensch) schädigen oder sogar
töten. Abhängig von der Art der Reaktion bzw. des Unfalles
kann das schädigende Material in einer Form vorliegen, welche
nicht ohne weitere Maßnahmen abzubauen ist. So kann das Mate
rial z. B. als Schmelze oder als Lava vorliegen, welche mit
herkömmlichen Bearbeitungswerkzeugen nicht in handhabbare
Teile zerlegt werden kann.
Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht daher darin,
ein Verfahren der eingangs erwähnten Art anzugeben, mit dem
Körper, welche durch herkömmliche Verfahren nicht oder nur
mit extrem großen Aufwand abgebaut werden können, auf relativ
einfache und für das Bedienungspersonal sichere Weise in
handhabbare Teile zu zerkleinern.
Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des kennzeichnenden
Teiles des Anspruchs 1 gelöst. Weitere vorteilhafte Ausge
staltungen der Erfindung offenbaren die Unteransprüche.
Im wesentlichen liegt der Erfindung der Gedanke zugrunde, die
Zerkleinerung der entsprechenden Körper durch pyrotechnische
Ladungen vorzunehmen. Hierzu werden zunächst mittels eines
Roboter-Fahrzeuges die Form und die für die Zerkleinerung
wichtigen physikalischen Werte des Körpers ermittelt, gege
benenfalls zwischengespeichert und auf eine Auswerteeinheit
übertragen, die sich außerhalb des Gefahrenbereiches des z. B.
strahlenden Körpers befindet. Die Auswerteeinheit ermittelt
anhand der gemessenen Werte die jeweils günstigsten Spreng
punkte, d. h. diejenigen Punkte an dem Körper, an denen eine
vorgegebene Sprengladung (z. B. eine Schneidladung oder eine
Hohlladung) angeordnet werden muß, um ein sicheres Trennen
des Körpers zu bewirken. Anschließend wird ein die pyrotech
nischen Ladungen enthaltendes netzartiges Gebilde (Spreng
netz) derart hergestellt, daß beim Überstülpen dieses Spreng
netzes über den zu zerkleinernden Körper die Sprengpunkte und
damit auch die Ladungen sich lagerichtig auf dem Körper be
finden. Das Sprengnetz wird dann mittels eines Roboter-Fahr
zeuges an dem zu zerkleinernden Körper angebracht und die
pyrotechnischen Ladungen werden schließlich ferngesteuert zur
Explosion gebracht.
Zur Abtastung der Form des zu zerkleinernden Körpers können
an dem Roboter-Fahrzeug akustische oder optische Sensoren
(z. B. eine Videokamera), aber auch Mikrowellen-Sensoren
angeordnet werden.
Die Übertragung der Daten von dem Roboterfahrzeug zur Auswer
teeinheit kann drahtlos oder über eine Kabelverbindung vorge
nommen werden.
Weitere Einzelheiten und Vorteile der Erfindung ergeben sich
aus den folgenden anhand von Figuren erläuterten
Ausführungsbeispielen. Es zeigen:
Fig. 1 die einzelnen Verfahrensschritte des erfindungsgemäßen
Verfahrens in Form eines Blockschaltbildes;
Fig. 2 eine Seitenansicht eines Roboter-Fahrzeuges zur Ermitt
lung der für die Zerkleinerung einer stark radioaktiven
erstarrten Kernreaktorschmelze benötigten Daten;
Fig. 3 den Bildschirm einer Auswerteeinheit mit einem drei
dimensionalen Bild der Kernreaktorschmelze und mit auf
der Schmelze angeordneten Sprengpunkten;
Fig. 4 eine Draufsicht auf ein konkretes Sprengnetz und
Fig. 5 eine Seitenansicht der zu zerkleinernden Kernreaktor
schmelze mit darauf angeordnetem Sprengnetz.
In Fig. 1 ist mit dem Bezugszeichen 1 ein erster Verfahrens
schritt bezeichnet, währenddessen die die Form und die physi
kalischen Eigenschaften der zu zerkleinernden Kernreaktor
schmelze 2 (Fig. 2) charakterisierenden Daten ermittelt
werden. Hierzu wird ein Roboter-Fahrzeug 3 verwendet, welches
beispielsweise über ein Kabel 4 fernsteuerbar ist. Die von
dem Roboter-Fahrzeug 3 ermittelten Daten können per Funk oder
ebenfalls über das Kabel 4 an eine nicht dargestellte Auswer
tungseinheit übermittelt werden, die sich an einem für den
jeweiligen Bediener sicheren Ort befindet.
Das Roboter-Fahrzeug 3 weist ferner zwei Aktuatorarme 5, 6
auf, an deren Enden sich z. B. Kameras 7 oder sonstige Sen
soren sowie ein Greifer 8 befinden, so daß sowohl eine Ver
messung der zu zerkleinernden Kernreaktorschmelze 2 als auch
eine Entnahme von kleinen Proben der Schmelze 2 möglich ist.
Außerdem kann der Greifer 8 zum späteren Entfernen der zer
kleinerten zu entsorgenden Bruchstücke der Schmelze dienen.
In einem weiteren in Fig. 1 mit 9 bezeichneten Verfahrens
schritt wird zum einen aus den gemessenen Werten ein dreidi
mensionales Bild 11 Kernreaktorschmelze 2 rekonstruiert und
auf einem Bildschirm 10 (Fig. 3) der Auswertevorrichtung
dargestellt. Zum anderen ermittelt die Auswertevorrichtung
diejenigen Stellen 12, an denen definierte pyrotechnische
Ladungen an der Kernreaktorschmelze 2 angebracht werden
können, damit die erstarrte Schmelze in handhabbare Teile
zerlegt werden kann (Sprengpunkte). Die Sprengpunkte 12
werden anschließend ebenfalls auf dem Bildschirm 10 lage
richtig in bezug auf das Bild 11 der Schmelze 2 dargestellt.
Diese Sprengpunkte 12 können anschließend durch den Bediener
noch modifiziert werden, um eine optimale Anordnung der
Sprengpunkte 12 auf der Schmelze zu erreichen.
Nach Festlegung der Sprengpunkte 12 berechnet die Auswerte
vorrichtung Verbindungslinien 13 (Fig. 3) zwischen den Spreng
punkten 12, die ein Netz 14 (Sprengnetz) bilden, welches aus
vorhandenen Standardmodulen zusammengesetzt werden kann (Ver
fahrensschritt 15 in Fig. 1). Die Sprengpunkte 12 befinden
sich dabei jeweils in Netzknotenpunkten (vgl. Fig. 3).
Aus den von der Auswerteeinheit bestimmten Daten wird
anschließend ein konkretes Sprengnetz 16 zusammengesetzt
(Fig. 4). Dabei werden die einzelnen Sprengladungen 17 auf
einem Grundnetz befestigt und mit Verbindungskabeln unter
einander bzw. mit dem Fernzündkabel 4 verbunden (Verfahrens
schritt 18 in Fig. 1).
Das in Fig. 2 dargestellte fernsteuerbare Roboter-Fahrzeug 3
transportiert nun das Sprengnetz 16 zu der Kernreaktor
schmelze 2 und stülpt das Netz 16 über die Schmelze. Die
Sprengladungen werden an den ermittelten Positionen befestigt
(geklebt, eingeschraubt, mit einem Bolzensetzgerät ange
schossen etc.) (Fig. 5; Verfahrensschritt 19 in Fig. 1). Das
Roboter-Fahrzeug entfernt sich bis auf einen vorgebbaren
Sicherheitsabstand.
Schließlich werden durch den Bediener die Ladungen 17 fernge
zündet und die Schmelze 2 in handhabbare Bruchstücke zerlegt
(Verfahrensschritt 20) und diese dann abtransportiert bzw.
weiterverarbeitet (Verfahrensschritt 21).
Bezugszeichenliste
1 Verfahrensschritt
2 Kernreaktorschmelze, Körper
3 Roboter-Fahrzeug
4 Kabel
5, 6 Aktuatorarme
7 Kamera, Sensor
8 Greifer
9 Verfahrensschritt
10 Bildschirm
11 Bild
12 Sprengpunkt
13 Verbindungslinie
14 Sprengnetz
15 Verfahrensschritt
16 konkretes Sprengnetz
17 Schneidladung
18-21 Verfahrensschritte.
2 Kernreaktorschmelze, Körper
3 Roboter-Fahrzeug
4 Kabel
5, 6 Aktuatorarme
7 Kamera, Sensor
8 Greifer
9 Verfahrensschritt
10 Bildschirm
11 Bild
12 Sprengpunkt
13 Verbindungslinie
14 Sprengnetz
15 Verfahrensschritt
16 konkretes Sprengnetz
17 Schneidladung
18-21 Verfahrensschritte.
Claims (4)
1. Verfahren zur Zerkleinerung von biologische Organismen
schädigenden Körpern (2) hoher Festigkeit, wie Kernreak
tor-Schmelzen, zu Lava erstarrte Kernbrennstoffe nach
einem Reaktorunglück u. dgl., gekennzeichnet durch die
Merkmale:
- a) mit einem unbemannten fernsteuerbaren Fahrzeug (Ro boter-Fahrzeug) (3) werden die zur Zerkleinerung des Körpers (2) benötigten physikalischen Eigen schaften, wie Härte, Strahlung etc., sowie die genaue Form des Körpers (2) ermittelt und die entsprechenden Daten auf eine Auswertevorrichtung außerhalb der Gefahrenzone übertragen;
- b) die Auswertevorrichtung ermittelt aus den übertra genen Daten des Körpers (2) Punkte (12), an denen definierte pyrotechnische Ladungen (17) an dem Körper (2) angebracht werden müssen, damit eine Zerkleinerung des Körpers (2) in handhabbare Teile erfolgt (Sprengpunkte);
- c) gegebenenfalls nach Modifizierung/Optimierung der von der Auswerteeinheit ermittelten Sprengpunkte (12) durch den Bediener wird ein die pyrotechni schen Ladungen (17) enthaltendes netzartiges Gebilde (Sprengnetz) (16) derart hergestellt, daß beim Überstülpen über den zu zerkleinernden Körper (2) die Sprengpunkte (12) und damit auch die Ladun gen (17) lagerichtig in entsprechenden Knotenpunk ten des Sprengnetzes (16) liegen;
- d) das Sprengnetz (16) wird anschließend mittels eines Roboter-Fahrzeuges (3) an dem zu zerkleinernden Körper (2) angebracht und die pyrotechnischen La dungen (17) ferngezündet.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
als pyrotechnische Ladungen (17) Hohlladungen oder
Schneidladungen verwendet werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeich
net, daß die Abtastung der Form des zu zerkleinernden
Körpers (2) mittels akustischer, optischer oder Mikro
wellen-Sensoren (7) erfolgt.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch
gekennzeichnet, daß die Übertragung der Daten von dem
Roboter-Fahrzeug (3) zur Auswertevorrichtung drahtlos
oder über ein Kabel (4) erfolgt.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1995102185 DE19502185A1 (de) | 1995-01-25 | 1995-01-25 | Verfahren zur Zerkleinerung von biologische Organismen schädigenden Körpern hoher Festigkeit |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1995102185 DE19502185A1 (de) | 1995-01-25 | 1995-01-25 | Verfahren zur Zerkleinerung von biologische Organismen schädigenden Körpern hoher Festigkeit |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19502185A1 true DE19502185A1 (de) | 1996-08-01 |
Family
ID=7752255
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1995102185 Withdrawn DE19502185A1 (de) | 1995-01-25 | 1995-01-25 | Verfahren zur Zerkleinerung von biologische Organismen schädigenden Körpern hoher Festigkeit |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19502185A1 (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| WO2016077848A3 (en) * | 2014-11-11 | 2016-08-11 | Detnet South Africa (Pty) Ltd | Use of a remotely controlled vehicle in a blasting operation |
-
1995
- 1995-01-25 DE DE1995102185 patent/DE19502185A1/de not_active Withdrawn
Cited By (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| WO2016077848A3 (en) * | 2014-11-11 | 2016-08-11 | Detnet South Africa (Pty) Ltd | Use of a remotely controlled vehicle in a blasting operation |
| AU2015346052B2 (en) * | 2014-11-11 | 2019-06-27 | Detnet South Africa (Pty) Ltd | Use of a remotely controlled vehicle in a blasting operation |
| US10359265B2 (en) | 2014-11-11 | 2019-07-23 | Detnet South Africa (Pty) Ltd | Use of a remotely controlled vehicle in a blasting operation |
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