DE19502470A1 - Pulsmoduliertes Gleichspannungsapplikationsverfahren - Google Patents
Pulsmoduliertes GleichspannungsapplikationsverfahrenInfo
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Description
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur
Beschichtung von Gegenständen mittels Gleichstrom.
Aus dem Stand der Technik sind Verfahren zur Abscheidung von Schichten auf
Gegenständen mittels einer mehr oder weniger ausgeprägten Pulsierspannung
bekannt. Mittels thyristorgesteuerter Gleichrichter werden beispielsweise
ungeregelte Spannungsspitzen im Microsekundenbereich erzeugt. Diese
Spannungsspitzen sind reine Störimpulse und werden nicht als reproduzierbare
Methode zur Beeinflussung des Abscheideergebnisses benutzt. Beim Arbeiten mit
schlecht geglätteten Thyristor-Gleichrichtern sind darüber hinaus folgende Nachteile
symptomatisch:
- 1. Funkenbildung auch unterhalb der Lackoberfläche an der zu beschichtenden Blechoberfläche.
- 2. Starke Elektrolyse.
- 3. Schichtdickenabnahme.
- 4. Flockenbildung in der Schaumschicht und an den Blechkanten.
- 5. Nach Erzeugung eines Abrisses ist eine höhere Reduzierung der Spannung erforderlich, um bei dem nächsten zu beschichtenden Teil diese Erscheinung sicher zu vermeiden.
Aus Brown, William B. (Journal of Paint Technology Vol. 47, No. 605, June 1975) ist
es bekannt, eine rechteckförmige Pulsform im Sekundenbereich durch
Unterbrechung (Abschalten) des Abscheidestroms zu erzeugen. Dieses Vorgehen
hat einige Nachteile. So liegen die angegebenen Pulszeiten im Sekundenbereich,
vorzugsweise bis 3-20 Sekunden. In diesen längeren Pausen wird einerseits die
Wärme abgeführt und dadurch der Schichtwiderstand erhöht. Andererseits setzt
auch ein Rücklöseeffekt und damit eine Aufweichung des abgeschiedenen Filmes
und die Entfernung der Gasbläschen infolge der Lackströmung ein. Dies hat eine
Reduzierung des Filmwiderstandes zur Folge.
Die Reduzierung der Wärmeentwicklung und des Spitzenstromes muß in diesem
Fall durch langsames Hochregeln der Spannung erfolgen. Startet man nämlich bei
pulsförmiger Rechteckspannung sofort mit voller Beschichtungsspannung, so muß
die Stromleistung des Gleichrichters mehr als verdoppelt werden. Damit erhöhen
sich insbesondere die Kosten für den Gleichrichter.
Die bisher aus dem Markt befindlichen Gleichrichtergeneratoren weisen darüber
hinaus erhebliche Nachteile auf. Je nach Bauart haben diese nämlich eine
Restwelligkeit, die von der Art und Güte der Gleichrichtung und Glättung der
Eingangswechselspannung abhängt (vgl. Vincent, Journal of Coatings Technology
Vol. 62, No. 785, June 1990). Zusätzlich ist diese Restwelligkeit lastabhängig, d. h.
man erhält eine Rückkopplung über den Beschichtungsprozeß selbst. Diese
Restwelligkeit wird dann auch nur als Störung aufgefaßt.
Aus T. Ito und K. Shibuya, Metal Finishing, April 1967, S. 48-57, "Anodic Behavior
in Electrophoretic Coating of Aluminum Alloys" ist bekannt, gepulste Signale durch
mehr oder weniger schlecht geglätteten Wechselstrom zu erzeugen. Verfahren mit
Wechselstromabscheidungen sind ferner aus der deutschen Offenlegungsschrift
1646130 sowie der britischen Patentanmeldung 1376761 bekannt. Hierbei werden
Anodenbleche als Gleichrichter benutzt. Die Anodenbleche sind durch besondere
Beschichtung nur in einer Richtung stromdurchlässig.
Alle beschriebenen Verfahren weisen jedoch bis heute erhebliche Mängel auf.
Insbesondere Abrißverhalten, Umgriff, Schichtdicke und Filmstörungen sind z. B. bei
der Elektrotauchlackierung u. a. von der Höhe der Spannung abhängig. In der Praxis
wird sie regelmäßig so gewählt, daß in akzeptabler Beschichtungszeit eine
ausreichende Hohlraumbeschichtung bei minimal notwendiger Außenschichtdicke
erreicht wird. Um Lackmaterial und somit Kosten bei der Lackierung zu sparen, ist
man u. a. bemüht, bei reduzierten Außenschichtstärken einen ausreichenden Umgriff
zu erhalten. Mit den gegenwärtigen Produkten und der heutigen oben
beschriebenen Technik sind dieser Entwicklung Grenzen gesetzt.
Die vorliegende Erfindung hat sich demgemäß die Aufgabe gestellt, eine Vorrichtung
zur elektrochemischen Beschichtung von Gegenständen zur Verfügung zu stellen,
mit der systematisch die Lackfilmeigenschaften und die anwendungstechnischen
Eigenschaften beeinflußt werden können, um z. B. bei reduzierten
Außenschichtstärken einen ausreichenden Umgriff zu erhalten, oder um bei der
Applikation eine Vorvernetzung zu erreichen.
Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, daß eine einstellbare Gleichspannung durch
Überlagerung mit einstellbaren Wechselspannungskomponenten pulsmoduliert wird.
Die einstellbaren Wechselspannungskomponenten werden dabei vorzugsweise aus
periodischen Signalen, insbesondere harmonischen Schwingungen (Sinus
schwingungen) erzeugt, welche leicht verfügbar sind.
Erfindungsgemäß ist es dabei durch geeignete Schaltungen möglich, die
periodischen Signale einer Vorverarbeitung zu unterziehen, vorzugsweise einer
Sperrung der negativen Spannungsanteile oder einer Gleichrichtung.
Ferner ist es erfindungsgemäß vorgesehen, die Überlagerung der Gleichspannung
mit den Wechselspannungskomponenten in einem einstellbaren Tastverhältnis an- und
ausschalten zu können. Auf diese Weise kann die Pulsmodulation als Variation
des herkömmlichen Beschichtungsverfahrens mit reinem Gleichstrom auf bestimmte
Zeitabschnitte der Beschichtung, etwa den Beginn oder das Ende, beschränkt
werden.
Als bevorzugte Tastverhältnisse von An:Aus werden die Bereiche zwischen 10 : 1 und
1 : 10 genannt. Die Dauer der "An"-Periode, in der eine Pulsmodulation stattfindet,
liegt dabei zwischen 10 ms und 100 s.
Die erfindungsgemäß zur Anwendung kommenden Gleichspannungen liegen im
Bereich von 0 bis 500 V. Ebenso liegen die zur Überlagerung kommenden
Wechselspannungskomponenten zwischen 0 und 500 V. Dabei erfolgt die
Überlagerung so, daß die resultierende Spannung ihre Richtung nicht ändert, also
eine pulsmodulierte Gleichspannung ist. Die erfindungsgemäße Vorrichtung ist
hierauf allerdings nicht beschränkt, so daß durchaus auch mit einer resultierenden
Wechselspannung gearbeitet werden kann, wenn sich hierdurch Vorteile ergeben.
Die Periodendauer der zur Überlagerung verwendeten periodischen
Wechselspannungskomponenten liegt erfindungsgemäß zwischen 1 und 500 ms.
Dies entspricht einer Frequenz von 1000 bis 2 Hz. Vorzugsweise wird mit einer
Frequenz gearbeitet, die sich durch die Netzspannung ergibt, also z. B. 50 Hz oder
deren Vielfache.
Für die Erzeugung einer erfindungsgemäßen pulsmodulierten Gleichspannung
kommen verschiedene Möglichkeiten in Frage.
Eine Variante besteht darin, eine Reihenschaltung eines Wechselstrom(stell)trans
formators mit einem Gleichstromgenerator vorzunehmen.
Ebenso ist es möglich, die Einkopplung des Wechselstrom(stell)transformators über
einen Gleichrichter vorzunehmen, so daß eine gleichgerichtete Wechselspannung
eingekoppelt wird. Wenn dabei zwischen Wechselstromquelle und Eingang des
Gleichrichters eine Diode geschaltet wird, wird eine weitere Modulation der
Spannung erreicht dergestalt, daß nur die positiven oder nur die negativen
Halbwellen den Gleichrichter erreichen.
Das wahlweise Einschalten der Pulsmodulation kann so erfolgen, daß die
Einkopplung der Wechselspannungskomponenten über ein mechanisches oder
elektronisches Relais erfolgt. Letzteres kann zur Erzielung eines definierten
Tastverhältnisses über einen Funktionsgenerator (also mit Schwachstrom)
angesteuert werden.
Eine weitem Variante der Erzeugung einer erfindungsgemäßen pulsmodulierten
Gleichspannung erhält man durch die Aufschaltung eines Funktionsgenerators auf
die Phasenanschnittsteuerung eines Drehstromgleichrichters. Auf diese Weise
entfallen Kosten und Platzbedarf für einen zusätzlichen Wechselstromgenerator.
Der Funktionsgenerator kann ein handelsübliches elektronisches Gerät sein.
Vorzugsweise ist er als programmierbares Mikroprozessorsystem realisiert,
besonders bevorzugt durch einen Computer mit entsprechender Software, mit einem
Analog/Digitalwandler für die Aufnahme der Steuerspannung und einer
Ausgabeeinheit für die Triggerimpulse.
Eine bevorzugte Verwendung der erfindungsgemäßen Vorrichtung findet bei der
Elektrotauchlackierung statt. Hierbei hängt die in der Bearbeitungszeit
abgeschiedene Lackmenge unmittelbar von der geflossenen Ladungsmenge - und
damit mittelbar von der Tauchspannung - ab. Dabei ist zu beachten, daß bei der
sog. Abrißspannung durch Erwärmung und Siedevorgänge eine Gasschicht entsteht,
die den Stromfluß abreißen läßt. Wichtig ist es ferner, eine gleichmäßige und
hinreichende Schichtdicke des Lackes auch an unzugänglich gelegenen Stellen zu
erhalten, d. h. einen ausreichenden Umgriff bei reduzierten Außenschichtstärken. Mit
dem erfindungsgemäßen Verfahren wird überraschenderweise ein optimiertes
Ergebnis in bezug auf diese z. T. gegenläufigen Anforderungen erzielt.
Im folgenden wird die Erfindung unter Bezugnahme auf die Figuren näher
beschrieben:
In Fig. 1 sind der Gleichspannungsgenerator 2 und der galvanisch entkoppelte
Wechselstromstelltransformator 1 abgebildet. Gemäß Fig. 1 ist die Kopplung, die
über einen Schalter c wahlweise ein- und ausgeschaltet werden kann, über den
Gleichrichter 3 erfolgt. Je nachdem, ob die Diode b über den Schalter a überbrückt
wird oder nicht, werden am Gleichrichter alle Halbwellen oder nur die positiven
Halbwellen gleichgerichtet. Die jeweils resultierende pulsmodulierte Spannung ist in
Diagramm a) (Schalter a offen) bzw. b) (Schalter a geschlossen, Diode überbrückt)
in Fig. 1 dargestellt.
Die aktuellen Werte von Strom und Spannung können durch ein Meßsystem 6 erfaßt
und überwacht werden. Das Elektrotauchbad ist mit der Ziffer 7 bezeichnet.
Fig. 2 zeigt eine Variante der Schaltung von Fig. 1, bei der sich anstelle der
Elemente a, b und c ein Halbleiterrelais 4 zwischen Stelltrafo 1 und Gleichrichter 3
befindet. Dieses Halbleiterrelais 4 wird durch einen Funktionsgenerator 5 gesteuert.
Dadurch wird die Pulsmodulation in einem definierten Tastverhältnis ein- und
ausgeschaltet. Das Diagramm a) am unteren Rand von Fig. 2 zeigt schematisch
die resultierende pulsmodulierte Spannung Uges in Abhängigkeit von dem Signal
USt des Funktionsgenerators.
Fig. 3 gibt eine Schaltung wieder, bei der der Funktionsgenerator 8 in die
Phasenanschnittsteuerung 9 eines Thyristorbrückengleichrichters 10 für eine
Drehstromquelle 11 eingreift. Hierdurch wird periodisch zwischen zwei
Phasenwinkeln Φ₁ und Φ₂, die zwei Ausgangsspannungen U₁ und U₂ entsprechen,
umgeschaltet. Die Pulse haben dann die in dem Diagramm a) von Fig. 3 gezeigte
Form von geglätteten Drehstrompulsen bei zwei Spannungsniveaus. Die
Restwelligkeit der Signale kann durch die Dimensionierung der Glättung 12
eingestellt werden. Selbstverständlich ist es mit dieser Schaltungsanordnung auch
möglich, über den Funktionsgenerator zwischen mehr als 2 Spannungsniveaus
umzuschalten.
Fig. 4 zeigt eine weitere Variante der erfindungsgemäßen Vorrichtung mit einer
Reihenschaltung von Gleich- und Wechselstromgenerator, bei der die Diode 13
hinzugefügt worden ist.
Bei den im folgenden beschriebenen Beispielen wurde die Gleichrichterschaltung
gemäß Fig. 1 verwendet. Die in dem Versuchsaufbau erreichbare maximale
Stromstärke wurde im Mittel durch den Stelltransformator auf 6 A begrenzt. Durch
Verkleinern der aktiven Fläche der zu beschichtenden Bleche wurde dann die
erforderliche Stromdichte erreicht.
Qualitäten:
FT 85-7042 CATHODIP®
FT 82-7627 CATHOGUARD®
FT 82-7640 CATHOGUARD 350®
FT 25-7225 CATHOGUARD 100B®
FT 82-7627 CATHOGUARD®
FT 82-7640 CATHOGUARD 350®
FT 25-7225 CATHOGUARD 100B®
Abscheidungsbedingungen:
Gleichspannung: Spannungsreihe bis zum Abriß in 20 V Schritten
Spannungspulse:
Beispiel 1: Zwei 10 ms Pulshalbwellen in 20 ms (quasi 100 Hz)
Beispiel 2: Eine 10 ms Pulshalbwelle in 20 ms (quasi 50 Hz) Schalterstellungen a) + b) mit 0, 30, 60, 150, 250 V
Beispiel 3: 1 Pulshalbwelle; 10 s Pulsspannung, 110 s Gleichspannung (Pulse: 60, 150, 250 V)
Beispiel 4: 1 Pulshalbwelle; 10 s Gleichspannung, 110 s Pulsspannung (Pulse: 60, 150, 250 V)
Beispiel 5: 1 Pulshalbwelle; 60 s Gleichspannung, 60 s Pulsspannung (Pulse: 60, 150, 250 V)
Beispiel 2: Eine 10 ms Pulshalbwelle in 20 ms (quasi 50 Hz) Schalterstellungen a) + b) mit 0, 30, 60, 150, 250 V
Beispiel 3: 1 Pulshalbwelle; 10 s Pulsspannung, 110 s Gleichspannung (Pulse: 60, 150, 250 V)
Beispiel 4: 1 Pulshalbwelle; 10 s Gleichspannung, 110 s Pulsspannung (Pulse: 60, 150, 250 V)
Beispiel 5: 1 Pulshalbwelle; 60 s Gleichspannung, 60 s Pulsspannung (Pulse: 60, 150, 250 V)
Auswertung: Abrißspannung, Schichtdicke SD
Es wird eine Pulsmodulation mit zwei Pulshalbwellen eingestellt (Frequenz quasi
100 Hz, vgl. Diagramm a) in Fig. 9). Die Ergebnisse sind in Fig. 5 sowie den
Tabellen 1 und 2 (Spalte 1) wiedergegeben. Bis zu einer Stärke von 60 V wird die
Abrißspannung durch die erreichte Spitzenspannung festgelegt. Teilweise wurde der
Pulsanteil auf 250 V erhöht. Dadurch konnten Spitzenspannungen erreicht werden,
die teilweise 40-50 V über denen einer reinen Gleichspannungsabscheidung lagen.
Es wurde eine Pulsmodulation mit einer Pulshalbwelle eingestellt (Frequenz quasi
50 Hz, vgl. Diagramm b) in Fig. 9). Die Ergebnisse sind in Fig. 6 sowie den
Tabellen 1 und 2 (Spalte 2) wiedergegeben. Durch die Verringerung der
Pulshäufigkeit wurden bei allen Produkten deutlich höhere Spitzenspannungen
möglich. Dieser Effekt begann schon bei Spannungspulsen von 30 V und nahm mit
steigender Pulsstärke zu. Bei Spannungspulsen von 150-250 V stieg die Differenz
zwischen Abrißspannung einer Gleichspannungsabscheidung und den möglichen
Spannungsspitzen auf Werte von 70-80 V. Die Schichtdicke bei 20 V unter
Abrißspannung nahm mit zunehmendem Pulsanteil ab.
Es wurden mit 10 s pulsmodulierter Gleichspannung (quasi 50 Hz), gefolgt von 110 s
reiner Gleichspannung Beschichtungen durchgeführt (Diagramm c) in Fig. 9). Die
Ergebnisse sind in Fig. 7 sowie den Tabellen 1 und 2 (Spalte 3) dargestellt und
ähneln denen des Beispiels 2, bei der die Gleichspannung während der gesamten
Beschichtung von Spannungsimpulsen überlagert war.
Es wurde eine Beschichtung mit 10 s Gleichspannung und dann 110 s
Gleichspannung mit überlagerter Pulsspannung (quasi 50 Hz) durchgeführt
(Diagramm d) in Fig. 9). Die entsprechenden Ergebnisse sind den Tabellen 1 und 2
(Spalte 4) zu entnehmen. Im Gegensatz zu Beispiel 3 wurden hier die Spannungs
pulse also erst nach 10 s Beschichtungszeit zugeschaltet. Durch diese Variation
konnte eine weitere Erhöhung der Spitzenspannung erreicht werden. Bei FT 82-7627
äußerte sich dieser Effekt in Verbesserungen von maximal 20 V; bei FT 82-7640
traten 20-40 V höhere Spannungsspitzen auf. Die deutlichste Veränderung
zeigte FT 25-7225 mit Spannungserhöhungen bis 60 V.
Es wurden 60 s Gleichspannung und 60 s Gleichspannung mit überlagerter
Pulsspannung eingestellt (Diagramm d) in Fig. 9). Die Ergebnisse waren mit
Beispiel 4 identisch (vgl. Spalte 5 von Tabelle 1 und 2).
In den Versuchsaufbau wurde ein Vorwiderstand integriert. Die Ergebnisse gibt
Fig. 8 wieder. Durch die Verwendung des Vorwiderstandes wurde die sonst zu
beobachtende Verringerung der Schichtdicke bei zunehmender Pulsspannungs
amplitude bis 150 V nicht mehr festgestellt. Tabellen 3 und 4 zeigen die zu Fig. 8
zugehörigen Daten.
In sämtlichen Grafiken sind die Schichtdicken, die unter 20 V unter der
Abrißspannung erreicht werden, an den jeweiligen Balken notiert. Hieraus ist
ersichtlich, daß mit steigender Pulsstärke die erreichbare Schichtdicke mit
Ausnahme von den Versuchsbedingungen des Beispiels 6 sinken. Dieser Effekt
beträgt bis zu einer Pulsstärke von 150 V wenige µm. Die betreffenden
Schichtdicken sind in Tabelle 2 zusammengefaßt.
Nach den oben wiedergegebenen Ergebnissen zeichnet sich das neuartige
Verfahren durch folgende Vorteile aus:
- 1. Die Summenspannung kann erheblich über die Abrißspannung herkömmlicher Verfahren erhöht werden, bevor ein Abriß auftritt.
- 2. Die Spannung, die zum Erreichen einer bestimmten Schichtdicke angelegt werden muß, kann durch das erfindungsgemäße Verfahren über die Einstellung des Verhältnisses von Pulsspannungs- und Gleichspannungsanteil in einem weiten Bereich variiert werden.
Claims (15)
1. Verfahren zur elektrochemischen Beschichtung von Gegenständen mittels
Gleichstrom,
dadurch gekennzeichnet, daß die Gleichspannung einstellbar ist
und durch Überlagerung von einstellbaren Wechselspannungskomponenten
pulsmoduliert wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß die Wechselspannungskomponenten
aus einer periodischen Wechselspannung, insbesondere einer harmonischen
Schwingung, gewonnen werden.
3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, daß die Wechselspannungskomponenten
das komplette Periodensignal, dessen positiver Anteil oder das gleichgerichtete
Periodensignal sind.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, daß die Pulsmodulation der
Gleichspannung in einem einstellbaren Tastverhältnis an- und ausgeschaltet
werden kann.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, daß der Gleichspannungsanteil zwischen
0 und 500 V liegt.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, daß der Wechselspannungsanteil
zwischen 0 und 500 V liegt.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 2 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, daß die periodische Wechselspannung
eine Periodendauer von 1 ms bis 500 ms hat.
8. Verfahren nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet, daß das Tastverhältnis
Anschalten: Ausschalten zwischen 10 : 1 und 1 : 10 liegt, wobei die Dauer des
Anschaltens zwischen 10 ms und 100 s liegt.
9. Vorrichtung zur Erzeugung einer pulsmodulierten Gleichspannung für ein Verfahren
nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet, daß sie aus der Reihenschaltung eines
Gleichstromgenerators mit einem Wechselstromgenerator entsteht.
10. Vorrichtung zur Erzeugung einer pulsmodulierten Gleichspannung für ein Verfahren
nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet, daß sie durch die über einen Gleichrichter
erfolgende Einkopplung eines Wechselstromgenerators in den Gleichstromkreis
entsteht.
11. Vorrichtung nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet, daß dem Gleichrichter eingangsseitig eine
Diode vorgeschaltet ist, so daß ihn nur die positive oder nur die negative Halbwelle
erreicht.
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 9 bis 11
dadurch gekennzeichnet, daß die Einkopplung der
Wechselspannung über ein elektronisches oder mechanisches Relais an- und
ausgeschaltet werden kann, welches von einem Funktionsgenerator zur Erzeugung
eines einstellbaren Tastverhältnisses angesteuert wird.
13. Vorrichtung zur Erzeugung einer pulsmodulierten Gleichspannung für ein Verfahren
nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet, daß die pulsmodulierte Gleichspannung
durch Aufschalten eines Funktionsgenerators auf die Phasenanschnittsteuerung
eines Drehstromgleichrichters erfolgt.
14. Vorrichtung nach Anspruch 13,
dadurch gekennzeichnet, daß der Funktionsgenerator durch ein
programmierbares Mikroprozessorsystem realisiert wird, vorzugsweise durch einen
Computer mit entsprechender Software, mit einem Analog/Digitalwandler zur
Aufnahme der Steuerspannung und einer Ausgabeeinheit für die Triggerimpulse.
15. Verwendung des Verfahrens und/oder der Vorrichtung nach einem der Ansprüche
1-14 zur Elektrotauchlackierung.
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| EP96900953A EP0809720B1 (de) | 1995-01-27 | 1996-01-15 | Pulsmoduliertes gleichspannungsapplikationsverfahren |
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