DE1948635C3 - Entkokungsverfahren beim thermischen Cracken von Kohlenwasserstoffen - Google Patents
Entkokungsverfahren beim thermischen Cracken von KohlenwasserstoffenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Entkokungsverfahren beim thermischen Cracken von Kohlenwasserstoffen, wobei
dieselben zusammen mit Wasserdampf durch eine Vielzahl von in einem Crackofen angeordneten Rohren
geführt und die Rohre einer Erhitzung unterworfen werden, die zur Crackung der Reaktionsteilnehmer
ausreichend ist, und die Rohre nach Abschalten des Zustroms der Kohlenwasserstoffbeschickung durch
Wasserdampf und/oder Wasser entkokt werden.
Das thermische Cracken von Erdöleinsatzmaterialien in Gegenwart oder unter Ausschluß von Dampf ist in
der Technik gut bekannt und findet eine weitverbreitete Anwendung als Quelle wertvoller ungesättigter Verbin-
düngen, z. B, Äthylen, Propylen und Butadien. Werden
nichtkatalytische Verfahren angewandt, so ist es im
allgemeinen erwünscht, Dampf als Hauptverdünnungsmittel
zu verwenden, um die Umsetzung zu steuern und Erosions- sowie Korrosionswirkungen zu verringern.
ίο Obgleich das Dampferacken technisch und wirtschaftlich
erfolgreich gewesen ist, existieren mehrere beträchtliche Nachteile, die der Entwicklung des vollen
Potentials des Dampfcrackverfahrens entgegenarbeiten. Im wesentlichen handelt es sich hierbei um die
Neigung des Verfahrensgases, d.h. des bei Reaktions-(Crack-)Temperaturen
verdampften Erdölausgangsmaterials zur Kohlebildung.
Der vielleicht am wenigsten erwünschte Nachteil bezüglich der Kohlebildung besteht in der Ablagerung
von Koks im Innern der Rohrwände, durch die das Crackgemisch strömt Es wird angenommen, daß die
Koksablagerung auf der Bildung freier Radikale beruht, d. h, wenn Äthan gecrackt wird, können sich Methylenradikale
bilden, die dann mit anderen ungesättigten Komponenten zu langkettigen Verbindungen polymerisieren
und dehydrieren können, um Koks auf den Rohrwänden zu bilden. Der Koks neigt dazu, sich
anzuhäufen und verringert dadurch den wirksamen Querschnittsbereich des Rohrs, so daß höhere Drücke
JO erforderlich werden, um einen konstanten Durchgang aufrechtzuerhalten. Noch bedeutender ist jedoch, daß
der Koks als ausgezeichneter Wärmeisolator bei seiner
Entstehung von einer starken Zunahme der Ofentemperatur begleitet ist, um die Crackwirksamkeit aufrechtzuerhalten,
wodurch die Lebensdauer der Rohrleitung herabgesetzt und die anwendbare Cracktemperatur
begrenzt wird (ebenfalls Umwandlung und Ausbeuten). Gegebenenfalls wirkt sich die Koksbildung so aus, daß
der Ofen zur Entkokung abgestellt werden muß, was zu einem entsprechenden Verlust an Produktionskapazität
führt.
Verfahren zur Entfernung des in Rohrleitungen abgelagerten Kokses sind in der Technik bekannt. So
wird gemäß der US-PS 23 26 525 empfohlen, den abgelagerten Koks in der Dampfleitung in Intervallen
mittels eines Kolbens oder Stempels, der Düsen zum Versprühen eines flüssigen Mediums zum Ausspulen des
losgeschlagenen oder weichgemachten Kokses enthält, zu entfernen. Das Entfernen des Kokses gemäß dieser
US-PS stellt eine physikalische Entfernung dar.
In der US-PS 26 71 741 werden zur Entfernung der Kohle- oder Koksablagerungen aus Rohrerhitzern, die
bei der Wärmebehandlung von Kohlenwasserstoffen Anwendung finden, zunächst die Rohre bei außer
5> Betrieb befindlichem Erhitzer zwecks Auswaschen jeglichen Öls und in den Rohren vorhandenen Materials
mit Wasser behandelt, dann wird die Beheizung wieder eingeschaltet, um das Wasser zu verdampfen, und
Dampf eingeleitet, um das Aufspalten der Koksteilchen einzuleiten, und anschließend werden die verbleibenden
Ablagerungen mit Luft abgebrannt, wobei die Luftmenge graduell erhöht wird, wenn die Dampfmenge
herabgesetzt wird. Es handelt sich gemäß dieser US-PS um ein Entkoken unter Anwendung von Dampf und
(v'i Luft.
Gemäß der US-PS 19 39 112 erfolgt das Reinigen von
Öl-Crackröhren von Kohleablagerungen dadurch, daß Dampf durch die Rohre geleitet wird, während
gleichzeitig die Rohre auf im wesentlichen »Kirschglut« erhitzt werden, und anschließend ein Strom von
kiesartigem Material durch die Rohre geführt wird, um die Kohleablagerungen auf physikalischem Wege zu
entfernen.
Das Verkokungsproblem wurde auch durch ein Verfahren angegangen, bei dem im Grunde das
Kohlenwasserstoffeinsatzmaterial aus wenigstens einem der Rohre entfernt, und ein Entkokungsmaterial
aus Dampf und/oder Wasser hindurchgeführt wurde, wobei die restlichen Rohre im Einsatz blieben. Ein
solches Verfahren ist in der US-PS 33 65 387 beschrieben. Aufgrund des erfindungsgemäßen Verfahrens ist es
jedoch jetzt möglich, den Entkokungsgrad unter Verwendung von Dampf und/oder Wasser wesentlich
zu erhöhen und dadurch diese Rohre schneller wieder für den Einsatz freizubekommen.
Gemäß der Erfindung wird daher ein verbessertes Verfahren zum Entkoken von Dampfcrackrohren zur
Verfugung gestellt, daß dadurch gekennzeichnet ist, daß man wenigstens eines der Rohre durch Unterbrechung
des Zuführungsstroms aus Ausgangsmaterial außer Betrieb setzt und ein Enikokungsmateria!. das aus
Wasserstoff und Wasser, Wasserdampf od<_-r deren Gemischen besteht, durch die Rohre führt, und daß man
nach der hierdurch bewirkten Entkokung die auJer Betrieb genommenen Rohre wieder in Einsatz bringt.
Erfindungsgemäß kann der Koks ohne Stillegung des Ofens dadurch entfernt werden, daß man die Beschikkung
wenigstens eines Rohres unterbricht und durch dieses Rohr oder diese Rohre das vorstehend genannte
Entkokungsmaterial führt, während die Arbeit des Ofens aufrechterhalten und das thermische Crackverfahren
in den Rohren, die nicht von Koks befreit werden, fortgesetzt wird.
Die Erfindung hat den Vorteil, daß sie dem Dampfcrackverfahren eine Entkokungsfähigkeit vermittelt,
die das Entkoken von einem oder mehreren Rohren gestattet, während die Ofentemperaturen
beibehalten werden können und dadurch die Produktion weiterläuft. Ferner betrifft die Erfindung die Entkokung
von nur jeweils einem einzelnen Rohr in dem Ofen, wodurch die Umwandlungskapazität des Ofens als
Ganzes nicht wesentlich herabgesetzt wird. Die Entkokung einer beliebigen Anzahl von Rohren ist
jedoch auch gleichzeitig oder aufeinanderfolgend, oder die Entkokung aller Rohre des Ofens ist gleichzeitig
möglich. Da der Dampfdruck im unteren Teil der Anlage mit zunehmender Anzahl von Rohren ansteigt,
die gleichzeitig durch dieses Verfahren entkokt werden, wird es vorgezogen, daß nur ein kleinerer Teil des
Rohres in einem Dampfci ackofen nach diesem Verfahren zur gleichen Zeit entkokt wird. Nach dem Entkoken
werden die sauberen Rohre dadurch wieder in den Normaleinsatz gebracht, daß man wieder die Kohlenwasserstoffbeschickung
einfährt, das Dampf-Wasser-Verhältnis reguliert und Wasserstoff fernhält.
Ohne Festlegung auf eine bestimmte Theorie wird jedoch angenommen, daß die Entkokungsumsetzung
sich aus einer gegenseitigen Einwirkung von Wasserdampf und Koks ergibt, die nach der folgenden
Gleichung abläuft:
H2O + C —> CO + H1
Es wird jedoch angenommen, dall bei der Bildung des Kokses auf den Rohroberflächen ein Diffusionsverfahren
zwischen dem Koks und dem Metallrohr stattfindet. Auf diese Weise gelangt etwas Koks in fester Lösung in
das Metallrohr, während Spurenmengen des Metalls, z. B. Eisen und Nickel (das letztere Element ist in
wesentlichen Mengen in den häufig verwendeten Rohren aus nichtrostendem Stahl zugegen) in die
Koksschicht diffundieren. Diese Spurenmengen der
ίο Metalle neigen dann dazu, die Wassergasreaktion zu
katalysieren, so daß sie unter günstiger Geschwindigkeit bei Dampfcracktemperaturen stattfindet. Ferner wird
angenommen, daß es eine Induktionsperiode gibt, während der die Wassergasreaktion nicht schnell
verläuft. Diese Induktionszeit wird, wie man annimmt, durch die Gegenwart von Schwefel (der in gewissen
Mengen in fast jedem Einsatzmaterial zur Dampfcrakkung zugegen ist) verursacht, der dann die Spurenelemente
überzieht, wodurch ihre katalytische Wirkung verdeckt wird. Erst wenn Schwefel entfernt wird,
werden die Spurenrnetalle aktive Katalysatoren. Das erfindungsgemäße Verfahren eliminier' oder setzt diese
Induktionszeit infolge der Gegenwart von Wasserstoff
in der Entkokungsbeschickung herab. Der Wasserstoff wirkt als Entschwefelungsmiuel nach der folgenden
Gleichung:
H2-I-S lim Koks oder adsorbiert auf Ni oder Fe)
H2S + entschwefelter Koks + schwefelfreies
Ni oder Fe
d. h.. es handelt sich um die Wassergasreaktion. Bei Dampfcracktemperaturen ist diese Umsetzung jedoch
sehr langsam, und es war nicht zu erwarten, daß sie als Entkokungsverfahren wirtschaftlich durchführbar sei.
(Normalerweise befindet sich kein Schwefel in der Entkokungsbeschickung, und die umgekehrte Umsetzung
von (2) findet nicht statt.)
Die Mengen an Wasserdampf und/oder Wasser, die während des Entkokungsverfahrens verwendet werden,
werden aufgrund der folgenden Kriterien vorherbestimmt.
(1) Eine ausreichende Menge Wasserdampf und/oder Wasser wird eingeführt, um die normalerweise auf
das Verfahrensgas, d. h. das Gemisch aus Kohlenwasserstoff und Wasserdampf, übergehende Wärme
abzuleiten, ohne die Toleranzen für die Temperatur des Rohrmetalls zu überschreiten, die
durch die Spannungs- oder Oxidaticnsgrenzen für das Rohrmetall bestimmt sind.
(2) Die Temperatur des Entkokungsmaterials, d. h. des
Gemisches aus Wasserdampf/Wasser und Wasserstoff, das in den zu entkokenden Bereich des Ofens,
d. h. in die Crackzone gelangt, soll bei etwa 370°C oder darüber liegen. Falls Wasser verwendet wird,
muß es verdampft und überhitzt werden, währenJ Wasserdampf nur überhitzt werden muß.
(J) Die Geschwindigkeit des in den zu entkokenden Ofenbereich eintretenden Entkokupgsmateiials
soll vorzugsweise größer als 7,5 g/sec/cm2 der inneren Rohrquerschnittsfläche sein, wenn der
Auslaßdruck des Rohrs bei 1,4 bis 1,7 kg/cm2 liegt. Höhere Gescu.windigkeiten vermindern bei konstanter
Temperatur die zur Entkokung erforderliche Zeit. Höhere Verfahrensdrücke in den Ofenrohren,
die entkokt werden solien, erfordern höhere Wasserdampfgeschwindigkeiten für die
gleiche Entkokungszeit (es wird jedoch darauf hingewiesen, di»2 es gemäß der Erfindung bevorzugt
wird, das Entkokungsverfahren bei Drücken
durchzuführen, die so niedrig wie möglich sind. d. h.
bei atmosphärischen Drücken, du niedrigere Drücke dazu neigen, die Knlkokungsgesehwindigkeil
zu erhöhen).
Nach Abschluß der F.ntkokung. z. B. bei einem typischen Rohr unter Optimalbcdingiingcn etwa 2 bis 4
Stunden, wird die Zuführung von Wasserdampf und/oder Wasser und Wasserstoff zu dem entkokten
Rohr eingestellt, und gleichzeitig kann das Einsatzmaterial wieder eingeführt werden. Der Abschluß des
Lntkokungsverfahrens kann nach einem der folgenden Verfahren ermittelt werden:
(1) Nachlassen des Druckabfalls über den Querschnitt des Ofens, der entkokt wird. (2) Absinken der
Temperatur des Rohrmetalls oder (J) Grad der Kohlenmonoxidbildung (siehe Gleichung 1; CO bildet
sich verstärkt wahrend der F.ntkokung, läßt jedoch schlagartig nach, wenn nur noch eine geringe oder gar
keine Menge an Koks in dem Rohr verblieben ist).
Die Erfindung wird in der nachfolgenden Beschreibung
anhand der Hg.! erläutert, bei der das Fließschema der Reaktionsteilnehmer durch eine
Vorrichtung zum thermischen Cracken von Kohlenwasserstoffen schematisch gezeigt wird.
In der Zeichnung besteht der Crackofen 10 aus einem
oberen Konvektions- oder Vorheizbereich Il und einer
unteren Crackzone 12. Die Brenner 13 sind an den Seitenwänden und/oder am Boden des Ofens vorgesehen,
um Wärme zu liefern. Die Anzahl der vorgesehenen Brenner hängt von den Wärmeerfordernissen ab
und kann weilgehend schwanken.
Der Ofen enthält mehrere parallelverlaufende Rohre oder Kanäle, die im einzelnen nicht gezeigt werden,
leder Kanal kann eine Anzahl von miteinander verbundenen rohrförmigen Elementen oder Rohren
enthalten, die eine FlieQbahn durch den Konvektionsbereich
in die Crackzone bilden. In der Zeichnung wird eine Bahn durch die Rohre in der Konvektionszone 11
gezeigt, die mit der Nummer 15 bezeichnet wird, und die
Crackwendel oder -rohre in der Crackzone 12 werden durch die Nummer 16 angezeigt. Es liegt auf der Hand,
daß die Anzahl der Leitungen oder Rohre in dem Ofen eine Funktion der Ofenabmessung und allein von
konstruktiven Überlegungen abhängig ist.
Die Kohlenwasserstoffbeschickung wird in den Dampfcracker durch die Zuführungsleitung 20 eingeführt
und durch das Verteilerstück oder Verteilerleitung 21 in die verschiedenen parallelverlaufenden Crackkanäle
oder -leitungen geführt. Ein Steuerventil 22 ist bei jeder Leitung 23 vorgesehen, um den Verteiler für die
Beschickung 21 mit jedem der Crackrohre oder -leitungen zu verbinden. Wasserdampf oder beim
Entkoken Wasserdampf und/oder Wasser werden durch die Einlaßleitung 24 und das Ventil 25 in die
Leitung 23 geführt. (In einigen Fällen werden Wasserdampf und Wasser durch gesonderte Leitungen geführt
und gelangen nicht notwendigerweise an der gleichen Stelle in den Konvektionsbereich.) Wasserstoff wird mit
Wasserdampf oder Wasser gemischt, der aus der Leitung 26 über das Ventil 27 zugeführt wird.
Die Reaktionsprodukte werden aus den Wendeln oder Rohren 16 des Crackofens durch die Leitungen 28
in die Leitung oder das Sammelrohr 29 übergeführt, aus dem sie in das Leitungsrohr 30 gelangen. Um die
Crackreaktion schnell abzustoppen und dadurch Nebenreaktionen zu verhindern oder auf ein Minimum
herabzusetzen, werden zur Abschreckung Kühlmittel.
wie ζ W lifiliorsit'diiuli' Kohlenwasserstoffe und/oder
Wasser durch Leitung Il und Angelventil 52 zugeführt.
Das Gemisch aus abgeschrcckien Reaktionsprodukten
und dem Kühlmittel wird durch Leitung JO in den
Fraktionierturm 33 geführt. Aromatische Teerprodukte werden am Boden des Fraktionieriurms 33 durch
Leitung 34 abgezogen, und das Produkt wird über Kopf
durch Leitung 15 abgezogen. Andere Fraktionen mit dazwischenliegendem .Siedebereich können als Produkt
abgezogen oder im Kreislauf einem höher gelegenen Boden des Fraktionierturms als ein- oder mehrfacher
Rückflullstrom zugeführt werden. Das zum Abschrekken
benutzte Öl kann aus dem Frakiionieriiirm 33 durch
Leitung 36 abgezogen und durch ilen Wärmeauslauscher
37 geführt werden, wo es in indirektem Wärmeaustausch zu der Kohlenwasserstoffbeschickung
gebracht wird, um dieselbe vorzuwärmen; es kann auch
im indirekten Wärmeaustausch mit Wasser in Berührung gebracht werden, um Wasserdampf zu erzeugen,
während das öl auf eine für seine Abführung geeignete Temperatur abgekühlt wird, um durch Leitung 31 und
Ventil 32 in den Reaktionsproduktstrom in Leitung 30. wie vorstehend beschrieben, zurückgeführt zu werden.
Das während des Betriebs durchgeführte F.ntkokungsverfahrcn
macht die Schließung eines der Venlile 22 für die Kohlenwasserstoffbeschickung und das
Öffnen des Ventils 25 für Wasserdampf und Wasser ertorder'ich. Die Menge des durch die Fntkokungsleitung
24 geführten Wasserdampfs und Wassers wird so eingestellt, daß die Wasserdampfiemperatur innerhalb
des Rohrs bei etwa 370"C oder höher an der Stelle des Übergangs von den Konvektionsrohren 15 zu den
Crackrohren 16 liegt. Nachdem ausreichend Zeit vergangen ist. um den Koks von der Innenwand der
Rohre zu entfernen, werden die Ventile 25 und 27 geschlossen und das Ventil 22 wird geöffnet.
Fig. 2 zeigt eine graphische Darstellung der Zunahme
der Entkokungsgeschwindigkeit infolge der Gegenwart von Wasserstoff bei einem Entkokungsmaterial
aus Wasserdampf und Wasser bei Atmosphärendruck. Die Figur zeigt die Bildung von Kohlenmonoxid, die
gegen die Wassermenge in Molfraktion in einem Entkokungsmaterial aus Wasser und Wasserstoff als
Funktion der Temperatur aufgetragen ist. Wie bereits angeführt wurde, führt die Entkokung mittels Wasserdampf
und Wasser zu einer Wassergasreaktion, und deshalb steht die Kohlenmonoxidbildung in unmittelbarem
Zusammenhang mit der Entkokungsgeschwindigkeit. Fig. 2 zeigt, daß bei einer HiO-Molfraktion von
Null die Entkokungsgeschwindigkeit gleich Null ist. Für jede gezeigte Temperaturkurve steigt jedoch die
Entkokungsgeschwindigkeit stetig mit steigender Molfraktion des Wassers, bis ein gewisser Punkt erreicht ist,
der von der Temperatur abhängt, wo der Effekt des Wasserstoffs in dem Entkokungsmaterial abzusinken
beginnt. Bei einer H2O-Molfraktion von über etwa 0,8 ist der Wasserstoffeffekt vernachlässigbar und die
Entkokungsgeschwindigkeit nähen sich der von Wasser allein.
Es wird also gezeigt, daß bei steigender Temperatur das optimale Molverhältnis von Wasserdampf zu
Wasserstoff zunimmt. Das Wasserdampf- zu Wasserstoff-Molverhältnis verändert sich daher mit dei
Temperatur. Dessen ungeachtet kann allgemein angegeben werden, daß Molverhältnisse von Wasserdampl
zu Wasserstoff von 1 :1 bis 3 :1 bevorzugt werden, unc
ganz besonders werden Verhältnisse von 2:1 bis 3 :1 bevorzugt.
Diese Kurven wurden erhalten, indem man ein Entkokungsmaterial aus Wasserdampf und Wasserstoff
durch ein verkoktes, aus rostfreiem Stahl bestehendes Rohr mit einem Innendurchmesser von 25 mm und einer
Länge von 75 mm leitete. Die Temperatur der Rohrwandung wurde bei 871 bis 1093" C gehalten. Das
Verhältnis von HjO zu Hj wurde dadurch verändert, daß
ma.» chemisch reinen Sauerstoff und einen Wasserstoff-Überschuß außerhalb des Rohrs vermischte und das
Gemisch verbrannte. Durch Veränderungen der Geschwindigkeit der .Sauerstoffzuführurf konnte das
Verhältnis von HjO zu Hj augenblicklich verändert werden, und dadurch war es möglich, die Entkokungsgeschwindigkeit,
d. h. durch Herstellung von Kohlenmonoxid, zu regulieren.
Das Dampfcrackverfahren ist alt und gut bekannt (siehe beispielsweise »Chemical Week« vom 13.
November 1965, Seite 72 ff.) und wird im nachfolgenden nur ktir? beschrieben, !m Βϋσρπιρ!πρπ wirrt Has aK
Ausgangsmaterial benutzte Erdöl mit Wasserdampf in Mengen von etwa 20 bis 95 Mol-% gemischt, bevor es in
den Dampfcrackofen gelangt, der mittels beliebiger Vorrichtungen, beispielsweise durch Gasfeuerung erhitzt
wird. Der Ofen selbst enthält normalerweise 2 Zonen, eine Konvektionszone. wo das Ausgangsmaterial,
falls es noch nicht in dampfförmiger Form vorliegt, verdampft und vorgewärmt wird, und eine Strahlungsoder Crackzone, wo das Ausgangsmaterial mit Wasserdampf
vermischt durch ein oder mehrere Ofenrohre geführt wird, die sich innerhalb des Ofens befinden. Die
K .nvektionszone wird normalerweise zur Erhöhung der Heizwirkung verwendet, und das Petroleum-Wasserdampf-Gemisch
wird darin auf Zwischentemperaturen, d.h. auf Temperaturen von etwa 538 bis 593"C
gebracht. Diese Temperaturen liegen jedoch unter den Temperaturen, bei denen die Beschickung crackt. da das
Cracken in der Konvektionszone nicht erwünscht ist. Die erhitzte Beschickung gelangt dann in die Strahlungszone,
d. h. die Crackzone, wo die Temperatur der Reaktionsteilnehmer schnell auf etwa 650 bis 93O"C.
vorzugsweise 816 bis 927°C oder auf eine höhere Temperatur gebracht wird, falls das Metall der Rohre
eine solche Erhöhung gestattet. Dabei wird die Beschickung gecrackt.(Im allgemeinen ist zur Erhöhung
der Temperatur der Reaktionsteilnehmer auf die angeführten Bereiche eine Erhitzung der Rohre auf
etwa 760 bis 10950C. vorzugsweise 871 bis 10930C und
mehr, falls das Material der Rohre es gestattet,
erforderlich.) Die Verweilzeit in der Strahlungszone wird sorgfältig reguliert, um eine Polymerisation und
andere unerwünschte Reaktionen auf ein Minimum > herabzusetzen. Verweilzeiten in der Crackzone liegen
daher bei etwa 0.1 bis 10 Sekunden, vorzugsweise bei 0,1
bis 1 Sekunde. Die Drücke innerhalb der Rohre können zwischen 0 und 3,5 atü liegen, sie sind jedoch nicht
kritisch, und höhere Drücke, z. B. bis zu etwa 70 atü, sind
in durchaus zulässig. Nach dem Verlassen der Crackzone
werden die Reaktionsprodukte unmittelbar abgeschreckt, um eine weitere Umsetzung abzubrechen
und/oder einen Verlust an primären Umwandlungsprodukten auf einem Minimum zu halten.
Ii Die Erdölfraktionen, die durch dieses Verfahren
umgewandelt werden können, können weitgehend variieren, und der Fachmann kann leicht die optimalen
Bedingungen für die verschiedenen Erdölausgangsmaiprinlipn bestimmen. Im allgemeinen ist das Verfah-
.'(I ren besonders auf Kohlenwasserstoffmaterialien anwendbar,
die im wesentlichen aus cyclischen oder acyclischen gesättigten Kohlenwasserstoffen bestehen.
Es können daher beispielsweise cyclische Kohlenwasserstoffe, wie Cyclopropan, Cyclobutan, Cyclopentan,
r> Cyclohexan. Cyclooctan. Cyclododecan und Gemische
derselben verwendet werden. Acyclische Kohlenwasserstoffausgangsmaterialien sind beispielsweise Alkane,
wie aliphatisch^ Kohlenwasserstoffe der Methanreihe oder Gemische von Alkanen mit Cycloalkanen.
jo Bevorzugte Ausgangsmaterialien sind gesättigte Kohlenwasserstoffe
mit 2 bis 24 Kohlenstoffatomen, insbesondere Alkane mit 2 bis 12 Kohlenstoffatomen,
z. B. Äthan, Propan, Butan, Isobutan, Hexane, Heptane, n-Hexadecan, Eicosan sowie leichte Schwerbenzine, die
i-i zwischen 32 und 22Γ C sieden. Gasöle mit einem
Siedebereich von 232 bis 4270C oder höher siedende Gasöle und Kerosine mit einem Siedebereich von 221
bis 288CC. die gleichfalls bei diesem Verfahren
wirkungsvoll gecrackt werden können. Da die Verkokung leicht dadurch reguliert werden kann, daß man die
vorstehende Erfindung anwendet, können höhe.e Temperaturen in der Crackzone (Strahlungszone)
angewendet werden, wobei der Vorteil dieser höheren Temperaturen in erhöhten Ausbeuten oder in der
Möglichkeit liegt, geringerwertige Ausgangsmaterialien, d. h. solche Materialien, die normalerweise zu einer
übermäßigen Koksbildung führen würden, zu cracken.
Hierzu 2 Blatt Zeichnungen
Claims (8)
1. Entkokungsverfahren beim thermischen Crakken
von Kohlenwasserstoffen, wobei dieselben zusammen mit Wasserdampf durch eine Vielzahl
von in einem Crackofen angeordneten Rohren geführt und die Rohre einer Erhitzung unterworfen
werden, die zur Crackung der Reaktionsteilnehmer ausreichend ist, und die Rohre nach Abschalten des
Zustroms der Kohlenwasserstoffbeschickung durch Wasserdampf und/oder Wasser entkokt werden,
dadurch gekennzeichnet, daß man wenigstens eines der Rohre durch Unterbrechung des
Zuführungsstroms aus Ausgangsmaterial außer Betrieb setzt und ein Entkokungsmaterial, das aus
Wasserstoff und Wasser, Wasserdampf oder deren Gemischen besteht, durch die Rohre führt, und daß
man nach der hierdurch bewirkten Entkokung die außer Betrieb genommenen Rohre wieder in Einsatz
bringt.
2. Verfahren nach Anspruch I1 dadurch gekennzeichnet,
daß man die Zuführung des Kohlenwasserstoffausgangsmaterials bei allen Rohren unterbricht,
die Rohre zur Entkokung außer Betrieb setzt und die Temperatur in den Rohren im wesentlichen auf
gleicher Höhe hält, wie sie für den Betrieb erforderlich ist
3. Verfahren nach Anspruch I1 dadurch gekennzeichnet,
daß man die Rohre durch Wärmestrahlung erhitzt, so daß die Temperatur der Reaktionsteilnehmer
innerhalb der Rohre 650 bis 980" C beträgt.
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Molverhältnir von Wasserdampf
zu Wasserstoff 1 :1 bis 3 :1 beträgt.
5. Verfahren nach Anspruch 1, iadurch gekennzeichnet,
daß die Reaktionsteilnehmer in einer Konvektionszone des Crackofens auf eine Zwischentemperatur
gebracht und in der Crackzone des Crackofens dann gecrackt werden.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Temperatur des Entkokungsmaterials
in den außer Betrieb befindlichen Rohren wenigstens etwa 37 Γ C beträgt, wenn es von dem
Teil der Rohre in der Konvektionszone zum Teil der Rohre in der Crackzone geführt wird.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Geschwindigkeit des Entkokungsmaterials,
das in den Teil des zu entkokenden Rohrs eintritt, über 7,5 g/sec/cm2 der Innenquerschnittsfläche
des Rohrs beträgt, wenn der Auslaßdruck des Rohrs bei 1,4 bis 1,7 kg/cm2 liegt.
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet,
daß man ein Entkokungsmaterial verwendet, das frei von Schwefel ist.
Applications Claiming Priority (1)
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| US76806568A | 1968-10-16 | 1968-10-16 |
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| DE1948635A1 DE1948635A1 (de) | 1970-07-16 |
| DE1948635B2 DE1948635B2 (de) | 1978-02-23 |
| DE1948635C3 true DE1948635C3 (de) | 1978-10-26 |
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ID=25081421
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
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| DE1948635A Expired DE1948635C3 (de) | 1968-10-16 | 1969-09-26 | Entkokungsverfahren beim thermischen Cracken von Kohlenwasserstoffen |
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