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Schutbelag für die Innenwände von Sieb- oder Mahlvorrichtungen Die
Erfindung bezieht sich auf aus Gummi oder elastischen Kunststoffen hergestellte
und aus mehreren Teilen zusammengesetzte Schutzbeläge für die Innenwände von Sieb-
oder Mahlvorrichtungen, insbesondere für die End- oder Zwischenwände von Drehtrommels,
wobei jeweils aneinanderstoßende Belagteile durch aufgesetzte, an der Wand befestigte
Halteleisten festgelegt sind.
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Elastisch verformbare Auskleidungen als Verschleißfutter beispielsweise
in Trommel- oder Schwingmühlen, Klassier- und Siebvorrichtungen und dgl. sind in
verschiedenen Ausführungsformen bekannt; und sie haben sich in der Praxis auch schon
bewährt, weil sie gegenüber den sonst gebräuchlichen Ausfütterungen aus hochfesten
starren Werkstoffen neben günstigeren Kosten- und Gewichtsfaktoren den Vorteil längerer
Lebensdauer und verminderter Geräuschentwicklung aufweisen. Es ist üblich, die in
Form von Platten oder Sektoren angelieferten Belagteile durch in Bereich der Stoßfugen
ausgesetzte, ihrerseite mittels Schrauben oder auf andere Weise an den Wänden der
auszukleidendem Vorrichtung auswechselbar befestigte Halteleisten aus einem gleichartigen
elastischen Werkstoff festzulegen. Diese Befestigungsart ist auch zum Zusammensetzen
von frei in den Mahlraum unter Versicht auf eine starre Stützwand eingebauten Zwischen-
oder Bahwänden geeignet, in welchem Falle die Halteleisten
in paariger
gegenständiger Anordnung auf beinde Seiten der elastischen Wandsektoren vorgesehen
und durch Zugschraüben gegeneinander verspannt werden können. Die Uber die Oberfläche
der niedergehaltenen Belagteil vorragenden Halteleisten dienen dabei gleichzeitig
zum Nischen und Verwirbeln des Mahl- oder Siebgutes und in Drehtrommel- und ähnlichen
Mahlvorrichtungen als sogenannet Hubbalken zum Anheben der in Form von Kugeln Stäben
Rohren od. dgl. beigegebenen Mahlkörper. Maturgemäß unterliegen diese besonders
exponierten Halteleisten einem erhöhten Verschleiß, unter dessen Wirkung sie unter
Umständen bis auf die eingebauten Befestigungselemente abgetragen werden können.
Von dieser unvermeidlichen Erscheinung nimmt die Erfindung ihren Ausgang, wobei
die zu läsende Aufgabe darin zu sehen ist, durch zweckentsprechende neuartige Gestaltung
der Halteleisten verbesserte Vorbedingungen für eine wirksame, langlebige Befestigung
des Verschleißfutters au schaffen und mit verminderten Werkstoffaufwand eine höhere
Gebrauchstüchtigkeit zu gewährleisten.
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Nach der Erfindung kennzeichnet sich Schutsbelänge der eingangs geschilderten
Gattung dadurch, daß der Querschnitt der Halteleisten in verschiedenen Längenabschnitten
unterschiedlich bemessene Flächengröße aufweist, und zwar vorzugsweise derart, daß
der Querschnitt im mittleren Bereich der Halteleisten größer als in den Endabschnitten
ist,
wobei wahlweise ein stufenloser oder ein abgestufter Übergang der Leistenabschnitte
unterschiedlicher Querschnittsgröße ineinander vorgesehen sein kann.
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Die Erfindung macht sich die betriebsgegebenen Verschleißerscheinungen
an den Halteleisten zunutze und führt in richtiger Erkenntnis und Ausschbpfung der
darin liegenden Möglichkeiten zu einer neuartigen Leistenform, die diesen Umständen
von vornherein in vollem Umfang Rechnung trägt und im Einsatz unter BerUcksichtigung
der unvermeidlichen Abriebverluste eine wesentlich längere Lebensdauer erwarten
läßt. Da die Halteleisten in der Form hergestellt und eingebaut werden, daß die
der mechanischen Einwirkung des Mahlgutes erfahrungsgemäß besonders ausgesetzten
Längenabschnitte von Anfang an Übermaß im Vergleich zu den weniger beanspruchten
Teilen aufweisen, tritt der Verschleiß gleichmäßig in allen Einzelheiten des großflächigen
Belages auf, Die Erfüllung ihrer Funktion als Hubbalken wird dadurch nicht beeinträchtigt.
Die linderung der Flächengröße braucht nicht unbedingt die gesamte qUerschnitt.fläche
zu umfassen So wäre es beispielsweise denkbar, die Halteleistenmit Uber ihre Länge
gleichbleibendem Fußteil auszubilden und nur am Kopfteil stufen los ineinander Ubergehend
oder in StufensprUngen gegeneinander Verbreiterungen unterschiedlicher Abmessungen
vorzusehen. Die stufenlose, alliähliche linderung der Flächengröße bietet zwar den
Vorteil feinster Anpassung an die gegebenen Betriebsverhältnisse.
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Aus fertigungstechnischen Gründen und nur Vereinfachung der Lagerhaltung
ist im allgemeinen aber doch der eine angenäherte Lösung darstellenden abgestuften
Ausführung der Vorzug zu geben, zweckmäßig in der Form, daß die Halteleisten aus
Längenabschnitten jeweils gleichbleibender, untereinander jedoch unterschiedlicher
Querschnittsflächen zusammengesetzt werden. Die Verteile der Erfindung zeigen sich
besonders deutlich in der Anwendung auf die Halteleisten an den End- und Zwischenwänden
in Drehtrommeln.
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An diesen meistens zum Sieben und Klassieren des Mahlgutes dienenden,
mit einer Vielzahl von Sieböffnungen versehenen Bauelementen ist der radial von
innen nach außen stark zunehmende Abnutzungsgrad augenfällig. Die Anwendung der
erfindungsgemäßen Lehre gestattet eine schmalere Ausführung der Halteleisten im
Bereich ihres der Trommelmitte zugekehrten Endabschnittes und ermöglicht dadurch,
eine größere Anzahl von Leisten mit ergeren Zwischenräumen auf den Wandflächen anzubringen
und damit eine erwünschte Versteifung und höhere Stabilität der aus Sektoren zusammengesetzten
Belagplatten zu erreichen.
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Die Erfindung ist anhand der schematischen Darstellung von Ausführungsbeispielen
in der Zeichnung verdeutlicht. In der Zeichnung ist: Fig. 1 ein Teilstück einer
Gummiauskleidung für eine Drehstrommelkugelmühle; Fig. 2 eine andere Ausführung
einer Gummiauskleidung in gleichartiger Darstellung;
Fig. 3 ein
Teilstück einer Halteleiste im abgeänderter Ausführungsform in perspektivischer
Ansicht; Fig. 4 eine Siebzwischenwand für eine Drehtrommelmühle in Draufsicht; Fig.
5 ein Querschnitt durch die Siebwand nach Fig. 2 und Fig. 6 eine Einzelheit aus
Fig. 2 in abgewandelter Ausführungsform in perspektivischer Ansicht.
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Das in Fig. 1 gezeichnete Verschleißfutter ist an der Innenmantelfläche
einer beispielsweise aus Stahlbloch hergestellten zylindrischen Drehtrommel 4 angebracht.
Es besteht aus einzelnen lose eingelegten Gummiplatten 5, die in Umfangsrichtung
der Trommel unter Einhaltung von Trennfugen aneinandergesetzt sind und jeweils paarweise
durch in die Trennfugen einfassende, in Längsrichtung, d.h. also parallel zur Trommelachse
verlaufende Halteleisten 6 an den Trommelmantel angepreßt und gegeneinander festgelegt
werden. Die Halteleisten 6 sind obenfalls aus Gummi hergestellt und zur Befestigung
an den Trommelkörper mit einem durchlaufenden offenen Schlitz versehen, in dem eine
metallische Schiene 7 mit in gegenseitigen Abständen angebrachten Gewindebolzen
8 eingeschoben werden kann. Mit dieser Anordnung ist es möglich, die Gewindebolzen
8 durch Bohrungen in dem Mantelbloch der Drehtrommel 4 nach außen zu führen und
mit Hilfe aufgesetzter Muttern 9 unter Zugspannung
zu setzen, so
daß über die Schiene 7 die Halteleiste 6 und damit auch die an ihren Randkanten
niedergehaltenen Gummiplatten 5 an die Trommelinnenfläche angepreßt werden. Die
gewählte Befestigungsart und die verwendeten Mittel sind für die Erfindung in Grundsätzlichen
ohne Bedeutung und können je nach den vorliegenden Umständen beliebig abgeändert
werden.
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Der Grundquerschnitt der Halteleisten entspricht in dem gezeichneten
Ausführungsbeispiel etwa einer Halbellipse.
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Die Erfindung ist jedoch nicht hieran gebunden; vielmehr kommt ihre
Wirkung uneingeschränkt auch in der Anwendung auf etwa rechteckige oder andere Querschnittsformen
zustande. Von Bedeutung ist ausschließlich die in der Zeichnung angedeutete unterschiedliche
Flächengröße des Leistenquerschnitte in den Endabschnitten 6a gegenüber dem mittleren
Längenabschnitt 6b. Entgegen den bisher verherrschenden Anschauungen, die aus fertigungstechnischen
Gründen nur eine über ihre ganze Länge gleichförmige Querschnittsgestaltung der
Leisten zuließen, sind die Leisten von vornherein mit wechselnder Querschnittsfläche
hergestellt, wodurch sich die im einzelnen geschilderten Vorteile ergben. Die Änderungen
der Flächengröße werden durch stufenleses Vergrößern bzw. Verkleinern der Breite
oder der Höhe oder dieser beiden Meßgrößen hervorgerufen. Dengegenüber sind bei
der in Fig. 2 gezeichneten Ausführungsform die Halteleisten 6 aus stumpf aneinanderstoßenden
einzelnen Längenabschnitten 6a, 6b und 6c mit geometrische ähnlichen Querschnittsflächen
zusammengesetzt. Der allgemeine Leistenquerschnitt hat in diesem Falle etwa die
Form eines Rechtecks
mit abgeschrägten Innenkanten. In weiterer
Abwandlung des Erfindungsgedankens kann gemäß der Darstellung in Fig. 3 die Querschnittsform
der Helteleisten 6 auch zum größten Teil im allen Längenabschnitten gleichmäßig
beibehalten und die Änderung der Flächengröße nur durch lokale Verbreiterungen in
dem dem Trommelinneren zugekehrten Kopfteil hervorgerufen werden.
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In ähnlicher Weise ist auch die Gummiauflage für die in Fig. 4 gezeichnete
Siebwand einer Drehtrommelmühle aufgebaut: Eine in den Trommelinnenraum eingesetzte
dünne Stahlblochplatte 14 ist mit kreissektorförmigen Gummiplatten 15 belegt, die
von ihrerseits durch Zugschrauben 18 an der Platte 14 befestigten Halteleisten 16
festgelegt sind. Die Platten 14 und 15 sind mit Sieböffnungen zum Ausklassieren
des bearbeiteten Mahlgutes versehen, während durch eine zentrische Öffnung 19 der
Mahlraum ohne vorhereigen Ausbau der Siebwand zugänglich ist. Die auf die radial
verlaufenden Stoßkanten der Gummiplatten 15 aufgesetzten Halteleisten weisen einen
rechteckigen Grundquerschnitt auf, der sich gemäß der Darstellung in Fig. 4 bei
ghleichbleibender Höhe ton inen uch außen hin stetig verbreitert.
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Die vergleichsweise geringe Querschnittsbreite an den der Öffnung
19 zugekehrten Innenenden der Leisten macht es möglich, eine größere Anzahl auf
der Gesamtfläche der Siebwand unterzubringen. Dieser Vorteil fällt besonders ins
Gewicht, wenn keine Stahlblochplatte als Grundlage vorgesehen ist und die Gummiplatten
15 stattdessen nur durch zweiseitig aufgesetzte Halteleisten mit eingebetteten Versteifungselementen
gehalten
werden. Die größere Anzahl von Halteleisten trägt dann wesentlich zur erwünschten
Versteifung der Siebwand bei.
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In Abwandlung der in Fig. 4 dargestellten Leistenausführung kann die
Querschnittsbreite der Halteleisten 16 gemäß fig. 6 sowohl nach innen als auch nach
außen eingezogen werden.
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Weiterhin könnten die Halteleisten auch in Anwendung des in Fig. 2
dargestellten Gestaltungsprinzips aus einzelnen Teilstücken jeweils unterschiedlicher
Profilgröße unter Bildung von Stufensprüngen zusammengesetzt werden. Die zweckentsprechende
Wahl der Querschnittsgestaltung wird nach den jeweils vorherrschenden betrieblichen
Gegebenheiten getroffen.