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Viehmatratze Die Neuerung bezieht sich auf eine Viehmatratze, die
insbesondere in Stallungen an Stelle der Stroheinstreu den Tieren als Unterlage
dient.
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Die allgemein übliche Stroheinstreu besitzt bekanntlich verschiedene,
teilweise unangenehme Nachteile. So wird beispielsweise bei der Stallreinigung der
Mist und das sperrige, von den Ausscheidungen der Tiere vollgesogene, nasse Stroh
auf den Misthaufen geschafft und muss dort festgetreten werden. Neben diesen Arbeiten
verliert der Dung aber bei der Bereitung des Misthaufens auch große Mengen seinesStickstoffgehaltes,
der für die Düngung von besonderem Wert ist. Der Neuerung lag nun die Aufgabe zugrunde,
eine geeignete Unterlage für die Stallviehhaltung ohne die Verwendung von Stroh
zu schaffen und so die Nachteile der Stroheinstreu zu vermeiden.
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Es wurden zwar schon Versuche gemacht, Viehunterlagen aus verschie
denen Materialien, wie z. B. Schaumgummi, als Strohersatz zu verwenden. Die Einführung
derartiger Unterlagen scheiterte jedoch daran, daß die porösen Stoffe gleichzeitig
die Feuchtigkeit der
Tierausscheidungen aufsaugen und dadurch eine
ständig feuchte Unterlage bilden. Ferner wurden die Unterlagen, insbesondere an
den Stellen, wo sich die Füße der Tiere befinden, eingetreten und es entstehen dort
Mulden, in denen sich Feuchtigkeit sammelt.
| Es sind ferner starre Unterlagen aus Zement oder Brettern bekannt
: |
| die jedoch hart und bakteriologisch unhygienisch sind. Durch
die |
| poröse Struktur des Materials ist eine ausreichende Desinfektion |
| nicht möglich. Letzteres gilt auch für eine Matte aus zahlreichen |
| gelenkartig verbundenen Einzelteilen wegen der dazwischen liegen- |
| Neuerungsgemäß vermeidet man diese Nachteile und erhält gleich- |
zeitig ein warmes und trockenes Lager für die Tiere, wenn man eine matratzenartige
Unterlage verwendet, die aus einem elastischen, mit einem feuchtigkeitsfesten Überzug
versehenen Material besteht und die mit einer Mehrzahl von senkrechten, von der
Oberzur Unterseite durchgehenden Löchern für den Abfluss sich ansammelnder Feuchtigkeit
versehen ist. Die Löcher wirken ferner als Luftlöcher und bieten so den Vorteil,
daß hierdurch eine dauernde Luftzirkulation unter der Matratze entlang stattfinden
kann. Dadurch sammelt sich auf der Matratzenunterseite durch die Körperwärme der
Tiere kein Schwitzwasser oder andere Feuchtigkeit, was u. U. zur Schimmelbildung
und zur Verrottung des Materials führen kann. Als Füllungsmaterial sind hierfür
alle Arten von elastischen, von der Matratzenherstellung bekannten Stoffe, wie Schaumgummi,
mit Latex gummierte Fasern bzw. Haare, Metallfedern o. dgl. geeignet.
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Als Bezug für die Füllung werden feuchtigkeitsdichte, feste und gegen
tierische Ausscheidungen widerstandsfähige Gewebe verwendet wie z. B. gummierte
Stoff-oder Drahtgewebe oder auch Gewebe aus Kunstfasern, wie z. B. Perlon, die durch
Tränken oder Bestreichen mit flüssigem Kunststoff abgedichtet werden. Es ist ferner
möglich, Stoff-oder Drahtgewebe mit einer zusätzlichen Schicht aus Gummi o. dgl.
zu versehen. Wichtig ist, daß die Überzüge keine Feuchtigkeit durchlassen oder aufsaugen.
Die Gesamtstärke der Matratzen beträgt etwa 4-5 cm.
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Die vorgesehenen Löcher in der Matratze werden durch schwach konische,
nach einer Seite im Durchmesser zunehmende Rohre aus elastischem Material, wie Gummi
o. dgl., gebildet. Das Material muss hierbei etwa die gleiche Elastizität wie die
Matratzenfüllung besitzen, um ein Herausdrücken der Rohre bei einer Belastung der
Matratze zu vermeiden. Die Rohre sind an ihren Enden mit rechtwinklig zur Achse
angeordneten, scheibenförmigen Platten von etwa 5 cm Durchmesser aus gleichem Material
versehen. Diese Platten werden an der Ober-und Unterseite der Matratze mit deren
äußerer Schicht feuchtigkeitsdicht verklebt oder vulkanisiert.
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Die Länge der Rohre wird zweckmäßig etwas geringer als die vorgesehene
Matratzenstärke gewählt, so daß die Matratze um die Löcher steppmattenartig etwas
eingezogen ist. Dadurch, daß die durchgehenden Rohre oben und unten fest und unter
Spannung mit der oberen und unteren Außenschicht verbunden sind, geben sie der
| Matratze einen zusätzlichen Halt. Der Durchmesser der Rohre
bzw. |
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Löcher beträgt etwa 1,5-2,5 cm und kann an einer Seite der Matratze
um etwa 0,5 cm größer sein. Durch den sich erweiternden Durchmesser der Löcher können
sich Exkremente oder Futterreste
nicht festsetzen und eventuell
eingetretene Verstopfungen lassen sich leicht von der kleineren Öffnung her herausspülen.
Die Löcher werden in der beschriebenen Weise vorteilhaft so angeordnet, daß sich
vorzugsweise an den Stellen der Vorder-und Hinterfüße etwa je 5 Löcher in einem
Abstand von etwa 10 cm im Quadrat befinden. Auf der übrigen Fläche der Matratze
können weitere Löcher im Abstand von etwa 25 cm vorgesehen werden.
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Wenn die Matratzen auf einem ebenen Zementboden o. dgl. zu liegen
kommen, würden die unteren Ausgänge der Löcher durch das Auflieger auf der flachen
Unterlage verschlossen und damit wirkungslos werden. Zur Vermeidung dieser Nachteile
wird die Matratze zweckmäe sigerweise mit einer geriffelten Unterlage verwehen,
deren Rillen in Richtung zur Jaucherinne verlaufen und einen glatten Abfluss unter
der Matratze ermöglichen. Hierbei kann es zweckmäßig sein, einzelne halbmondförmige
Querrillen vorzusehen, um die aus den Löchern austretende Flüssigkeit auf möglichst
viel Längsrillen zu verteilen und so deren Abfluss zu beschleunigen.
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Die Unterlage kann aus einer einseitig geriffelten und mit Löchern
versehenen Platte aus Gummi o. dgl. bestehen, die mit ihrer glatten Seite fest mit
der Unterseite der Matratze verbunder ist. Sie kann aber auch aus einer beiderseitig
geriffelten und gegebenenfalls mit Löchern versehenen Platte gebildet werden, auf
welche die Matratze aufgelegt und gegen Verrutschen gesichert wird. Diese Ausführungsform
besitzt den Vorteil, daß die Matratze auch umgedreht und beiderseitig verwendet
werden kann.
Die geriffelte Unterlage hat ferner den Vorteil, daß
die Matratze nur wenig mit dem kalten Boden aus Zement o. dgl. direkt in Berührung
kommt und hiergegen gut isoliert ist. Dadurch hält sich die Körperwärme der Tiere
in der Matratze und wird nicht an den Boden abgegeben.
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Zur Erleichterung der Reinigung der Matratze von festen Verunreinigungen
besitzt die Matratze eine nach hinten zu abnehmende Dicke, d. h. die Oberfläche
der Matratze fällt nach der Jaucherinne hin ab. Dadurch lassen sich feste Verunreinigungen,
die nicht durch die Löcher gespült werden können, in einfacher Weise mit einem Wasserstrahl
in die Jaucherinne befördern.
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Um Beschädigungen des Matratzenüberzuges durch die Klauen oder Hufe
der Tiere zu vermeiden, ist es ferner zweckmäßig, den Mittelstreifen des Bezuges,
insbesondere an den Stellen, wo sich die Füße der Tiere befinden, zu verstärken.
Hierfür wird der Bezug an diesen Stellen einige mm dicker gewählt oder verdoppelt.
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Die Größe der Matratze ist naturgemäß abhängig von der Größe des Viehstandes
bzw. der Boxe und beträgt in der Länge etwa 170-210 cm und in der Breite etwa 100-120
cm. An mindestens einer Seite der Matratze sind Vorrichtungen vorgesehen, um die
Matratze beispielsweise an ihrem Kopfende am Futtertisch oder an der Wand zu befestigen
und so gegen Verschieben zu sichern. Hierzu können beispielsweise an den Ecken der
Matratze Schlaufen angebracht werden, die in Wandhaken oder in an Ketten befestigten
Haken eingehängt werden. Auch kann durch die Schlaufen ein Knüppel gezogen werden,
der dann in geeigneter Weise mittels Ketten und Ringen gesichert wird. Ferner ist
es möglich, diesen Knüppel in
den Bezug der Matratze einzuarbeiten
und seine überstehenden Ender durch die genannten Maßnahmen am Futtertisch o. dgl.
zu befestigen Die Befestigung soll möglichst so beschaffen sein, daß sie schnell
und sicher sowohl herzustellen als auch zu lösen ist, um die Matratze zur Reinigung
des Stalles in einfacher Weise entfernen bzw. aufheben oder wenden zu können.
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In den beigefügten Zeichnungen sind schematisch beispielsweise Ausführungsformen
der neuerungsgemäßen Viehmatratze dargestellt.
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Es zeigen : Fig. l eine Draufsicht auf eine Matratze nebst einer möglichen
Befestigungsvorrichtung ; Fig. 2 einen Teil des Schnittes A-A durch die Matratze
nach Fig. 1 ; Fig. 3 ein Rohr, durch welches die Löcher in der Matratze gebildet
werden ; Fig. 4 eine andere Ausführungsform als nach Fig. 2.
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In der Fig. 1 bezeichnet 1 die neuerungsgemäße Matratze mit den Löchern
2. An ihrem Kopfende besitzt die Matratze an jeder Ecke eine Schlaufe 3, durch die
ein Knüppel 4 hindurchgesteckt ist, dessen herausragende Enden in zwei dingen 5
stecken, die mittels Ketten 6 am Futtertisch 7 befestigt sind. Mit 8 ist der verstärkte
Mittelstreifen des Bezuges angedeutet.
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In Fig. 2 ist in einem teilweisen Querschnitt entlang der Linie A-A
nach Fig. 1 der innere Aufbau der Matratze dargestellt.
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Mit 9 ist hierbei die elastische Füllung bezeichnet, die vorzugsweise
eine Stärke von etwa 4-5 cm besitzt. Diese Füllung ist
mit einem
Cordgewebe 10 umgeben, welches von seiner äußeren Schicht 11 aus Gummi o. dgl. feuchtigkeitsfest
umhüllt wird. Die Unterseite der Matratze besteht aus einer geriffelten Gummiplatte
12, um ein glattes Aufliegen der Matratze auf ebenem Boden zu vermeiden.
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Das durchgehende Loch 2 in der Matratze wird von einem Rohr nach Fig.
3 aus elastischem Material gebildet. Dieses Rohr besteht aus einem gegebenenfalls
konischen Mittelstück 13, an dessen beiden Enden rechtwinklig zur Achse angeordnete,
scheibenförmige Platten 14 sitzen. In der Ausführungsform nach Fig. 2 ist ein Rohr
mit konischem Mittelstück verwendet und so eingesetzt, daß sich das Ende mit dem
größeren Durchmesser auf der Unterseite der Matratze befindet. Die scheibenförmigen
Platten 14 sind auf der Ober-und Unterseite mit der Gummischicht 11 bzw. mit der
geriffelten Gummiplatte 12 feuchtigkeitsfest verbunden, beispielsweise verklebt
oder vulkanisiert. Um eine glatte Auflage der scheibenförmigen Platte 14. auf der
geriffelten Gummiplatte an der Unterseite der Matratze zu gewährleisten, ist die
Riffelung an dieser Stelle entfernt. Bei der Ausführungsform nach Fig. 4 ist ein
Rohr mit zylindrischem Mittelstück 13'verwendet. Die Gummiplatte 12t ist hierbei
beiderseitig geriffelt und bildet keine Einheit mit der Matratze wie bei der Ausführungsform
nach Fig. 2. Unter dem Loch 2 der Matratze kann die Gummiplatte ebenfalls mit einem
Loch 15 versehen sein. Durch die Anwendung der neuerungsgemäßen Viehmatratze bei
der Vieh, haltung kann auf eine Stroheinstreu in den Stallungen verzichtet
werden.
Damit entfällt vor allem die Arbeit des Ausmistens und die Bereitung des Misthaufens.
Die Reinigung des Stalles geschieht in bequemer Weise, beispielsweise durch Ausspritzen
mit einem Wasserschlauch unter Mitverwendung einer Gummibürste und/oder Gummischaufel.
Die Abwässer sammeln sich in einer hinter den Viehständen entlanglaufenden und gegebenenfalls
mit einem Förderband versehenen Abflussrinne, die zur Jauchegrube führt.
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Hier werden nun sämtliche Exkremente, ohne mit Stroh durchsetzt zu
sein, in flüssiger Form unter einer Ölschicht gesammelt, wodurch keine Verluste
an Stickstoff wie auf dem Misthaufen eintreten. Der Stickstoffgehalt des Dunges
kann hierdurch bei sachgemäßer Behandlung bis auf das 5-fache gesteigert werden
und bis über 1 % betragen. Ferner wird die Verwendung der Exkremente als Dünger
wesentlich vereinfacht, da diese in flüssiger Form vorliegen und mittels Pumpen
und Rohren gefördert werden können. Durch den Fortfall des Streustrohes für den
Stall kann die Gewinnung von Stroh weitgehend vernachlässigt und gegebenenfalls
sogar der Getreideanbau zugunsten des Hackfruchtanbaues eingeschränkt werden. Außerdem
entfällt ein großer Teil der Ernteeinfuhr und es wird Lagerraum in Scheunen und
Böden gewonnen.