-
futter mit Seillaufrille, insbesondere Seilscheibenfutter.
| Die Förderseile einer Bergbau-Schachtförderanlage |
sind über ein oder mehrere Seilscheiben (Umlenk-und/oder Ablenkscheiben) geführt,
die ein Reibungsfutter für die Seilauflage aufweisen. Das Reibungfutter besteht
aus vielen Einzellamellen, die in Scheibenumfangsrichtung nebeneinander geschichtet
und miteinander verklebt sind.
-
Der Scheibenkranz übergreift das Reibungsfutter auf beiden Längsseiten
und stützt es damit gegen die Fliehkraftwirkung ab.
-
Bei der Neuerung handelt es sich um die Aufgabe, auch dann noch für
einen ausreichenden Halt der Lamellen gegen die Fliehkraftwirkung zu sorgen, wenn
die Lamellen nicht sorgfältig eingeleimt und eingepresst sind und sich unter der
Wirkung des Seildralles gegen die Querschnittsebene der Scheibe neigen. Dabei können
einzelne Lamellen ihre Abstützung am Scheibenkranz verlieren und unter der Wirkung
der Fliehkraft herausgeschleudert werden.
-
Zur Lösung dieser aufgabe wird vorgesfhlagen, die Lamellen auf den
einander zugekehrten Stirnseiten mittels Verzahnung gegen die Fliehkraftwirkung
zusätzlich aneinander abzustützen. Auf diese Weise wird erreicht, dass eine Lamelle,
die etwa wegen mangelnder Verklebung sich von der satten Anlage an ihren Nachbarlamellen
löst und infolgedessen den Widerstand gegen die Seildrallwirkung zu verlieren beginnt,
eine ausreichende Abstützung gegen die Fliehkraftwirkung an ihrer in die Nachbarlamellen
eingreifenden Verzahnung findet.
-
Damit dieser zusätzliche Halt die von der unvermeidlichen Verschleisswirkung
abhängige Lebensdauer des Futters nicht schmäler, ist es zweckmässig, die Verzahnung
zu beiden Seiten der Seillaufrille, also ausserhalb der Verschleisszone vorzusehen.
-
Die Zeichnung veranschaulicht einige Ausführungsbeispiele des Neuerungsgegenstandes,
und zwar zeigt : Fig. 1 einen Seilscheibenkranz im Querschnitt mit einer Lamellenstirnansicht
;
| Fig. 2 einen Querschnitt durch eine Lamelle |
| gemäss Fig. 1 ; |
| \f |
| 4 |
| Fig. 3 bis je eine abgewandelte Lamellenform |
| in Stirnansicht und im Querschnitt. |
-
Zwischen die beiden Schenkel 1 und 2 eines Seilscheibenkranzes sind
die Lamellen 3 eingesetzt.
-
Diese liegen mit ihrem Fuss auf dem Grunde des Kranzprofiles auf und
greifen auf beiden Seiten in Umfangsrillen der beiden Kranz schenkel 1 und 2 ein.
Die Kranzschenkel übergreifen also das aus Einzellamellen 3 zu einem geschlossenen
Ring zusammengesetzte Reibungsfutter auf beiden Längsseiten und sollen es dadurch
gegen die Fliehkraft abstützen.
-
Bei der Montage werden die in Scheibenumfangsrichtung nebeneinander
geschichteten Lamellen 3 miteinander verklebt, damit die Einzellamellen nicht nur
an den beiden Kranzschenkeln 1 und 2, sondern auch aneinander gehalten werden.
-
Die Güte einer solchen Verklebung ist weitgehend von der bei der Montage
aufgewendeten Sorgfalt abhängig. Die Lamellen 3 sind deshalb bei der Ausführung
nach den Fig. 1 und 2 auf der einen Stirnseite mit einem zapfenartigen Ansatz 3'und
auf der anderen Seite mit einer zylindrischen Aussparung 3"versehen, in die der
Zapfen 3'der benachbarten Lamelle hineinpasst. Die Höhe des Zapfens 3' und die Tiefe
der Aussprarung 3"brauchen nur einen Bruchteil der Lamellenstärke zu betragen, weil
ein
Abheben benachbarter Lamellen voneinander gleichedeutend mit
einer Tergrösserung des-'utterdurchmessers wäre, die nicht möglich ist. Die an ihren
Stirnseiten ineinandergreifenden Lamellen 3 deren Dicke nur einen kleinen Bruchteil
der Lamellenhöhe oder Lamellenbreite beträgt, geben bei der Ausführung nach den
Fig. 1 und 2 den Lamellen eine gegenseitige Abstützung auch dann, wenn eine Haftung
an den Stirnflächen fehlt. Eine nur kleine Höhe des Zapfens 3'ist im übrigen im
Hinblick auf die Montage erwünscht, die in der Weise vor sich geht, dass die einzelnen
Lamellen nacheinander zunächst in einer Schräglage, d. h. mit einer Neigung zur
Querschnittsebene der Scheibe in die Umfangsrillen der Kranzschenkel 1 und 2 eingeführt
und dann durch Schwenken an der Nachbarlamelle satt zur Anlage gebracht werden.
-
Fig. 1 zeigt eine Anordnung des Zapfens 3'und der Aussparung 3"symmetrisch
zur Profilmittellinie der Lamelle. Dabei ist auf einen genügenden Abstand a
| (Fig. 1) von der Seillaufrille Bedacht zu nehmen. |
-
Dieser Abstand a wird durch die unvermeidliche Verschleißwirkung kleiner.
Infolgedessen ist von diesem Abstand a die Lebensdauer des Futters abhängig. Bis
zum Verschleiss des Futters um das Mass a bleibt die Lamellenverzahnung ungeschmälert
wirksam. Ein weiterer Verschleiss bis auf den Betrag h ; hebt die Wirkung der Verzahnung
im Sinne einer gegenseitigen Abstützung benachbarter Lamellen auf. Es bleibt aber
immer noch eine einseitige Abstützung.
-
Soll die Profilhöhe der Lamellen zur Erhöhung der Lebensdauer möglichst
weitgehend ausgenutzt werden, dann ist die Verzahnung am Lamellenfuss vorzusehen,
und die Verzahnung gegebenenfalls als Lamellenfuss auszubilden. Dies ist bei den
Ausführungen nach den Fig. 3 und 4 der Fall. Dabei bleibt zu bedenken, dass bei
dieser Ausführung die Verzahnung keinen Formschluss im Sinne einer gegenseitigen
Abstützung bietet.
-
In Abwandlung der Lamelle gemäss Fig. 4 mit einer Verzahnungsrippe,
die sich am Lamellenfuss in der Breitenrichtung der Lamellen erstreckt, zeigt Fig.
5 zwei übereinander angeordnete Rippen mit einem etwa wellenförmig gestalteten Querschnitt.
Diese Wellenform ergibt in grundsätzlicher Ubereinstimmung mit der Ausführung nach
den Fig. 1 und 2 eine formschlüssige Verzahnung.
-
Bei den weiteren Ausführungen nach den Fig. 6'bis 8 ist die Lamellenverzahnung
ausserhalb der Verschleißzone vorgesehen. Dabei weist die Lamelle auf einer Stirnseite
zu beiden Seiten der Seillaufrille je einen Zapfen 3'und auf der anderen Stirnseite
je eine zylinderische Aussparung 3"auf, so daß die volle Profilhöhe der Lamellen
für den Verschleiss ungeschmälert verfügbar ist. Der Betrieb kann deshalb auch nach
vollständigem Verschleiß des Futters notfalls mit der futterlos gewordenen Seilscheibe
behelfsweise
fortgesetzt werden, was nach der Bergverordnung im Hinblick auf die meist üblichen
futterlosen Seilscheiben durchaus zulässig ist.
-
Die Fig. 7 und 8 demonstrieren, dass die Gestalt der Lamellenprofilumrißlinie
unerheblich ist und dass die Verzahnung bei Anordnung ausserhalb der Verschleißzone
auch am Lamellenfuss vorgesehen werden kann.
-
Zu Fig. 8 ist schliesslich der Vollständigkeit halber darauf hinzuweisen,
daß die beiden Zapfen ebenso wie die beiden Aussparungen auf beide Lamellenstirnseiten
verteilt werden können, so dass also jede der beiden Stirnseiten mit einem Zapfen
und einer Aussparung versehen ist.
-
Die Lamellenprofile nach den Fig. 7 und 8 sind weniger für Seilscheiben
als vornehmlich für Treibscheibe geeignet, bieten jedoch grundsätzlich dieselben
Vorzüge auch bei allen anderen Scheiben mit Seillaufrille, z. B.
-
Scheiben für Drahtseilbahnen.
-
Werden die Lamellen nicht, wie üblich, aus Tafeln, z. B. Kunstsetofftafeln,
ausgeschnitten oder ausgestanzt, sondern in einer Form gegossen oder gepresst, dann
empfiehlt sich ein zum Scheibeninnern hin (schwach) verjüngter Querschnitt, so daß
die Lamellen nach Maßgabe ihrer Höhe und der Krümmungsradien gegeneinander geneigte
Stirnflächen haben, wie die Querschnittbilder andeuten. Solche Lamellen erleichtern
wesentlich die Montagearbeit, weil der bisher notwendige Zusatzaufwand entfällt,
mindestens einen Teil aller Lamellen nachzuarbeiten.
| Für die La,e-len sind alle Merkstoffe geeignet, die |
| 1 : 5 CD |
| sich pressen, isssen oder spritzen lassen und die |
| hinsichtlich Reibung und oeilaufl&e die von Seil- |
| scheibenfuttern efurderteln igensc. j. a. ften uaben. |
| Von allen diesen Yerkstoffen ist jensn der orsu |
| zueoen, die e-i-ne orniscen Jtoi'fe, v ; ie z. L. |
| Leder oder JauLiv<olle, enthalten. |