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AGFA AKTIENGESELLSCHAFT in Leverkusen-Bayerwerk Fotografische Kamera
mit einer selbsttätigen Belichtungsregelvorrichtung Die Neuerung betrifft eine Kamera
mit einer selbsttätigen Belichtungsregelvorrichtung, die mittels eines Handeinstellers
für mindestens einen Belichtungswert abschaltbar ist.
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Neuerungsgemäß ist eine derartige Kamera so aufgebaut, daß der Handeinsteller
über wechselweise wirksame Antriebsverbindungen zur Einstellung definierter Blendenöffnungen
eines ersten Blendenregelbereiches mit einem an ein Kraftübertragungsgetriebe der
Belichtungsregelvorrichtung angeschlossenen Blendenlamellen-Steuerring und zur Überführung
der Blende in eine den Ausgangspunkt für Einstellungen eines zweiten Blendenregelbereiches
mittels des Blendenlamellen-
| Steuerringes bildende extreme Stellung mit einem beweglichen |
| Blendenlamellen-Lagerring gekuppelt ist. |
| I |
| Vorteilhaft ist jedem der Regelbereiche der Blende eine |
| andere Einstellung einer die Verschlußöffnungszeit beein- |
| flussenden Einrichtung, beispielsweise eines Zeitregel- |
| werkes und/oder einer Ball-Steuereinrichtung, zugeordnet. |
Dabei ist der Handeinsteller mit mindestens einem Steuerorgan für
eine dieser Einrichtungen verbunden. Zweckmäßig ist der Handeinsteller formschlüssig
mit dem Blendenlamellen-Steuerring und dem Blendenlamellen-Lagerring gekuppelt.
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Bei einer bevorzugten Ausführungsform umfaßt die Antriebsverbindung
zwei über je eine Stellkurve gesteuerte Antriebshebel, von denen der eine Antriebshebel
mit dem Blendenlamellen-Steuerring kuppelbar ist und der andere Antriebshebel mit
dem Blendenlamellen-Lagerring in Verbindung steht.
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Vorteilhaft sind die zweiarmig ausgebildeten Antriebshebel um Zapfen
des Handeinstellers schwenkbar gelagert und greifen je mit einem Stellstift in feste,
schlitzförmige Stellkurven sowie je mit einem weiteren Stellstift in Stellschlitze
des Blendenlamellen-Steuerringes und des Blendenlamellen-Lagerringes ein. Zweckmäßig
weist der Stellschlitz des Blendenlamellen-Steuerringes eine Öffnung zum Durchtritt
des zugeordneten Stellstiftes bei Verstellung des Steuerringes mittels des Kraftübertragungsgetriebes
auf.
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Die neuerungsgemäße Kamera zeichnet sich durch einen einfachen, aus
leicht herstellbaren Teilen bestehenden, funktionssicheren Aufbau aus, mit dem wahlweise
eine selbsttätige Einstellung der Belichtungswerte oder eine Handeinstellung der
Blendenwerte unter gleichzeitiger Einstellung der die Verschlußöffnungszeiten beeinflussenden
Einrichtung erfolgen kann.
Auf der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel
der Neuerung in einer perspektivischen Darstellung wiedergegeben.
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Hierbei sind konzentrisch zum Objektiv, dessen Achse mit A-A bezeichnet
ist, ein Handeinsteller 1, ein Blendenlamellen-Lagerring 2 und ein Blendenlamellen-Steuerring
3 drehbar angeordnet. Am Blendenlamellen-Steuerring 3 ist über eine Koppelstange
4 ein Blenden-Steuerhebel 5 angelenkt, der zusammen mit einem Verschlußzeit-Steuerhebel
6 um eine gemeinsame kamerafeste Achse 7 schwenkbar gelagert ist. Am Blendensteuerhebel
5 greift eine Zugfeder 8 an, die das Bestreben hat, den Blendensteuerhebel 5 gegen
einen Ansatz 9 des Verschlußzeit-Steuerhebel 6 zu führen und gleichzeitig den Blendenlamellen-Steuerring
3 in einer Endstellung zu
| halten. Der Verschlußzeit-Steuerhebel 6 steht über einen |
Stift 10 mit einer an sich bekannten Abtasteinrichtung für den Zeiger des Drehspulinstrumentes
der Belichtungsregelvorrichtung in Verbindung. Das freie Ende des Verschlußzeit-Steuerhebels
6 ist mit einer Verschlußzeit-Steuerkurve 11 versehen, die mit einem Steuerstift
12 eines an sich bekannten Zeitregelwerkes zusammenwirken kann.
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Der Handeinsteller 1 trägt an seinem Außenumfang eine Skala 13, die
ein Symbol 13a für die selbsttätige Belichtungsregelung sowie zwei Blendenwertreihen
13b, 13c aufweist. Der Blendenwertreihe 13b ist dabei ein Symbol für Blitzlichtaufnahmen
und der Blendenreihe 13c ein Symbol für Ball-
Aufnahmen zugeordnet.
In den Handeinsteller 1 ist weiterhin eine Steuerausnehmung 14 für einen Stellstift
15 eines Stellhebels 16 einer an sich bekannten Ball-Steuereinrichtung eingeschnitten.
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Der Handeinsteller 1 umfaßt weiterhin zwei Drehzapfen 17, 18, um die
je ein zweiarmiger Antriebshebel 19 bzw. 20 schwenken kann. Jeder der beiden Antriebshebel
19, 20 ist mit einem Stellstift 21 bzw. 22 versehen. Der Stellstift 21 greift in
eine schlitzförmige Stellkurve 23 ein, während der Stellstift 22 in einer weiteren
schlitzförmigen Stellkurve 24 geführt ist. Die Stellkurven 23, 24 sind dabei in
einen festen Ring 25 eingeschnitten, der auf seinem Außenumfang eine mit der Skala
13 zusammenwirkende Marke 26 aufweist. Auf die freien Arme der Antriebshebel 19,
20 ist je ein weiterer Stellstift 27 bzw. 28 aufgesetzt. Der Stellstift 27 ragt
in einen, sich etwa in radialer Richtung erstreckenden Stellschlitz 31 des Blendenlamellen-Lagerringes
2, während der Stellstift 28 in einen entsprechenden Stellschlitz 32 des Blendenlamellen-Steuerringes
3 eingreifen kann. Der Stellschlitz 32 weist eine Öffnung 33 auf, die eine Verdrehung
des Blendenlamellen-Steuerringes 3 in Richtung des Pfeiles a ohne Mitnahme des Stellstiftes
28 ermöglicht. Die Blendenlamellen 34, von denen aus Gründen der Übersichtlichkeit
lediglich eine dargestellt ist, umfassen je einen Drehzapfen 35, der in eine Bohrung
des Blendenlamellen-
Lagerringes 2 eingreift und einen Steuerzapfen
36, der in eine Steuerkurve 37 des Blendenlamellen-Steuerringes 3 hineinragt.
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Bei Durchführung einer Aufnahme mit selbsttätiger Belichtungsregelung
schwenkt der Verschlußzeit-Stellhebel 6 nach entsprechender Voreinstellung des Handeinstellers
1 mittels der Skala 13 und der Marke 26 in Richtung des Pfeiles b.
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Hierbei wird über die Steuerkurve 11 und den Steuerstift 12 das Zeitregelwerk
beeinflußt. Gleichzeitig wird über den Ansatz 9 der Blendenstellhebel 5 ebenfalls
in Richtung des Pfeiles b geschwenkt und bewirkt dabei über die Koppelstange 4 eine
Drehung des Blendenlamellen-Steuerringes 3 in Richtung des Pfeiles a. Wie bereits
beschrieben, kann sich der Ring 3 ohne Mitnahme des Stellstiftes 28 durch den Stellschlitz
32 frei verdrehen. Da der Blendenlamellen-Lagerring 2 mittels des in dieser Einstellage
unbeweglichen Antriebshebels 19 festgehalten ist, ergibt sich somit auch eine dem
gemessenen Lichtwert entsprechende Einstellung der Blende. Eine Drehung des Ball-Steuerhebels
16 ist in dieser Einstellage nicht möglich, da sich dessen Stellstift 15 in dem
schlitzförmigen Bereich 14a der Steuerausnehmung 14 befindet.
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Nach Freigabe des Auslösers der Belichtungsregelvorrichtung kehrt
der Verschlußzelt-Stellhebel 6 unter der Wirkung nicht dargestellter, an sich bekannter
Federn wieder in seine
Ausgangslage zurück. Dieser Bewegung folgt
unter der Wirkung der Zugfeder 8 der Blendenstellhebel 5 und damit über die Koppelstange
der Blendenlamellen-Steuerring 3.
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Zur Durchführung einer Aufnahme unter Verwendung eines Blitzlichtgerätes
wird der Handeinsteller 1 so weit in Richtung des Pfeiles a gedreht, bis der gewünschte
Blendenwert der Reihe 13b der Marke 26 gegenübersteht. Dieser Bewegung folgen die
Antriebshebel 19 und 20, da ihre Drehzapfen auf den Handeinsteller 1 aufgesetzt
sind. Dabei durchläuft der Stellstift 21 den Bereich 23a der schlitzförmigen Stellkurve
23. Dieser Bereich ist derart gegenüber dem Drehzapfen 17 gekrümmt, daß der Stellstift
27 ohne Drehung des Blendenlamellen-Lagerringes 2 in radialer Richtung entlang des
Stellschlitzes 31 gleiten kann. Der Stellstift 22 wird dagegen entlang des Bereichs
24a der Stellkurve 24 geführt.
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Dieser Bereich ist in Bezug auf den Drehzapfen 18 so gebogen, daß
der Stellstift 22 etwa einen Abschnitt eines Kreisbogens um die optische Achse beschreibt
und dabei den Blendenlamellen-Steuerring 3 in Richtung des Pfeiles a verstellt.
Hierbei wird der Blenden-Steuerhebel 5 unter weiterer Spannung der Feder 8 vom Ansatz
9 des Verschlußzeit-Steuerhebels 6 abgehoben. Eine Verstellung der Verschlußzeit
erfolgt jedoch nicht, so daß eine nunmehr ausgelöste Aufnahme mit der gleichen Öffnungszeit
durchgeführt wird, von der die selbsttätige Belichtungsregelung ausgeht, also beispielsweise
1/30 sec.
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Ist dagegen beabsichtigt, eine Aufnahme mit der Ball-Einstellung des
Verschlusses durchzuführen, so wird der Handeinsteller 1 so weit in Richtung des
Pfeiles a gedreht, bis der einzustellende Blendenwert der Blendenwertreihe 13c der
Marke 26 gegenübersteht. Bei dieser Einstellung gelangen zunächst die Stellstifte
21, 22 nach Durchlauf durch die
| Bereiche 23a und 24a in die Bereiche 23b bzw. 24b der Stell- |
| kurven 23, 24. Der Bereich 24b ist dabei ebenso ausgebildet |
wie der Bereich 23a, so daß, solange sich der Stellstift 22 in diesem Bereich befindet,
der Antriebshebel 20 keine Verstellung des Blendenlamellen-Steuerringes 3 bewirkt,
diesen jedoch in der Lage hält, die der Ring 3 im Augenblick des Austritts des Stellstiftes
22 aus dem Bereich 24a der Stellkurve 24 erreicht hat. Der Bereich 23b der Stellkurve
23 ist dagegen ähnlich wie der Bereich 24a der Stellkurve 24 derart ausgebildet,
daß für die Dauer des Eingriffs des Stellstiftes 21 in diesen Bereich eine Drehung
des Blendenlamellen-Lagerringes 2 in Richtung des Pfeiles a hervorgerufen wird.
Dabei sind die Bereiche 23a und 24b so bemessen, daß der Blendenlamellen-Lagerring
2 dem Blendenlamellen-Stellring 3 bis zum erneuten Erreichen einer extremen Stellung
der Blende, beispielsweise der vollen Öffnung, nachgeführt wird. Anschließend treten
die Stellstifte 21,22 in die Bereiche 23c und 24c der Stellkurven 23, 24 ein. Der
Bereich 23c ist nun wiederum so ausgebildet, daß der Blendenlamellen-
Lagerring
2 ohne weitere Verstellung über den Antriebshebel 19 in seiner erreichten Lage gehalten
wird. Der Bereich 24c ist dagegen so gebogen, daß wiederum eine Verstellung des
Stellstiftes 28 hervorgerufen wird, die eine weitere Drehung des Blendenlamellen-Steuerringes
3 in Richtung des Pfeiles a hervorruft. Hierdurch wird wiederum die Blende, ausgehend
von ihrer größten Öffnung, geschlossen. Durch die vorbeschriebene Drehung des Handeinstellers
1 ist gleichzeitig die Steuerausnehmung 14 so weit verstellt worden, daß sich der
Steuerstift 15 in dem erweiterten Bereich 14b befindet. Er kann daher in an sich
bekannter Weise bei Betätigen des Verschlußauslösers schwenken und dadurch eine
Offenstellung der Verschlußlamellen für die Dauer der Auslöserbetätigung bewirken.
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Bei einer Rückdrehung des Handeinstellers 1 entgegen der Richtung
des Pfeiles a werden die Ringe 2, 3 infolge der formschlüssigen Führung der Stellstifte
21, 22 und 27, 28 in der entgegengesetzten Richtung mitgenommen.
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Die Neuerung ist nicht auf die dargestellte Ausführungsform beschränkt.
Beispielsweise könnte dem Handeinsteller 1 auch eine auf das Zeitregelwerk wirkende
Steuerkurve zugeordnet sein, so daß einer Blendenwertreihe unterschiedliche Verschlußöffnungszeiten
zugeordnet werden können. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, die Antriebshebel
um feste Drehpunkte zu lagern und deren Stellkurven an dem Handeinsteller anzuordnen.