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Johann K e h 1 in Oberried über Freiburg i. Br. Wetteranzeigevorrichtung
Die Neuerung betrifft eine Wetteranzeigevorrichtung, die mit einer sich unter dem
Einfluss der Feuchtigkeit verdrehenden z. B. aus Darm bestehenden Aufhängesaite
für das Anzeigeorgan arbeitet.
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Solche meist als Wetterhäuschen bezeichnete und ausgeführte Vorrichtungen
sind an sich in vielen verschiedenen Ausführungformen schon bekannt. Hierbei ist
die die Drehbewegung herbeiführende Aufhängesaite an ihrem oberen Ende fest eingespannt,
was ihre Einjustierung in die neutrale Mittellage erschwert und die Vorrichtung
auch etwas verteuert. Ausserdem ist bei den bekannten Wetteranzeigevorrichtungen
die Aufhängesaite in ihrer ganzen Länge verdeckt innerhalb des Wetterhäuschens hinter
dessen Vorderfront oder sonst ganz innerhalb einer figürlichen Darstellung liegend
untergebracht. Letzteres hat den Nachteil, dass die feuchtigkeitsempfindliche Darmsaite
o. dgl. nicht rasch genug und unvollkommen mit der in ihrem Feuchtigkeitsgehalt
zu erfassenden Aussenluft in Berührung kommt, so dass sich eine gewisse Verzögerung
in der Anzeige ergeben und diese sogar dann noch mit einem Fehler behaftet sein
kann.
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Die Neuerung hat sich daher zur Aufgabe gestellt, eine Wetteranzeigevorrichtung
zu schaffen, bei der Nachteile der
| genannten Art durch Fehlen einer die feuchtigkeitsempfindliche |
| Saite rings umschliessenden Wandung od. dgl. vermieden bleibt |
| wobei es ausserdem darauf ankommt, für die Gesamtanordnung |
| einen sehr billigen Aufbau zu erzielen mit einer möglichst |
leichten und einfachen Einjustierungsmöglichkeit der neutralen Mittelstellung. Ausschlaggebend
und wichtig ist, dass die ganze Wetteranzeigevorrichtung trotz der genannten Massnahmen
äusserlich einen besonders gefälligen, ansprechenden Eindruck
vermittelt
und zwar zugleich unter Erreichung neuartiger Darstellungseffekte vielfältigster
Variationsmöglichkeit in bisher nicht gegebener Art.
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Neuerungsgemäß wird dies dadurch erreicht, dass die Aufhängesaite
mindestens auf einem Teil ihrer Länge freihängend sichtbar vorgesehen ist und sie
vorzugsweise ausserdem an ihrem oberen Ende mit einer Verdickung versehen in einem
Loch, einer Bohrung od. dgl. lediglich hängend festgehalten sitzt.
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Zweckmäßig ist es, wenn die Saite an ihrem unteren Ende freihängend
sichtbar einen Körper, einen Zeiger, eine zeigerartige Vorrichtung od. dgl. trägt,
die als Anzeigeorgaædienen können.
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Dieses sich zur Wetteranzeige drehende Anzeigeorgan kann sich dabei
aus einer Mittellage heraus nach rechts oder links verschieben oder verschwenken,
wobei die gewünschte Anzeige dabei auf einer als Hintergrund dienenden Fläche bewirkt
wird oder unmittelbar allein schon lediglich durch die Drehbewegung des Anzeigeorgans
und dessen dadurch zustande gebrachte unterschiedliche Ansicht.
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Die der Neuerung entsprechende Anordnung hat den großen Vorteil,
dass die bevorzugt aus Darm bestehende, mindestens teilweise sichtbare Saite dadurch,
dass sie der Aussenluft frei zugänglich gemacht ist, deren Feuchtigkeit unbehindert
ausgesetzt wird und daher auf jede auch kleinste Veränderung sofort empfindlich
reagiert. Ausserdem ergibt sich dabei eine äusserst bequeme Einjustiermöglichkeit
der Saite auf die neutrale Mittelstellung. Es bedarf dazu nämlich lediglich eines
geringen Hochheben und entsprechenden Drehens der Saite um ihre Längsachse. Beim
Freigeben nimmt sie dann von selbst sofort wieder fixiert ihre geänderte Hängestellung
ein. Zudem lassen sich dabei auch die Herstellungskosten der Vorrichtung unter sonst
gleichen Verhältnissen auf ein Minimum senken.
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Eine im Sinne einer Weiterbildung der Neuerung besonders geeignete
Ausführungsform ergibt sich, wenn die ganze Wetteranzeigevorrichtung in Form einer
an der Wand aufhängbaren Plastik ausgeführt ist. Hierbei kommt es als Zweckmäßig
in Betracht, die ganze Vorrichtung als die Saite tragendelfigur auszuführen. Dabei
können an diesen Figuren dann ferner noch plastische Darstellungen vorgesehen sein,
die als Symbole für gutes und schlechtes Wetter dienen, wie z. B. eine Sonne
mit
Strahlen bzw. Wollen mit Regenstrichen. Es können aber auch beliebige andere zusammenpassende
Beziehungsbegriffe für die tragende Figur und das dazu gehörende Anzeigeorgan gewählt
werden.
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Nachstehend ist die Neuerung mit ihren Einzelheiten anhand von Zeichnungen
noch in verschiedenen Ausführungsformen wiedergegeben und noch näher erläutert.
Es zeigen : Fig. 1 eine der Neuerung entsprechende Vorrichtung, ausgeführt als Wetterhäuschen
mit einer in Tracht wiedergegebenen Schwarzwaldbäuerin ; Fig. 2 eine im wesentlichen
gleiche Ausführungsform mit einer in anderer, z. B. bayerischer Tracht gezeigten
Frau ; Fig. 3 eine Ausführungsform, bei der die Vorrichtung durch einen Regenbogen
auf einer Wolkenbank dargestellt wird, zu der als Wetterzeige eine Petrusfigur mit
nach vorne ausgestreckten. rechten Arm dient ; Fig. 4 eine als Wandplastik ausgebildete
Vorrichtung mit der Darstellung einer Putte von vorne gesehen ; Fig. 5 die Seitenansicht
zu Fig. 4 ; Fig. 6 in Teilansicht eine der Neuerung entsprechende Aufhängung der
Darmsaite von oben gesehen ; Fig. 7 die Darmsaitenaufhängung im vertikalen Mittelschnitt
und Fig. 8 eine etwas andere Ausführungsform der Darmsaitenaufhängung, ebenfalls
vertikal geschnitten.
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Bei den Ausführungsbeispielen ist die feuchtigkeitsempfindliche Darmsaite
1 stets mindestens auf einem Teil ihrer Länge frei sichtbar und der Aussenluft bzw.
dem Luftzug ungehindert frei zugänglich ausgesetzt. In den Fig. 1 und 2 befindet
sich lediglich die Aufhängung der Darmsaite 1 verdeckt hinter der Giebelfläche 2
des Wetterhäuschens. Das gleiche trifft zu für Fig. 3. Am unteren Ende der Saite
hängen freispielend und sichtbar die als Anzeigeorgane dienenden Figuren 3. Damit
diese bei grösseren Erschütterungen nicht hin-und herpendeln, können sie am unteren
Ende ein nach unten weisendes Stängchen aufweisen, das z. B. durch eine Ringöse
hindurchgesteckt ist, die an der Vorder-oder Hinterfront der Vorrichtung getragen
ist (nicht besonders dargestellt). Die Frauenfiguren und die Petrus-Figur
weisen
mit ihrem rechten Arm nach vorne und greifen mit dem nach unten gekrümmten Zeigefinger
4 der Hand des vorgestreckten Armes geeignet weit über den unteren, gegebenenfalls
gebogenen Teil 5 der vorderen Fläche der Vorrichtung, Diese trägt rechts und links
Symbole für gutes und schlechtes Wetter in Form einer Sonne bzw. in Form regnender
Wolken.
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Bei der Ausführungsform nach Fig. 4 und 5 ist die Vorrichtung speziell
als an der Wand aufhängbare flache Plastik ausgeführt, die einen minimalen Raumbedarf
hat. Dabei hängt die Darmsaite 1 völlig frei. Sie trägt an ihrem unteren Ende einen
sichelförmigen Mondkörper 6, welcher mit der unteren Spitze 7 bei Schönwetter nach
der Sonne 8 und bei Schlechtwetter nach den Regenstrichen 9 hin weist.
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Die Aufhängung der Saite 1 ist in allen Fällen in jener Art gewählt,
wie sie anhand der Fig. 6, 7 und 8 wiedergegeben ist. Danach besitzt die Saite 1
an ihrem oberen Ende eine in geeigneter Weise vorgesehene Verdickung 10, die aus
einem an der Saite angebrachten Knoten bestehen kann oder auch aus einer der Saite
übergesteckten Perle od. dgl. Die Saite greift dann durch ein vertikal angeordnetes,
im Durchmesser kleineres Aufhängeloch 11, so dass sie belastet durch die an ihrem
unteren Ende befestigte Figur zuverlässig fest gehalten sitzt.
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Handelt es sich darum, die Saite 1 in die dem jeweiligen Aufstellungsort
der Vorrichtung richtig neutrale Mittelstellung einzujustieren oder diese Stellung
bei Wechsel des Standorts der Wetteranzeigevorrichtung zu ändern, so genügt ein
Anheben der Saite 1 an ihrem oberen Ende und ihr entsprechendes Schwenken um ihre
Längsachse nach rechts oder links. Durch Freigeben hängt sie sich dann von selbst
in der richtigen Stellung im Aufhängeloch 11 sogleich wieder fest.
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Nach Fig. 6 wird das fraglich Aufhängeloch 11 für die Saite dadurch
geschaffen, dass die geballte Hand 12 der Putte vertikal durchbohrt ist. Es genügt
aber auch, wenn lediglich zwischen der Handfläche 13 und dem Daumen 14 ein geeignet
grosser Durchlass 15zum Einhängen der Saite 1 freigelassen wird.
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Die Aufhängung der Saite erfolgt bei den Ausführungsformen nach Fig.
1 bis 3 im wesentlichen analog zu der Ausführungsform nach Fig. 6. Hierbei ist diese
Aufhängung hinter der Giebelfläche
2 verdeckt, gebildet z. B. durch
eine Öse, in der die Saite 1 mit ihrer Verdickung 10 am oberen Ende eingehängt sitzt.
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Ausser den in den Ausführungsbeispielen wiedergegebenen Motiven,
in denen als diese Vorrichtung bildende Trägerfigur ein Schwarzwaldhaus bzw. ein
bayerisches Bauernhaus Verwendung finden und als Zeigerorgane die Schwarzwaldbäuerin
bzw. eine Bayerin mit nach vorne ausgestrecktem rechten Arm dient, können als Trägerfiguren
mit zugehörigem Zeiger aber auch die verschiedensten anderen Motive Verwendung finden.
Es sind aus der fast unbegrenzt grossen Anzahl gegebener Möglichkeiten nachfolgend
nur einige beispielsweise aufgeführt : Es können als die Wetteranzeige-Dazu passende,
sich dre-Vorrichtung im Ganzen ausmachen-hende, frei sichtbare de Trägerfiguren
in Betracht Wetterzeiger sind : kommen : 1. Mädchen mit Katze, Lappenknäuel, 2.
Bube mit Hund, Wurstzipfel, 3. Kaminfeger mit Sc. Sein, Hufeisen oder Kleeblatt,
4. Petrus, Wolkenballen mit Stern, 5. Vagabund als Angler, geangelter Stiefel, 6.
Rückwand mit Aufhängevor-Turner in Wagrechter richtung für Saite, Kürstellung, 7.
Rückwand mit Aufhängevor-Tänzerin mit vorgerichtung für Darmsaite, strecktem Bein,
8. Rückwand mit Aufhängevor-Papagei auf einer Sàhaurichtung für Darmsaite. kel sitzend.