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DE189468C - - Google Patents

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Publication number
DE189468C
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Authority
DE
Germany
Prior art keywords
aniline
chromic acid
black
chrome
salt
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Active
Application number
DENDAT189468D
Other languages
English (en)
Publication of DE189468C publication Critical patent/DE189468C/de
Active legal-status Critical Current

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Classifications

    • DTEXTILES; PAPER
    • D06TREATMENT OF TEXTILES OR THE LIKE; LAUNDERING; FLEXIBLE MATERIALS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • D06PDYEING OR PRINTING TEXTILES; DYEING LEATHER, FURS OR SOLID MACROMOLECULAR SUBSTANCES IN ANY FORM
    • D06P3/00Special processes of dyeing or printing textiles, or dyeing leather, furs, or solid macromolecular substances in any form, classified according to the material treated
    • D06P3/02Material containing basic nitrogen
    • D06P3/04Material containing basic nitrogen containing amide groups
    • D06P3/32Material containing basic nitrogen containing amide groups leather skins
    • D06P3/3253Material containing basic nitrogen containing amide groups leather skins using oxidation dyes

Landscapes

  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Textile Engineering (AREA)
  • Coloring (AREA)
  • Treatment And Processing Of Natural Fur Or Leather (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
- M 189468 -' KLASSE Bm. GRUPPE
Dr.WILHELM EPSTEIN in FRANKFURT a. M.
Verfahren zum Schwarzfärben von Chromleder.
Patentiert im Deutschen Reiche vom 11. März 1906 ab.
Das durch seine Billigkeit, Echtheit, Schönheit und Tiefe der Nuance für die Baumwollfärberei so wichtige. Anilinschwarz hat bisher für Leder keine Anwendung gefunden, 5 obwohl namentlich für Chromleder ein absolut alkaliechtes Schwarz, welches ein Färben vor dem Fetten gestattet, ganz besonders wertvoll sein würde.
Durch die amerikanische Patentschrift
ίο 542971 wurde vor längerer Zeit ein Verfahren beschrieben für ein gleichzeitiges Gerben und Färben von Fellen mittels Chromsäure und Anilinsalz. Versucht man jedoch nach den Angaben der Patentschrift zu arbeiten, indem man die mit Chromsäure imprägnierte Haut mit 5 prozentiger Lösung von Anilinsalz nachbehandelt, so beobachtet man nur eine Grünfärbung der vorher rein chromgelben Haut. Es tritt also eine teilweise Reduktion der Chromsäure ein, aber eine Bildung von Anilinschwarz findet unter diesen Umständen überhaupt nicht statt. Wenn es nun auch nicht ausgeschlossen erscheint, daß sich durch Abänderung der Versuchsbedingungen eine Schwarzbildung
. erreichen läßt, so ist es doch höchst unwahrscheinlich, daß auf diese Weise gleichzeitig eine technisch brauchbare Gerbung und Färbung zu erzielen wäre. Eine den Anforderungen der Technik Genüge leistende Gerbung setzt die Ablagerung einer ganz bestimmten Menge von in ganz bestimmter Weise gebundenem Chromoxyd in der Hautfaser voraus, während andererseits auch die Anilinschwarzbildung nur unter gewissen Bedingungen richtig verläuft und die gewünschte gleichmäßige, volle, nicht bronzierende Färbung ergibt. Beide Effekte — und noch dazu bei dem in seinen Eigenschaften wechselnden Rohmaterial der Häute — durch eine und dieselbe Operation gleichzeitig zu erreichen, erscheint so gut wie unmöglich. In der Tat hat sich das genannte Verfahren in der Technik nicht eingeführt.
Anilinschwarz gefärbte Chromleder von vorzüglicher Qualität lassen sich, wie gefunden wurde, herstellen, wenn man die schon chromgegerbten Häute in geeigneter Weise mit Chromsäure und Anilinsalz nachbehandelt. Dies war nicht vorauszusehen. Bekanntlich ist die Herstellung von Anilinschwarz auf Wolle wesentlich sehwieriger als auf pflanzlicher Faser. Aber selbst wenn tierische Haut bzw. chromgegerbte tierische Haut sich in dieser Beziehung ungleich der Wolle der pflanzlichen Faser analog verhielte, bliebe es fraglich, ob sich die Oxydation des Anilins auf dem gegen chemische Einflüsse in ganz anderer Weise als die Baumwolle empfindlichen Chromleder ohne Schädigung seiner sonstigen Eigenschaften ausführen lassen würde. Eine direkte Übertragung des Anilinschwarzchromatverfahrens der Baumwollfärberei auf Chromleder gibt in der Tat durchaus unbefriedigende Resultate. Nach zwei Seiten hin entstehen Schwierigkeiten :
i. Die große Affinität der chromgaren Haut für Chromsäure verursacht zwar infolge rascher Absorbierung der Chromsäure eine überraschend glatte Bildung des Schwarz ausschließlich auf den Fellen, während die
Farbflotte völlig klar bleibt,· sie bringt aber zugleich die Gefahr mit sich, daß unreduzierte Chromsäure im Leder zurückbleibt und so dessen Festigkeit geschädigt wird.
2. Da eine Durchfärbung der Chromleder weder gewünscht wird noch auch gut möglich ist, indem bei Erzeugung von mehr Anilinschwarz eine bronzierende Oberflächenfärbung entsteht, ehe das Schwarz wesentlich
ίο in die Tiefe eindringt, so gilt es, im Vergleich zur Baumwollfärbung sehr viel geringere Schwarzmengen bei der Färbung zu erzeugen. Setzt man nun das Färbebad mit den für eine satte, aber nicht bronzierende Oberflächenfärbung erforderlichen Mengen Anilin und Chromsäure an, so zeigt sich, daß selbst bei möglichst kurzgehaltener Flotte die große Verdünnung die Schwarzbildung hindert, zumal da eine Beschleunigung der Reaktion durch Anwendung eines großen
Überschusses an Mineralsäure nicht tunlich ist.
Es wurde nun gefunden, daß unabhängig
vom Chromsäuregehalt der Färbeflotte sich Anilinschwarz auf Chromleder glatt bildet, sobald nur die Verdünnung des Anilinsalzes nicht unter eine gewisse Grenze sinkt, und daß man daher mit der für die Schwarzbildung tatsächlich benötigten geringen Menge Chromsäure bei mäßigem Säurezusatz gute Färbungen erzielen kann, indem man das Anilinsalz in hinreichendem Überschuß anwendet. Es zeigte sich, daß damit zugleich auch die oben unter 1. erwähnte Schwierigkeit überwunden wird. Durch das überschüssige Anilin wird die gesamte Chromsäure restlos reduziert, und die gefärbten Felle erweisen sich als vollständig frei von Chromsäure beziehentlich von chromsaurem Chromoxyd. Der Mehrverbrauch an Anilinsalz ist gering, da das Färbebad wiederholt benutzt werden kann, indem man durch Nachgeben von Chromat, Säure und Anilinsalz den Anfangsgehalt an wirksamen Bestandteilen immer wieder herstellt. Die Größe des Überschusses hängt von der Verdünnung der Färbeflotte ab, und da diese je nach den Umständen wechselt, z.B. abhängt von der Art der Färbegefäße und von der Zahl der Felle, welche in einer Operation gefärbt werden sollen, ist eine nähere Angabe über die Größe des Überschusses nicht möglich. Der Überschuß ist leicht zu ermitteln, indem man durch eine Probefärbung im kleinen feststellt, wieviel bei der in einem gegebenen Falle zur Anwendung kommenden "Verdünnung der Färbeflotte Anilinsajz nötig ist, um glatte Schwarzbildung und vollständige Reduktion der Chromsäure zu erzielen. Arbeitsweise und Resultate sind aus dem nachfolgend als Beispiel beschriebenen Versuche ersichtlich.
Beispiel:
Ein nach dem Einbadverfahren gegerbtes, ausgewaschenes, aber noch nicht neutralisiertes Chromkalbfell von 7000 qcm Fläche und 1100 g Falzgewicht wurde in einer Glasbüchse mit eingeschliffenem Stopfen 3 Stunden lang in einer Lösung von 14 g Kaliumbichromat, 14 g Schwefelsäure und 40 g Anilinsalz in 2500 ecm Wasser an einem Schüttelapparat geschüttelt. Die Färbeflotte enthält dann keine Chromsäure mehr. Diese Flotte wurde quantitativ abgegossen, das Fell zweimal mit je 3 1 Wasser ausgewaschen und die Waschwässer gleichfalls gesammelt. Die Analyse ergab als Gesamtgehalt der Abwässer 6,55 g Chromoxyd. Da 14 g Kaliumbichromat 7,28 g Chromoxyd entsprechen, hatte sonach weder eine Entgerbung noch eine wesentliche Nachgerbung des Felles stattgefunden.
Das Fell wurde darauf neutralisiert und gefettet und wie üblich fertiggestellt. Es war tiefschwarz auf der Narbenseite, blauschwarz auf der Fleischseite gefärbt und im Schnitt rein grünblau und vollständig frei von Chromsäure.
Anstatt oder in Mischung mit Anilinsalz können auch Salze der homologen Basen zur Anwendung kommen.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch :
    Verfahren zur Erzeugung von Anilinschwarz auf Chromleder, darin bestehend, daß man die chromgaren Felle mit angesäuerten Lösungen von Bichromat oder Chromsäure und von Anilinsalz oder Salzen der Homologen des Anilins behandelt, welche das Bichromat bzw. die Chromsäure in der für die Färbung erforderlichen Menge, das Anilinsalz dagegen in einem solchen Überschuß über die in konzentrierter oder stark angesäuerter Lösung nötige Menge von 2 Molekülen auf 1 Molekül Bichromat enthalten, daß bei der zur Anwendung kommenden Verdünnung des Färbebades noch glatte Schwarzbildung und vollständige Reduktion der Chromsäure eintritt.
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