DE18690C - Neuerungen an Maschinen zur Herstellung ebener und Rotations-Flächen an Steinen mittelst darauf zu wälzender Sprengscheiben - Google Patents
Neuerungen an Maschinen zur Herstellung ebener und Rotations-Flächen an Steinen mittelst darauf zu wälzender SprengscheibenInfo
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Description
KAISERLICHES
PATENTAM
in KRIPPEN.
darauf zu wälzender Sprengscheiben.
Diese Maschinen dienen zur genauen Bearbeitung des Steines mittelst unter Druck am
Stein vorbeigeführter und ^durch die Reibung in Drehung versetzter : Sprengscheiben, wobei
wegen des ruhigen Ganges der Scheiben das sonst bei Anwendung des Kröneis erfolgende
schädliche Herumfliegen der abgelösten Theile nicht mehr vorkommt.
Das arbeitende Werkzeug an den Maschinen, eine Sprengscheibe, welche aus gut gehärtetem
Stahl oder Hartgufs hergestellt ist, hat entweder, wie in den Fig. 1 a und 1 b im Schnitt und
Ansicht dargestellt, einen glatten Umfang oder zur Herstellung rauher Oberflächen die in Fig. ic
angegebene kegelradähnliche, gekrönelte Arbeitsfläche. Sie wird mit dem Support der Maschine
durch Schrauben so in Verbindung gebracht, dafs sie noch ein geringes Spiel gegen die Bewegungsrichtung
erhält. Da die Sprengscheibe nur durch Vorüberführen am Arbeitsstück wirkt, so kann eine Wirkung derselben nur dann eintreten,
wenn die Achse der Scheibe einestheils mehr oder weniger schräg, wie es Fig. id zeigt,
und beim Anfangen an den Kanten, zur Vermeidung des Ausspringens derselben, horizontal
gestellt ist, da sonst wegen der grofsen Widerstandsfähigkeit des Materials kein Absprengen
der Theilchen eintreten würde, und wenn weiter auch die Scheibe selbst gegen die Bewegungsrichtung
unter einem kleinen Winkel 0. geneigt ist, Fig. ia und ib, wodurch der Nutzeffect
durch Verminderung der Reibungsflächen zwischen Werkzeug und Werkstück wesentlich erhöht
wird.
Die bewegten Sprengscheiben können entweder auf ruhendem Werkstück oder auf ihrem
entgegengeführten Werkstück arbeiten.
Auch können ebene Flächen durch in einer horizontalen Ebene im Kreise herumgeführte
Werkzeuge hergestellt werden.
Die Fig. 2a, 2b und 2c zeigen in Aufrifs, Grundrifs und Seitenansicht eine transportable,
auf den Stein selbst aufsetzbare Maschine, welche ihrer Leichtigkeit wegen aus Schmiedeisen hergestellt
ist.
Auf dem Gestell a, bestehend aus zwei oberen T - Trägern und zwei unteren, damit durch
Bolzen und Schienen verbundenen starken Flacheisenschierien mit Löchern b b b, wird der
durch Hebel c bewegbare Support d mit Sprengscheibe e aufgesetzt. Unterhalb des Supportrahmens
sind gufseiserne Gleitstücke zur Führung des Rahmens an den auf die Länge des
Hubes des Rahmens gehobelten T-Trägern angebracht, während ein am Hebel c mit Mutter
befestigter Zapfen in dem Schlitz eines mit der Supportwand zu einem Stück verbundenen Bügels
/ gleitet, so dafs durch die" schwingende Bewegung des Hebels mit Handgriff eine hin-
und hergehende Bewegung des Supports erzielt und so durch die Führung der Sprengscheibe
auf der Steinfläche die Trennung der Steintheilchen vom Arbeitsstück bewirkt und eine
ebene Fläche1 auf dem letzteren hergestellt wird.
Bei Benutzung der Maschine werden zunächst je nach der Länge und Höhe des Arbeitsstückes zwei Bolzen g g in die Löcher b der
Schienen α gesteckt, die Maschine wird auf den
zu bearbeitenden' Stein gesetzt, die mit Spitzen versehenen Klauen hh werden gegen das Arbeitsstück geprefst und dann werden die Bolzen
wieder entfernt, so dafs die Arbeitsfläche für die Sprengscheibe frei wird.
Der Support ist genau derjenige einer Hobelmaschine, nur ist mit dem oberen Schlitten ein
Kreisbogen i mit Schlitzen angebracht, auf dem durch einen federnden Einleger k dem Werkzeug
die gewünschte schräge Stellung gegeben wird. Die seitliche Fortrückung des Supports,
welcher das Werkzeug (die Sprengscheibe) trägt, geschieht in bekannter, bei Langhobelmaschinen
gebräuchlicher Weise und wird die Bewegung hierzu von der schwingenden Bewegung des
Hebels C an jedem Ende seiner Bewegung abgeleitet.
Eine Maschine,- bei welcher das Arbeitsstück dem Werkstück entgegengeführt wird, ist in den
Fig. 3a, 3b und 3c durch Haupt-, Vorder- und Hinteransicht dargestellt. Das Werkzeug geht
hier quer über das Arbeitsstück, wie dies beispielsweise bei Herstellung von Fenstergewänden nöthig sein würde.
Ein auf Quadern ruhender, durch Schienen und Schraubenbolzen starr verbundener Holzrahmen
/ mit Schienen bildet das Fundament eines Wagens m, der zur Aufnahme des Arbeitsstückes
11 dient.
In der Mitte des Schienenweges befindet sich seitlich ein gufseiserner, kranartig geformter
Pfeiler o, an dessen Auslader sich durch eine gehörig gestützte Kurbelschwinge / mit Schubstange
ein Gleitstück q in Führungen bewegt, welches den durch Schraubenbolzen verbundenen
Support d' mit der Sprengscheibe e' ,trägt.
Durch den Arbeiter erhält die mit Handgriff versehene Kurbelschwinge / eine pendelnde Bewegung,
aus welcher die hin- und hergehende Bewegung des Werkzeuges resultirt..
Der Vorschub des Steines erfolgt durch eine im Ständer gelagerte Kettenscheibe r, aufweiche
sich eine am hinteren Theil des Wagens befestigte Kette s aufwindet, und durch einen
hinter dem Pfeiler angebrachten Kniehebel i, auf welchen an der Kreuzungsstelle mit dem
Gleitstück eine auf einem Ansatz gelagerte bewegliche Rolle u aufgesteckt ist.
Bei der hin- und hergehenden Bewegung des Gleitstückes stöfst nun diese Rolle an zwei je
nach der Breite des Arbeitsstückes durch Schrauben verstellbare Nasen υ ν an, durch deren
Anstofs der Kniehebel vermittelst einer Zugstange w auf den am Kettenrade sitzenden
Frictionskegel χ wirkt, welcher die Kettenscheibe um die gewünschte Gröfse dreht und
so durch die Kette den Wagen dem Werkzeug entgegenführt.
Behufs besserer und schnellerer Wirkung des Frictionskegels müssen dieser sowohl wie die
Rolle u durch Gewichte beschwert werden.
Nach vollendeter Bearbeitung des Werkstückes wird der Sperrkegel χ von der Kettenscheibe
abgehoben und der Wagen zurückgezogen.
Eine Modification der eben beschriebenen Maschine ist die in Haupt- und Seitenansicht
in den Fig. 4a und 4b dargestellte, bei welcher mehrere an einem beweglichen Stern sitzenden
Sprengscheiben zur Anwendung kommen.
Fundirimg, Unterbau und Wagen sind genau dieselben wie bei der vorher beschriebenen
Maschine.
Zwei Böcke α α sind mit einem Querstück b
durch Augen und Schraubenbolzen verbunden. In der Mitte des Querstückes ist eine Hauptwelle
c mit Halszapfen zweimal gelagert, welche am oberen Ende ein Stirnrad d, am unteren
Ende einen Stern e mit vier Armen trägt. An jedem der Arme wird der Support / mit der
Sprengscheibe g durch Schrauben befestigt. Das erwähnte Stirnrad d steht im Eingriff mit
einem zweiten, auf der verticalen, seitlich vom Bocke gelagerten Welle sitzenden kleineren
Stirnrad d'; am anderen Ende dieser Welle ist ein Kegelrad h aufgekeilt, das, mit einem
auf einer horizontal liegenden Welle sitzenden Kegelrad h' in Eingriff, seine Bewegung von
einem auf der horizontal liegenden Welle sitzenden Schwungrad i mit Handgriff erhält.
Zur Fortschiebung des Arbeitsstückes dient folgender' Mechanismus:
Auf der horizontalen Welle k sitzt unter dem Kegelrad ein kleines Stirnrad /, das ein grofses
Stirnrad /' in langsame Rotation versetzt. Ein mit dem Rade /' starr verbundenes Stirnrad m
steht weiter in Eingriff mit einem auf der horizontalen Welle sitzenden Stirnrad m\ neben
welchem die Kettentrommel η aufgekeilt ist. Es wird also durch diese Räderübersetzung eine
sehr geringe Vorwärtsschiebung des Wagens erzielt.
Die Sprengscheiben können mit ihren Arbeitskanten alle in einer horizontalen Ebene angebracht
sein, können aber auch so befestigt sein, dafs jede der ersten Scheibe nachfolgende
Scheibe um ein Geringes tiefer gestellt ist.
Hierdurch wird bewirkt, dafs die einzelne Sprengscheibe möglichst wenig in Anspruch genommen
wird, und dafs ein stufenweises Abarbeiten der Steinfläche sich vollzieht.
Diese Maschine kann, wie die in Fig. 3a, 3b und 3c dargestellte, durch Hand- oder Elementarbetrieb
in Bewegung gesetzt werden.
In Fig. 5 a, 5 b und 5 c ist in Aufrifs, Grundrifs
und Endansicht dieselbe Anordnung der
Sprengscheiben bei einer transportablen Maschine
dargestellt, bei welcher, wie in Fig. 2 a, 2b und 2C dargestellt, das Werkstück fest liegt
und die Maschine sich fortbewegt.
Zwei T-Träger, an den Enden durch Bolzen •zu einem Rahmen 0 vereinigt, dienen einem
Wagen / und den unter demselben angebrachten Rollen q als Führung. Auf dem
Wagen selbst, der wiederum durch zwei Längsund zwei Querschienen gebildet ist, sitzt auf
einer horizontalen Welle r eine Kurbel, deren vom Arbeiter bewirkte Bewegung durch ein
Kegelräderpaar s s' ein auf der verticalen, gehörig geführten Welle t sitzendes kleines Stirnrad
u treibt; Rad u steht mit dem grofsen Stirnrad u' in Eingriff, dessen oben durch den
Bock v, unten durch die gekreuzten Schienen w geführte und durch Halszapfen gelagerte Welle χ
den schon bei der vorigen Maschine verwendeten Stern e' mit den Supporten und den
Sprengscheiben g' trägt.
Die Fortschiebung des Wagens geschieht hier durch eine auf der horizontalen Achse
sitzende Schraube ohne Ende y, welche ihre Bewegung auf das vor der Schraube an der
verticalen Welle sitzende Schneckenrad^' überträgt. Unter diesem befindet sich weiter ein
Stirnrad y", das durch eine hinter dem einen Träger angebrachte Zahnstange y'" bei Rotation
der Kurbel den Wagen langsam vorwärts bewegt.
Zur schnelleren Zurückführung des Wagens nach vollendeter Bearbeitung des Arbeitsstückes
kann, mit dem Stirnrade y "·, das mit der Zahnstange
y'" in Eingriff steht, eine Ausrückvorrichtung beliebiger Art angebracht werden.
Während die vorderen Schienen, welche zwischen sich die Querstange mit den verstellbaren
Klauen tragen, starr mit den T-Trägern verbunden sind, sind die hinteren, auf den T-Trägern
gelagerten Schienen mit Schlitten ζ und Klemmschrauben versehen, damit bei kurzen Arbeitsstücken
ein unnöthiges Weiterdrehen des Wagens vermieden werde.
In den Fig. 6a und 6b ist endlich die Haupt- und Seitenansicht eines Supports mit Sprengscheibe
dargestellt, wie er zum Abdrehen der Steine nöthig ist.
Auf dem äufseren Schlitten B sitzt, um einen Bolzen C drehbar, eine runde Platte a, welche
mit einer an deren Ende kegelstumpfartig geformten Schraube E versehen ist, um die um
D drehbare Platte A in beliebiger Winkelstellung stets sicher befestigen zu können. Wie leicht
ersichtlich, kann durch. Lösen der Schraube C, Lüften der Schraube E, Drehen der runden
Platte a, sowie Wiederbefestigen derselben durch die Schrauben C und E die Sprengscheibe in
jede mögliche Stellung, beispielsweise in die punktirt angegebenen, gebracht werden.
Es ist noch zu bemerken, dafs bei allen vorgeführten Arbeitsweisen der Sprengscheibe eine
Stellung derselben parallel mit der zu bearbeitenden Fläche möglich und geboten ist, um mittelst
dieser Stellung beim Beginn der Bearbeitung einer Fläche mehrere Schichten an der
Kante wegzunehmen; dann erst wird die Sprengscheibe in die eigentliche Arbeitslage gebracht,
in welcher sie die ganze Fläche bearbeiten soll. Es hat diese erste Einstellung und Arbeitsweise
der Scheibe den Zweck, ein Abspringen oder Wegbrechen der Kanten zu verhüten, welches stattfinden kann, wenn man
gleich von vorii herein mit schräggestellter Sprengscheibe die Bearbeitung des Steines direct
an der Kante beginnen würde.
Claims (4)
1. Zur Herstellung ebener Flächen auf Steinen die transportable Steinbearbeitungsmaschine,
bestehend in der Combination der Theile: Gestell α mit Bolzen g und Klauen h zur
Befestigung der Maschine auf dem zu bearbeitenden Stein, der durch den Schwinghebel
c und durch Bügel/ bewegliche Support d mit seinem Kreisbogen i zu beliebiger
Einstellung der als Werkzeug dienenden Sprengscheibe e zur Bearbeitungsfläche, wie in den Fig. 2a, 2b und 2c dargestellt.
2. In einer feststehenden Maschine zur Bearbeitung von Steinen (wie Sohlbänke, Thürgewände
und Säulen etc.) in einer zur Achse des Steines senkrechten Richtung
die Anordnung zur automatischen Fortrückung des Wagens m und Steines n, bestehend
aus Wagen m mit Kette s, Kettenrad r, Frictionskegel x, Zugstange w, Kniehebel
t, Rolle u, Gleitstück q und Kurbelschwinge /, in Combination mit der durch
den Kreisbogen i verstellbaren und durch Kurbelschwinge p bewegten Sprengscheibe e,
wie in den Fig. 3a, 3b und 3c dargestellt.
3. Eine feststehende Maschine zur Steinbearbeitung mit einer oder mehreren Sprengscheiben
an einem Stern e, der durch Kurbel i oder Riemscheibe und Räderwerk
h k d d' in Rotation versetzt wird, wobei das Arbeitsstück durch Räder I'm',
Kettenscheibe η. mittelst der Kette langsam gegen die Sprengscheiben vorgerückt wird,
wie in den Fig. 4a und 4b dargestellt.
4. Die in den Fig. 5a, 5b und 5c dargestellte transportable, auf das Arbeitsstück aufzusetzende
Maschine mit einem rotirenden Stern e' und den daran sitzenden Sprengscheiben,
welche derart angeordnet sind, dafs die folgende Scheibe gegen den Stein
um ein Geringes tiefer steht als die vorher-
gehende, zur allmäligen Wegnahme der Steintheilchen, in Combination mit der Anordnung
zur allmäligen Forbewegung des Sternes über die Steinfläche, bestehend in der Combination der Theile: Welle r, Kegelräder
π', Wurm getriebe y y*, Stirnrad y"
und Zahnstange y'".
In Combination mit einem Support die Anordnung des Sprengscheibenhalters, bestehend
in einer runden, um den Stift C drehbaren Platte α und einer Preisschraube,
um dieselbe bei ihrer Anwendung in der Steindreherei in jeder gewünschten Stellung
einstellen zu können, Fig. 6a und 6b.
Hierzu 2 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE18690C true DE18690C (de) |
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Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
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