DE186869C - - Google Patents
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Classifications
-
- B—PERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
- B30—PRESSES
- B30B—PRESSES IN GENERAL
- B30B11/00—Presses specially adapted for forming shaped articles from material in particulate or plastic state, e.g. briquetting presses, tabletting presses
- B30B11/02—Presses specially adapted for forming shaped articles from material in particulate or plastic state, e.g. briquetting presses, tabletting presses using a ram exerting pressure on the material in a moulding space
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
- M 186869 KLASSE SOa. GRUPPE
ROBERT FRIEDLAENDER in BERLIN.
und salzartigen Stoffen.
Patentiert im Deutschen Reiche vom 30. Mai 1905 ab.
In der Patentschrift 158472 ist ein Verfahren zur Brikettierung von Erzen und anderen
verhüttbaren Stoffen beschrieben. Dasselbe besteht darin, daß man die Erze ohne An-Wendung
eines Bindemittels einem sehr hohen, vom heutigen Standpunkte ungewöhnlich hohen Drucke aussetzt, und zwar so, daß dieser
Druck nicht plötzlich ausgeübt, sondern allmählich gesteigert wird, so daß die Luft aus
dem Preßgut vollkommen entweichen kann und der Druck erst im letzten Augenblick der Pressung auf die zur vollkommenen Abbindung
erforderliche Höhe gebracht wird. Gegebenenfalls werden die fertigen Preßsteine
noch einer die Festigung derselben bezwecken-
. den Behandlung mit heißen kohlensäurereichen Gasen oder derg]. unterworfen.
In der Anwendung dieses nur für die Brikettierung von Erzen und anderen verhüttbaren
Stoffen bekannten Verfahrens auf die Herstellung von Preßsteinen aus natürlichen
oder künstlichen Salzen und salzkrtigen Stoffen liegt die vorliegende Erfindung.
Mit der Anwendung dieses Verfahrens zu dem besonderen Zwecke wurden bei der Salzbrikettierung
ungekannte Vorteile erreicht.
Es gibt nämlich eine große Anzahl von salzartigen Naturprodukten, wie Kochsalz, Staßfurter
Salz, Seesalz und dergl. mehr, und ferner von ähnlichen kleinkristallinischen Produkten
der chemischen Industrie, deren Brikettierung mit Rücksicht auf eine billige und einfache
Handhabung und Verpackung, ferner mit Rücksicht auf die Beförderung, auf die Beständigkeit,
Lagerung und dergl. mehr wirtschaftliche Gesichtspunkte sehr wünschenswert erscheint. ■
Da diese Stoffe weder plastisch sind, noch selbst unter sehr hohem Druck bindende ■
Eigenschaften erlangen, gestaltet sich ihre Pressung ohne Bindemittelzusatz schwierig, und
es gelingt nicht, aus ihnen unter Anwendung der üblichen Preßverfahren, selbst bei sehr
hohem Druck, haltbare und ohne Gefahr des Zerfallens leicht zu handhabende Preßsteine
zu gewinnen. Die Anwendung von Bindemitteln verbietet sich aber bei den meisten hier in Betracht kommenden Stoffen von
selbst, da dadurch eine nicht erwünschte Verunreinigung solcher dem Genüsse oder der
chemischen Verarbeitung dienenden und. in chemisch reinem Zustande verlangten Erzeugnisse
eintreten würde. · · ■
Es hat sich nun gezeigt, daß, wenn man solche Stoffe unter Anwendung des in der
Patentschrift 158472 für Erze beschriebenen Verfahrens in Preßsteine umwandelt, infolge
der Entfernung der zwischen den einzelnen Teilchen des Preßgutes lagernden Luft und des
langsam ansteigenden und erst im letzten Augenblicke die höchste Grenze erreichenden
Druckes eine lückenlose Anlagerung der einzelnen Teilchen, und zwar derart stattfindet,
daß sie unter dem Einflüsse der Kohäsionskräfte innig zusammenhalten können. .
Außerdem kommt aber hierbei noch folgende wesentliche Wirkung dieses Verfahrens in Betracht
: Fast ausnahmslos sind die hier in Be-
(2. Auflage, ausgegeben am 23. November igog.J
tracht kommenden Stoffe, ζ. B. Kochsalz, Staßfurter Salz, verschiedene salzartige Stoffe
von kristallinischem Gefüge, hygroskopisch und enthalten in einzelnen Fällen sogar sehr beträchtliche
Mengen Wasser in Gestalt des sogenannten Kristallwassers. Das hygroskopische
Wasser löst nun bis zur erfolgten Sättigung die feinen Salzteilchen auf, und die
gröberen Teile sind dann von einer solchen
ίο gesättigten Lösung gewissermaßen eingehüllt.
Werden solche Salze dem in oben erwähnter, Weise angewandten langsam ansteigenden
Druck ausgesetzt, so wird zunächst die Luft entweichen und dabei einen Teil der hygroskopischen
Feuchtigkeit mitreißen. In dem Maße wie der Druck wächst, wird aber auch das hygroskopische Wasser an die Oberfläche
des Preßsteines gedrängt und unter der durch den hohen Druck hervorgerufenen Temperaturerhöhung
verdunsten; dabei werden sich die bisher hygroskopisch in Lösung gehaltenen
Stoffe in Form feiner Kristalle ausscheiden. Diese feinen Kristalle bewirken aber eine energische
Bindung unter den Teilchen des Preß-
gutes. Ähnlich verhält es sich mit dem Kristallwassergehalt. Bei einer gewissen, von der
Natur des Stoffes abhängigen Druckgrenze wird das Kristallwasser frei und wirkt in
diesem Zustande auf die Salzteilchen lösend. Hierauf erfolgt die oben erwähnte Herauspressung
und die unter Salzausscheidung vor sich gehende Verdunstung. Letztere verläuft insbesondere sehr energisch an der Oberfläche
des fertigen, aus der Presse ausgestoßenen Steines infolge seiner unter dem hohen Druck
erlangten Temperaturerhöhung. In einzelnen Fällen kann man auch diese Preßlinge in fertigem
Zustande der trocknenden Wirkung von heißer Luft, heißen Gasen oder heißen Dämpfen aussetzen.
Die Preßlinge sind in der Regel unmittelbar von der Presse verladbar und zeichnen
sich durch eine dauernde Haltbarkeit und große Festigkeit aus.
Claims (1)
- Patent-Anspruch :Verfahren zur Herstellung von Preßsteinen aus natürlichen oder künstlichen Salzen und salzartigen Stoffen, dadurch gekennzeichnet, daß die Salze mit Hilfe des durch Patentschrift 158472 für die Brikettierung von Erzen bekannten Verfahrens behandelt werden.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE186869C true DE186869C (de) |
Family
ID=450606
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
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Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
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