DE1797285C - Funflinsiges, vierghednges TeIe Objektiv - Google Patents
Funflinsiges, vierghednges TeIe ObjektivInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein fünflinüiges, viergliedriges Tele-Objektiv für fotografische Zwecke, das ein Öffnungsverhältnis
von mindestens 1:2,8 besitzt und dessen Brennweite größer ist als der Abstand des
objektseitigen Frontlinsenscheitels von der Bildebene und zwischen dem 4- bis 5fachen der auszuzeichnenden
Bildformatdiagonale liegt. Der auf Seite der längeren Strahlungsweite befindliche, in seiner Gesamtwirkung
positive System teil umfaßt eine als Frontlinse stehende Plankonvexlinse und einen negativen Meniskus, der
eine axiale Mittendicke von wenigstens 0,15 der Objektivbrennweite aufweist und der sich in Form
eines Kittgliedes aus einer bikonvexen Sammellinse und einer bikonkaven Zerstreuungslinse zusammensetzt,
AObei der Meniskus und die Frontlinse ihre Wölbungen dem Objekt zukehren. Der auf Seite der
kürzeren Strahli;ngsweite nach einem großen Blendenraum folgende, ebenfalls positive Systemteil wird von
zwei Einzellinsen gebildet, und zwar von einem negativen Meniskus und einer Plankonvexlinse, die in
Lichteinfallsrichtung gesehen als letzte Linse das System abschließt, wobei diese beiden Einzeilinsen
ihre Wölbungen einander zukehren.
Optiksysteme mit einem dieser Linsenanordnung entsprechenden Aufbau sind ate hochwertige, gut
korrigierte Tele-Objektive bekannt.
Zur Farbkorrektur eines Objektivs werden allgemein Krongläsei mit geringer Dispersion, die durch
einen hohen r-Wert charakterisiert ist. mit Flintgläsern
einer größeren, durch einen niedrigeren >-Wert charakterisierten Dispersion kom'iniert. Im Durchschnitt
wei>en Krongläser niedrigere Brechzahlen auf als Flintgläser. Es gibt aber auch Schwer- und
Schwerstkrone (SK und SSK) mit höheren Brechzahlen. Mit Hilfe dieser höher brechenden Krongläser
lassen sich viele Abbildungsfehler, so vor allem die Bildfeldwölbung, aber auch sphärische und chromatische
Aberrationen sowie Astigmatismus bedeutend günstiger korrigieren und somit die Leistungsergebnisse
der Objektive steigern.
Schwer- und Schwerstkrone weisen aber durchweg einen Glaspreis auf, der im Vergleich zu dem der
Mehrzahl aller anderen Optikglasarten doppelt so hoch liegt. Bei Normal- und Weitwinkel-Objektiven
der Kleinbildfotografie ist der Glaspreis von untergeordneter Bedeutung, da die Durchmesser und Dicken
der Linsen und somit auch die Glasmengen relativ klein sind. Bei einem Tele-Objektiv mit einer gegenüber
dem Normalobjektiv viermal so großen Brennweite, die das 4- bis 5fache der Formatdiagonale betragt,
und mit einem für ein langbrennweitiges Objektiv relativ hohen öffnungsverhältnis von I : 2.8 ergeben
sich zwangläufig bezüglich Durchmesser und Dicken erhebliche Linsenabrnessungei. Solche Linsen
bringen hohe Glaspreise mit sich, die sich entsprechend ungünstig auf den Endpreis des Fertigerzeugnisses
auswirken.
Zweck der Erfindung ist es, ein langbrennweitiges, lichtstarkes Tele-Objektiv des in der Beschreibung
erwähnten, bekannten und leistungsstarken System' typs bei möglichst niedrigem Kostenaufwand zu
schaffen, ohne daß eine Minderung der Abbildungsqualität eintritt.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, für die Kleinbüdfotografie ein gut auskorrigiertes
Tele-Objektiv mit einer Brennweite von 200 mm und einer relativen öffnung von 1:2,8 zu errechnen, bei
dem die Verwendung von Schwer- und Schwerstkronen vermieden wird und nur preisgünstige Glasarten
zum Einsatz kommen.
Die Erfindung löst die Aufgabe in der Weise, indem bei einem derartigen System nur Glasarten zur Anwendung
kommen, deren Brechzahl einerseits kleiner ist als 1,64 bei einem i-Wert, der 50 nicht überschreitet.
andererseits größer ist als 1.64, wobei der i-Wert 35
nicht übersteigt.
Untersuchungen haben gezeigt, daß. um die Leistung des S) stems nicht zu beeinträchtigen, auf hohe
Brechzahlen der auf Seite der längeren Strah'.ungsweite stehenden positiven Komponenten nicht verzichtet
werden kann. Es wurden jedoch Glaskombinationen gefunden, die an Stelle der SK- und SSK-Gläser,
Glasarten zum Einsatz bringen, die zwar niedrigere ι-Werte, ja'och gleichwertige Brechzahlen auf-
weisen. Hierbei handelt es sich um Baritflinte [BaF).
deren i-Wert 50 nicht übersteigt.
Soweit die Brechzahl dieser Glasarten kleiner ist als 1.64. beträgt der Glaspreis weniger als die Hälfte
des Durchschnittswertes von SK- und SS/C-Gläsern.
Der Einsatz derartiger BaF-Gläser mit ihren im Vergleich
zu Krongläsern niedrigen r-Werten läßt sich vor allem dann gut durchführen, wenn als Kombinations-Glasarten
Schwerflintgläser (SF) verwendet werden, deren i-Wert 35 nicht überschreitet, während
die Brechzahl nicht unter 1.64 liegt. Daß SF-Gläser einer sehr preisgünstigen Grup^t angehören, kommt
den gestellten Forderungen dabei zugute.
Den erfinderischen Ermittlungen entsprechend aufgebaute Objektive mit diesen Glaskombinationen
enthalten bedeutende ökonomische Vorteile, da. wie in dem vorliegenden Fall bei Objektiven mit langer
Brennweite und mit relativ hohem öffnungsverhältnis. die Linsendicken und -durchmesser große Ausmaße
besitzen und der Glaspreis der Linsen allein ein Vielfaches ihrer Bearbeitungskosten beträgt. Der Preis
des Endproduktes kann durch den Einsatz von BaF-Gläser η π η Stelle von SK- und SSK-Gläseir.
•vesentlich gesi-.ikt werden.
Eine Schnittzeichnung und ein Zahlenbeispiel charakterisieren
ein erfindungsgemäß errechnetes Objektiv, dessen Konstruktionsdaten auf eine Brennweite
von 100 mm abgestimmt sind, bei einem öffnungsverhältnis
von 1 : 2.8. Hierbei bedeuten L die Glaslinsen, r die Radien der Linsenkrümmungsflüchen. d die
axialen Mittendicken der Glaslinsen. / die Luftabstände zwischen den Lirsenscheiteln, η _ auf die
(/-Linie des Heliumspektrums (A = 587,
> nm) bezogenen Brechzahlen der Optikglasarten und ν die für
die Farbzerstreuung maßgebenden Abbeschen Zah-
60 len.
r, ±* +56,5
di = 6,0 It1 a= 1,6056
J"2 — 00
/ι - 0,7
43,9
| '3 = | + 27,5 |
| »4 = | - 250,0 |
| rs = | + 20,0 |
| »ν, = | -38,0 |
| Γ7 = | -63,5 |
| r* = | + 55,0 |
| I | 1 | 797 | 285 | ,6073 | |
| di | = 14,0 | (I2 = 1 | ,7552 | ||
| d3 | = 3,7 | (I3 = 1 | |||
| I1 | = 39,0 | ,5697 | |||
| d, | = 1,5 | H4 = 1 | |||
| /3 | = 3,0 | ,7283 | |||
| ds | = 1,8 | »5 = 1 | |||
| y | (d + /) | = 69,7 | |||
V1 = 49,2 v3 = 27,5
p4 = 49,5
''5
= 28,3
Claims (2)
1. Funflinsiges, viergliedriges Tele-Objektiv, des-
$en Brennweite größer ist als del Abstand des objektivseitigen Frontlinsenscheitels von der Bildebene
und zwischen dem 4- bis 5fachen der auszuzeichnenden Bildformatdiagonale liegt, dessen öffpungsverhältnis
mindestens 1:2,8 beträgt und das sο aufgebaut ist, daß zwei positive Systemteile einen
als Kittglied ausgebildeten, mit seiner Wölbung dem Objekt zugekehrten negativen Meniskus einichließen,
der eine axiale Mittendicke von wenigitens 0,15/ aufweist, wobei der auf der Seite der,
längeren Strahlungsweite stehende positive Systemteil aus einer Sammellinse besteht, und der auf
Seite der kürzeren Strahlungsweite befindliche Systemteil sich aus zwei Einzellinsen, einer Zer-
«treuungslinse und einer der Bildebene zugewandtsn
Sammellinse, zusammensetzt und die Gesamtwirkung dieser beiden I.lasen positiv bleibt, dadurch
gekennzeichnet, daß bei einem derartigen System nur Glasarten zur Anwendung
kommen, deren Brechzahl einerseits kleiner ist als 1,64 bei einem i-Wert der 50 nicht übersteigt,
andererseits größer ist als 1,64, wobei der i-Wert 35 nicht überschritten wird.
2. Objektiv nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß auf eine Brennweite von 100 mm
bezogene Konstruktionsdaten mit den im Zahlenbeispiel aufgeführten Werten insofern übereinstimmen,
daß die einzelnen Flächenbrechkräfte ( I n/r) um einen Betrag bis zu ±0,2//, die Mittendicke
(d) der Linsen sowie die Luftabstände (I) der Linsenscheitel jeweils um einen Betrag bis zu
±0,03·/ und die einzelnen 1-Werte um ±5,0
von den angegebenen Werten abweichen.
Beispiel: / = 100; s' = 24,8 Öffnungsverhältnis 1 :2,8 r, - +56,5
rf, --- 6,0 H1 = 1,6056
r3 = +27.5
r4 = -250,0
r5 = +20.0
rh = -38,0
r-, = -63,5
r8 = +55.0
rq = r
/ι = 0,7
d2 = 14,0
</3 = 3,7
I2 = 39,0
</4 = 1,5
/3 = 3,0
J5 = 1,8
H2 = 1,6073
H3 = 1,7552
n> = 1.5697
/1, = 1.7283
;-, = 43,9
V1 = 49,2 »3 = 27,5
H = 49.5
= 28,3
Σ(ά + Z) = 69,7
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
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