[go: up one dir, main page]

DE1795040C - Verfahren zur Herstellung mattier ter Formkörper aus Celluloseestern - Google Patents

Verfahren zur Herstellung mattier ter Formkörper aus Celluloseestern

Info

Publication number
DE1795040C
DE1795040C DE19681795040 DE1795040A DE1795040C DE 1795040 C DE1795040 C DE 1795040C DE 19681795040 DE19681795040 DE 19681795040 DE 1795040 A DE1795040 A DE 1795040A DE 1795040 C DE1795040 C DE 1795040C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
cellulose
esters
ester
solvent
cellulose esters
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Expired
Application number
DE19681795040
Other languages
English (en)
Other versions
DE1795040B1 (de
Inventor
George Patrick Rochester Williams jun Robert Franklin Webster N Y Callowayjun (V St A)
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Eastman Kodak Co
Original Assignee
Eastman Kodak Co
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Eastman Kodak Co filed Critical Eastman Kodak Co
Publication of DE1795040B1 publication Critical patent/DE1795040B1/de
Application granted granted Critical
Publication of DE1795040C publication Critical patent/DE1795040C/de
Expired legal-status Critical Current

Links

Description

a) Sie enthallten mindestens 1 "Io freie Hydroxyl- ,5 gruppen und sind entweder homogene Ester,
d. h. Ester mit lediglich einem einzigen Acylsubstituenterryp, oder Mischester, d. h. Ester mit mehr als einem Acylestertyp, und/oder
b) sie sind Cellulosemischester, deren Estersubstituenten sich in ihrem Kohlenstoffgehalt um mehr als 1 Kohleastoffatom unterscheiden, die jeweils in bekannter Weise hergestellt sind,
gruppen, Cellulöjsetripropionat mit höchstens 0,5 «/o freien Hydroxylgruppen und Cellulosetributyrat mit höchstens 0,5·/· freien Hydroxylgruppen besteht
6. Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß man von Formkörpem ausgeht, die als Stabilisator Kaliumhydrogenoxalat, Strontiumnaphthenat oder p-tert.-Butylphenol enthalten.
7. Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß man von Formkörpern ausgeht, die bis zu 25°/o der Plastifizierungsmittel TriäthylenglykoI-di-2-äthylhexoat, Triäthylenglykol-dW-äthyüsohexoat.rdbutylsebacat, gemischten Octyladipaten, Dibutyiacelat oder Di(2-äthylhexal)azelat enthalten.
Celluloseester werden für die Herstellung der verschiedensten Formkörper verwendet, da sie verhält- «5 nismäßig billig und leicht zu bearbeiten sind. Solche Formkörper haben jedoch den Nachteil, daß sie eine nicht unbeträchtliche Lichtreflexion aufweisen und oft sehr glatt sind.
Es besteht nun, beispielsweise im Zuge einer
mitteln, die mindestens partielle Lösungsmittel 30 sichereren Gestaltung von Automobilen, ein großes für die Celluloseester sind, in üblicher Weise ein- Bedürfnis nach geeigneten Werkstoffen für die Herstellung von Formkörpern, beispielsweise Armaturenbrettern, Schaltern, Knöpfen und Lenkrädern, die nur eine geringe oder kerne Lichtreflexion zulassen 35 und daneben, beispielsweise in Form von Lenkrädern oder Schaltern, bei ihrer Bedienung eine bessere Griffigkeit besitzen oder einen höheren Reibungswiderstand bieten.
Es hat daher nicht an Versuchen gefehlt, durch Aufrauhen oder nach anderen Verfahren mattierte, beispielsweise für die Verwendung in Automobilen geeignete Formkörper herzustellen, die eine verminderte Lichtreflexion aufweisen und eine bessere Griffigkeit besitzen. Formkörper mit derartigen Eigen-
acetatpropionat, Celluloseacetatbutyrat oder w schäften sind beispielsweise auch für die Herstellung Cellulosepropionatbutyrat mit jeweils mindestens von Tischplatten oder Wandtafeln und anderen Ge-10Zo freien Hydroxylgruppen besteht. genständen geeignet, deren natürliche oder künst-
4. Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 2, liehe Lichtreflexion möglichst niedrig sein soll,
dadurch gekennzeichnet, daß man von Formkör- Der Erfindung liegt nun die Aufgabe zugrunde, ein pern ausgeht, deren geometrisch regelmäßiger 5° verbessertes Verfahren zur Herstellung mattierter Celluloseesteranteil aus Celluloseestern besteht, ' Formkörper aus Celluloseestern anzugeben, das einin denen mindestens Vs der gebundenen Acylreste
aus Fettsäureresten mit 3 bis 4 Kohlenstoffatomen besteht und in denen 95"/o der gesamten gebundenen Acylreste sich voneinander um höchstens 1 Kohlenstoffatom unterscheiden, die höchstens 0,5 Vo freie Hydroxylgruppen enthalten und die auch nach 30minütigem Erhitzen auf 250° C eine Intrinsicviskosität — gemessen in einer Mischung aus 9 Teilen Methylenchlorid und 1 Teil
thanol — von größer als 1 aufweisen.
5. Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß man von Formkörpern ausgeht, deren geometrisch regelmäßiger
und zu 80 bis 20 Gewichtsprozent aus kristallinen, geometrisch regelmäßigen d. h. vollständig verersterten Celluloseestern, in Dämpfe von Lösungs-
hängt, daß sich diese auf den Formkörper kondensieren können und beim anschließenden Abfließen die Oberflächen der Formkörper abwaschen.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man als Lösungsmittel Trichlorethylen, Methylacetat, Äthylacetat, Butylacetat, Benzol, Chloroform oder Methylenchlorid verwendet.
3. Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß man von Formkörpern ausgeht, deren amorpher, geometrisch unregelmäßiger Celluloseesteranteil aus Cellulosefach und billig durchführbar ist und zu Formkörpern mit höchstens geringer Lichtreflexion und ausgezeichneter Griffigkeit führt.
Der Erfindung liegt die Erkenntnis zugrunde, daß sich die gestellte Aufgabe lösen läßt, in dem man Formkörper aus bestimmten Celluloseestergemischen mit Lösungsmitteldämpfen behandelt.
Gegenstand der Erfindung ist demzufolge ein Ver-Me- 60 fahren zur Herstellung mattierter Formkörper aus Celluloseestern, das dadurch gekennzeichnet ist, daß man Formkörper, bestehend zu 20 bis 80 Gewichtsprozent aus amorphen, lichtkristallinen, geometrisch unregelmäßigen Celluloseestern, die eine Intrinsic-
CelluloseesteranteL1 aus Celluloseacetatpropionat 65 viskosität — gemessen in einer Mischung aus 9 Teilen mit höchstens 20*/» Acetylgruppen ukJ höchstens Methylenchlorid und 1 Teil Methanol — von größer 0,5 °/o freien Hydroxylgruppen, Cellulosepropio- als 1 aufweisen und durch die folgenden weiteren natbutyrat mit höchstens 0,5 %> freien Hydroxyl- Merkmale charakterisiert sind:
a) Sie enthalten mindestens 1·/· freie Hydroxyl- hauptsächlich aus Essigsäureanhydrid, Essigsäure gruppen und sind entweder homogene Ester, und Schwefelsäure als Katalysator. Im Falle von CeI-d. h. Ester mit lediglich einem einzigen Acyl· luloseacetatbutyrat besteht das (flüssige) Veresterungssubstituententyp, oder Mischester, d. h. Ester mittel entweder aus Buttersäureanhydrid, Essigsäure mit mehr als einem Acylestertyp, und/oder 5 und Schwefelsäure als Katalysator oder aus Essig-
b) sie sind Cellulosemischester, deren Estersabsö- Säureanhydrid, Buttersäure und Schwefelsäure als tuenten sich in ihrem Kohlenstoffgehalt um mehr Katalysator. Die jeweilige Zusammensetzung des zuals 1 Kohlenstoffatom unterscheiden, die jeweils letzt genannten Veresterungsmittels hängt davon ab, in bekannter Weise hergestellt worden sind, ob ein hoch- oder niedrigbutyrierter Ester hergestellt
ίο werden solL Die Menge des bei der Veresterung Ver-
und zu 80 bis 20 Gewichtsprozent aus kristallinen, wendeten Schwefelsäurekatalysators beträgt, bezogen geometrisch regelmäßigen, d. h, vollständig ver- auf das Trockengewicht der Cellulose, 1,5 bis 10»/o esterten Celluloseestern, in Dämpfe von Lösungs- Schwefelsäure. Um Ester nut guten Viskositätseigenmitteln, die mindestens partielle Lösungsmittel für die schäften zn erhalten, soll die Veresterungstemperatur Celluloseester sind, in üblicher Weise einhängt, daß 15 in der Regel nicht über 37,8° C steigen. Die jeweilige sich diese auf den Formkörpern kondensieren können Veresterungstemperatur hängt jedoch etwas von der und beim anschießenden Abfließen die Oberflächen Menge des verwendeten Schwefelsäurekatalysators ab. der Formkörper abwaschen. Diese Abhängigkeit ist dergestalt, daß die Temperatur
Die Behandlung von Formkörpern aus Cellulose- des Reaktionsgemisches um so sorgfältiger gesteuert
estern mit Lösungsmitteldämpfen ist an sich bekannt so werden muß, je mehr Katalysator im Veresteningsge-
und wird häufig als »Dampfpolieren« bezeichnet misch vorhanden ist. Um die Vereiterung zu beenden,
Formkörper aus üblichen Celluloseestern erhalten wird dem Reaktionsgemisch genügend Wasser, meist
jedoch bei der Behandlung mit Lösungsmitteldämp- in Form wäßriger Essigsäure, zugesetzt, um das rest-
fcn, d. h. beim »Dampfpolieren«, hochglanzpolierte liehe Essigsäureanhydrid zu Essigsäure zu hydroly-
Oberflächen. Es hat sich nun überraschend gezeigt, »5 sieren. Dem Reaktionsgemisch wird entweder gleich-
daß dann, wenn man auf Formkörper aus Cellulose- zeitig oder mit der gegebenenfalls zum Ingangbringen
estern der in dem Verfahren der Erfindung verwende- der Hydrolyse zugesetzten wäßrigen Säure ein Neu-
ten Zusammensetzung Lösungsmitteldämpfe einwir- tralisationsmittel zugesetzt, das mit einer beträcht-
ken läßt, keine hochglanzpolierten, sondern mattierte liehen Menge der Schwefelsäure zu einem im Reak-
Oberflächen erhalten werden. 30 tionsgemisch unlöslichen Salz reagiert. Zu diesem
Die nach dem Verfahren der Erfindung modifizier- Zweck haben sich Magnesia und Magnesiumverbin-
baren Formkörper können somit beispielsweise düngen schwacher Säuren, z. B. Magnesiumcarbonat,
Steuerräder für Automobile sein, die sich durch eine als besonders vorteilhaft erwiesen, da das gebildete
verminderte Lichtreflexion und eine bessere Griffig- Magnesiumsulfat im Reaktionsgemisch unlöslich ist.
keit und folglich auch durch eine größere Sicherheit 35 Da die Hydrolyse erwünscht ist, wird der größere Teil
auszeichnen. des anwesenden Katalysators neutralisiert und die
Die Celluloseester, aus denen die nach dem Ver- Hydrolyse durchgeführt, wobei jedoch der Gehalt an
fahren der Erfindung hergestellten, mattierten Form- gebundener Schwefelsäure im fertigen Ester einem
körper bestehen, enthalten vorzugsweise Acylsubsti- Schwcfelgehalt von 0,02 bis 0,00l«/o entsprechen soll,
tuenten mit 2 bis 4 Kohlenstoffatomen. 40 Bei der Durchführung der Hydrolyse des Cellulose-
Unter amorphen, nichtkristallinen, geometrisch esters sollte das dem Reaktionsgemisch in Form unregelmäßigen Celluloseestern sind solche Cellulose- einer wäßrigen Säure einverleibte Wasser mit einer ester zu verstehen, die praktisch nicht kristallisieren, solchen Geschwindigkeit zugegeben werden, daß es wenn sie nach für thermoplastische Kunststoffe gleichmäßig in die Hydrolysemischung eingearbeitet üblichen Preß- oder Gießverfahren verarbeitet wer- 45 wird. Bei der Zugabe der wäßrigen Säure und wänden. Die mangelnde Kristallisationsfähigkeit solcher rend der Hydrolyse soll die Temperatur des Reak-Celluloseester ist bekanntlich hauptsächHch auf ihre tionsgemisches bei 43,3 bis 82,2 C" liegen. Nachdem geometrische Unregelmäßigkeit zurückzuführen. der gewünschte Hydrolysegrad des Celluloseester er-Diese Celluloseester sind in der Regel durch min- reicht ist, was der Fall ist, wenn der Celluloseester destens eine der beiden, im folgenden genannten 50 mehr als IVo freie Hydroxylgruppen enthält, wird Eigenschaften gekennzeichnet: der Ester durch Zugabe von wäßriger Säure ausgefällt und abfiltriert. Der erhaltene Ester wird hierauf
1. Sie enthalten mindestens IV» freie Hydroxyl- vollständig, vorzugsweise mehrmals, mit Wasser gegruppen und sind entweder homogene Ester, waschen, wobei das Waschwasser einen geringen d.h. Ester mit lediglich einem einzigen Acyl- 55 Mineralstoffgehalt, vorzugsweise einen Mineralstoffsubstituententyp, oder Mischester, d.h. Ester gehalt von weniger als 20ppm, aufweisen soll. Vormit mehr als einem Acylestertyp, und/oder zugsweise verwendet man hierbei als Waschwasser
2. sie sind Cellulosemischester, deren Estersubsti- destilliertes Wasser oder ein mit einem Permutittuenten sich in ihrem Kohlenstoffgehalt um mehr Ionenaustauscher behandeltes Wasser.
als 1 Kohlenstoffatom unterscheiden (z. B. 6o Die zur Durchführung des Verfahrens der Erfin-Celluloseacetatbutyrat). dung geeigneten Cellulosebutyrate können z. B.
nach einem bereits vorgeschlagenen Verfahren herge-
Die beschriebenen Celluloseestertypen kristall»- stellt werden. Nach diesem Verfahren können toluolsieren bei üblichen Preß- oder Gießverfahren prak- lösliche Cellulosebutyrate durch Erhitzen einer tisch nicht. 65 Mischung aus (a) Cellulosebutyrat mit mindestens
Die Ester des beschriebenen Typs lassen sich nach etwa 52«/· Butyryl-, 0 bis 1,5·/· Acetyl- und hochbekannten Verfahren herstellen. Im Falle von Cellu- stens 0,25·/· Hydroxylgruppen sowie höchstens loseacetaten besteht das (flüssige) Veresterungsmiittel 0,006Vo Schwefel in Form von Sulfatgruppen und (b)
höchstens etwa 30·/. freiem Wasser, bezogen auf das findung verwendeten Ceauloseestergemische können Gewicht der Flüssigketten im Hydrolysebad, in gegebenenfalls bis zu 25 Gewichteprozent, bezogen einem im wesentlichen aus Buttersäure bestehenden auf das Celluloseestergemisch, Plasfafmerungsnattei tösungsmittelsystem auf eine Temperatur von etwa enthalten. Geeignete Plasüfraerungsmittel sind bei-23,9 bis etwa 148,9° C hergestellt werden. Hierbei 5 spielsweise ΤΒ3%1βη^^1-Λ-2-3ών1-κο1.εχο3ί, wird das Reaktionsgemisch so lange erhitzt, bis der Octyladipate, Dibutylazetat und Di(2-athylhexyl)-Hydroxylgruppengehalt des Cellulosebutyrats auf azelat. ,
etwa 1 bis 3,2·/. gestiegen ist Hierbeiist zu beachten, Den CeUuloseestergemischen tonnen gegebenen-
daß das Reaktionsgemisch praktisch keine Schwefel- falls auch noch andere inerte übliche Zusätze einversäure und keine freien Fettsäureanhydride enthält. u leibt werden. So können den jCelluloseestergemischen,
Die Intrinsicviskosität der amorphen, niehtkristal- je nach der gewünschten Färbung, Zähigkeit und linen, geometrisch unregelmäßigen Ester soll wie auch Biegsamkeit der daraus gefertigten Formkörper beiim Falle der geometrisch regelmäßigen Cellulose- spielsweise bis zu 1 Gewichtsprozent Preß-oder Gießester nach der später beschriebenen Meßmethode ge- hilfsmittel, wie beispielsweise Paraffine, ferner Farbmessen größer als 1 sein. 15-stoffe, Füllmittel und/oder Streckmittel einverleibt
Unter geometrisch regelmäßigen Celluloseestern werden.
sind praktisch vollständig veresterte Celluloseester Bei der Behandlung von Formkorpeni aus üblichen
zu verstehen. Sie liegen in den nach Jem Verfahren Celluloseestern mit Lösungsmitteldampfen werden, der Erfindung herstellbaren mattierten Formkörpem wie bereits erwähnt, hochglanzpolierte Oberflächen in kristalliner Form vor. Mindestens ein Drittel der *> erhalten. Formkörper aus den im Rahmen des Verin diesen Estern gebundenen Acylreste besteht aus fahrens nach der Erfindung verwendeten Cellulose-• Fettsäureresten mit 3 bis 4 Kohlenstofiatomen. Ferner eslcra erhalten demgegenüber bei der Behandlung mit enthalten diese Ester höchstens 0,5·/. Hydroxyl- Lösungsmitteldämpfen eine mattierte Oberflache. j
gruppen. Die Behandlung der Formkörper mit Lösungsnut- j
Nach 30minutigem Erhitzen auf 250° C in einer as teldämpfen kann in üblicher Weise durchgeführt weraus 9 Teilen Methylenchlorid und 1 Teil Methanol den. In der Regel werden die Formkörper hierbei bestehenden Lösung besitzen sie, wie die geometrisch konzentrierten organischen ! „sungsmitteldämpfcn j
unkristallinen Ester, eine Intrinsicviskosität von min- z. B. über einem typischen Entfettungsbad ausgest-n. j
destens 1. Die zur Durchführung eines solchen Behandlungsvei - j
Im Falle von Cellulosemischestern sollten sich die 30 fahrens verwendete Vorrichtung ist bekannt. Fm1- ι
darin enthaltenen Acylreste voneinander nicht um solche Vorrichtung besteht aus einem auf recht stehenmehr als 1 Kohlenstoffatom unterscheiden. Zar den Tank, der an seiner Oberseite offen oder iu Durchführung des Verfahrens der F.rfindung geeig- öffnen ist und an dessen Unterseite sich ein Behälter nete, geometrisch regelmäßige Celluloseester sind für das Lösungsmittel befindet. Dieser Behälter embeispiulsweise Cellulosetripropionat, Cellulosed- 35 halt eine bestimmte Menge des Lösungsmittels, das i
butyrat, Cellulosepropionatbutyrat und Celluloseace- etwas unter, auf oder e'was über seinen Siedepunkt ι
tatpropionat mit einem höchstens 20%igen Acetyl- erhitzt wird. Da die gesamte Vorrichtung in der Rege! gruppengehalt. Sämtliche dieser Ester sollen in der gegen seine Umgebung offen ist, steht sie unter Regel höchstens 0,5°/. freie Hydroxylgruppen ent- Atmosphärendruck. Ein Ausströmen der Lösur.cshalten. 40 mitteldämpfe über die Seitenwände des Behälters
Geeignete, geometrisch regelmäßige Cellulose- hinweg kann durch eine Kondensationseinrichtung ester können beispielsweise nach dem in der USA.- oder andere Einrichtungen verhindert werden. Eine Patentschrift 3 047 561 beschriebenen Verfahren oder übliche Einrichtung besteht aus einer an der Innennach Veresterungsverfahren, bei denen als Katalyse- sehe des Tanks angebrachten und um diesen herumtoren Zinkchlorid oder andere, keine Bindung ein- 45 laufenden Überlaufkante, die etwa in der halben gehende, beispielsweise keine Schwefelbindungen er- Tankhöhe angebracht ist. In der Überlaufkante bezeugende, Verbindungen, wie beispielsweise Methan- findet sich zirkulierendes kaltes Wasser. Ferner kann trisullonsäure. Verwendung finden, hergestellt werden. zum Kondensieren der Lösungsmitteldämpfe auch ein Der Celluloseester wird nach seiner Herstellung nicht kalter Luftstrom verwendet werden, der etwa in der so weit hydrolysiert, daß sein Hydroxylgruppengehalt 50 Mitte oder im unteren Drittel des Tanks ringsum in über 0,5 e/o ansteigt. Die in der beschriebenen Weise diesen eingeblasen wird.
hergestellten Celluloseester mit der angegebenen Der zu behandelnde Formkörper wird in die
Intrirsicviskosttät lassen sich in vorteilhafter Weise konzentrierten Lösungsmitteldämpfe vorzugsweise an nach den in den USA.-Patentschriften 2 899 316 und einer Stelle unterhalb der Kondensationseinrichtung 2 899 315 beschriebenen oder entsprechenden Stabi- 55 und über dem Lösungsmittelbehälter eingehängt, so lisierungsverfahren stabilisieren. Geeignete Stabili- daß sich die Lösungsmitteldämpfe auf dem Formkörsatonin sind beispielsweise Monokaliumoxalat per kondensieren und nach genügender Kondensation (KHC2O4), Strontiumnaphthenat und p-tert-Butyl- als kondensiertes Lösungsmittel in den erhitzten ι
phenol. Lösungsmittelbehälter zurückfließen. Während der j
Die Celluloseestermischungen, aus denen die nach 60 zwei bis drei Sekunden oder mehrere Minuten dau- '
dem Verfahren der Erfindung herstellbaren, mattier- ernden Behandlung, was von der jeweiligen Zusamlen Formkörper bestehen, können durch einfaches mensetzung des Formkörpers, dem Lösungsmittel Mischen der beschriebenen Celluloseesterbestandteile, und der gewünschten Mattierung abhängt, findet beispielsweise' durch Mischen in einer Gummiwalzen- durch die Kondensation des Lösungsmittels auf dem mühle, oder nach anderen üblichen Verfahren, bei 65 Formkörper ein oberflächlicher Lösungsvorgang denen eine homogene Mischung der einzelnen Be- statt, wobei ein sehr geringer Teil des Formkörpers j
stamllcilc entsteht, hergestellt werden. von dem kondensierten Lösungsmittel weggewaschen i
Die bei der Durchführung des Verfahrens der Er- wird. Vermutlich handelt es sich hierbei um die
7 ~ 8
amorphen Anteile der Celluloseestermischungen, die hergestellt identifizieren, daß man sie nochmals der
infolge ihrer schnelleren Lösungsgeschwindigkeit in beschriebenen Behandlung mit Lösungsmitteldämpfen dem Lösungsmittel am raschesten ausgewaschen aussetzt. Sind die Formkörper nach dem Verfahren
werden. der Erfindung hergestellt, so behalten sie ihre mat-
Bei Durchführung des Verfahrens der Erfindung 5 tierte Oberfläche \md werden, je nach der Zusamsoll die Temperatur des den Lösungsmitteldämpfen mensetzung des Formkörpers, noch rauher, während ausgesetzten Formkörpers niedriger, d. h. mindestens Formkörper aus anderen Celluloseestermischungen, 5° C niedriger liegen als die Temperatur der Lösungs- beispielsweise aus Mischungen von amorphen CeIIumitteldämpfe, damit sich diese auf dem Formkörper loseestern, deren Oberflächenmattierung durch Aufkondensieren können. to rauhen erzeugt wurde, bei der beschriebenen Behand-
Zur Durchführung des Verfahrens der Erfindung lung mit Lösungsmitteldämpfen eine glatte und in geeignete Lösungsmittel sind solche, die auch zum manchen Fällen eine hochpolierte Oberfläche erbekannten »Dampfpolieren« von Formkörpern aus halten.
üblichen Celluloseestermischungen amorpher, nicht- B e i s ο' e 1
kristalliner und geometrisch unregelmäßiger Cellu- 15 p
loseester verwendet werden können. Vorzugsweise Aus einer Celluloseestermischung, bestehend aus
verwendete Lösungsmittel sind Trichloräthylen, 36,3 e/o Cellulosetripropionatestern mit 0,1 °/o freien
Butylacetat, Methylacetat, Äthylacetat, Benzoi und Hydroxylgruppen, 54,6«/« Celluloseacetaipropionat-
chlorierte Lösungsmittel, wie beispielsweise Chloro- estern mit 2,20ZoACeIyI- und 45,7°/o Propionyl-
form und Methylenchlorid. Als besonders geeignet ao gruppen sowie 2,10Zo freien Hydroxylgruppen und
hat sich Trichloräthylen erwiesen, da dieses nicht 9,1 °/o Dibutylsebacat als Plastifizierungsmittel, wur-
brennbar ist. den mittels einer Schneckenpresse mit einer Zylinder-
Im Anschluß an die Behandlung mit Lösungsmit- temperatur von 232,2° C und einer auf 126,7° C er-
teldämpfen werden die Formkörper vorzugsweise hitzten Gießform Stäbe einer Dicke von 6,35 mm,
»gehärtet«, um das restliche Lösungsmittel vollständig 15 einer Breite von 12,7 mm und einer Länge von
zu entfernen. Zu diesem Zwecke wird der Formartikel 127 mm gepreßt.
auf eine Temperatur erhitzt, die mindestens etwas Zu Vergleichszwecken wurden aus einer Celluloseüber dem normalen Siedepunkt des Lösungsmittels, estermischung, bestehend aus 90,9 Vo Celluloseacetatjedoch beträchtlich unterhalb des Schmelzpunktes propionatestern mit 2,1 «/0 freien Hydroxylgruppen der Formkörper liegt. Liegt der Siedepunkt des Lö- 30 und 9,1% Dibutylsebacat als Plastifizierungsmittel, sungsmittels nahe am Schmelzpunkt des Formkör- mittels einer Schneckenpresse mit einer Zylindertempers, so kann die Behandlung mit Lösungsmittel- peratur von 232,2° C und einer auf 48,9° C erwärmdämpfen und die anschließende Härtung im Vakuum ten Gießform ebenfalls Stäbe einer Dicke von durchgeführt werden, um den Siedepunkt des Lö- 6,35 mm, einer Breite von 12,7 mm und einer Länge sungsmittels zu erniedrigen. 35 von 127 mm gepreßt. Die aus der den Cellulosetri-
Die nach dem Verfahren der Erfindung modifizier- ester und den hydrolysierten Ester enthaltenden CeI-
baren Formkörper können nach Spritzgußverfahren, luloseestermischung gepreßten Stäbe wurden 5 Sekun-
Gießverfahren oder anderen zum Formen von ther- den lang in über einem auf 86° C erwärmten Tri-
moplastischen Kunststoffen geeigneten und bekann- chloräthylenbad vorhandene Lösungsmitteldämpfe
ten Verfahren hergestellt worden sein. 40 gehängt. Sie erhielten eine mattierte, stumpfe Ober-
Ein nach dem Verfahren der Erfindung erhaltener, fläche. Die mattierten Stäbe wurden anschließend
mattierter Formkörper ist in der Regel dadurch ge- 20 Minuten lang in einem Ofen unter Luftzirkulation
kennzeichnet, daß er im wesentlichen aus kristallinen bei einer Temperatur von 90° C »gehärtet«, um das
und geometrisch regelmäßigen Celluloseesterasole- auf den Stäben zurückgebliebene restliche Lösungs-
külen und darin eingelagerten, geometrisch unregel- 45 mittel vollständig 7u verdampfen,
mäßigen und folglich amorphen Celluloseestennole- Bei Behandlung der keinen Cellulosetriester ent-
külen besteht. Der genaue Aufbau der Formkörper haltenden Stäbe wurden deren Oberflächen stark
hängt vom Verhältnis der anwesenden kristallinen glänzend,
und nichtkristallinen Celluloseestennoleküle ab. Der geringe Glanz von nach dem Verfahren der
Ein nach dem Verfahren der Erfindung erhaltener, 50 Erfindung erhaltenen mattierten Formkörpern, der
mattierter Formkörper ist weiterhin dadurch gekenn- dadurch entsteht, daß das Lösungsmittel vorzugsweise
zeichnet, daß die damit aufgenommenen Röntgen- den amorphen Ester angreift, ist darauf zurückzufüh-
strahlen-Beugungsbflder für Celluloseester charakteri- ren, daß entweder eine Reihe von Fasern des kristal-
stisch sind, die zu einem beträchtlichen Teil aus kri- linen Esters, zwischen denen der amorphe Ester ent-
stallinen Celluloseestern bestehen. 55 femt wurde, ans der Oberfläche des Formkörpen
Mattierte Formkörper, die solche charakteristische herausragt oder aber dadurch, daß das Lösungsmittel
Röntgenstrahlen-Beugungsbilder aufweisen, lassen vorzugsweise die amorphe Esteroberfläche angreift,
sich dadurch als nach dem Verfahren der Erfindung wobei auf dieser Mikrohaarrisse entstehen.
209 686'3K

Claims (1)

Patentansprüche:
1. Verfahren zur Herstellung mattierter Formkörper aus Celluloseestern, dadurch gekennzeichnet, daß man Formkörper, bestehend zu 20 bis 80 Gewichtsprozent aus amorphen, lichtkristallinen, geometrisch unregelmäßigen Celluloseestern, die eine Inlrinsicviskosität -— gemessen in einer Mischung aus 9 Teüen Methylenchlorid und 1 Teil Methanol — von größer als 1 aufweisen und durch die folgenden weiteren Merkmale charakterisiert sind:
DE19681795040 1967-08-04 1968-08-01 Verfahren zur Herstellung mattier ter Formkörper aus Celluloseestern Expired DE1795040C (de)

Applications Claiming Priority (2)

Application Number Priority Date Filing Date Title
US65834467A 1967-08-04 1967-08-04
US65834467 1967-08-04

Publications (2)

Publication Number Publication Date
DE1795040B1 DE1795040B1 (de) 1972-07-06
DE1795040C true DE1795040C (de) 1973-02-08

Family

ID=

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE3034685C2 (de) Cellulose-Form- und Spinnmasse mit geringen Anteilen an niedermolekularen Abbauprodukten
DE2220185C3 (de) Thermoplastische Formmassen aus Polycarbonat mit verbesserter Entformbarkeit beim Spritzgießen
DE1921010A1 (de) Thermoplastische Formmasse aus mindestens einem linearen Polyester
DE69630089T2 (de) Celluloseacetat mit hoher verformbarkeit und verfahren zu dessen herstellung
DE2448326B2 (de) Gegenstand mit Gununioberfläche und einem gleitfähigen, dehnbaren Überzug und Verfahren zu seiner Herstellung
DE738546C (de) Verfahren zur Herstellung von Filmen
DE2510797A1 (de) Mikroporoese folie
DE2160700A1 (de) Verfahren zum Schutz von Kunststoffgegenständen gegenüber durch Sonnenstrahlen bedingten Photoabbau
DE1795040C (de) Verfahren zur Herstellung mattier ter Formkörper aus Celluloseestern
DE3723724C2 (de) Verfahren zum Modifizieren von Holz
DE1795040B1 (de) Verfahren zur Herstellung mattierter Formkoerper aus Celluloseestern
DE941575C (de) Verfahren zur Herstellung von Kopolymeren von Vinylverbindungen und Vinylidenverbindungen durch Emulsionspolymerisation
DE2654418A1 (de) Verfahren zur herstellung von formkoerpern auf basis von chemisch modifiziertem cell ilosehydrat
DE2233027A1 (de) Verfahren zur herstellung von folien auf basis von celluloseestern
US2017177A (en) Process of removing solvents from plastic colloids
DE748091C (de) Verfahren zur Herstellung einer hochviskosen Acetylcellulose mit einem niedrigen, unter 10% betragenden Propionyl- oder Butyrylgehalt
DE2017890A1 (de) Verfahren zur Herstellung von Bisphenolpolyestern
AT155971B (de) Verfahren zur Herstellung hochglänzender Hohlkörper aus Celluloseprodukten vom Charakter der Acetylcellulose.
DE1519055C (de) Leicht abziehbarer Schutzüberzug für Metalloberflächen
DE1545142A1 (de) Verfahren zur Herstellung von optisch aufgehellten Polyestern
AT80625B (de) Verfahren zur Herstellung von künstlichen Fäden, FVerfahren zur Herstellung von künstlichen Fäden, Films, Überzügen, Platten und plastischen Massen auilms, Überzügen, Platten und plastischen Massen aus Zelluloseestern. s Zelluloseestern.
DE869696C (de) Schrumpfkapseln und Verfahren zu ihrer Herstellung
DE1544885B2 (de) Stabilisieren von loesungen von copolymeren des acrylnitrils mit vinylidenchlorid
DE830110C (de) Verfahren zur Herstellung farbloser Polymerisate aus monomeren, polymerisierbaren, ª‡-halogensubstituierten Akrylverbindungen
DE1010494B (de) Verfahren zum Anbringen haltbarer, wasserabstossender Beschichtungen auf Fasermaterialien