DE1789007B2 - Elektromagnetisch betaetigte schaltvorrichtung - Google Patents
Elektromagnetisch betaetigte schaltvorrichtungInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf eine elektromagnetisch betätigte Schaltvorrichtung, deren Anker im gepolten
Magnetfeld zwei stabile Lagen einnehmen kann, wobei diesen stabiler Lagen verschiedene
Schaltzustände von Kontakten zugeordnet sind, mit einem elektrisch isolierenden Gehäuse, in dessen Innenraum
zwei feststehende äußere Flußlenkjoche aus elektrisch leitendem Material angeordnet sind, die aus
dem Gehäuse als elektrische Anschlußkontakte herausgeführt sind, und zwischen denen innerhalb des
Gehäuses mindestens ein Körper konstanten magnetisehen Kraftfeldes, z. B. ein Dauermagnetkörper, aus
elektrisch nicht leitendem Stoff, oder mit solchem umgeben angeordnet ist.
Bei einer solchen aus der britischen Patentschrift 046 902 bekannten Schaltvorrichtung wird ein auf
einer Blattfeder befestigter Anker benutzt, der innerhalb seiner als Luftspule ausgebildeten elektrischen
Wicklung angeordnet ist, die je nach Beaufschlagung mit einem Speisestrom unterschiedlicher Polarität den
Anker in eine von zwei möglichen Richtungen auslenkt. Der Anker der bekannten Schaltvorrichtung besteht
aus einem elektrisch leitendem Material und ist an seinem einen dem Drehpunkt des Ankers benachbarten
Ende mit einer elektrischen Zuleitung verbunden. Das andere Ende des Ankers wirkt als Schaltkontakt,
der jeweils in den beiden Extremlagen des Ankers an weitere ortsfest angeordnete elektrische Kontakte
angedrückt wird. Die ortsfesten elektrischen Kontakte werden von jeweils einem Polschuh aus
ebenfalls elektrisch leitendem Material gebildet, die ihrerseits wiederum mit den magnetisch unterschiedlich
gepolten Enden eines aus einem elektrisch nicht leitenden Material hergestellten Permanentmagneten
fest verbunden sind. Die mit diesen Enden des Permanentmagneten verbundenen Enden der Polschuhe
sind außerdem mit elektrischen Zuleitungen verbunden. Der aus dom elektrisch nicht leitenden Material
bestehende Permanentmagnet bewirkt die Polarisierung der bekannten Schaltvorrichtung, d. h., daß der
von der elektrischen Wicklung beaufschlagte Anker immer nur dann seine jeweils gerade einnehmende
stabile Schaltlage verläßt, wenn die elektrische Spule einen Strom solcher Polarität erhält, daß ein den Anker
vom jeweils diesen berührenden Polschuh abstoßendes Magnetfeld erzeugt wird, das gleichzeitig eine
Anziehung des Ankers an den jeweils anderen Polschuh bedingt. Infolge der mit dem Anker verbundenen
Blattfeder werden also auf diesen drei unterschiedliche mechanische Kräfte ausgeübt, die von der
Blattfeder, dem Magnetfeld der elektrischen Wicklung und dem Magnetfeld des Permanentmagneten
bzw. der mit diesem verbundenen Polschuhe erzeugt werden.
Die Abstimmung dieser von voneinander unabhängigen Einrichtungen erzeugten Kräfte in der
Weise, daß sowohl eine stabilie Beibehaltung des jeweiligen Schaltzustandes der Schaltvorrichtung bei
nicht erregter elektrischer Wicklung sichergestellt ist, als auch gleichzeitig eine relativ leichte Ansprechbarkeit,
also Überwindung der den jeweiligen Schaltzustand der Schaltvorrichtung beibehaltenden Kräfte,
erreicht wird, ist relativ schwierig und damit aufwendig, wobei außerdem die mechanischen Kräfte der
Blattfeder in Abhängigkeit der von der Schaltvorrichtung bereits zurückgelegten Betriebszeit Änderungen
unterworfen sind. Da die den Anker betätigende elektrische Spule als Luftspule ausgebildet ist, wird weder
in einer der beiden stabilen Schaltstellungen der Schaltvorrichtung noch in einer Zwischenstellung eine
vollständige Schließung des magnetischen Kreises über ein Material geringen magnetischen Widerstandes
erreicht, so daß der Energiebedarf zur Erzeugung der für ein sicheres Umschalten erforderlichen Magnetfelder
relativ hoch ist. Außerdem macht dieser nur durch die Luft geschlossene Magnetkreis die gesamte
Schaltvorrichtung auch gegenüber äußeren magnetischen Streufeldern relativ empfindlich.
Aufgabe der Erfindung ist es, eine solche bekannte Schaltvorrichtung derart zu verbessern, daß diese insbesondere
bei einer Großserienherstellung keine aufwendigen Justierarbeiten erfordert, im Betrieb bei minnimalem
Energieverbrauch für den Schaltvorgang ein sicheres Umschalten und auch sicheres Beibehalten
des jeweils gewünschten stabilen Schaltzustandes unabhängig von äußeren mechanischen Kräften oder
aber äußeren magnetischen Streufeldern ermöglicht
1
007
und sowohl elektrisch als auch mechanisch konstruktiv
einfach und verschleißfest aufgebaut ist.
Bei einer Schaltvorrichtung der eingangs genannten Art ist die Aufgabe gemäß der Erfindung dadurch
gelöst, daß zwischen den äußeren Flußlenkjochtn zusätzlich ein feststehendes mittleres Flußlenkjoch
ebenfalls aus elektrisch leitendem Material und als Anschlußkontakt aus dem Gehäuse herausragend angeordnet
ist, wobei dieses mittlere Flußlenkjoch mit den äußeren Flußlenkjochen je einen Luftspalt bildet,
in welchen je ein Teil, z. B. je ein Schenkel, des ebenfalls aus elektrisch leitendem Material bestehenden
Ankers hineinragt, der im Kraftfeld einer Erregerspule derart angeordnet ist, daß er in der einen stabilen
Lage das mittlere und das eine äußere Flußlenkjoch. in der anderen stabilen Lage das mittlere und
das andere äußere Flußlenkjoch elektrisch leitend überbrück;.
Bei der ciTmdungsgcmäßen Schaltvorrichtung ist
der Umschalter durch drei ortsfest angeordnete Flußlenkjoche gebildet, die durch einen zwei Kontaktflächen
aufweisenden Anker miteinander wechselweise verbunden werden, wobei die beiden als Kontaktflächen
ausgebildeten Enden des Ankers jeweils gleichzeitig in zwei voneinander unabhängigen und jeweils
durch zwei ebenfalls als Kontaktflächen wirkende Enden der Flußlenkjoche gebildeten Luftspalten bewegt
werden. Gegenüber der bekannten Schaltvorrichtung lassen sich durch diese Anordnung erhebliche Vorteile
erzielen, da der Anker gleichzeitig je nach Flußrichtung des von der elektrischen Wicklung erzeugten
Magnetfeldes an seinen beiden Enden durch magnetische Kräfte in der jeweils gleichen Richtung entweder
zu einer Beibehaltung der jeweils gerade eingenommenen Schaltstellung oder aber zu einer Umschaltung
in die jeweils andere Schaltstellung veranlaßt wird. Tn jeder stabilen Schaltstellung weist der Anker dabei zusammen
mit jeweils einem der Permanentmagnete und den jeweils zugehörigen Flußlenkjochen einen geschlossenen
und ausschließlich durch ein Material niedrigen magnetischen Widerstandes verlaufenden
magnetischen Weg auf. Sowohl zum Beibehalten der jeweiligen Schdltstellung als auch zum Umschalten in
die jeweils andere Schaltstellung sind daher nur relativ geringe Schaltenergien erforderlich, da einmal die magnetischen
Verluste infolge des geschlossenen magnetischen Weges gering und andererseits die auf Grund
des erzeugten Magnetfeldes im Zusammenwirken mit den beiden Permanentmagneten erzeugten mechanischen
Kräfte relativ groß sind.
Auch die elektrischen Eigenschaften des Umschalters der erfindungsgemäßen Schaltvorrichtung unterscheiden
sich vorteilhaft gegenüber denen der bekannten Schaltvorrichtung, da bei der erfindungsgemäßen
Vorrichtung bei jedem Schaltvorgang gleichzeitig der Stromkreis an zwei getrennten Stellen aufgetrennt
wird, wodurch sowohl die wirksame Schaltzeit bis zur Auftrennung des Stromkreises verringert als auch die
Neigung zur Bildung von Abreißfunken bei der Auftrennung des Stromkreises wirksam vermindert wird.
Zusätzlich zu diesen funktionellen Vorteilen der erfindungsgemäßen Schaltvorrichtung gegenüber der
bekannten Schaltvorrichtung wird ein sehr einfacher konstruktiver Aufbau erreicht, der nicht nur die Betriebssicherheit
der Schaltvorrichtung erhöht und ihre Herstellungskosten vermindert, sondern außerdem
auch einen einfachen und übersichtlichen Anschluß der elektrischen Verbindungen zu den zu schaltenden
Stromkreisen und den Steuerspannungen für die elektrische Wicklung ermöglicht. Auf Grund dieser mit
der erfindungsgemäßen Schaltvorrichtung gegenüber den vergleichbaren bekannten Schaltvorrichtungen
erzielbaren Vorteile wird mit dem Anmeldungsgcgenstand auch ein erheblicher technischer Fortschritt gegenüber
dem Stand der Technik erreicht.
Gemäß einer Weiterbildung der Erfindung besteht der Körper konstanten magnetischen Kraftfeldes aus
ίο zwei gleich gestalteten Teilen, die zwischen je einem
äußeren Flußlenkjoch derart angeordnet sind, daß beide Teile mit den gleichen Polen am mittleren Flußlenkjoch
anliegen.
Mit Hilfe dieser konstruktiven Ausbildung ist in sehr einfacher Weise ein betriebssicherer bistabiler
Umschalter aufzubauen, der durch das Fehlen jeglicher elektrischen Isolation zwischen den Flußlenkjochen
dann besonders einfach wird, wenn gemäß einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung der Körper
ao konstanten magnetischen Kraftfeldes ein keramischer
Dauermagnet ist.
Weitere Einzelheiten der Erfindung werden an Hand der Zeichnungen erläutert, in denen
F i g. 1 einen Längsschnitt eines Ausführungsbei-
spieles des erfindungsgemäßen polarisierten elektromagnetischen Schalters darstellt.
F i g. 2 zeigt eine Einzelheit der Fig.! in einer anderen
Betriebslage des Ausführungsbeispiels.
Keramische Magnete 1 und 2 sind zwischen Fluß-
lenkjochen 3, 4 und 5 derart angeordnet, daß z. B. ihre Nordpole einander gegenüberliegen. Auf diese Weise
wird das mittlere Joch 4 einen nördlichen Pol bilden, während die äußeren Joche 3 und 5 Südpole darstellen.
Der magnetische Schalter weist ferner einen Anker 6 auf, der aus einem Material guter magnetischer
Leitfähigkeit hergestellt und in der F i g. 1 durch den Magnet 1 angezogen dargestellt ist. Die andere Betriebslage
des Ankers 6 geht aus F i g. 2 hervor, wo sie
durch die Zugkraft des Magnets 2 gehalten ist.
Der Anker 6 ist aber nicht nur bestimmt, den magnetischen Kreis in den erwähnten beiden Lagen zu
schließen, sondern auch die Flußlenkjoche 3 und 4 in der Betriebslage gemäß F i g. 1 bzw. die Flußlenk-
joche 4 und S in der Betriebslage gemäß F i g. 2 elektrisch leitend zu verbinden, da die Joche infolge der
elektrisch nicht leitenden bzw. isolierenden Eigenschaft der Magnete 1 und 2 voneinander isoliert sind.
Auf diese Weise können die Flußlenkjoche 3, 4, 5 sowie die Magnete 1 und 2 als elektrische Stromleiter
dienen, die in ihre Lagen durch eine Isolierhülle 7 festgehalten sind. Da die Flußlenkjoche 3, 4 und 5
über öffnungen der Tsolierhülle hindurchreichen, können sie auch als elektrische Anschlüsse verwendet
werden.
Die Tsolierhülle 7 sorgt auch für das Festhalten eines Spulenkörpers 10 zum Haltern von Spulen 8 und
9. Der Anker 6 bewegt sich frei in einer Bohrung des Spulenkörpers 10, wobei er von den Windungen der
Spulen 8 und 9 umgeben ist. Zuführungen der Spulen 8 und 9 sind an Anschlüsse 12,13,14 bzw. 15 angeschlossen,
die über einen Abschlußdeckel 11 aus Kunststoff hindurchgeführt sind.
Wird den Spulen 8 und 9 ein Gleichstrom zuge-
Wird den Spulen 8 und 9 ein Gleichstrom zuge-
6s führt, der der an den Enden des Ankers eine der
Schaltlage zugeordneten Polarität entgegengesetzte Polarität im Anker 6 erregt, dann wird der Anker 6 an
einem Ende abgestoßen, während am anderen Ende
eine Zugkraft auftritt, so daß der Anker 6 in seine andere stabile Lage umgeschnappt wird.
Das Zurückkippen in eine vorherige Lage kann dadurch erreicht werden, daß einer der Spulen ein
Gleichstrom zugeführt wird, der die Spule in dem vorherigen entgegengesetzten Sinn erregt.
Die Erfindung kann in zahlreichen anderen Ausführungsformen erscheinen. Es ist dabei möglich, im
Inneren einer Wicklung mehr als einen voneinander getrennte Anker anzubringen und an jeden Anker je
eine Einheit mit zwei Magneten anzuschließen. Dann werden Spule und Anker durch zwei ringförmige Magnete
umgeben, wobei jedem Anker je drei voneinander getrennte Flußlenkjoche zugeordnet sind. Dies
kann derart erreicht werden, daß an zwei kreisringförmige Magnete ringförmige Flußlenkjoche angeschlossen
sind, wobei der Anker aus zwei Scheiben und aus einem Zylinder besteht, der die beiden Scheiben miteinander
verbindet. Kontakte, die in beiliebiger Anzahl an beiden Seiten des Schalters angeordnet sind,
werden durch den Anker über Isolierstäbe bewegt, wobei sie beliebige Schaltaufgaben verrichten können.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Claims (3)
1. Elektromagnetisch betätigte Schaltvorrichtung, deren Anker im gepolten Magnetfeld zwei
stabile Lagen einnehmen kann, wobei diesen stabilen Lagen verschiedene Schaltzustände von
Kontakten zugeordnet sind, mit einem elektrisch isolierenden Gehäuse, in dessen Innenraum zwei
feststehende äußere Flußlenkjoche aus elektrisch leitendem Material angeordnet sind, die aus dem
Gehäuse als elektrische Anschlußkontakte herausgeführt sind, und zwischen denen innerhalb
des Gehäuses mindestens ein Körper konstanten magnetischen Kraftfeldes, z. B. ein Dauermagnet-
körper, aus elektrisch nicht leitendem Stoff, oder
mit solchem umgeben, angeordnet ist, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen
den äußeren Flußlenkjochen (3, 5) zusätzlich ein feststehendes mittleres Flußgelenkjoch (4) eben- ao
falls aus elektrisch leitendem Material und als Anschlußkontakt aus dem Gehäuse (7) herausragend
angeordnet ist, wobei dieses mittlere Flußlenkjoch mit den äußeren Flußlenkjochen je einen Luftspalt
bildet, in welchen je ein Teil, z. B. je ein Schenkel, des ebenfalls aus elektrisch leitendem
Material bestehenden Ankers (6) hineinragt, der im Kraftfeld einer Erregerspule (8, 9) derart angeordnet
ist, daß er in der einen .stabilen Lage das mittlere und das eine äußere Flußlenkjoch, in der
anderen stabilen Lage das mittlere und das andere äußere Flußlenkjoch elektrisch leitend überbrückt.
2. Schaltvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Körper konstanten magnetischen
Kraftfeldes aus zwei gleich gestaiteten Teilen (1, 2) besteht, die zwischen je einem äußeren
Flußlenkjoch (3, 5) und dem mittleren Flußlenkjoch (4) derart angeordnet sind, daß beide
Teile mit den gleichen Polen am mittleren Flußlenkjoch anliegen.
3 Schaltvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Körper konstanten
magnetischen Kraftfeldes ein keramischer Dauermagnet ist (1, 2).
Applications Claiming Priority (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| HUVI000571 | 1967-09-26 | ||
| HUVI000571 | 1967-09-26 |
Publications (3)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE1789007A1 DE1789007A1 (de) | 1972-03-02 |
| DE1789007B2 true DE1789007B2 (de) | 1972-09-21 |
| DE1789007C DE1789007C (de) | 1973-04-12 |
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Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| AT290657B (de) | 1971-06-11 |
| GB1246143A (en) | 1971-09-15 |
| DE1789007A1 (de) | 1972-03-02 |
| FR1603300A (de) | 1971-03-29 |
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Legal Events
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|---|---|---|---|
| C3 | Grant after two publication steps (3rd publication) |