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D r ä ß er w e r k, Reiner. & Bernh. Dräger, L u b e c k, Moislinger
Allee 53 Tauchgerät mit Preßgas-oder Druckluftzufuhr
Es ist eine Gruppe von Tauchgeräten bekannt, die mit einer im allgemeinen auf dem
Rücken des Tauchers angeordneten Preßluftflasche versehen sind, aus der dem Taucher
Preßluft zuströmt, wobei die Preßluft entspannt wird. Eine andere Gruppe von Tauchgeräten
sind mit einem Schlauch ausgerüstet, durch den dem Taucher Preßluft von einem Druckluftvorrat
zugeführt wird, der im allgemeinen oberhalb der Wasseroberfläche steht. Derartige
Geräte werden Schlauchtauchgeräte genannt.
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Die Versorgung eines Tauchers mit Atemluft aus einer Preßluftflasche
oder aus einem Druckluftbehälter hat den Nachteil,
daß die entspannte
Luft verhältnismäßig trocken ist. Die Einatmung trockener Luft ist nachteilig, da
die Atmungorgane austrocknen und abkühlen. Bei empfindlichen Personen kann das Einatmen
trockener Luft zu Übelsein und Brechreiz führen.
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Die Neuerung erstrebt, die Nachteile der bekannten Tauchgeräte mit
Preßgas-oder Druckluftzufuhr zu vermeiden.
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Die Neuerung besteht darin, daß die Einatemluft durch einen oder an
einem Luftanfeuchter vorbeigeführt wird, der mit dem den Taucher umgebenden Wasser
in Verbindung steht. Der Luftanfeuchter wird von dem Wasser gespeist und gibt an
die einzuatmende Luft genügend Feuchtigkeit ab.
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Der Luftanfeuchter kann an oder in der Nähe des Entspannungsventils,
z. B. des lungengesteuerten Ventils, oder auch in der Nähe des Mundstückes oder
der fauchermaske angeordnet sein.
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Der Luftanfeuchter kann unterschiedlich ausgebildet sein.
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Eine eihfache Bauform besteht darin, daß der Luftanfeuchter aus einem
porösen Material besteht, das einerseits mit dem umgebenden Wasser in Verbindung
steht, und an dem andererseits die Einatemluft vorbeigeführt ist.
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Als poröses Material kommen alle Materialien in Frage, die Wasser
durchtreten lassen, ohne daß sie dabei ihre Form wesentlich verändern oder sich
gar zersetzen. Als poröses Material kann Keramik, gebrannter Ton oder dergleichen
mit einer geeigneten Porengröße verwendet werden.
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Als wasseraufsaugende poröse Materialien können auch Papier, Filz,
Gummi-bzw. Kunststoffschwamm oder dergleichen dienen. Die Auswahl der Stoffe richtet
sich nach den gewünschten Bedingungen. Je nach der Wahl der Stoffe kann der Luftanfeuchter
ausgebildet bzw. im Tauchgerät untergebracht sein. Eine einfache Ausführungsform
besteht darin, daß der aus einem porösen Material bestehende Luftanfeuohter, in
einer Einatmungsleitung angeordnet, über eine in der Einatmungsleitung angeordnete
Verbindungsöffnung mit dem umgebenden Wasser verbunden ist, wobei die Verbindungsöffnung
derart bemessen ist, daß Wasser nur in bestimmter Menge hindurchtreten kann. Dabei
kann anstelle einer Verbindungsöffnung ein poröses Verbindungstück angeordnet sein.
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Eine andere einfachere Bauform besteht darin, daß der aus porösem
Material bestehende und in die Einatmungsleitung eingeschaltete Luftanfeuchter auf
seiner Außenseite von dem umgebenden Wasser umspült ist und eine derartige Porengröße
besitzt, daß sich der Luftanfeuchter durch Kapillarwirkung mit Wasser vollsaugt,
wobei jedoch das Druckgefälle zwischen Wasseraußendruck und dem Druck in dem Atmungssystem
nur 'ausreicht, um eine vorbestimmte Menge Wasser auf die Verdampfungsfläche des
Anfeuchters gelangen zu lassen. In allen Fällen ist dafür zu sorgen, daß der Wasserzutritt
von der Außenseite des Gerätes zum Luftanfeuchter nur so groß ist, daß das durchtretende
Wasser praktisch restlos verdampft wird und nicht als Flüssigkeit sich in den
Einatmungswegen
sammelt. Die Wasserdurchtrittsöffnung bzw. die Porösität oder die Kapillargröße
werden dabei so gewählt, daß das Wasser in der gewünschten durchschnittlich zu verdunstenden
Menge von außen in den Luftanfeuchter tritt.
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Der Druck, der in dem Atmungssystem herrscht, richtet sich nach der
Bauart des Gerätes. Bei Geräten mit lungengesteuerter Preßluftzufuhr herrscht in
dem Atmungsgerät der Druck, bei dem das lungengesteuerte Ventil anspringt. Dabei
wird das lungengesteuerte Ventil von einem druckempfindlichen Bauteil wie einer
Membran oder dergleichen gesteuert. Für den Anspringdruck ist nun maßgebend, an
welcher Stelle des Körpers sich das lungengesteuerte Ventil und in welcher Schwimmlage
sich der Taucher befindet. Wenn die Membran des lungengesteuerten Ventils sich auf
dem Rücken des Trägers befindet, ist die Membran in der normalen Schwimmlage einem
kleineren Wasserdruck ausgesetzt als die übrigen Teile des Tauchgerätes, so daß
insbesondere in den tiefer liegenden Teilen des Tauchgerätes im inneren ein geringerer
Druck herrscht, als der umgebende Wasserdruck beträgt. Wird der Laftanfeuchter gemäß
der Neuerung an dieser Stelle angebracht, wird Wasser durch die Verbindungsöffnung
bzw. durch den porösen Körper in das Innere gedrückt. Die porösen Körper können
beispielsweise in Form von Rohrstücken Verwendung finden, die in den Atemschlauch
eingeschaltet sind, und mit ihrer Außenseite unmittelbar im
Wasser
liegen* Die porösen Körper können aber auch von einer den Wasseraustritt ermöglichenden
Schutzhülle umgeben sein. Die Porösen Körper können aber auch in Form von Platten
in die Wandungen der Atemluftwege eingeschaltet sein.
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Die Verdunstungsoberfläche des Anfeuchters kann unterschiedlich ausgebildet
sein. Ist der Luftanfeuchter so ausgebildet, daß die Luft an ihm vorbeistreicht,
kann die im Atmungssystem liegende Fläche des Luftanfeuchters durch die Gestaltung
wie durch die Anordnung von Rippen oder dergleichen vergrößert sein. Die Rippen
können so weit hineinragen, daß die Verdunstungsfläche gleichsam labyrintartig augebildet
ist. Eine andere Ausführungsform besteht darin, daß die
| Verdunstungsfläche. des Luftanfeuchters labyrintartig |
| 0 |
ausgebildet ist. Der Anfeuchter kann auch aus mehreren parallel oder in anderer
Anordnung zueinander liegenden Röhren oder Flächen bestehen, an denen die Luft vorbeistreicht.
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In der Zeichnung ist eine Ausführungsform der Neuerung schematisch
dargestellt, und zwar zeigen Abbildung 1 eine Gesamtansicht des Gerätes, Abbildung
2 einen Längsschnitt durch den Ar-feuchter, Abbildung 3 einen Querschnitt durch
Abbildung 2.
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Die Preßluft ist in der Flasche 1 gespeichert, die mittels des Traggestelles
2 auf dem Rücken getragen wird. Nach Öffnen des Flaschenventils 3 strömt die Preßluft
zum lungengesteuerten Membranventil 4, welches bei dem bei der Einatmung entstehenden
Unterdruck geöffnet wird, so daß die entspannte Luft durch den Einatemschlauch 5
zum Mundstück 6 strömt. Die ausgeatmete Luft strömt durch den Ausatemschlauch 7
zum im Gehäuse des lungengesteuerten Ventils angeordneten Ausatemventil 8. Zwischen
dem. Einatemschlauch 5 und dem Mundstück 6 ist ein Luftanfeuchter 9 eingeschaltet,
dessen Einzelheiten in Abbildung 2 dargestellt sind. Der Luftanfeachter besteht
aus einem Verbindungsrohr 10, das die Schläuche 5 und 6
| verbindet, und das bei 11 mit Bohrungen versehen ist. |
| CD |
Durch die Bohrungen 11 tritt das umgebende Wasser in den Keramikkörper 12. Dieser
besteht aus den Teilen 12a und 12b, die im wesentlichen halbzylindrische Mäntel
bilden, die jeweils mit nach innen ragenden Rippen 13 versehen sind.
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Die Rippen 13 sind so gegeneinander versetzt, daß die anzufeuchtende
Lu. ft in Wellenbewegungen durch den Anfeuchter geführt wird und so in einer verhältnismäßig
großen Oberfläche an dem Anfeuchter vorbeistreicht.
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Im Bereich der Bohrungen 11 kann der Keramikkörper mit umlaufenden
Aussparungen 14 versehen sein, so daß sich das eintretende Wasser gleichmäßig in
dem Keramikkörper verteilen kann.