Durchstoßofen zum Sintern pulvermetallurgisch unter Freisetzung von SiliziumUioxkl eintreten kann,
erzeugter Formteile, insbesondere solcher aus Hart- Nur dann, wenn man die ganze Ofenkammer und die
metall, sind seit den Anfängen der Pulvermetallurgie Heizstähe aus Graphit herstellt, besteht eine solche
bekannt. Reaktionsmöglichkeit nicht.
Sie bestehen aus einem von einem Wärmeschutz- 5 Erfindungsgemäß ist daher eine rechteckige Kammantel
umgebenen Kohlerohr, dessen Enden in was- mer aus Graphitplatten aufgebaut, auf deren Boden
sergekühlte Kontaktringe eingespannt sind und das rechteckige Schiffchen aus Graphit geführt werden,
elektrisch erhitzt wird. Das Sintergut wird in söge- Die Graphitheizstiioe sind hierbei in Längsrichtung
nannten Schilfchen aus Graphit eingesetzt und durch des Ofens sowohl über den Schilfchen als auch in der
das besagte Kohlerohr geschoben. Der Nachteil die- io Kammerbasis angeordnet..
ser Anordnung besteht darin, daß die Graphitschiff- Mit einer solchen Ausführung läßt sich auch hei
chen zum Widerstand des als Heizkörper dienenden großen Ofendimensionen ein einwandfreier Dauer·
Kohlerohres einen Nebenschluß bilden. Die Größe hetrieb erreichen.
dieses Nebenschlusses ist infolge wechselnder Distanz Die erlindungsgemiiße Ausführung ist besonders
der Auflagepunkte nicht konstant. Seine Änderung 15 zur Sinterung von Hartmetall unter Vakuum geeignet,
hat Temperaturschwankungen zur Folge, die sich auf Durchstoßöfen zum Sintern von Hartmetall mikI
die Gleichmäßigkeit des gesinterten Produktes nach- jedoch bisher nicht bekanntgeworden,
teilig auswirkt. In den Abb. I und 2 ist eine beispielsweise Aus-
Zur Abhilfe su.d Ofenbauarten bekanntgeworden, führung der Erfindung dargestellt,
bei welchen an Stelle des stromdurchflossenen Kohle- 20 Bei einem VakuumdurchstoL'-Sinterofen werden
rohres langgestreckte Heizkammern aus feuerfesten die Wände 20 der rechteckigen Heizkammer 21 aus
Steinen traten, an deren Wände metallische Heizkör- Graphitplatten aufgebaut, die mit einem Wärmeschutz
per, meistens aus Molybdän, angebracht worden sind. aus faserförmigem Graphit 22 umgeben sind. Die
Auch bei diesen Öfen wird das Sintergut in Kästen Höhe der Kammer ist so gewählt. daU über den Ciraaus
Graphit eingesetzt, weil dieser Werkstoff hinsieht- 25 phitschiffchen 12 parallel zur Ofenachse mehrere,
lieh Warmfestigkeil, Preiswürdigkeit und chemischer meistens zwei Graphitstäbe 28, über den Schiffchen
Beschaffenheit für die Wärmebehandlung des vor- schwebend angebracht werden können, wahrend im
wiegend aus Karbiden bestehenden Sintergutes opti- Kanal unter der Kammerbasis mindestens ein Heiz
mal ist. Das reichliche Vorhandensein von Graphit stab 31 aus Graphit Platz findet. Die fertig zugestellte
im Heizkanal fühn indessen zur schnellen Aufkoh- 30 Kammer wird in einen zylindrischen Behälter 23 gelung
der Heizleiter, was e:ne sei beschränkte Le- schoben, dessen Deckel 24 und 25 mit den Strombensdauer
des Letzteren zur Folge hat. und Wasserdurchführungen 26 für die Kontaktringe
Um die bisher geschilderten Na«, iteile zu vermei- 27 der Graphitstäbe 28 ausgestattet sind. An die
den, ist man dazu übergegangen, das ursprünglich rechteckigen öffnungen der Deckel wird auf der
verwendete Kohlerohr durch ein starkwandiges Rohr 35 einen Seite der mil dein nicht gezeichneten Stoß
aus Graphit zu ersetzen, den Heizstrom jedoch nicht mechanismus ausgestattete Zuführungskanal 29. auf
in axialer Richtung, sondern senkrecht dazu mittels der anderen Seite der mit Wasserkühlung ausgestut-
Induktionsspulen in Umfangsrichtung fließen zu las- tete Abführungskanal 30 für die Schiffchen angesen.
Diese Ofenart erfüllt zwar die thermischen und schlossen. Beide Kanäle tragen in ihren Enden Vastofflichen Voraussetzungen, sie hat nur den Nach- 40 kuumschleusen bekannter Bauart, durch welche die
teil, daß die Heizenergie aus Neufrequenz auf Mittel- einzelnen Schiffchen eingeschleust bzw. entnommen
frequenz umgeformt werden muß. Der Energieverlust werden. Somit können Kessel, Zuführungskanal und
bei der Umformung wirkt sich besonders bei der für Entnahmekanal ständig evakuiert bleiben, so daß ein
Durchstoßofen üblichen ununterbrochenen Betriebs- kontinuierlicher Durchsatzbetrieb unter Vakuum erweise, abgesehen von Investitionskosten für den Um- 45 zielt wird,
former, besonders nachteilig aus. Auch kann die
Form der Schiffchen schwer der Rohrform angepaßt Patentansprüche:
werden, so daß eine solche Ausführung nur für kleinere Anlagen geeignet ist. 1. Durchstoßofen mit Graphilstabheizung, be-
Weiterhin sind öfen aus keramischen Werkstoffen 50 stehend aus einer langgestreckten feuerfesten und
bekannt, die zum Brennen von keramischen Mate- mit Wärmeschutz umgebenden Kammer, d a -
rialien dienen und bei denen Heizstäbe in Längsrich- durch gekennzeichnet, daß eine recht-
tung der Kammer angeordnet sind, die mit Silizium- eckige Kammer (21) aus Graphiiplatten (20) auf-
karbidplatten abgedeckt sind. gebaut ist, auf deren Boden rechteckige Schiffchen
Es hat sich in der Praxis gezeigt, daß derartige 55 (12) aus Graphit geführt sind, und daß Graphit-
Ofenausfühnjngen aus keramischem Material bzw. heizstäbe (28. 31) sowohl über den Schiffchen als
aus Siliziumkarbid bei sehr hohen Temperaturen zu auch in der Kammerbasis angeordnet sind,
großen Schwierigkeiten führen, da Reaktionen zwi- 2. Durchstoßofen nach Anspruch 1, dadurch
sehen den verschiedenen Ofenbaumaterialien ein- gekennzeichnet, daß die Graphitplatten mit einem
treten können und z. B. bei Verwendung von Graphit- 60 Wärmeschutz aus faserförmigem Graphit (22) um-
schiffchen eine Reaktion mit den Kammermaterialien geben sind.