DE1782037C - Gerat zur Tiefenlockerung von Boden - Google Patents
Gerat zur Tiefenlockerung von BodenInfo
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Description
Die F.rfindung betrifft ein Gerat zur Tiefenlockerung
\on Böden, insbesondere für die Melioration stark verdichteter feuchter oder trockener Böden, mit
einem Tragrahmen mit mindestens zwei um eine quer zur Zugrichtung oberhalb der Bodenoberfläche liegende
horizontale Achse schwenkbar angelenkten hin- und hergehend angetriebenen Tiefenmeißeln.
Hs ist bereits ein Bodenbearbeitungsgerät der eingangs
erwähnten Art mit mehreren entlang einer gemcinsamen Achse quer zur Zugrichtung parallel und
mit Abstand nebeneinander angeordneten Bodenbcarbeitungswerkzeugen
bekannt (USA.-Patentschrift 3 33l>
64I). bei dem für einen gemeinsamen und gleichsinnigen Antrieb der Bodenbearbeitungswerkzeuge
ein vom Zapfwellenantrieb des Schleppfahrzeuges angetriebener Unwuchtantrieb vorgesehen ist,
der alle Bodenbearbeitungswerkzeuge gleichzeitig in eine in Zugrichtung gleichgerichtet verlaufende
Schwinghewegung versetzt. Die gleichsinnige Hin- und Herbewegung aller Bodenbearbeitungswerkzeuge
erfordert immer noch eine hohe Schlepperzugkraft. Für eine liefer reichende Bodenbearbeitung sind deshalb
schwere Schlcpperfahrzeuge erforderlich, die durch jnr hohes Eigengewicht eine unerwünschte
starke Oberflächenverdichtung des Erdreiches hervorrufen.
Bei einem weiteren bekannten Gerät (deutsche Auslegcschrift 1 256 463) werden in sich starre Tiefenmeißcl,
die mit ihrem unteren, spitz zulaufenden Ende unmittelbar im Erdreich angreifen, oder aber
Tragstäbe mit an ihrem unteren Ende befestigten Pflugscharen, in derart hochfrequente Vibrationsschwingungen versetzt, die bei der Resonanzfrequenz
der verwendeten Stäbe von über 1000 Hz liegen, so daß der Boden in einen akustischen Fließzustand
übergeht und sich eine Fluidisierung des Bodens mit seitlicher Bewegung der Bodenteilchen ergibt.
Zur Erleichterung des Pflügens ist es bei Bodenbearbeitungsgeräten
weiterhin bekannt (deutsche Patentschrift 824 121), einen Schwingungsgenerator mit
einem der schwingungsfähigen Gebilde direkt zu verbinden und die übrigen schwingungsfähigen Gebilde
durch potentielle Kopplung milcrregen zu lassen, um auf diese Weise einen vollkommenen Massenausgleich
zu erzielen, so daß keine Schwingungen auf das Zugmittel übertragen werden.
Zwar gibt es weiterhin Bodenbearbeitungsgeräte mit einem oder mehreren, durch einen gegebenenfalls
entsprechend versetztc.i Kurbelantrieb in Bewegung gesetzten Bodenbearbeitungswerkzeugen (französische
Patentschrift 515 233 und deutsche Patentschrift 390 209), doch handelt es sich dabei um ausgesprochene
Hackgeräte, bei denen die als Eadcnbearbcitungswcrkzeuge
dienenden Hacken wechselweise in das Erdreich geschlagen und beim Rückwärtsgang aus dem Erdreich herausgehoben und wieder erneut
von oben in das Erdreich eingeschlagen werden. Hei diesen Geräten führen die in Gleittaschen am Fahrgestell
gelagerten Enden der Hackenträger eine den Kurbeltrieb ausgleichende Gleitbewegung aus, so daß
von; Kurbeltrieb her keine Kraft zur Vorwäitsbewegung
des Gerätes übertragen werden kann.
Bei den erwähnten Ί iefenlockerungsgeralen mit angetriebenen Bodenbeaibeitungswerkzeugcn, die als
Anhängegerät ausgebildet sind, wird die Bodenhaftung der Xntricbsrädcr des Schlepperfahrzeuges beim
Betrieb üer Bodenbearbeitungswerkzeuge nicht unterstützt.
Bei einem weiteren bekannten Bodenbearbeitungsgerät (französische Patentschrift 454 263) mit abwechselnd
hin- und hergehenden Bodenbearbeitungswerkzeugen sind die Werkzeuge um 180 zueinander
versetzt angeordnet und we.d· η zwangsweise angetriehen.
Wegen der geringen Arbeitstiefe finden die Bodenbearbeitungswerkzeuge dieses Hackgerätes bei
ihrer pendelnden Rückbewegung im Erdreich keine ausreichende Abstützung, so daß hierdurch die Vorwärtsbewegung
des Hackgerätes nicht unterstützt wird.
Schließlich ist bei einem Tiefenlockerungsgerät mit einem an sich starren Tiefenmeißel (französische Patentschrift
1 463 552) auch eine Höheneinsteilbarkeit des Tiefenmeißels vorgesehen, jedoch nur zu dem
Zweck, um auch in wclligeni Gelände ..tets in gleicher
Höhe verlaufende Rinnen und Kanäle für die Aufnahme von Kabeln, Dränageröhren. Rohrleitungen
u. dgl. herzustellen.
Der Erfindunn liegt die Aufgabe zugrunde, die Hin- und Herbewegung der Tiefenmeißel bei einem
Tiefenlockerungsgerät der eingangs erwähnten Art gleichzeitig zur Entlastung des Fahrantriebes zu verwenden.
Diese Aufgabe findet ihre Lösung nach der Erfindung
dadurch, daß das Gerät; als Anbaugerät ausgebildet ist und die Bahngeschwindigkeit jedes zwangsweise
und gegenläufig angetriebenen Tiefenmeißels regelbar ist, so daß sie etwa der Vortriebsgeschwindigkeit
des Gerätes entspricht. Dadurch ergibt sich der Vorteil, daß die an der Zapfwelle·, des Schlepperfahrzeuges
zur Verfugung stehende Antriebskraft nicht nur unmittelbar für die Auflockerung und Tiefenlockerung
Jes verfestigten Erdreiches in vollem Umfange nutzbar gemacht wird, sondern daß darüber
hinaus durch die Ausbildung des Gerätes als Anbaugerät die abwechselnde Hin- und Herbewegung der
ί/
Tiefenmeißel mit einer etwa der Vortriebsgeschwindigkeit
des Gerätes entsprechenden Geschwindigkeit bei großer Schwingungsweite und geringer Schwingungszahl
sowohl für die Vorwärtsbewegung als auch für eine verbesserte Bodenhaftung der Antriebsräder
der mit dem Schlepperfahrzeug gebildeten Gepiteeinheit
nutzbar gemacht wird, indem die um eine gemeinsame Drehachse wechselweise nach vorn und
nach hinten bewegter Tiefenmeißel bei der Vorwärtsbewegung mit ihren in Fahrtrichtung weisenden Mei-Lklscharen
eine Belastung des Tragrahmens und somit der Antriebsräder des Schlcppcrfahrzeugcs bewirken
und bei der Rückwärtsbewegung im Erdreich praktisch auf der Stelle stehenbleiben und einen in
Fahrtrichtung wirkenden schrittweisen Abstützeffekt zur Folge haben. Die Abstützung des gerade zurückgehenden
Meilk'ls im Erdreich trügt somit /.ur Vorwärtsbewegung
des gesamten C'rätes bei, und durch die abwechselnde Andruck- und Ali tüt/wirkung der
hin- und hergehenden Tiefenineißel wird ein unerwünschtor
Radschlupf des Schlepperiuhr/euges in wirkungsvoller Weise vermieden.
Als besonders · orteilhaft hat es sich erwiesen, daß die Tiefenmeiüei über eine Kurbelwelle angetrieben
sind. Es können aber auch hydraulische Arbeitszylinder
mit selbsttätiger Umsteuerung für den Antrieb der Tiefenroeiüel vorgesehen sein. Zweckmäßig sind
dw Ticfenmcißcl in bekannter Weise an Haltet-'sclien
höheneinstellbar befestigt, um sie unterschiedlichen Bodenverhältnissen jeweils anpassen zu können. Dabei
sind die Haltetaschen der Tiefenmeißel — wie an sich ebenfalls bekannt -- zweckmäßig auch noch sdtenverstellbar.
Die Arbeits- und Wirkungsweise des erfindungsgemäßen
Gerätes sei an Hand von in der Zeichnung si. nem. ■ tisch dargestellten Ausführungsbeispielen
nachstehend näher erläutert. In der ZcLiinung zeigt
Fig. I eine Seitenansicht eines im Einsatz befindlichen
Gerätes bei geringerem Bodenlockerungsgrad,
Fig. ? eine zugehörige Draufsicht zu Fig. \,
FI g. 3 eint andere Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Gerätes mit etwas höherem Lockeiungsgrad und Bodenanhub und
F i g. 4 die zugehörige Draufsicht.
Das in der Zeichnung dargestellte Gerät besteht aus einem starken Tragrahmen 1 mit Anschlußpunkten
1 für genormte Dreipunktkraftheber am Vorderteil des Tragrahmens 1 Am rückseitigen Rahmenteil
sind auf Schlepperspurbreite zwei Haltetaschen 3 zur Aufnahme der Tiefenmeißel 4 angebracht. Die Tiefenmeißel
4 sir I mittels Bohrungen 5 in den Haltetaschen 3 höhenverstellbar angeordnet. Die Haltetaschen
3 sind mit ihren oberen Enden 6 am Hinterholm des Tragrahmens 1 in Fahrtrichtung schwenkbar
angebracht. An den unteren Enden der Haltetasehen 3 ist am Punkt 7 je eine Pleuelstange 8 angelenkt.
Die SchwenkbewegungS (Fig. 1) wird auf folgende
Art bewirkt: Die Pleuelstangen 8, die einerseits an den unteren Enden der Haltetaschen 3 angelenkt
und andererseits über Exzenterscheiben 9 a, 9 b an eine Kurbelwelle 9 angeschlossen sind, werden über
ein Winkelgetriebe 10 und eine Gelenkwelle 11, die mit der Zapfwelle eines Ackerschleppers verbunden
ist, angetrieben.
Der Lockerungsgrad L wird von folgender Beschaffenheit und Eigenschaft des Gerätes bestimmt:
Je größer der Schwenkbereich der Tiefenmeißel 4 ist, desto höher sind der Bodenanhub BA und desto
größer die entstehenden Locktrungshohlräumc, die
für die Belüftung des Bodens und für die Einbringung von Staub- oder F liissigk.-tsdünger von großer Bedeutung
sind. Will man ho bestimmten Lockerungsarbeiten geringere Hohlräume erzielen, so ist der
Schwenkbereich der Tiefenmeißel zu verringern, indem man den Pleuelanlenkpunkt 7 an der Haltetasche
3 verstellt. Durch diese Verstellmöglichkeit kann jeder gewünschte I.ockerungsgrad erreicht werden.
Maßgeblich für die Lockerungsb.eite isi nicht zuletzt die Scharbreite SU der Tiefenmeißel. Für besondere
Fälle kann die Schar 15 dur.h einen oder zwei Spitzzinken ersetzt werden.
Das in F 1 g. 1 und 2 dargestellte Tiefenlockerungsgeriit
ist πιιΓ zwei Tiefenmeißeln 4 ausgerüstet, die
«ich bei der Arbeit durch den Antrieb über eine Kurbelwelle 9 mit um 180 versetzten Kurbelzapfen
wechselweise nach vorn bzw. rückwärts bewegen. Da die Rückbewegung der im Boden sich bewegenden
Tiefenmeißel 4 auch Energie braucht ui.d jede Scharschneide 15 bei der Rückbewegung durch die Vorwärtsbewegung
des gesamten Gerätes auf der Stelle stehen bleibt, wandelt sich die Rückbewegungsenergie
in Vorwärtsbewegung des gesamten Gerätes um.
Dieser Umstand und das Lockern durch die . en
delbewcj^ingen der Tiefenmeißel verlegen die Hauptlockefungsenergie
auf die Zapfenwclle des Schleppers. Dadurch wird unerwünschter Radschlupf vermiedeTi.
Soll ein Lockerungsgerät individuell wahlweise mit einer unterschiedlichen Anzahl von Tiefenmeißeln
ausgerüstet werden, so empfiehlt es sich, eine Konstruktion nach F i g. 3 und 4 zu wählen, und zwar
einen Grundrahmen mit zwei Schwenkwellen 12, die von der Kurbelwelle 9 über Pleuelstangen 8 und Hebelarm
13 wechselweise bewegt werden. Die Haltetaschen 3 sind bei dieser Konstruktion auf die
Schwenkwellen aufgeklemmt.
Sie lassen sich seitlich stufenlos verstellen. Diese Konstruk'ion ermöglicht die Verwendung bis zu vier
Tiefenmeißeln in beliebigen Seitenabständen.
Hierzu 2 Blatt Zeichnungen
Claims (4)
- Patentansprüche:t. Gerät zur Ticfcnlockerung von Böden, insbesondere für die Melioration stark verdichteter S feuchter oder trockener Böden, mit einem Tragrahmen mit mindestens zwe; um eine quer zur Zugrichtung oberhalb der Bodenoberfläche liegende horizontale Achse schwenkbar angelenkten hin- und hergehend angetriebenen Tiefenmeißeln, dadurch gekennzeichnet, daß das Gerät als Anbaugerät ausgebildet ist und die Bahngeschwindigkeit jedes zwangsweise und gegenläufig angetriebenen Ticfenmcißels (4) regelbar ist, so daß sie etwa der Vortriebsgeschwindigkeit des Gerätes entspricht.
- 2. Gera nach Anspruch 1. dadurch gekennzeichnet, daß die I iefenmeil.k-1 (4) über eine Kur bclwelle (')) angetrieben sind.
- 1. Gerat nach Anspruch 1. dadurch gekennzeichnet, daß hydraulische Arbeitszylinder mit selbsttätiger Umsteuerung tür den Antrieb der Ί iefenmeißcl (4) vorgesehen sind.
- 4. Gerät nach \nspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Tiefenmeißel (4) in bekannter Weise an Haltelaschen (3, 3«) höheneinstellbar befestigt sind.
Priority Applications (12)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19681782037 DE1782037C (de) | 1968-07-11 | Gerat zur Tiefenlockerung von Boden | |
| DE19691918670 DE1918670A1 (de) | 1968-07-11 | 1969-04-12 | Tiefenlockerungsgeraet |
| DE19691966809 DE1966809A1 (de) | 1968-07-11 | 1969-04-12 | Geraet zur tiefenlockerung von boeden |
| AT528769A AT291648B (de) | 1968-07-11 | 1969-06-03 | Tiefenlockerungsgerät |
| BE735163A BE735163A (nl) | 1968-07-11 | 1969-06-26 | Inrichting voor het los maken van de grond door diepbewerking |
| NO279069A NO126059B (de) | 1968-07-11 | 1969-07-03 | |
| YU173869A YU33812B (en) | 1968-07-11 | 1969-07-08 | Device for deep loosening of the soil |
| ES369275A ES369275A1 (es) | 1968-07-11 | 1969-07-08 | Un aparato para el mullido profundo de terrenos de todas clases. |
| GB3454469A GB1275429A (en) | 1968-07-11 | 1969-07-09 | Improvements in soil loosening devices |
| CS486469A CS167245B2 (de) | 1968-07-11 | 1969-07-09 | |
| DK376869A DK135054B (da) | 1968-07-11 | 1969-07-11 | Redskab koblet til et trækkøretøj og til løsning i dybden af jord af enhver art. |
| FR6923844A FR2012782A1 (fr) | 1968-07-11 | 1969-07-11 | Dispositif fouisseur pour ameublissement profond |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19681782037 DE1782037C (de) | 1968-07-11 | Gerat zur Tiefenlockerung von Boden |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE1782037A1 DE1782037A1 (de) | 1972-01-20 |
| DE1782037C true DE1782037C (de) | 1973-03-08 |
Family
ID=
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE2652734A1 (de) * | 1976-11-19 | 1977-12-01 | Ernst Weichel | Anbauvorrichtung fuer zugmaschinen zum lockern von landwirtschaftlich genutzten boeden |
| DE3106915A1 (de) * | 1980-03-12 | 1982-01-21 | Steyr-Daimler-Puch AG, 1010 Wien | Bodenlockerungsgeraet |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE2652734A1 (de) * | 1976-11-19 | 1977-12-01 | Ernst Weichel | Anbauvorrichtung fuer zugmaschinen zum lockern von landwirtschaftlich genutzten boeden |
| DE3106915A1 (de) * | 1980-03-12 | 1982-01-21 | Steyr-Daimler-Puch AG, 1010 Wien | Bodenlockerungsgeraet |
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