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Betonähnlicher Körper für Bau- oder andere Zwecke und Verfahren seiner
Herstellung Die Erfindung betrifft einen betonähnlichen Körper für Bau-oder andere
Zwecke welcher aus Festkörpern z.B. mineralischen Ursprungs besteht, die durch ein
aus flüssigem Zustand erhärtendes Bindemittel starr zusammengehalten sind, und das
Verfahren seiner
Die Zusammensetzung von Beton mit getrennt abgestuften
Korngrößen der Festkörper - meist aus Kieszuschlägen -und dosierter Zementzugabe
als Bindemittel ist allgemein bekannt. Es wurde auch bereits versucht, dem Bindemittel
aus flüssigem Zustand erhärtende Substanzen - z.B. Gießharzzuzusetzen. Ferner ist
ein Verfahren bekannt, Beton ohne Fein- und Feinstkornanteile zu mischen, der unter
der Bezeichnung Einkornbeton besonders für wasserdurchlässige Filterrohre und dergl.
Verwendung findet. Schließlich ist unter dem Begriff Waschbeton ein Verfahren bekannt,
die Sichtflächen an noch nicht ganz erhärtetem Beton von den Zement- und Feinstkornanteilen
zu befreien, um die Struktur der Grobzuschläge belebend sichtbar zu maehen.
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Alle diese geschilderten Betonarten weisen - je nach ihrem Verwendungszweck
- die verschiedensten Nachteile auf> die jeweils schwerwiegend sind: sollen z.B.
Fassaden mittels Betonplatten verkleidet werden, deren Oberfläche als Waschbeton
ausgebildet ist, dann sind diese Platten sehr schwer und unhandlich und müssen mit
großem Arbeitsaufwand an stabilen Aufhängungen befestigt werden, da zementgebundener
Beton eine Mindestplattenstärke erfordert. Die Platten können außerdem nicht fest
miteinander verbunden werden und ihre Oberfläche verschmutzt realtiv schnell, da
ihre Poren Rauch- und Staubpartikel
die nicht mehr herausgewaschen werden können. Bei der Verwendung
als Wegplatten. deren massiver Beton wasserundurchlässig ist, bleiben nach stärkeren
Regengüssen meist häßliche Pfützen stehen die keinen Abfluß haben. Würde dagegen
für diesen Zweck Einkornbeton verwendete dann wären die Oberflächen schon nach kurzer
Zeit beschädigt und angefressen, da die Klebefestigkeit des Zements als Bindemittel
den üblichen Trittbelastungen nicht gewachsen ist.
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Verwendet man Beton üblicher Art für Einzelkörper, z.B-Blumenkästen
und dergl., dann ist Massivbeton sehr schwer und Unhandlich wie auch undurchlässig,
was gerade für Blumenkästen von Nachteil ist. Poräser Einkornbeton wäre hierfür
jedoch so bruchempfindlich, daß er praktisch nicht verwendbar ist.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, betonähnliche Kör@ per so
auszubilden, daß sie das gefällige Aussehen von Waschbeton, die Durchlässigkeit
von Einkornbeton und die Festigkeit von Massivbeton miteinander verbinden, aber
wahlweise ohne Andern des äußeren Aussehens auch völlig wassers dicht ausgeführt
werden können ihre Oberfläche aber porenlos und abwaschbar ist.
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Diese Aufgabe wird erfindungsgemä# d@durch geläst. d@@ di die Zuschläge
bildenden Festkörper frei von Fein- @@ Fei
kornanteilen sind und
der Anteil des Bindemittels so dosiert list, daß jeder Festkörper mit einer sehr
dünnen Haut vollständig überzogen ist.
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Mehrere Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in der Zeichnung dargestellt
und werden im folgenden näher beschrieben. Es zeigen Fig. 1 einen Querschnitt durch
einen Blattenförmigen Körper in seiner Gießfprm, Fig. 2 und 3 einen einseitig wasserdicht
ausgehildeten Körper in zwei Herstellungsphasen, Fig. 4 eine Variante der Fig. 3
und Fig. 5 eine weitere Variante des erfindungsgemäßen Körpers.
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Die Erfindung sieht vor, als Zuschläge Festkörper einer bestimmten
Kornstufe - z.B. 8-12 mm - zu verwenden, die aus Minaralien, aber auch aus Glasbruch,
Kunstharzbruch oder dergl. bestehen können. Diese Festkörper 1 werden durch Bindemittel
2 zusammengehalten, welches vom flüssigen Zustand her erhärtet, also z.B. aus Zweikomponenten-Kullststoff
wie Polyester, aus Lackarten und dergl. besteht.
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Solche Stoffe sind in vielen rusammensetzungen bereits bekann, die
beträchtliche Biegefestigkeiten aufweisen und sowohl in glasklarer wie auch in transparent
oder deckend eingefärbter Struktur verarbeitet werden kiinnen.
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Je nach Aufbau und Viskosität des Bindemittels 2 ist ein bestimmter
Gewichtsanteil desselben notwendige um die als Zuschlag verwendeten Festkörper 1
mit der dünnstmöglichen Haut zu überziehen, die dann am Festkörper haftet, ohne
Tropfen abzusondern. Die genaue Prozentzahl kann durch praktische Versuche ermittelt
werden (erfahrungsgemäß liegt sie bei etwa 3-4 %) und bildet die Grundlage der Mischung.
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Die so auf die Trommel füllung bemessene Bindemittelmenge wird in
flüssigem Zustand zusammen mit den Zuschlägen in die Mischtrommel gegeben und so
lange gemischt, bis jeder Festkörper 1 mit einer dünnen, noch flüssigen Haut überzogen
ist. Danach wird diese Mischung in die Form 3 gebracht, wo sie sich - ohne Preßdruck
und ohne Rütteln -schnell absetzt. Bei richtiger Dosierung des Bindemittels 2 fließt
dieses dabei nicht teilweise nach unten, sondern verbleibt in seiner die Festkörper
1 umhüllenden Lage, bildet aber an jeder Berüthrungsstelle feste Brücken so daß
nach dem Erhärten ein gleichförmiger, jedoch poröser und zugleich sehr biegefester
Körper entstanden ist.
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Erfindungsgemäß wird dabei die jeweilige Mischung z.B. von Polyesterharz
und Härter - ggfs. mit Beschleunigerzusatz -in zeitlicher Folge so angesetzt, daß
die Trommelmischung erst kurz vor dem Ubergang des Bindemittels in seinen Geelzustand
in die Form 3 gebracht wird. Dadurch kann die
erforderliche Zeit
bis zum Erhärten relativ kurz gehalten werden und es wird ein wirtschaftliches,
kontinuierliches Arbeiten ermöglicht, da dabei die Formen nicht zu lange blockiert
bleiben.
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Die erfindungsgemäßen Körper können in Plattenform mit großem Vorteil
z.B. als Gehwegplatten in Gartenanlagen verwendet werden; sie sind wasserdurchlässig,
äußerst trittfest und verschleißfest. Die Festkörper 1 können sehr günstig aus Abfallsplitt
von Natursteinen wie Quarzit, Porphyrl Granit und dgl. bestehen und erhalten ein
bestechendes Aussehen, wenn ein glasklar aushärtendes Bindemittel 2 verwendet wird.
Anstelle des Splitts la kann natürlich auch der übliche Riesel z.B. aus Moränekies
lb verwendet werden, dessen Aussehen ebenfalls durch glasklares Bindemittel wesentlich
verbessert wird.
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Wird das Bindemittel 2 mit Lasurfarben transparent eingefärbt dann
läßt sich ein zusätzlicher optischer Effekt erreichen. der auf herkömmliche Art
nicht erzielbar ist. Solche Platten sind besonders für Fassadenverkleidungen sehr
gut geeignet und da das durchgehärtete Bindemittel 2 völlig porenlos ist, nimmt
es keinen Staub, Ruß und dgl. an und kann jederzeit nach etwaiger Verschmutzung
wieder voll abgewaschen werden.
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Sein unverändertes Aussehen ist daher auf sehr lange Zeit hinaus gewährleistet.
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Für manche Zwekke ist es oft von Vorteil, wenn die Platte an einer
Seite wasserundurchlässig ist. Dies läßt sich auf verschiedene Arten leicht und
ohne nennenswerten Aufwand erreichen, wie in den Fig. 2 bis 5 veranschaulicht ist.
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Soll die sichtbare Außenfläche möglichst eben sein, dann kann man
erfindungsgemäß nach dem vorgeschilderten Ablauf nach erfolgter Härtung die Platte
gemäß Fig. 2 aus der Form 3 herausnehmen, wenden und gemäß Fig. 3 so wieder in de
Form einlegens daß die vom Formboden gebildete ebene Fläche 4 nach oben weist. Ist
in die Form 3 vor dem Wiedereinlegen eine dünne Schicht Bindemittel 2a eingegossen
worden, dann verbindet sich diese homogen mit dem schon erhärteten Bindemittel 2
und bildet so eine mit der Platte fest verschweißte, undurchlässige Haut. Dieses
Verfahren ist dann von Vorteils wenn eine ebene Sichtfläche gewünscht wird, die
in Großflächen ein wie poliertes Aussehen erhält.
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Soll dagegen die Sichtfläche rauh und in gewissem Maßstabe uneben
sein, dann genügt es, vor dem Einfüllen des normalen Mischguts den Formboden mit
einer dünnen Bindemittelschicht 4 zu bedecken, wie in Fig. 4 veranschaulicht ist.
Der gleiche Effekt kann - be@onders bei größeren Stückzahlen - auch durch Erhöhung
des Bind emittelgehalts schon bei der Mischung fiL-reicht werden. Diese Mehrmenge
setzt sich denn bcim Erstarren nach unten ab und bildet ebenfalls eine undurchlässige
Haut.
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Für bestimmte Zwecke ist auch die in Fig. 5 dargestellte Variante
vorteilhaft: hier wird in die Form 3 vor dem Eingießen der normalen Mischung lc,2
eine dünne Folie 5 eingelegt, die im Material so gewählt ist, daß sie sich fest
mit dem Bindemittel 2 verklebt. Bei diesem Verfahren entsteht ebenfalls eine einseitig
undurchlässige Fläche des Körpers und es ist von Vorteil, daß hierbei - unabhängig
vom Material der Form 3 - das Auftragen eines Trennmitels gespart werden kann.
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Das erfindungsgemäße Verfahren bietet eine reiche Varationsbreite
bezüglich Material und Farbe, so daß auf die gleiche Weise Körper mit sehr verschiedenem
Aussehen hergestellt werden können. Als Zuschläge können Festkörper nicht nur aus
Kies und Natursteinsplitt verschiedenster Strukturen und Färbungen, sondern ebenso
auch z.B. Bruch aus Kunstharzplatten und Glasbruch verwendet werden, wie sie in
Fig. 5 angedeutet sind. Besonders im letzteren Falle bieten sich vielseitige Anwendungsmöglichkeiten
- z.B. auch die Ilersteit lung von Zwischenwänden, Paravents und dergl. die durchscheinend
sein und bei Verwendung verschiedenfarbiger Glasabfälle ein besonders rettvolles
Aussehen erhalten können.
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Die Möglichkeit, Glasabfälle in dieser Form zu verwerten. bestand
nach bisherigen Verfahren nicht. da deren scharfe Schnittkanten eine gefahrlose
Handhabung unmöglich machten.
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Bei den erfindungsgemäßen Platten dagegen sind die Schnittkanten mit
dem Bindemittel 2 überzogen und so entschärft, daß bei der Handhabung keine Schnittverletzungen
erfolgen können.
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Die Erfindung hat daneben zum Vorteil daß sie in vielgestaltigen Formen
angewendet werden kann - so z.B. als Blumenkästen, große Blumenkegel und -schalen,
die zugleich standfest und bruchunempfindlich wie luftdurchlässig sind.
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Auch z.B. Grabsteine und dergl. können mit gleichem Vorteil hergestellt
werden, wobei dem nichts im Wege steht, schalenförmige Körper mit Hartschaum auszufüllen.
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Ein besonderer Vorteil besteht auch darin, daß Groß körper aller Art
- auch z. B. Fassadenverkleidungen-in einfach herzustellenden Teilen einzeln gefertigt
und dann zusammengesetzt werden können. Hierzu dient als Klebemittel das gleiche
Bindemittel, wodurch die Einzelteile homogen miteinander verschweißt werden können.
Sollte je einmal ein Körper durch Uberbeanspruchung brechen, dann kann er auf gleiche
Art auch wieder repariert werden, ohne daß durch diese Reparatur irgendeine Wertminderung
einträte.