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Preßplatte Die Neuerung betrifft eine unter Einwirkung von Druck
und Hitze aus Abfallstoffen, die mit Kunstharz versetzt sind, hergestellte Pressplatte.
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Es sind schon sogenannte Spanpressplatten bekannt, die aus span-oder
faserförmigen Stoffen aus vorwiegend holzigen Pflanzenteilen und vorzugsweise durch
Kunstharz gebildeten Bindemitteln bestehen. Zur Herstellung solcher Spanpressplatten
werden die span-oder faserförmigen Stoffe mit den Bindemitteln in einem geeigneten
Verhältnis gemischt und die erhaltene Preßmasse in geeigneten Pressen unter Einwirkung
von Druck und Hitze in'Plattenform gepresst.
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Es sind auch sogenannter Schichtstoff-Preßplatten bekannt, die aus
einer Anzahl von Papierbahnen bestehen, die mit vorzugsweise
durch
Kunstharz gebildeten Bindemitteln getränkt sind.
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Hergestellt werden diese Schichtstoff-Preßplatten durch Tränken der
Papierbahnen mit Kunstharz-Bindemitteln, Vortrocknen, Schneiden auf eine bestimmte
Länge, die derjenigen der herzustellenden Preßplatten entspricht, Übereinanderschichten
einer mehr oder minder grossen Anzahl von zugeschnittenen Papierbahnen und Verpressen
zwischen den Metallzulagen einer geeigneten Presse unter Einwirkung von Druck und
Hitze. Dabei verschmelzen die Papierbahnen miteinander und bilden eine zusammenhängende
einheitliche Platte. Um den Preßplatten ein gefälliges Äusseres zu geben, können
ihre äusseren Schichten auf jeder Plattenseite aus Dekorpapieren bestehen.
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Bei der Herstellung von derart geschichteten Kunststoff-Preßplatten
fallen Rückstände der mit Kunstharz getränkten Papierbahnen an, die für eine Weiterverarbeitung
zu geschichteten Preßplatten unbrauchbar sind. Erfahrungsgemäss belaufen sich diese
Abfälle auf über 10 % der Schichtstoffplattenfertigung. Ein so hoher Prozentsatz
von Abfall an mit Kunstharz getränktem, noch nicht ausgehärtetem Papier, ist bei
der Herstellung von geschichteten Kunststoffplatten unvermeidlich, weil nur unbeschädigte
Papierbahnen benutzt werden können. Weist das Papier Farbfehler oder Falten auf,
ist es gerissen, gebrochen, beschädigt oder hat es Untermaß, so ist es für den gedachten
Zweck nicht mehr verwendbar. Auch ungleichmässig mit Kunstharz getränktes Papier,
wie es regelmässig beim Anlaufen entsteht, ist von der Weiterverarbeitung ausgeschlossen.
| Der Neuerung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Preßplatte zu |
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schaffen, bei der diese mit Kunstharz getränkten Abfallstoffe,
insbesondere Papierrückstände, Verwendung finden.
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Das wird gemäss der Neuerung durch eine unter Einwirkung von Druck
und Hitze aus Abfallstoffen, die mit Kunstharz getränkt sind, hergestellte Preßplatte
erreicht, die aus mit Kunstharz getränkten Abfallstoffen, wie sie bei der Herstellung
von gesehichteten Kunstharzkörpern vor dem Verpressen der Schichten anfallen, besteht.
Dabei sind die Abfallstoffe soweit zerkleinert, daß ein weitgehend homogener Plattenaufbau
entsteht.
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Zur Steigerung des Gebrauchswertes des Gegenstandes gemäss Neuerung
können die Abfallstoffe verschiedenfarbig sein. Zu diesem Zweck können auch ihre
Oberflächen aus mit Kunstharz getränkten Papierbahnen bestehen, die je nach Wunsch
einfarbig, transparent oder dekorativ ausgebildet sein können.
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Gemäss einem besonderen Merkmal der Neuerung besteht der Abfallstoff
aus mit Kunstharz getränkten Papierrückständen, wie sie bei der Herstellung von
geschichteten Kunstharzplatten vor dem Verpressen anfallen.
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Die Neuerung ist in der Zeichnung anhand von Ausführungsbeispielen
veranschaulicht.
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Fig. 1 veranschaulicht eine abgebrochene Ecke einer Preßplatte gemäss
Erfindung.
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Fig. 2 zeigt eine andere Ausführungsform der Neuerung anhand einer
aus einer Preßplatte ausgebrochenen Ecke.
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Fig. 3 stellt eine weitere abgewandelte Ausführungsform der Preßplatte
gemäss Neuerung anhand einer ausgebrochenen Ecke dar.
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Die in den Fig. 1, 2 und 3 dargestellten Teile von Preßplatten gemäss
Neuerung bestehen alle aus demselben Grundwerkstoff, nämlich aus mit Kunstharz getränkten
Abfallstoffen 1, wie sie bei der Herstellung von geschichteten Kunstharzkörpern
vor dem Verpressen der Schichten anfallen. Die Abfallstoffe sind in den Preßplatten
in zerkleinerter Form enthalten, die vor ihrem Verpressen unter Einwirkung von Druck
und Hitze auf verschiedene Weise erhalten werden kann. Die zerkleinerten Abfallstoffe
nehmen innerhalb der Preßplatte eine vollkommen unregelmässige Lage ein und werden
unter der Einwirkung von Druck und Hitze beim Verpressen vornehmlich in der Preßrichtung
zusammengedrückt. Durch ihre unregelmässige Anordnung innerhalb der Preßplatte greifen
die Teilchen der zerkleinerten Abfallstoffe derart ineinander, daß ein zusammenhängendes
Gefüge entsteht, das der Preßplatte gegenüber den bisher bekannten Schichtstoff-2reßplatten
eine grössere Zähigkeit, Biege-und Bruchfestigkeit, verleiht. Abgesehen davon sind
die Preßplatten gemäss Neuerung weitaus billiger als die bisher bekannten Preßplatten,
weil ihr Grundwerkstoff infolge seines durch die Tränkung vorhandenenkunstharzgehaltes
weitgehend gebrauchsfertig als Abfallstoff bei der Herstellung von Schichtstoff-Preßplatben
anfällt.
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Zur Steigerung des Gebrauchswertes kann die Preßplatte gemäss Neuerung
an ihren Oberflächen aus zerkleinerten, verschiedenfarbigen
Abfallstoffen
2 bestehen, wie in Fig. 2 durch eine dunklere Tönung der Plattenoberflächen angedeutet
ist. Dadurch entsteht eine dekorative Wirkung, die den Gebrauchswert der Preßplatte
gemäß Neuerung erheblich zu steigern vermag.
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Zur Erreichung dieser dekorativen Wirkung können die Oberflächen der
aus zerkleinerten, einfarbigen Abfallstoffen bestehenden Preßplatte gemäß Neuerung
auch aus mit Kunstharz getränkten Papierbahnen 3 bestehen, die je nach Wunsch einfarbig,
transparent und/oder dekorativ ausgebildet sein können (Fig. 3). Bei der Verwendung
von Transparentpapierbahnen als Abdeckung können selbstverständlich die unmittelbar
an den Oberflächen gelegenen Schichten wieder-um aus ein-oder verschiedenfarbigen
zerkleinerten Abfallstoffen bestehen.
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Eine weitere Steigerung des Gebrauchswertes der Preßplatte gemäß Neuerung
wird dadurch erreicht, daß der Abfallstoff aus mit Kunstharz getränkten Papierrückständen
besteht, wie sie bei der Herstellung von geschichteten Kunstharzplatten vor dem
Verpressen anfallen Dadurch wird insbesondere ein im wesentlichen homogener Plattenaufbau
erreicht.
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Die Neuerung ist nicht auf die dargestellten Ausführungsbeispiele
beschränkt, sondern kann im Rahmen des hier zugrunde liegenden allgemeinen Erfindungsgedankens
beliebig abgewandelt werden.