DE1764645B2 - Elektrooptische Vorrichtung mit einer Schicht eines nematischen Flüssigkristallmaterials. Ausscheidung aus: 1618827 - Google Patents
Elektrooptische Vorrichtung mit einer Schicht eines nematischen Flüssigkristallmaterials. Ausscheidung aus: 1618827Info
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Description
Temperatur liegenden sogenannten Klärungspunkt γ auf. Mit »nematisch« bezeichnet man einen Flüssig-
kristall aus stäbchenartigen Molekülen.
Nematische Flüssigkristalle sind elektrisch und
wobei der eine der Substituenten X und Y ein magnetisch anisotrop. Auf Oberflächen wie Glas
gesättigter Alkoxyrest mit 1 bis 9 Kohlenstoff- nimmt die nematische Phase im allgemeinen eine
atomen und der andere dieser Substituenten ein charakteristische gewendelte Textur an, die zwischen
gesättigter Acyloxyrest mit 2 bis 5 Kohlenstoff- 20 gekreuzten Polarisatoren sichtbar ist. Man nimml
atomen ist, wobei der gesättigte Alkoxyrest mindestens 3 Kohlenstoffatome hat, wenn der gesättigte
Acyloxyrest nur 2 Kohlenstoffatome enthält,
CH=N
an, daß diese Textur aus vielen Bereichen oder Büscheln besteht, in denen die Flüssigkristallmoleküle
eine feste Orientierung haben. Nach der Kristallbüscheltheorie der nematischen Flüssigkristalle
acetat, bezogen auf das Gesamtgewicht der Zu- 25 sind die Büschel normalerweise regellos orientiert,
sammensetzung, besteht. woraus sich die Lichtstreuungseigenschaften und das
und zwischen 0 und 60% p-(Anisalamino)-Phenyl-
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Schichtmaterial 1. 20 bis
40 Gewichtsprozent p-(Anisalamino)-Phenylacetat, 2. 20 bis 40 Gewichtsprozent
C4H9O
-CH=N-
3. 30 bis 50 Gewichtsprozent
C8H17O
>-CH=N-
OC-CH3
Il
OC-CH,
enthält.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die nematische Flüssigkristall-Zusammensetzung
Verbindungen der Formein
CH,O-
CH1O-
CH=N
OC(CH2J2CH3
CH=N-<, VOCCH3
und mindestens eine Verbindung der Gruppen
CH3O-
enthält.
CH =
CH=N
OCCH3 O
Il
OC(CH2J3CH3
trübe Aussehen größerer Mengen ergeben. Jedes Büschel ist doppelbrechend und hat eine Größe von
etwa 10"5cm. Bei Anlegen eines elektrischen oder
magnetischen Feldes an eine Schicht mesomorpher Kristalle suchen sich die Büschel in einer bestimmten
Richtung zu orientieren, so daß sich die Lichtstreuungs- und Doppelbrechungseigenschaften der Schicht
ändern. Das Ausmaß der Orientierung hängt von der Größe des angelegten Feldes ab. Damit lassen sich
die Lichtstreuungs- und Doppelbrechungseigenschaften eines bestimmten Volumens eines nematischen
flüssigkristallinen Materials durch ein elektrisches oder magnetisches Feld modulieren. Diese Figenschäften
sind für elektrooptische Einrichtungen, beispielsweise Geräte in denen unter Ausnutzung des
Kerr-Effektes die Polarisationsebene eines Lichtbündels gedreht wird, und optische Anzeigev orrichtungen
bei denen das Maß der Streuung eines hindurchtretenden oder reflektierten Lichtstrahles moduliert
wird, von Nutzen.
Wenn die Anwendung einer Flüssigkristallverbindung auf Veränderungen der Orientierung der sich
im mesomorphen Zustand befindenden Verbindung beruht, muß sich diese Verbindung oberhalb der
kristallmesomorphen Übergangstemperatur befinden. Nachteilig bei bekannten nematischen Flüssigkristallverbindungen
ist jedoch die wesentlich über der Zimmertemperatur liegende Ubergangstemperatur
vom kristallinen in den mesomorphen Zustand. Es muß daher eine Heizeinrichtung vorgesehen sein,
welche die Verbindung im mesomorphen Zustand hält. Je höher diese nbergangstemperatur ist, desk)
größer ist die benötigte Heizleistung. Hin anderer Nachteil bekannter Verbindungen liegt darin, daß
der Temperaturbereich, in welchem die Verbindung
im flüssigkristallinen Zustand bleibt, sehr klein ist, so daß eine Temperaturregelung notwendig wird.
Auch die Eigenschaft be-kannier ricmalischcr Flüssigkristallverbindungen,
daß ihre Moleküle sich auf Oberflächen, beispielsweise Glas, ,.■ Bezirken ausrichten,
ist von Nachteil. Diese Ausrichtung führt zu einer unerwünschten Reflexion und Streuung von ;mf-
und
fallendem Licht, auch wenn kein äußeres Feld angelegt ist. Diese ohne Feld auftretende Streuung begrenzt
das maximal erreichbare Kontrastverhältnis zwischen einem Bezirk, an dessen Flüssigkristallschicht
ein Feld angelegt ist, und einem angrenzenden feldfreien Bezirk.
Weitere Nachteile bekannter FlüssigkriF'allvcrbindungen
sind die relativ niedrige Reflexionsfiihiekeit
der feldorientierten Moleküle, welche die Helligkeit
und das Kontrastverhältnis der Darstellung bcgrcnien,
und das langsame Nachfolgen auf Feldänderungen, welches die ausnutzbare Schaltgeschwindigkeit
begrenzt.
Der vorliegenden Erfindung liegt dementsprechend die Aufgabe zugrunde, eine elektrooptische Vorrichtung
anzugeben, bei der die Mesophase des Flüssickristallmaterials
einen verhältnismäßig großen Temperaturbereich umfaßt und in der Nähe der normalen
Raumtemperatur liegt und die hohe Schaltgeschwindigkeiten und bei Verwendung in Bild-Wiedergabeeinrichtungen
hohe Kontraslverhältnisse zuläßt.
Die Erfindung löst diese Aufgabe durch die im Anspruch I angegebene Vorrichtung.
Ein Acyloxyrest ist ein Rest eines aliphatischen Esters der allgemeinen Formel
C8H17O
CH=N-
Il
OCCH3
R—C—O—
Bei den neuen Materialien ist der mit nur einer Bindung an das Kohlenstoffatom des Restes gebundene
Sauerstoff auch an einen aromatischen Ring gebunden, beispielsweise bei
O
O
CH3C-O
30
35
Einer der Vorteile, welche die neue elektrooptische Einrichtung auszeichnen, ist die relativ niedrige Mindest-Betriebstemperatur,
die aus der niedrigen Übergangstemperatur der einzelnen Materialien vom kristallinen
in den mesomorphen Zustand resultiert. Es sind Mischungen gefunden worden, deren diesbezügliche
Übergangstemperatur unter Zimmcrtcmperatur liegt. Ein anderer Vorteil ist der weite Temperaturbereich,
in dem die Vorrichtungen verwendb?r sind. Ein Beispiel der neuen Materialien ist eine
Verbindung mit der Formel
OC(CH2J2CH,
50
deren kristallin-mesomorphe Ub^rgangstempcratur
etwa bei 50"C liegt und deren übergangstemperatur
vom mesomorphen in den anisotrop flüssigen Zustand bei 113"C liegt. Ein anderes Beispiel ist eine
Mischung gleicher Gewichtsteile von p-(Anisalamino)-Phenylacetat
CH=N
- CH =
O
OCCH1
OCCH1
Il
- OCCH3
60
65 Der mesomorphe Zustand dieser Mischung reicht
von 39 bis 1040C.
Bekannte Beispiele nematischer Flüssigkristalle sind p-Azoxyanisole und p-(Anisalamino)-Phenylacetate.
Diese Verbindungen haben Mesophasenbereiche von 117 bis 136° C bzw. von 81 bis 110° C. Die in den vorliegenden
Einrichtungen verwendeten Materialien haben dagegen wesentlich niedrigere Ubergangstemperaturen
vom Kristall- in den mesomorphen Zustand und einen breiteren Mesophasenbereich als
bekannte nematische Flüssigkristalle. Mischungen wie die oben beschriebene neue Mischung lassen sich
so hersteilen, daß sie eine niedrigere Ubergangstemperatur
vom kristallinen in den mesomorphen Zustand als jeder der Einzelbestandteile der Mischung
haben. Die Übergangstemperatur vom mesomorphen in den isotrop flüssigen Zustand der Bestandteile einer
solchen Mischung liegt jedoch nicht nennenswert tiefer. Daraus ergibt sich, daß die vorliegenden Einrichtungen
nicht nur bei niedrigen Temperaturen, sondern auch in einem breiteren Temperaturbereich
betrieben werden können als Geräte, die nur mit den Einzelbestandteilen einer derartigen Mischung arbeiten.
Ein weiterer Vorteil der neuen Einrichtungen sind die helleren und kontrastreicheren Bilder gegenüber
ähnlichen bekannten mit Flüssigkristallen arbeitenden Anzeigevorrichtungen. Dies ergibt sich aus der
hohen Reflexionsfähigkeit der Moleküle der neuen Verbindung bei Anliegen eines elektrischen Feldes.
Es ist ferner darauf zurückzuführen, daß die in der neuen Verbindung enthaltenen Moleküle sich beispielsweise
auf einer Glasfläche nicht ohne Anliegen eines Feldes ausrichten.
Ein weiterer Vorteil liegt noch in der höheren Schaltgeschwindigkeit der neuen Einrichtungen, die
aus der kürzeren Zeit resultiert, in der die neuen nematischen Flüssigkristall verbindungen auf ein angelegtes
Feld reagieren. Mit der Erfindung lassen sich Geschwindigkeiten erreichen, wie sie für Fernsehzwecke
erforderlich sind.
Die Erfindung wird im folgenden an Hand der Zeichnung näher erläutert, Es zeigt
F i g. 1 eine perspektivische teilweise geschnittene Ansicht einer elektrooptischen Anzeigevorrichtung
und ein Schaltbild einer elektrischen Schallungsanordnung zum Betrieb der Einrichtung,
F i g. 2 einen Aufriß einer in F i g. 1 dargestellten Einrichtung in einem Betriebszustand, in dem sie
lichtdurchlässig ist.
F i g. 1 zeigt als Ausführungsbeispiel der Erfindung eine optische Anzeigevorrichtung IO mit einem
Kreu/gitter. Die Vorrichtung 10 hat je eine vordere und hintere durchsichtige Glasträgerplatte 11 bzw. 12.
Beide Platten sind parallel und haben einen gegenseitigen Abstand von weniger als 1Z2 mm, vorzugsweise
5 bis Ι5μΐη. Auf der inneren Fläche 13 der
Platlell befindet sich mit gegenseitigem Abstand eine Reihe paralleler durchsichtiger leitender Rückclektrodenstreifen
15«, 15b, 15c und 15rf. Im vorliegenden
Beispiel sind nur vier Streifen dargestellt, jedoch kann eine erheblich größere Zahl Elektroden-
strafen verwendet werden. Auf der Innenfläche 14 der Frontplatte 12 ist eine Reihe paralleler in gegenseitigem
Abstand befindlicher durchsichtiger leitender Frontelektrodenstreifen 16a, 16b, 16c und 16</
angeordnet, die rechtwinklig zu den Rückelektrodenstreifen auf der Rückplatte 11 verlaufen. Selbstverständlich
können auch hier mehr als nur vier Streifen verwendet werden.
Der Zwischenraum d zwischen der Rück- und der Frontplatte 11 bzw. 12 ist mit einer Schicht 17 aus
einer nematischen Flüssigkristallverbindung dei oben angegebenen Art angefüllt, beispielsweise
OCOCH2CH2CH3
Die Vorrichtung hat Verbindungsleiter 18a bis ISd und 19a bis I9d zum Anlegen einer Spannung
an die leitenden Rückelektroden 15a bis ISd und die leitenden Frontelektroden 16/? bis 16rf; die Leiter
und die leitenden Streifen dienen zum Erzeugen eines elektrischen Feldes in der Flüssigkristallschicht.
Die Schaltungsanordnung der Einrichtung gemäß F i g. 1 enthält einen Umschalter 31 mit einer Vielzahl
von Kontakten für die Rückstreifen 15, der zwischen Masse 32 und (über die Leitungen 33 a bis
33<f) den Rückstreifenverbindungsleitern 18a bis 18rf
liegt und einen Schaltarm 34 hat, der mit einer Klemme einer Spannungsquelle 30 verbunden ist.
In entsprechender Weise ist ein Umschalter mit einer Vielzahl von Kontakten 35 für die Frontstreifen
über Leitungen 3δα bis 36a" mit den Frontstreifen-Verbindungsleiter
19a bis 19d verbunden, und sein Schaltarm 37 liegt an der anderen Klemme der Spannungsquelle
30.
Zum Betrieb (F i g. 2) wird eine Lichtquelle 21 auf einer Seite der Vorrichtung angeordnet, so daß
das Licht im wesentlichen senkrecht durch die Platten U und 12 hindurchtritt. Ein Beobachter 22 befindet
sich auf der gegenüberliegenden Seite der Vorrichtung 10. Liegt kein Feld an, so ist die Flüssigkristallschicht
zufallsorientiert und der Beobachter 22 sieht die ganze Plattenfläche gleichmäßig hell.
Wird eine Spannung von der Spannungsquelle 30 genügender Größe zwischen die Rückelektrodenstreifen
15 und die Frontelektrodenstreifen 16 angelegt, so werden die Flüssigkristallmoleküle in den
Überschneidungsbereichen der Elektrodenstreifen in einer bestimmten Richtung zum Feld orientiert und
der Beobachter sieht daß dieser Bereich seiner Sichtfiäche dunkler als die übrige Plattenfläche wird, da
das Licht infolge dieser Orientierung stärker gestreut wird. Werden beispielsweise die beiden Elektrodenstreifen
15a und 16d unter Spannung gesetzt, so verdunkelt sich nur der Bereich der Schicht 17, in dem
sich der Rückelektrodenstreifen 15 a mit dem Frontelektrodenstreifen 16 d überschneidet. Diese Fläche
wird als Schnittfläche der Streifen bezeichnet. Die Fläche der Schicht 17 beim übrigen Teil der Rück-
und Frontstreifen 15a und \6d, die gegenüber der Schnittfläche der Streifen nur der halben Feldstärke
ausgesetzt ist, zeigt keine Änderung, da die Feldstärke
dort unter dem Schwellwert liegt, der zur Orientierung der Flüssigkristalle erforderlich ist Dieser
Schwellwert hängt von der jeweiligen Flüssigkristallverbindung und dem Plattenmaterial ab.
Durch Anlegen einer Spannung an mehr als einen Elektrodenstreifen jedes Satzes werden mehrere vorbestimmte
Flächen abgedunkelt. Ein aufeinanderfolgendes oder zyklisches Anlegen von Spannung an
die einzelnen Streifen kann mit Hilfe bekannter Abtasttechniken
erfolgen.
Schaltungen zur Auswahl von Reihen oder Spalten zur Spannungsbeaufschlagung bestimmter Reihen und
Spalten eines Kreuzgitters sind bekannt. Auf diese Weise lassen sich viele Arten von Informationen
ίο optisch anzeigen, beispielsweise alphanumerische
Symbole. Weiterhin läßt sich bei Verwendung einer großen Anzahl dicht nebeneinander liegender Elektrodenstreifen
auf jedem Träger ein Bild auf einer derartigen Vorrichtung erzeugen; die Elektrodenstreifen
können dabei 25 μΐη breit sein und einen gegenseitigen Abstand von 12,5 μΐη haben. Auch der
Anteil des durchgelassenen Lichtes und damit der Grad der Verdunkelung jedes Elementes läßt sich
durch Steuern der Größe des elektrischen Feldes oberhalb der Schwelle entsprechend einer Grautreppe
modulieren.
Bei der oben beschriebenen optischen Anzeigevorrichtung wird im Betrieb die Lichtdurchlässigkeit in
der in F i g. 2 dargestellten Weise moduliert. Es läßt sich jedoch auch die Lichtrefiexion an einer
reflektierenden Rückplatte oder statt dessen auch die Absorption modulieren.
Für die durchsichtigen Platten kann eine große
Zahl lichtdurchlässiger fester Materialien verwendet
werden, einschließlich verschiedener Glasarteü, Quarzgläser, durchsichtiger Korunde und durchsichtiger
Kunststoffe. Die nicht durchsichtige Flaue läßt sich aus den gleichen Materialien wie die durchsichtigen
Platten herstellen und wird dann mit rinem undurchlässigen Material, beispielsweise einer schwarzen
organischen Farbe, überzogen. Sie kann auch au» Materialien wie dunklem Glas, dunklem Kunststoff
bestehen.
Die durchsichtigen leitenden Streifen können bei-
spielsweise durch niedergeschlagene dünne Schichten
aus Indiumoxyd oder Zinnoxyd auf den betreffenden Flächen der Platten 11 und 13 gebildet werden. Die
leitenden Streifen auf der lichtabsorbierenden Platt: brauchen nicht durchsichtig zu sein und können bei
spielsweise aus einem Film aus Kupfer, Aluminium Chrom oder Nickel bestehen. Die leitenden Streuen
15 und 16 brauchen sich nicht auf den Innenflächen der Platten befinden. Beispielsweise können sie beide
auf den Außenflächen oder die einen auf einer inneren und die anderen auf einer äußeren Fläche angeordnet
sein. Ebenso lassen sich die Leiter innerhalb der Platten anordnen, beispielsweise als in die Platten eingebettete
Drähte, die einstückig mit der Platte ausgebildet sind. Auch kann in manchen Anwendungs-
fällen das Feld zwischen parallelen Elektroden statt zwischen gekreuzten Elektroden erzeugt werden.
Der Abstand zwischen den Platten kann beispielsweise mit HiUe von Keilen, Klemmstücken oder
einem geeigneten Abstandshalter eingehalten werden.
Im Betrieb wird die Einrichtung auf einer Temperatur gehalten, bei welcher sich die verwendete
nematische Flüssigkristallverbindung in ihrem mesomorphen Zustand befindet Wird eine Heizung benotigt,
so kann diese durch äußere Heizelemente,
beispielsweise eine Infrarotlampe oder Heizspule in unmittelbarer Nähe der Einrichtung gebildet werden.
Andererseits kann die Heizung auch aus durchsichtigen Widerstandsschichten auf den Flächen der Plat-
ten bestehen, an die eine Spannung angelegt wird, so daß die Einrichtung durch die in diesen Schichten
entwickelte Wärme geheizt wird.
Bei einigen Einrichtungen, bei welchen die beschriebene neue Mischung verwendet wird, liegt die
Ubergangstemperatur vom kristallinen in den mesomorphen
Zustand knapp unterhalb der Zimmertemperatur, so daß diese Einrichtungen ohne eine zusätzliche
Heizung betrieben werden können. Es ist jedoch zweckmäßig, auch diese Geräte auf Temperaturen
von 30 bis 400C zu erwärmen, weil die Geschwindigkeit, mit der die Flüssigkristallschicht reagiert, bei
einem Betrieb bei oder in der Nähe der Übergangstemperatur geringer ist als bei höheren Temperaturen
in der Mesophase; auch ist das Kontraslvcrhältnis wegen der bei nicht anliegendem Feld größerer
Lichtstreuung geringer.
Die mit Lichtstreuung arbeitenden Einrichtunger
Die mit Lichtstreuung arbeitenden Einrichtunger
gemäß der Erfindung Sassen sich in Eidophor-Pro
jektions-Fernsehanlagen verwenden. Es ist bekannt daß in ihrem mesomorphen Zustand befindliche nema
tische Flüssigkristallverbindungen hohe Kerr-Kon
stanten haben. Daher lassen sich entsprechend aus
gebildete Einrichtungen als Kerr-Zellen verwenden
ίο Sie können überhaupt in jedem System benutzt wer den, das die Eigenschaften bekannter nematische
Flüssigkristalle ausnutzt.
Beispiele für die neuen nematischen Flüssigkristall
Verbindungen sind in Tabelle I mit ihren Übergangs temperaturen aufgeführt.
Tabelle I
Beispiele Tür die neuen Flüssigkristallverbindungen
Beispiele Tür die neuen Flüssigkristallverbindungen
| Verhin- iiilHgS- .-isjiicl |
■ ι X |
Y | — OCH3 | Ubcrgangslemperatur vom kristallinen in den mesomorphen Zustand |
Ubergangstemperalu vom mesomorphen in den isotropen, flüssigen Zustand |
| CCl | CC) | ||||
| O Il |
— OCH3 | ||||
| J | !! CH3CH2CO — |
- OQH13 O H |
86 | 118 | |
| O Μ |
Il — OCCH3 O M |
||||
| 1 | Il CU31CH2J2CO- O |
Il — OCCH3 O Il |
86 | 119 | |
| 3 | CH3(CH2J2CO- | Il — OCCH3 O |
86 | 120 | |
| 4 | C4H9O — | — OCCH3 O Μ |
82 | 113 | |
| 5 | ISoC5HnO- | Il — OCCH3 O |
74 | 82 | |
| 6 | QH13O — | — OC(CH2)2CH3 O Μ |
88 | 109 | |
| 7 | C8H17O - | — OC(CH2J3CH3 | 80 | 105,5 | |
| 8 | C9H19O — | 86 | 100 | ||
| 9 | CH3O- | 49—50 | 113 | ||
| 10 | CH3O- | 55 | 100 |
409518/l·
Tabelle II gibt Beispiele Tür Mischungen der neuen
Verbindungen.
Die die Verbindungen darstellenden Nummern der Tabelle II entsprechen den in Tabelle I verwendeten
Nummern mit der Ausnahme, daß die Nummer 11 eine bekannte Verbindung, nämlich p-(Anisnlamino)-Phenylacetat
ist. Diese Verbindung hat die Formel
l·
. V-CH=N-^" V-OCCH1
und eine Übergangstemperatur vom kristallinen in den mesomorphen Zustand von 8FC und für den
übergang vom mesomorphen in den isotropen flüssigen Zustand von 1100C.
Die Bestandteile sind in Gewichtsprozent, bezogen auf das Gesamtgewicht des Materials bzw. auf das
Gesamtgewicht bezogenen Anteilen angegeben.
Tabelle II Mischungen der neuen Flüssigkristallverbindungen
Mi-
schungsbcispiele
Bestundteile
50% Jl + 50% 4
35,1%Ü + 32,6% 4
+ 32,3% 7
+ 32,3% 7
25.5% ü + 24,5% 4
+ 50% 7
+ 50% 7
je 25% von Jl, 4, 6
und 7
und 7
50,1% 3 + 49,9% 2
34,8% 3 + 34,6% 2
+ 30,6% i
+ 30,6% i
je V3 von 9, 4, Jl
je V3 von 9, JO, Jl
50% 9 + 50% 10
je V3 von 9, JO, Jl
50% 9 + 50% 10
Übergangstem peratur vom kristallinen in den mesomorphen
Zustand
1 C)
47 40
45 39
48 53
22 25 45
D hergangstem-
peralur [vom mesomorphen
in den isotropen, flüssigen Zustand
J C)
108 103
103 104
118
117
105 105 106 verbindungen, welche die feste Lösung bilden. Vor zugsweise werden eutektische Mischungen verwende!
Der Schmelzpunkt der Kristallmesophase hat be einer eutektischen Mischung ein Minimum. De
Molanteil der zur Bildung eines Eutcktikums ver
wendeten Verbindungen hängt von den jeweilige! Verbindungen der Mischung ab.
Mischungen lassen sich beispielsweise durch Aus wiegen der reinen kristallinen Verbindungen in einen
Becherglas herstellen. Die Anteile werden dann untei Umrühren über ihre Ubergangstemperaturen vorr
mesomorphen in den isotropen Zustand erhitzt, unc die so gebildete homogene Flüssigkeit wird auf 0°C
abgekühlt. Die entstehende feste Masse ist im allgemeinen eine homogene wachsartige Masse.
Allgemein können die in den vorliegenden Einrichtungen enthaltenen Verbindungen beispielsweise durch
Kondensation eines p-Acyloxy-Phenylamins mit geeigneten
p-Alkoxybenzaldehyden hergestellt werden Die Reaktion wird in einer Benzollösung mit Benzolsulfonsaure
oder Acetsäure als Katalysator und mil einem Rückflußkühler und Maßnahmen zur azeotropen
Entfernung von Wasser ausgeführt. Die Verbindungen können durch Rekristallisation aus einer
Hexanlosung gereinigt werden. Die Rekristallisation wird so lange wiederholt, bis eine konstante Temperatur
für den mesophasen-isotrop-übergang erreicht
Eine lösung von 1,51 g p-Aminophenylacetat,
i,/8 g P-Butoxybenzaldehyd und 0,1 g Benzolsul-LonSaure„,in 5°ml
Benzol'wird etwa 3 Stunden im Ruckflußkühler behandelt. Mit Hilfe eines Dean-Mark-Abscheiders
wird das Wasser azeotropisch entlernt Nach der Behandlung im Rückflußkühler wird
das Losungsmittel durch Verdampfen unter vermindertem Druck in einem rotierenden Schicht verdampfer
entfernt. Der Rest wird gesammelt und dreimal aus
ι εΧ^ο?;kristallisiert. Das Ergebnis besteht aus etwa
2 g (64%)
O
C4H9O
C4H9O
\_/~ CH=N^ V OCCH3
Die durch die Mischungen gebildeten neuen Materialien haben den doppelten Vorteil einer niedrigen
Übergangstemperatur vom kristallinen Zustand in die Mesophase und eines breiten Temperaturbereiches,
in dem die Mesophase stabil ist. Der Mesophasenbereich der in Tabelle II angeführten Beispiele ist
bis 80° breit. Dieser breite Bereich macht teure und platzraubende Temperatur-Regeleinrichtungen
unnötig.
Aus den angegebenen Verbindungen lassen sich homogene Mischungen in einem breiten Variationsbereich von Konzentrationen herstellen, da die Bestandteile
zur Bildung homogener fester Lösungen in einem weiten Konzentrationsbereich neigen. Es 6<
lassen sich Mischungen herstellen, bei denen der Schmelzpunkt der festen Lösung niedriger liegt als
der Schmelzpunkt der einzelnen festen Flüssigkristallin Form von farblosen Plättchen
Die Analyse ergibt 73,02% Kohlenstoff, 6,77%
Wasserstoff und 4,78% Stickstoff. Sie läßt sich mit den theoretisch aus der Formel C19H21NO3 berechstoff"65;
vergleichen, welche 7329% Kohlenstoff, 6,80% Wasserstoff und 4,50% Stickstoff ergeben.
Eine Lösung von 1,23 g p-Anisidin, 1,78 g p-Formylphenylpropionat
und 0,10 g Benzolsulfonsäure in
7„ Ik, Wrd etWa 4 Stunden rückflußbehandelt.
Zur Abtrennung und Reinigung des Produktes wird die gleiche Behandlung wie im Beispiel I angewendet.
Rechnerisch enthält die Verbindung
O
O
CH3CH2CO
Λ //
CH=N-
OCH,
T S StOff' 6'05% W^erstoff und 4,95%
T. Die experimentelle Analyse ergab 72,71% Kohlenstoff, 5,85% Wasserstoff und 5,17% Stick-
Beispiel III
Eine Lösung von 5,4 g p-Aminophenol, 8,9 g p-Butoxybenzaldehyd
und 0,1 g Benzolsulfonsäure in 200 ml Benzol wird 4 Stunden im Rückflußkühler behandelt.
Zur Abtrennung und Reinigung wird die gleiche Behandlung vrs Beispiel I angewendet, und es ergeben
sich gelbe Plättchen. Die Rekristallisation dieser Plättchen aus Benzol führt zu weißen Kristallen von
p-Buloxybenzyliden-p-Aminophenol. Eine Mischung
von 2,8 g dieses M.aerials in 10 ml einer kalten (-5 bis +100C) 5n-Natriumhydroxydlösung und 100 ml
Benzol wird dann mit 1,4 g Propionsäure behandelt. Diese Mischung wird etwa 1 Stunde lang umgerührt
und dann durch einen Filter gesaugt, das entstehende zweiphasige Filtrat wird mit einem Scheidetrichter
getrennt. Die untere wäßrige Phase wird verworfen, und die Benzollösung wird zweimal mit Wasser gewaschen.
Die Benzollösung wird dann über wasserfreiem Natriumsulfat getrocknet und anschließend
verdampft, der Rest wird aus Hexan rekristallisiert und ergibt farblose Kristalle von p-Butoxybenzylidenp-Aminophenylpropionat
C4H9O
-CH=N
OCCH2CH3
Eine Lösung von 54,5 g p-Aminophenol, 68,0 g Anisaldehyd und 0,1 g Benzolsulfonsäure in 200 ml
Benzol wird 4 Stunden lang im Rückflußkühler behandelt und in dieser Zeit werden etwa 9,0 ml Wasser
in einem Dean-Stark-Abscheider abgeschieden. Das Ergebnis wird gesammelt und wie im Beispiel I aus
einer Lösung von Äthanol und Benzol im Verhältnis 50:50 rekristallisiert und ergibt farblose Kristalle.
Eine Mischung von 2,1 g dieser Kristalle, 50 ml
Pyridin und 1,9 g Valeriansäure wird bei Raumtemperatur über Nacht gerührt. Die Lösung wird dann
verdampft, und der Rest wird mit Hexan vermählen, wobei sich farblose Kristalle von p-Methoxybenzylidin-p-Aminophenylpentanoat
ergeben.
CH -
OC(CH2J3CH3
100 mg p-(Anisalamino)-Phenylacetat und 100 mg p-Butoxybenzyliden-p-Aminophenylacetat werden in
einen 5 nil Becher gegeben. Der Becher wird aiii Schmelze wird gerührt, so daß sie eine homogene
Lösung bildet. Die Lösung wird dann auf 0° C abge-
kühlt, und die dabei erhaltene homogene Masse kann bei Raumtemperatur aufbewahrt werden. Zur Herstellung
einer elektrooptischen Vorrichtung, welche diese Verbindung enthält, wird eine Platte, auf der
Elektroden gebildet sind, wie die Platte Il der Fig. 1, auf etwa 600C erhitzt, und etwas von der
Verbindung wird auf die Innenfläche 13 der Platte aufgebracht, so daß sie über die Oberfläche fließt.
Die Frontplatte 12 wird dann mit ihrer Innenfläche 14 sorgfältig auf die Flüssigkeit gelegt, so daß sich
eine durchgehende, von Luftblasen freie Schicht ergibt.
Die gleiche Behand'.ung wie im Beispiel V wird mit einer Mischung aus je 50 g p-(Anisalamino)-Phenylacetat,
ρ - Butoxybenzyliden - ρ - Aminophenylacetat, ρ - Octoxybenzyliden - ρ - Aminophenylacetat,
und ρ - Nonoxybenzyliden - ρ - Aminophenylacetat
durchgeführt.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Claims (1)
1. Elektrooptische Vorrichtung mit einem Behältnis zur Aufnahme einer Schicht eines nematischen
Flüssigkristallmaterials und einer Anordnung zum Anlegen eines die Lichtstreuungseigenschaften
der Schicht beeinflussenden elektrischen
Feldes an die Schicht, dadurch gekennzeichnet, daß das Schichtmaterial im wescnt- 10 peraturbereiche eine Doppelbrechung des Lichtes zu liehen aus mindestens einer Verbindung der For- beobachten ist Die Mesophase tritt zwischen dem mel Schmelzpunkt des Materials und einem bei höherer
Feldes an die Schicht, dadurch gekennzeichnet, daß das Schichtmaterial im wescnt- 10 peraturbereiche eine Doppelbrechung des Lichtes zu liehen aus mindestens einer Verbindung der For- beobachten ist Die Mesophase tritt zwischen dem mel Schmelzpunkt des Materials und einem bei höherer
Applications Claiming Priority (1)
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| C3 | Grant after two publication steps (3rd publication) | ||
| E77 | Valid patent as to the heymanns-index 1977 | ||
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