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Kleinbildkamera.
| Die Erfindung bezieht sich auf eine Kleinbildkamera mit ge- |
| kuppeltem Filmtransport und Verschlussaufzug, bei der es mög- |
| lich ist, einen teilweise belichteten Film rasch und sicher |
| und ohne Filmverlust gegen einen anderen teilweise belichte- |
| tenauszutauschen. |
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Ist für bestimmte Aufnahmen ein Film anderer Empfindlichkeit oder
ein Farbfilm erforderlich, dann muss oft ein teilweise belichteter Film aus der
Kamera herausgenommen werden. Mit Hilfe der Rückepuleinrichtung kann dies bei fast
allen Kameras, die für Normalkinofilm in Kassetten bestimmt sind, geschehen. Wird
nun aber ein teilweise belichteter Film wieder neu eingelegt, dann zeigt sich, dass
die Kupplung von Filmtransport und Verschlussaufzug hierbei nachteilig ist.
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Sind z. B. auf einen Film, der neu eingelegt werden soll, 27 Aufnahmen
gemacht worden, so muss, bei aufgesetztem Objektivdeckel, der Film 27 Mal transportiert
und'der Verschluss 27 Mal ausgelöst werden, da dieser bei jedem Transport gespannt
wird und ohne Auslösen ein Weiterschalten nicht möglich ist. Bis der Film restlos
belichtet ist, wird also-bei einmaligem Filmwechsel-der Verschluß 27 + 36 = 63 Mal
gespannt und entspannt. Bei öfterem Filmwechsel wird der Verschluss drei-oder viermal
mehr beansprucht als ohne Filmwechsel nötig wäre. Mängel infolge Verschleisses werden
deshalb früher eintreten.
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Ein weiterer Nachteil ist, dass bei diesem Einspulen das Aufsetzen
des Objektivdeckels leicht vergessen wird, wodurch die zuerst gemachten Aufnahmen
infolge Doppelbelichtung unbrauchbar werden.
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Nachteilig ist auch, dass durch das Auslösenddes Verschlusaes der
Staus des Spannens unterbrochen wird ; es ist deshalb viel' mehr Zeit erforderlich
als zum Spannen allein.
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Es sind auch Kameras bekannt, die einen Filmweohsel dadurch gestatten,
daae der Film in eine zweite Kassette in.der Kamera gespult wird. Beim Übergang
auf eine andere Filmsorte werden beide Kassetten aus der Kamera genommen und durch
andere ersetzt.
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Das FilmstUck, das zwischen den beiden Kassetten auf dem Bildfenster
der Kamera liegt, muss dabei geopfert werden, da es beim Wechsel Licht erhält. Meist
ist dies Film für drei, oft auch für
-..'" vier Aufnahmen, der bierbei
unbrauchbar wird. Wenn vergessen wurde, durch eine Leerbelichtung die zuletzt gemachte
Aufnahme in die Kassette zu schalten, dann ist auch diese durch Lichteinwirkung
verdorben. Infolge des unverhältnismässig hohen Pilmverlustes wird, besonders bei
dem teuren Farbfilm, ein Filmwechsel nach dieser sogenannten Zweikassetten-Methode
nur äusserat ungern durchgeführt.
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Da es für viele Fotografen aus naheliegenden Gründen nicht möglich
ist, für mehrere Filmsorten mehrere, gleich hochwertige und deshalb auch teure Kameras
mit sich zu führen, ergibt sich die Notwendigkeit, eine Kamera so zu gestalten,
dass ein rascher und sicherer Filmwechsel ohne Filmverlust und ohne unnötigen Verschleiss
des Verschlusses durchführbar ist.
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Dies ist das Ziel der vorliegenden Erfindung. Erreicht wird es erfindungsgemass
dadurch, dass in die Kamera eine Vorrichtung eingebaut wird, die es gestattet, die
zwangsläufige Kupplung zwischen Filmtransport und Verschlussaufzug wahlweise aufzuheben.
Damit nach erfolgtem Einspulen des teilweise belichteten Films nicht vergessen werden
kann, die Vorrichtung wieder abzuschalten, ist eine gleichzeitige Blockierung des
Auslöseknopfes vorgesehen. Xusserdem sieht die Erfindung eine Bildzähluhr vor, die
nicht in Abhängigkeit vom Verschluss oder vom Kameraauslöser, sondern nur in Abhängigkeit
von der Drehung der Filmtransportrolle arbeitet. Solche Bildzähluhren sind bereits
bekannt.
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Besonders zweckmäßig lässt sich die vorliegende Erfindung verwirklichen,
wenn die zur Riickspulung des Films an sich schon vorhandenen Organe, erfindungsgemäss
umgestaltet, in einer anderen Funktionsstellung das Einspulen eines Films ohne Verschlussaufzug
gestatten.
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Eine beispielsweise Ausführungsform der Erfindung, die nicht bindend
ist, ist in der Zeichnung dargestellt. Ea zeigen : Fig. 1 in Seitenansicht eine
fotografische Kamera im Schnitt Fig. 2 Auslöser, Sperrfeder und Schalthebel von
der Kameraseite gesehen Fig. 3-5 die zur Erläuterung wichtigen Organe in drei verschiedenen
Funktionsstellungen.
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Im Kameragehäuse 1 ist die geteilte Getriebewelle 2 drehbar gelagert.
Sie trägt auf ihrem Teil 2a das Zahnrad 3 und auf ihrem Teil 2b das Zahnrad 4 und
verbindet das Aufzugsgetriebe 5 mit dem (nicht dargestellten) Verschluss. Die Hülse
6, an deren oberem Ende die Platte 6a angeformt ist, umschliesst die Teile 2a und
2b
der Getriebewelle 2 und ist durch die Stiftschlitzführungen 7,'
8, und 9,10 so mit ihnen verbunden, dass sie koaxial beweglich at. Sie steht unter
der Wirkung der Druckfeder 11, die das Bestreben hat, die Hülse 6 nach oben zu drücken.
Der Schlitz 10 am unteren Ende der Hülse 6 ist einseitig offen, sodass der Stift
9 in bestimmten Funktionsstellungen aus dem Bereich der Hülse 6 treten kann. Getriebewelle
2 und Hülse 6 werden von der Filmtransportrolle 12 umschlossen, die auf beiden drehbar
ist. An ihrem oberen Lager befindet sich der Ausbruch 13, in den der Bolzen 14 der
Hülse 6 eintreten kann.
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Die" : zelle 15 ist im Kameragehäuse 1 drehbar gelagert und ragt
an der Kameravorderseite aus diesem heraus. Mit ihr starr verbunden ist der Schalthebel
16, der die wahlweise Verstellung der Welle 15 ermöglicht. Ebenfalls in starrer
Verbindung mit der Welle 15 sind die Nocken 17 und 18. Die Nocke 17 ist in Form
und Länge so bemessen, dass sie in einer bestimmten Stellung dergestalt auf die
Sperrfeder 19 einwirken kann, dass sie dieselbe unter den Kameraauslöser 20 drückt
(Fig. 2).
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Die in den Bereich der Platte 6a ragende Nocke 18 ist so ausgebildet,
dase sie, jeweils um 90 Grad versetzt, drei verschieden hohe Stufen aufweist. Sie
begrenzt die Höhenstellung der durch die Feder 11 hochgedrückten Hülse 6 (Fig. 3-5).
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Die Bildzähluhr 21 steht lurch Zahnräder direkt mit dem Aufzugsgetriebe
5 und dadurch mit der Filmtransportrolle 12 in
| -- liu"3. r*, 11--lrungsformg bei der |
| Verbindung. Eine besonders vorteil'. fte Ausfhrunsstorm, bei
der |
die Bildzähluhr durch Herausnahme der Filmaufwickelspule automatisch auf die Nullstellung
zurückspringt und von aussen nicht beeinflunst werden kann, ist bereits bekannt.
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Die Wirkungsweise der Vorrichtung sei im folgenden er-
Wird der Schalthebel 16 in die Stellung R = Rückspulen gebracht (Fig. 3), dann drückt
die Nocke 18 die Hülse 6 so weit nach unten, dass der Bolzen 14 aus dem Ausbruch
13 tritt und die Filmtransportrolle 12 freigibt. Der Film kann zurückgespult werden.
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Steht der Schalthebel 16 senkrecht nach oben (Fig. 4), dann drückt
die Feder 11 die Hülse 6 mit ihrer Platte 6a an die. halbhohe Stufe der Nocke 18.
Wird in dieser Mittelstellung durch Betätigen des Transporthebels 22 das Aufzugsgetriebe
5 gedreht, dann überträgt sich die Drehbewegung über das Zahnrad 3 auf den Getriebewellenteil
2a. Da dieser durch die Stift-Schlitzführung 7, 8 mit der Hülse 6 verbunden ist,
dreht sich diese mit und
nimmt mittels der Stift-Schlitzführung
9, 10 ihrerseits den Getriebewellenteil 2b mit dem Zahnrad 4 mit, wodurch der Verschluss
aufgezogen wird. Der Bolzen 14 steht im Ausbruch 13, dadurch wird die Filmtransportrolle
12 ebenfalls mitgedreht. In dieser Aufnahnestellung wird von der Bildzähluhr jede
getätigte
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Wird nun derSchalthebel 16 in die erfindungsgemässe Stellung E (Einspulen)
gebracht (Fig. 5), dann drückt die Feder 11 die Hülse 6 mit ihrer Platte 6a an die
niederste Stufe der Nocke 18. Der Bolzen 14 steht noch im Ausbruch 13, wird also
bei einer Drehbewegung die Filmtransportrolle 12 mitnehmen. Der Stift 9 dagegen
ist aus dem Schlitz 10 getreten, sodass der Getriebewellenteil 2b mit dem Zahnrad
4 und dadurch der Verschluss nicht mitgei. dreht werden. Die Kupplung Filmtransport-Verschlussaufzug
ist so-
| mit aufgehoben. Gleichzeitig drückt die Nocke 17 die Sperrfeder
19 |
| w |
so unter den Kameraausläser 20, dass dieser blockiert ist. Die Bildzähluhr 21 rerietriert
jede transportiert Aufnahme.
| Ein Filmwechsel mit einer erfindungsgemäss ausgeführten |
Kamera sei kurz beschrieben :. Der in der Kamera befindliche Film wird in der bekannten
Art zurückgespult und herausgenommen. Nach Umlegen des Schalthebels 16 auf E (Einspulen)
wird der teilweise belichtete andere Film eingelegt und dann der Transporthebel
22
| so oft betätigt, bis die Bildzähluhr 21 die Zahl der Aufnahmen
an- |
| t> |
zeigt, die auf dem Film schon belichtet wurden. Nach Umschalten des Hebels 16 in
die Aufnahmestellung (Fig. 4) wird mit einer weiteren Betätigung des Transporthebels
22 der Film noch eine Länge transportiert und gleichzeitig der Verschluss gespannt.
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Der in dieser Stellung freie Auslöser 20 kann niedergedrückt werden.
Der Objektivdeckel war zum Einspulen nicht erforderlich, ein Abnehmen desselben
kann deshalb auch nicht vergessen werden.
| "Då8vorbeBchriebene AusfUhrungsbeispiel ist anband einer |
bestimmten Kamerakonstruktion, die einen Schlitzverschluss aufweist, beschrieben.
Die Erfindung ist aber nicht auf diese Konstruktion beschränkt, sondern kann auch
auf andere Kamerakonetruktionen mit gekuppeltem Filmtransport und Verschlussaufzug
angewandt werden. Dabei ist es gleichgültig, ob ein Schlitzverschluss oder Zentralverschluss
oder ein anderen benützt wird. Statt des Hebels an der Vorderseite der Kamera können
ein dreh-oder eindrückbarer Knopf, eih Schieber oder ähnliche im Sinne der Erfindung
wirkende Mittel verwendet werden. Ebenso kann das Schaltorgan auch an einer anderen
Stelle liegen. StattanderVorderaeite kann es auch nach oben oder unten oder seitlich
oder an der Rückt
seite der Kamera angebracht sein, wenn nur der
Hauptgedanke der Erfindung, ein wahlweises Ausschalten der Kupplung von Filmtransport
und Vernchlussaufzug zu ermöglichen, befolgt wird.