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Tierärztliches Gerät zur Geburtshilfe bei Kleintieren Die Neuerung
betrifft ein tierärztliches Gerät zur Geburtshilfe bei Kleintieren, vornehmlich
Schweinen.
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Zur Geburtshilfe bei Kleintieren, insbesondere bei Schweinen, sind
verschiedene Verfahren bekannt. Es handelt sich einerseits um die konservative Geburtshilfe,
nämlich die Extraktion der Ferkel per vias naturales, und zum andern um die allgemein
bekannte Schnittentbindung. Das für die Geburtshilfe zur Verfügung stehende Instrumentarium
läßt sich in zwei Gruppen scheiden, je nachdem, ob es den gleichzeitigen Einsatz
der Hand des Geburtshelfers im Geburtsweg gestattet oder nicht. Es ist allgemein
bekannt, daß die Hand des Geburtshelfers das sicherste Ortungsgerät im Geburtskanal
ist. Aus diesem Grunde werden in der Praxis Instrumente, die von der tastenden Rand
direkt an das Geburtsobjekt herangebracht werden können, bevorzugt.
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Als solche Instrumente werden z. B. Haken verwendet, die aber
| immer gefährliche Folgen haben können, ferner sind dafür Ge- |
burtsschlingen aus Schnur, Draht oder Kette bekannt, die der Forderung, von der
tastenden Hand direkt an das Geburtsobjekt herangebracht werden zu können, am ehesten
entsprechen.
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Eine Schwierigkeit dieser Schlingegeburtshilfe besteht darin, daß
sich einfache Schlingen nicht leicht durch den Geburtskanal an einen vor dem Becken
liegenden Pötus heranbringen lassen. Aus diesem Grunde wurde bereits vor langer
Zeit versucht, auf eine Bindfadenschlinge Fingerlinge aufzufädeln, die eine Fixierung
mit den Fingerlingen an den Fingerspitzen des Ge-
| burtshelfers ermöglichen, Ferner ist ein Schlingenfuhrer im |
Bkraseurprinzip bekannt, bei dem in einem dünnen Metallrohr ein Führungegtab gleitete,
der eine endständige Schlinge aus geflochtenem Draht erweitert oder verengt. Diese
bekannten Instrumente erfordern nach wie vor eine anstrengende und ermüdende Fingerarbeit
des Geburtshelfers, insbesondere dann, wenn die Schlinge geöffnet werden muß.
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Zweck der Neuerung ist, ein Instrument zu schaffen, das diese Nachteile
vermeidet und die Geburtshilfe bei Kleintieren, vornehmlich bei Schweinen erleichtert.
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Die Aufgabe wird gemäß der Neuerung dadurch gelöst, daß eine Nackenspange
aus einem bogenförmig biegbaren, federnden Steg mit an beiden Enden befestigten
Ösen gebildet ist Zweckmäßig hat die Nackenspange eine der Größe des Kleintieres
entsprechende
Länge. Vorzugsweise ist der Steg aus einer Schraubenfeder
gebildet. Ferner weisen die Ösen eine Öffnung zum Einführen einer Schlingenschnur
auf.
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Damit ist ein Instrument geschaffen, das den Geburtshelfer von der
ermüdenden Fingerarbeit weitgehend entlastet Das Gerät gemäß Neuerung wird anhand
der Zeichnung in einem Ausführungsbeispiel näher beschrieben.
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Fig. 1 ist eine Draufsicht auf das Gerät gemäß Neuerung.
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Fig. 2 zeigt das Gerät, mit einer Schnurschlinge versehen, einführbereit.
in der Rand des Geburtshelfers.
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Vigo 3 stellt das Gerät während des Überziehens über den Kopf ,eines
Ferkels dar* Fig. 4 zeigt das Gerät in Extraktionsstellung.
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Das Gerät gemäß der Neuerung wird laut Fig. 1 durch eine Nakkenspange
gebildet, die aus einem bogenförmig biegbaren, federnden Steg 1 besteht, an dessen
beiden Enden je eine Ringöse 2 befestigt ist. Vorzugsweise wird der federnde Steg
1 aus einer Schraubenfeder gebildet, die einen Durchmesser von etwa 4, mm hat. Die
Ösen 2 sind mit dem Steg 1 fest verbunden und mit einer Öffnung versehen, die zum
Einführen einer Schlingenschnur geeignet ist. Die Ösen weisen einen Durchmesser
von etwa 15 mm auf, um eine gute Handhabung der Nackenspange zu ermöglichen. Die
Nackenspange hat beispielsweise zur Geburtshilfe bei Schweinen eine Gesamtlänge
von etwa 15 cm. Diese Länge kann
selbstverständlich variiert werden,
wenn zur Verwendung der Nackenspange bei anderen Kleintieren entsprechend deren
Grösse eine größere oder kleinere Länge erforderlich ist. Der ans einer Schraubenfeder
hergestellte Steg 1 kann selbstverständlich auch aus einem anderen bogenförmig biegbaren,
federnden Material bestehen, welches das gleiche Bestreben wie die Schraubenfeder
hat, von selbst in eine gestreckte, gerade Lage zurückkehren zu wollen, wenn sie
nicht daran gehindert wird.
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Die Arbeitsweise mit dem Gerät gemäß Neuerung wird anhand der Fig
2 bis 4 erläuterte Wenn das Gerät verwendet werden soll, wird in die Ösen 2 an beiden
Enden der Nackenspange eine Schnur 3 in Form einer Schlinge 4 eingezogen. Auf diese
Weise kann
| die Nackenspange ringförmig zusammengebogen werden so daß sie |
sich leicht zwischen die Finger der Hand des Geburtshelfers nehmen läßt. In dieser
zusammengebogenen Stellung kann die Nakkenapange eingeführt werden. wobei durch
entsprechendes Halten der Schnur 3 dem Bestreben der Schraubenfeder, sich in die
gerade Lage zu strecken, entgegengewirkt werden kann. Die Schnur 3 kann aus einer
starken chirurgischen Nähseide od. dgl. bestehen. Durch eine stärkere oder geringere
Zugeinwirkung an der Schnur kann eine Veränderung der Bogengrösse der Nackenspange
in dem Maße erreicht werden, wie es im jeweiligen Fall erforderlich ist. Die in
der Hand des Geburtshelfers zu einer Rundung geformte Nackenspange wird alsdann
wie eine Schlinge über den
| Kopf des Ferkels gestreift, wie es aus Fig. 3 zu ersehen ist. |
| Durch das Bestreben der Schraubenfeder, nach Möglichkeit immer |
in die gestreckte Lage überzugehen, erübrigt sich die sonst zum
Öffnen der Schlinge erforderliche und außerordentlich ermüdende Fingerarbeit des
Geburtshelfers, die als die anstrengend-
| ste Manipulation bei der Geburtshilfe anzusehen ist. Durch
die |
| Stärke der Schraubenfeder und die Größe der'beiden Ösen wird |
| . die Handhabung mit den schiebenden Fingerspitzen sehr er- |
| leichter. In Fig. 4 ist die über den Zacken eines Ferkels auf- |
| geschobene Nackenspange zu erkennen. Durch Zug an der Schnur |
| wird die Nackenspange in erforderlichem Maße zusammengezogen, |
| so daß die Nackenspange auf dem Nacken und auf beiden Mandibeln |
aufliegt. Die Nackenspange sitzt dadurch so fest, daß sie jede zulässige Extraktionskraft
ermöglicht. Die Ösenköpfe drücken sich dabei in die Vertiefung des Kehlganges und
setzen kein geburtshilfliches Trauma. Da sich eine Nackenspange mit einer Ges samtlänge
von etwa 15 cm zu einem etwa kreisförmigen Ring von 45 mm Durchmesser zusammenziehen
läßt. ist sie auch zur Geburtshilfe bei kleinen Ferkeln durchaus anwendbar.
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Die Nackenspange wird in der Hauptsache bei Vorderendlagen von Ferkeln
verwendet. Die Extraktion von Ferkeln in Hinterendlage bietet in den Fällen, in
denen konservative geburtshilfe noch angezeigt ist, im allgemeinen weniger Schwierigkeiten.
Trotzdem ist die Nackenspange auch zur Entwicklung von Hinterendlagen geeignet,
wenn es sich um Ferkel mittlerer Größe mit einem Durchmesser der Beckenpartie von
mehr als 45 mm handelt.
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Mit dem Gerät gemäß Neuerung wird eine Arbeitserleichterung in der
konservativen Geburtshilfe bei Kleintieren/vornehmlich bei Schweinen erreicht. Die
wesentliche Erleichterung ergibt sich
durch das Entspannungsbestreben
des federnden Steges 1, das den Geburtshelfer von der ermüdenden Fingerarbeit weitgehend
entlastet.
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Bei der Schilderung des Ausführungsbeispieles war aussehlieelieh von
Schweinen bzw. Ferkeln die Rede. Selbstverständlich ist die Nackenspange auch zur
Geburtshilfe bei anderen Kleintieren verwendbar, wobei gegebenenfalls eine Anpassung
der Größe der Naökenspange angebracht ist.