DE1758673C - Vorrichtung zum kontinuierlichen Ober flachenharten von Werkstucken - Google Patents
Vorrichtung zum kontinuierlichen Ober flachenharten von WerkstuckenInfo
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Description
/Λ
Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung lung schwenkbare Abdeckplatte erreicht. Mit Hilf«.;
zum kontinuierlichen Oberflächenhärten von teilweise der erfindungsg'amäß, ausgebildeten Härtevorrichtung
zwecks mechanischer Bearbeitung, wie Einbringen kann während des fortschreitenden Härtevorgangi,
von Bohrungen, Nuten od. dgl. ungehärteten Werk- ein Erwärmen bzw. Härten ganz bestimmter Stellen
stücken. 5 verhindert werden, so daß diese leicht mechanisch
In der Praxis kommt es oft vor, daß Werkstücke bearbeitet werden können. Die Abdeckplatte kann
über ihre Oberfläche weitgehend gleichmäßig gehärtet bei Erreichen der nicht zu härtenden .stellen bequem
werden sollen, jedoch an bestimmten Stellen zwecks eingeschwenkt werden. Das schnell und einfach
mechanischer Bearbeitung, wie beispielsweise zum durchzuführende Ein- und Ausschwenken der Ab·
Einbringen von Nuten, Bohrungen od. dgl., weich io deckplatte ist auch dann sehr vorteilhaft, wenn bein:
bleiben müssen. Eine solche Forderung wird beispiels- Härten von lunkorhaltigen Werkstücken die Abdeckweise
an Führungsleisten von Werkzeugmaschinen platte während des fortschreitenden Erzeugens einer
oder Transferstraßen gestellt. Dabei müssen die Füh- geschlossenen Härteschicht plötzlich gebraucht wird
rungsbahnen zur Erzielung einer verschleißfesten Schließlich ist für die erfindungsgemäße Vorrichtung
Oberfläche gehärtet werden und ein bestimmter Ober- 15 von Bedeutung, daß die einmal eingeregelte Wärmeflächenteil
zum Einbringen von Bohrungen für hier leistung des Härtebrennen; stets beibehalten werden
einzusetzende Befestigungsschrauben ungehärtet blei- kann und nach beendetem Abdecken auch keine beben. Zum Einhalten solcher härtefreien Zonen kann sonderen Handhabungen zum Entfernen einer Ab
man die zum Erwärmen des Werkstücks erforder- deckschicht erforderlich sind. Dadurch ist ein lästiges
liehen Härtebrenner entweder in den zu härtenden ao und zeitaufwendiges Aufbringen und Entfernen von
und nicht zu härtenden Zonen entsprechende Ab- unmittelbar auf das Werkstück aufzubringenden Abschnitte unterteilen odei aber an den nicht zu här- deckschichten nicht mehr erforderlich,
tenden Stellen abschalten i;.id nach deren Passieren Durch die deutsche Patentschrift 685 843 ist zwar
wieder einschalten. Ein solches Vorgehen ist nicht schon eine Vorrichtung zum for*«chreitenden Obernur lästig und zeitaufwendig, sondern erfordert auch 35 flächenhärten der Flanken von Schienen mit trapezimmer wieder eine erneute Einregulierung der Lei- förmigem Teilprofil bekanntgeworden, wobei nur die
stungsüberfagung des Härtebrenners. Flanken, nicht aber der Scheitel der Schiene gehärtet
Durch die schweizerische Patentschrift 244 655 ist werden. Um dabei ein unerwünschtes Miterhitzen
ein Verfahren zur ö.tlichej Oberflächenhärtung von der Scheitelzone· zu verhindern, wird mittels eines
metallenen Werkstück bekanntgeworden, bei dem 30 Kühlmittelstromes ein Wasserfilm gebildet, der auf
der nicht zu härtende feil t.cr Werkstückoberfläche der Scheitelzone der Schiene zwischen den Härtemit
einer Metallschicht abgedeckt wird, um ein Er- flammen hindurchfließt. Bei der vorbekannten Vorwärmen dieses Teils auf Härtetemperatur zu verhin- richtung liegen im Gegensatz zum Erfindungsgegendern. Die Metallschicht wird dabei entweder galva- stand die nicht zu härtenden Zonen bzw. Schichten
nisch oder im Spritzverfahren oder auf Grund einer 35 nicht hinter den zu härtenden Schichten, sondern
Metallausscheidung aus Lösungen auf das Werkstück neben bzw. zwischen den zu härtenden Schichten,
aufgebracht. In jedem Fall muß nach dem Härtungs- Dadurch kann bei dieser Vorrichtung der Kühlmittelprozeö die aufgebrachte Metallschicht wied?r ent- strom ständig über die ununterbrochene, nicht zu
fernt werden. Da ferner die Metallschichten vor dem härtende Zone ausströmen. Würden sich dagegen
eigentlichen kontinuierlichen Härtevorgang aufge- 40 — wie beim Erfindungsgegenstand — die zu härtenbracht v/erden müssen, können diese Metallschichten den und nicht zu härtenden Stellen bzw. Zonen abmithin auch dann nicht zur Anwendung gebracht wechseln, so wäre die bekannte Maßnahme, mit Hilfe
werden, wenn es während des Härfeprozesses plötz- eines Wasserfilms ein Erhitzen bestimmter Zonen zu
Hch erforderlich sein sollte. verhindern, überhaupt nicht anwendbar, da dann die
Das gleiche gilt im wesentlichen auch für die Vor- 45 Wasserzufuhr ständig ein- und ausgeschaltet werden
schlage gemäß »Wärmebehandlung der Eisenwerk- müßte. Abgesehen von dem dazu erforderlichen
stoffe«, 1958, von Ruhf us, S. 241 und 242, sowie hohen baulichen Aufwand würden sich auch in wirder deutschen Patentschrift 933 206. Auch in diesen kungsmäßiger Hinsicht erhebliche Schwierigkeiten
Fällen haftet die verwendete Abdeckmasse fest an ergeben, da die Wasserzu- und -abfuhr nicht mit der
den Werkstücken. Sie muß vor dem Härten aufge- jo erforderlichen Sorgfalt geregelt werden könnte,
bracht werden, kann nicht plötzlich während des Die Erfindung ist auch beim Induktionshärten an-Ha'rtevorgangs zur Anwendung kommen und muß wendbar. In diesem Fall schirmt die Abdeckplatte
schließlich nach dem Härten wieder vom Werkstück die abgedeckte Stelle der Werkstückoberfläche gegenentfernt werden. Das bedeutet, daß die bekannten über der Einwirkung des Induktorstromes ab, so daß
Arbeitsverfahren zum Erzielen von härtefreien Stel- 53 diese Stelle kalt bleibt, mithin nicht gehärtet wird,
len an einem kontinuierlich gehärteten Werkstück In zweckmäßiger Ausgestaltung der Erfindung ist
äußerst unwirtschaftlich bzw. Überhaupt nicht brauch- die Abdeckplatte an einem manuell oder automatisch
bar sind. verstellbaren Betätigungsglied befestigt. Hierdurch
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, wird die Handhabung der Härtevorrichtung sehr vereine Härtevorrichtung der eingangs genannten Art 60 einfacht, da dann, wenn der Härtebrenner eine nicht
zu schaffen, bei der während des kontinuierlichen zu härtende Stelle des Werkstücks erreicht, vor diese
Härtens einer Härtezone des Werkstücks auf ein- lediglich die Abdeckplatte geschoben zu werden
fache Weise ein Härten von bestimmten, zur späteren braucht. Als besonders vorteilhaft hat es sich erwie-Bearbeitung vorgesehenen Stellen vermieden wird. sen, wenn das Betätigungsglied als Schwenkbügel
Das wird erfindungsgemäß durch eine zwischen die 6s ausgebildet ist. In diesem Fall wird die Abdeckplatte
nicht zu härtenden Stellen und die die Heizenergie in ihre Gebrauchslage, d. h. zwischen die Austrittsabgebende Austrittsseite eines Energieübertragers, seite des Härtebrenners und die nicht zu härtende
vorzugsweise eines Härtebrenners der Härtevorrich- Stelle de» Werkstücks eingeschwenkt.
Noch günstiger ist es, wenn der Schwenkbügel ir.
tinem Tragstück axial verschiebbar gelagert ist. Dann kann die Abdeckplane bei Nichtgebrauch nicht nur
leitlich ausgeschwenkt, sondern zusätzlich auch noch »xial zurückgezogen werden. Dadurch wird sicherfesteilt,
daß die Abdeckplatte in der Ruhelage in einer Weise den Härtevorgang stört bzw. die Sicht
»uf die Härtestelle verhindert.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt und wird im folgenden näher
beschrieben. Es zeigt jeweils in schematischer Darstellung
F i g. 1 eine Ansicht der Härtevorrichtung mit in
der Nichtgebrauchslage befindlicher Abdeckplatte,
F i g. 2 eine entsprechende Ansicht der Härtevor-
richtung mit in Gebrauchslage befindlicher Abdeckplatte und
F i g. 3 die zu F i g. 2 gehörende Aufsicht.
Es sei angenommen, daß ein Werkstück 1 an seiner einen Seite 2 über eine bestimmte Zone 3 kontinuier- ao
lieh gehärtet werden soll. Died geschieht in bekannter
Weise dadurch, daß mittels eines Energieübertragers, beispielsweise einer Induktionsspule oder eines H?.,-tebrenners 4, die Seite 2 des Werkstücks 1 auf Härtetemperatur erhitzt und danach durch eine Abschreck-
brause5 mittels eines Abschreckmittelse abgeschreckt
wird. Es sei ferner angenommen, daß auf der Seite 2 des Werkstücks 1 bestimmte Stellen nicht gehärtet
werden sollen, um beispielsweise eint mechanische Bearbeitung vornehmen zu können. Als mechanische
Bearbeitung möge hier ein Loch 7 in die Seite 2 eingebohrt sein.
Um nun bei dem kontinuierlichen Härten des Werkstücks 1 die zum Einbringen des Loches 7 bestimmte Stelle auf der Seite 2 des Werkstücks weich
zu halten, wird eine in F i g. 1 in ihrer Ruhelage befindliche Abdeckplatte 8 zwischen der Austrittsseite
des Härtebrenners 4 und die weich zu haltende Stelle angeordnet, so wie das in den F i g. 2 und 3 gezeigt
ist. Die Abdeckplatte 8 sitzt an einem Schwenkbügel 9, der seinerseits in einem am Brenner 4 befestigten Tragstück 10 axial verschieblich gelagert ist.
An seinem der Abdeckplatte 8 abgewandten Ende ist der SchwenkbUgel 9 abgewinkelt ausgebildet und
mit einem Betätigungskopf 11 versehen.
Soll nun die Abdeckplatte 8 aus ihrer in F i g. 1 gezeigten Ruhelage in die in den F i g. 2 und 3 gezeigte
Gebrauchshge verschwenkt werden, so wird der Schwenkbügel 9 zunächst in der in F i g. 1 angegebenen Pfeilrichtung axial nach links verschoben u,·,..,
danach in der ebenfalls durch einen Pfeil gekenr
zeichneten Richtung verschwenkt. Die Abdeckplaiu ,■■
liegt dann genau vor dem Bohrungsloch 7, d. h., >,.-...
nimmt die in Fig. 2 gezeigte Gebrauchslage ein. L
Abdeckplatte 8 besteht aus einem hitzebeständig Werkstoff. Hierzu eignen sich Stahl, wassergekühlt
Kupfer, aber auch keramische Werkstoffe. Die '■.-. Bereich der Abdeckplatte 8 aus dem Härtebrennci !
austretenden Heizgase treffen auf die hitzebeständig. Abdeckplatte 8, so daß sie nicht in den Bereich ι!..-Bohrungslochs
7 gelangen können. Dieses wird dal,.; nicht erwärmt und somit nicht gehärtet.
Nach dem Passieren des Bohrungslochs 7 bzw. <j. nicht zu härtenden Stelle wird der Schwenkbüge: ·."
zunächst seitlich verscl.wenkt und danach in em gegengesetzter Richtung axial zurückgezogen, so w;
das in F i g. 3 wiederum durch Pfeile angedeutet im Die Abdeckplatte b rummt dann wieder ihre in F i g
gezeigte Ruhelage ein.
Claims (6)
1. Vorrichtung zum kontinuierlichen Ober* flächenhärten von teilweise zwecks mechanischer
Bearbeitung, wie Einbringen von Bohrungen, Nuten od. dgl. ungehärteten Werkstücken, gekennzeichnet durch eine zwischen die nicht
zu härtenden Stellen (7) und die die Heizenergie abgebende Austrittsseite eines Energieübertragers, vorzugsweise eines Härtebrenners (4), der
Härtevorrichtung schwenkbare Abdeckplatte (8).
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Abdeckplatte (8) an einem
manuell oder automatisch verstellbaren Betätigungsglied (9) befestigt ist.
3. Vorrichtung nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Betätigungsglied als Schwenkbügel (9) ausgebildet ist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Schwenkbügel (9) in einem
Tragstück (10) axial verschiebbar gelagert ist.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Tragstück (10) auf dem
Energieübertrager (4) der Härtevorrichtung befestigt ist.
6. Vorrichtung nach den Ansprüchen 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Abdeckplatte (8)
aus einem hitzebeständigen Werkstoff besteht.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
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