DE1758562B1 - Metallurgisches Gefaess,insbesondere Stahlwerkskonverter - Google Patents
Metallurgisches Gefaess,insbesondere StahlwerkskonverterInfo
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Description
eines Ringes aus besonderem Guß vorsieht. Jedes der Mündungsring-Segmente benötigt deshalb Rohrleitungen
zur Zu- und Abfuhr von Kühlwasser.
Die vorliegende Erfindung verfolgt das Ziel, den dem Stand der Technik anhaftenden Mangel einer unsicheren
Lage der Kühlrohre zu beseitigen, d. h. den im Betrieb auftretenden Gegebenheiten besser gerecht
zu werden, also bei Beschädigungen weder die Kühlwirkung unterbrechen zu müssen noch gezwungen zu
sein, das Gefäß aus dem Betrieb zu ziehen.
Zur Lösung dieser Aufgabe schlägt die Erfindung vor, mehrere Kühlrohre schlangenförmig nebeneinander
herlaufend auf der ihnen zugeteilten Kühlfläche zu verlegen und die einzelnen Kühlschlangen jeweils
für sich getrennt mit ihrem Vorlauf teil an einen ge- 1S
meinsamen Kühlmittelverteiler und mit ihrem Rücklaufteil an einen gemeinsamen Sammler anzuschließen,
wobei jeder Kühlschlange ein eigenes Absperrorgan zugeordnet ist. Tritt der Ausfall einer Kühlschlange
auf, so bleiben die anderen, unbeschädigten »° Kühlschlangen funktionstüchtig. Man kann nunmehr
die Kühlschlangen entsprechend der ihnen zudiktierten Kühlfläche verlegen, nämlich so, daß vorübergehend
die benachbarten Kühlschlangen einen Teil der ausgefallenen Kühlleistung übernehmen. Wesentlich »5
ist dabei, daß keine Abschaltung der übrigen Kühlschlangen notwendig wird. Sieht man für jede Kühlschlange
Absperrorgane vor, besteht der Vorzug, auch das Auslaufen von Kühlmittel sofort zu unterbinden.
Dieser Lösung kommt deshalb besondere Bedeutung zu, weil in der Praxis immer wieder mit Teilen
der Chargiervorrichtungen gegen das Gefäß gestoßen wird oder beim Beseitigen von Konverterbären
während des Abtransportes ein Anecken im Mündungsbereich in Kauf genommen werden muß.
Die zweckmäßige Verlegung der Kühlschlangen, um eine breite Kühlwirkung einer meist in Schlingenform
verlegten Rohrleitung zu erhalten, erfolgt nach der weiteren Erfindung so, daß jede einzelne Kühlschlange
in einer oder mehreren, zwischen den anderen mit Abstand angeordneten Windungen in Form
einer sogenannten mehrgängigen Schraubenlinie um ein rundes Gefäß verläuft.
Die Erfindung verbessert aber gleichzeitig auch die Kühlwirkung solcher Schlangen, so daß die in Betracht
kommenden Wände einer weitaus intensiveren Kühlung unterworfen werden können. Bei den bekannten
Lösungen ist die Wahl einer Doppelwandung stets mit Gefahren der örtlichen Überhitzung verbunden.
Die Gründe liegen im Mangel eines genügend schnellen Wärmeüberganges vom erhitzten Teil auf
das Kühlmittel. Die Erfindung vermag eine solche nachteilige Wirkung endlich restlos zu beseitigen, wobei
sich zeigt, daß die Maßnahme Hand in Hand mit den betriebsnahen Forderungen geht: Es ist vorgesehen,
daß der Kühlschlangenquerschnitt einesteils aus dem Gefäßmantel und anderenteils aus einem in
Rohrlängsachsrichtung gespaltenen Rohrquerschnittsprofil gebildet ist. Das Kühlmittel berührt demnach
direkt den zu kühlenden Mantel. Entsprechend ist der Wärmeübergangswiderstand zum Kühlmittel geringer.
Ferner bestehen nur Außenschweißnähte, die immer zugänglich sind und ohne Schwierigkeiten in Betriebspausen
wiederholt werden können. Es kommt darauf an, daß der Betriebsmann ohne fremde Hilfe
solche Arbeiten in zuverlässiger Weise ausführen kann.
Die Erfindung setzt sich im Gegensatz zu vielen Vorschlägen, die nicht in die Praxis Eingang gefunden
haben, auch mit dem Problem der Kühlmittel-Armaturen auseinander. Eine übersichtliche, leicht zugängliche
Anordnung ergibt sich aus folgender Maßnahme: Die um den Mündungshut eines Stahlwerkskonverters verlaufenden Kühlschlangen führen mit ihren
Enden zu einem im Bereich des Konverter-Tragringes angeordneten Verteiler, der an eine durch den
Tragring und den hohlen Kippzapfen verlaufende Hauptleitung für das Kühlmittel angeschlossen ist.
Zwar besteht zwischen Tragring und Gefäß stets eine natürliche Temperaturdifferenz, die ein Wärmedehnungsvermögen
voraussetzt, um die Leitungen vor Werkstoffschäden zu schützen, jedoch weist auch hier
die Erfindung einen Weg, um dieser Schwierigkeit Herr zu werden. Zwischen Verteiler und Tragring-Hauptleitung
ist ein Wärmedehnungs-Ausgleicher eingefügt. Solche Kompensatoren überbrücken unterschiedliche
Wärmedehnungen von Tragring und Gefäß nach mehreren Richtungen.
Der Eigenheit des Betriebes metallurgischer öfen, die oft zum Entleeren oder zu anderen Zwecken gekippt
werden müssen, kommt die Erfindung derart entgegen, daß am Ausgang des Kippzapfens als Verbindung
zwischen der Hauptleitung und einer ortsfesten Kühlmittelentnahmestation eine Drehdichtung
dient.
Drehdichtungen können für höhere Drücke und auf längere Betriebszeit wartungsarm gehalten werden.
Diese Verbesserung bildet demnach eine den ortsgegebenen Verhältnissen anpaßbare Lösung.
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung schematisch dargestellt und im folgenden
näher erläutert:
F i g. 1 bildet eine Teilansicht eines Konverterhutes mit Tragring und einem Kippzapfen, alle Teile nur,
soweit notwendig, im Ausschnitt gezeichnet;
F i g. 2 ist ein Achsenschnitt entsprechend F i g. 1 des gekühlten Mantels eines Konverterhutes.
Der Stahlwerkskonverter 1 besitzt unter dem Mündungsring 2 seinen sogenannten Mündungshut 3.
Letzterer ist auf den zylindrischen Teil 4 des Gefäßes 5 folgend angeschlossen. Den zylindrischen Gefäßteil
4 umgibt der Tragring 6, an dem Kippzapfen 7 befestigt sind. Während der Mündungsring 2 aus hitzebeständigen
Werkstoffen bestehen kann und weitaus kräftiger bemessen ist, vermag für den Mündungshut 3 nur eine Materialstärke gewählt zu werden, die
mit den maschinellen Einrichtungen bewältigt werden kann. Es hat sich auch gezeigt, daß eine größere Dicke
des Hutes keine Vorteile wegen der gefürchteten Wärmespannungen bringt.
Eine Kühlung des Mündungshutes dagegen vermag die Ausnutzung der natürlichen Werkstoffestigkeit zu
steigern. Zu diesem Zweck verlaufen die Kühlschlangen 8 in besonderer Form um den Mündungshut 3.
Vom Verteiler 9 ausgehend besitzt jede Kühlschlange 8 einen Vorlauf teil 10 und einen ebensolchen
Rücklaufteil 10 (in einen ähnlichen Verteiler mündend, der im Bereich des anderen Kippzapfens liegt),
so daß je nach Größe des Gefäßes 5 jede der Kühlschlangen 8 etwa drei bis vier Windungen 11 besitzt.
Es entspricht eine solche Anordnung derjenigen einer mehrgängigen Schraubenlinie. Der Abstand 12 zwischen
zwei benachbarten Windungen 11 kann durch Einfügen weiterer Kühlschlangen 8 vermindert werden,
wodurch die Mehrgängigkeit erhöht wird und die Kühlleistung steigt.
Der Querschnitt einer Kühlschlange 8 besteht aus einem halboffenen Profil 13 und dem Mündungshut-Mantel
14. Beide können durch äußere Schweißnähte verbunden sein oder aber auch durch ein besonderes
Verfahren, wonach durch elektroinduktives Erhitzen eine Preßverbindung unter Umständen sogar unter
Schutzgasatmosphäre fortlaufend hergestellt wird (Fig. 2).
Vom Verteiler 9 besteht eine Hauptleitung 15, die durch eine öffnung 16 des Tragringes 6 und den hohlen
Kippzapfen 7 tretend bis zu einer weiter nicht dargestellten ortsfesten Kühlmittel-Entnahmestation
führt. Mit dieser steht die Hauptleitung 15 über eine Drehdichtung in Verbindung.
Der Verteiler 9 wird an Verstärkungsringen 18 und 19 befestigt. Wärmedehnungen zwischen Tragring 6
und Gefäß 5 überbrückt der Wärmedehnungsausgleicher 17, der in die Hauptleitung 15 eingeschaltet ist.
Für jede einzelne Kühlschlange 8, die aus mehreren Windungen 11 besteht, sind Absperrventile 20 vorgesehen.
Das Ausführungsbeispiel zeigt demnach für acht eigenständige Kühlschlangen 8 auch ebenso viele
Absperrventile 20.
Das Prinzip der selbständigen Kühlschlangen 8 kann in mannigfaltiger Ausführungsform angewendet
werden. Für eine große Anzahl von Windungen 11 mit höherer Gängigkeitszahl der Schraubenlinien kann die
Hauptleitung 15 beispielsweise mit zusätzlichen Verteilern 9 rings um den Tragring 6 ausgestattet sein. Die
Erfindung läßt sich auch an anderen öfen, die keinen runden Querschnitt besitzen, anwenden. Es brauchen
auch nicht zwingend notwendig Schraubenlinien eingehalten zu werden. Der Verlauf der Kühlschlangen 8
kann beispielsweise etwa in Richtung der Gefäßlängsachse liegen. Dann ergeben sich Bilder des Verlaufs
ähnlich wie Girlanden.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Claims (6)
1. Metallurgisches Gefäß, insbesondere Stahl- bis zur bleibenden Verformung beansprucht wird. Je
werkskonverter, dessen Wandung zumindest teil- 5 größer die Abnutzung des Futters ist, desto höher
weise hohl und mit Kühlmittel gefüllt ist, das in steigt die Temperatur im Gefäßmantel, insbesondere
Rohren an thermisch hoch beanspruchte Gef äßzo- in der Zeit des stoßweisen Wärmeanfalls der Blaspenen
zu- und ableitbar ist, dadurch gekenn- riode. Die Starrheit des Gefäßmantels bildet jedoch
zeichnet, daß mehrere Kühlrohre schlangen- auch den Halt für das Futter. Eine gekühlte Wandung
förmig nebeneinander herlaufend auf der ihnen io bietet demnach eine geringere Beanspruchung und
zugeteilten Kühlfläche verlegt sind und die einzel- eine geringere Neigung zum Verziehen.
nen Kühlschlangen (8) jeweils für sich getrennt Es sind verschiedene Maßnahmen zur Gefäßküh-
mit ihrem Vorlaufteil (10) an einen gemeinsamen lung bekannt. Zunächst kann das Gefäß im Bereich
Kühlmittelverteiler (9) und mit ihrem Rücklauf teil der Mündung mit doppelter Wandung versehen weran
einen gemeinsamen Sammler angeschlossen 15 den, wobei das Kühlmittel durch den Kippzapfen
sind, wobei jeder Kühlschlange (8) ein eigenes Ab- selbst geleitet wird (sowjetische Patentschrift 175 989;
sperrorgan (20) zugeordnet ist. USA.-Patentschrift 3 345 058). Doppelwandungen
2. Gefäß nach Anspruch 1, dadurch gekenn- sind nicht nur schwierig herzustellen, sondern auch
zeichnet, daß jede einzelne Kühlschlange (8) in teuer. Tritt trotz Kühlung durch örtliche Erhitzung
einer oder mehreren, zwischen den anderen mit 20 der Innenwand — der Stahlwerker spricht von einer
Abstand (12) angeordneten Windungen (11) in »roten Backe« — eine Verwandlung des Kühlmittels
Form einer sogenannten mehrgängigen Schrau- in Dampf ein, so läßt die Kühlwirkung rasch nach,
benlinie um ein rundes Gefäß (5) verläuft. und es besteht die Gefahr eines völligen Durchbru-
3. Gefäß nach den Ansprüchen 1 und 2, da- ches, wobei das gesamte übrige Kühlmittel ausläuft,
durch gekennzeichnet, daß der Kühlschlangen- 25 Das Gefäß bedarf dann einer Reparatur, die nicht
Querschnitt einesteils aus dem Gefäßmantel während einer Blaspause durchgeführt werden kann.
(Mündungshut-Mantel 14) und anderenteils aus Vielmehr erfordert das Vorkommnis die Stillegung
einem in Rohrlängsachs-Richtung gespaltenen des Gefäßes, die bekanntlich mit großen Kosten ver-Rohrquerschnittsprofil
(13) gebildet ist. bunden ist.
4. Gefäß nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch 30 Nach einem anderen bekannten Vorschlag soll die
gekennzeichnet, daß die um den Mündungshut (3) Gefäßwandung überhaupt von Rohren gebildet wereines
Stahlwerkskonverters (1) verlaufenden den, die vom Kühlmittel durchflossen werden (franzö-Kühlschlangen
(8) mit ihren Enden zu einem im sische Patentschrift 1 473 423). Selbst wenn man die
Bereich des Konverter-Tragringes (6) angeordne- Grundform des Gefäßes aus Einzelkörpern zusamten
Verteiler (9) führen, der an eine durch den 35 menfügt, verbleibt dennoch das Problem, der Verbin-Tragring
(6) und den hohlen Kippzapfen (7) ver- dung zwischen zwei aneinanderliegenden Rohrringen
laufende Hauptleitung (15) für das Kühlmittel an- die Last der Ausmauerung mit Gefäß-Nutzinhalt aufgeschlossen
ist. zubürden.
5. Gefäß nach Anspruch 4, dadurch gekenn- Eine solche Verbindung, die durch Schweißen herzeichnet,
daß zwischen Verteiler (9) und Tragring- 40 gestellt ist, weist aus Herstellungsgründen schon eine
Hauptleitung (15) ein Wärmedehnungs-Ausglei- Eigenspannung auf, die unter Last zum Reißen des
eher (17) eingefügt ist. Rohrwerkstoffes führt. Bei Undichtheit eines Rohres
6. Gefäß nach den Ansprüchen 4 und 5, da- dringt Luft in das Rohrleitungssystem ein und verurdurch
gekennzeichnet, daß am Ausgang des Kipp- sacht die Bildung von wärmeisolierenden Dampfblazapfens
(7) als Verbindung zwischen der Haupt- 45 sen. Das gesamte Gefäß zu kühlen, ist jedoch wegen
leitung (15) und einer ortsfesten Kühlmittelent- der ungleichen Erwärmung an Boden und Mündung
nahmestation eine Drehdichtung dient. wenig wirtschaftlich. Die Menge des benötigten Kühlmittels,
die Anzahl der Anschlüsse und der Betriebsmittel steigt unangemessen hoch im Vergleich zum be-
50 wirkten Ergebnis. Der Austausch von Einzelrohren
erscheint nahezu unmöglich, weil das Schweißen von
innen nicht stattfinden kann. Das Gefäß wird jedoch durch äußere Einflüsse stark in Mitleidenschaft gezogen,
denen man im rauhen Hüttenwerksbetrieb
Die Erfindung betrifft ein metallurgisches Gefäß, 55 schwerlich ausweichen kann.
insbesondere einen Stahlwerkskonverter, dessen Wan- Zu den bekannten Maßnahmen, Teile von Gefäßen
dung zumindest teilweise hohl und mit Kühlmittel ge- zu kühlen, zählen gekühlte Mündungsringe, die man
füllt ist, das in Rohren an thermisch hoch bean- mit einem Luftspalt zum Gefäßmantel anordnet (deutspruchte
Gefäßzonen zu- und ableitbar ist. sches Gebrauchsmuster 1 961136). Zusätzlich ist in
Metallurgische Gefäße unterliegen einer natürli- 60 deren Innerem ein Hohlraum vorgesehen, in den
chen Belastung durch die Wärme des schmelzflüssigen Kühlwasser zu- und abgeleitet wird, um die durch
Inhaltes. Der durch die Ausmauerung dringende War- Wärmeleitung aus dem Mündungsbereich zugeführte
mestrom erreicht bei einzelnen Erschmelzungsverfah- Wärme abzuführen. Die Kühlung von Mündungsrinren
eine besondere Größe. gen erfolgt nicht nur zum Schutz des Gefäßes, sondern
Beim Sauerstoff-Aufblasverfahren führt aus der 65 eher, um eine allzufeste Verbindung des Konverter-Raffinationsarbeit
stammendes Kohlenoxydgas durch auswurfes mit dem Gefäßmantel zu verhindern. Das das Überangebot von Sauerstoff zu einer Nachver- Reißen der überbeanspruchten Mündungsringe verbrennung
der Abgase teilweise innerhalb des Gefäßes. hindert man, indem man von Anfang an nur Segmente
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