DE1752675A1 - Abstreifvorrichtung - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft eine Abstreifvorrichtung für Maschinenschlitten oder dergleichen, vorzugsweise von Werkzeugmaschinen. Derartige Abstreifvorrichtungen haben die Aufgabe, das Eindringen von Fremdstoffen oder dergleichen in die Lageroberflächen und ihre Führungsbahnen zu verhindern.
Es sind unterschiedliche Abstreifvorrichtungen für diesen Zweck bekannt, jedoch weisen diese durchweg eine Reihe von Nachteilen auf. Ein bekannter Abstreifer weist eine Wischerlippe aus Gummi oder einem nachgiebigen Kunstharzmaterial auf, der jedoch durch Kontakt mit heißem, Metallrückstände enthaltendem Öl oder dergleichen leidet. Andere bekannte Abstreifvorrichtungen sind ganz aus Metall und entweder von einer Bauart, bei welcher entweder mehrere Teile zusammen auf dem Schlitten aufmontiert und störenden Erschütterungen ausgesetzt sind oder sie weisen eine Stahlfeder oder einen Phosphor-Bronzestreifen auf, die jedoch anfällig gegen mechanische Beschädigungen sind, sich sehr rasch abnutzen und überdies die Oberfläche der Führungsbahnen beschädigen können.
Es ist deshalb eine Hauptaufgabe der Erfindung, eine Abstreifvorrichtung zu schaffen, bei welcher die Nachteile der bekannten Konstruktionen vermieden sind und die bei einfacher
Bauart eine hohe Betriebssicherheit und eine besonders gute Abstreifwirkung aufweist.
Zur Lösung dieser Aufgabe wird erfindungsgemäß eine Abstreifvorrichtung vorgeschlagen, die dadurch gekennzeichnet ist, dass die Abstreifvorrichtung einen starren Haltestreifen, einen starren Wischerstreifen und einen Zwischenkörper aus elastischem, deformierbarem Material, der zwischen dem Wischerstreifen und Haltestreifen angeordnet und mit diesen verbunden ist, aufweist, wobei der Zwischenkörper im wesentlichen durch den Haltestreifen und Wischerstreifen eingeschlossen ist, wenn die Abstreifvorrichtung in ihrer vorgesehenen Stellung auf dem Schlitten angeordnet ist.
Weitere Merkmale der Erfindung sind in der nachfolgenden Beschreibung, der Zeichnung und den Unteransprüchen beschrieben bzw. dargestellt, wobei es sich versteht, dass die Erfindung in zahlreichen weiteren Ausführungsformen verwirklicht werden kann.
In der Zeichnung sind Ausführungsbeispiele der Erfindung dargestellt. Es zeigen:
Fig. 1 eine schaubildliche, ausschnittsweise Draufsicht auf einen Werkzeugmaschinenschlitten mit Schlittenführung, wobei an dem Schlitten eine erfindungsgemäße Abstreifvorrichtung
angeordnet ist, die zum Abstreifen der gesamten Führungsflächen der Schlittenführungsbahn ausgebildet ist.
Fig. 2 einen Teilschnitt durch Fig. 1 gemäß Schnittlinie 2-2,
Fig. 3 eine Rückansicht der in Fig. 1 und 2 dargestellten Abstreifvorrichtung, gesehen in Richtung des Pfeiles 3 der Fig. 2,
Fig. 4 6 Teilquerschnitte durch je eine Variante der Abstreifvorrichtung nach den Fig. 1 3, wobei die Darstellung dieser Varianten entsprechend Fig. 2 vorgenommen ist.
Die in den Fig. 1 3 dargestellte Abstreifvorrichtung weist einen Haltestreifen 10, einen Wischerstreifen 11 und einen Zwischenkörper 12 aus elastischem, verformbarem Kunststoff, der mit den Streifen 10, 11 verbunden ist, auf.
Der Wischerstreifen 11 ist starr und hat einen dreieckförmigen Querschnitt mit einem stumpfen Winkel an einer Kante. Der zugeordnete Zwischenkörper 12 ist mit derjenigen Oberfläche des Wischerstreifens 11 verbunden, die seiner stumpfwinkligen Kante gegenüberliegt.
Der Haltestreifen 10, welcher als starres Stahlglied ausgebildet ist, hat im Grunde genommen einen auf den Kopf gestellten L-förmigen Querschnitt mit einem horizontalen Flansch oder Schenkel 10a und einem nach unten ragenden vertikalen Flansch 10b. Der Flansch 10b ist in einem an dem Schenkel 10a angrenzenden Bereich wesentlich verstärkt, um den Flansch 10b mit angesenkten Bohrungen versehen zu können. In die angesenkten Bohrungen sind Haltebolzen 13 einsteckbar, deren Köpfe mit der äußeren Stirnfläche des herabhängenden Flansches 10b fluchten. Der Wischerstreifen 11 ist, wie dargestellt, relativ zu dem Haltestreifen 10 zweckmäßig derart angeordnet, dass die stumpfwinklige Kante des ersteren diagonal entgegengesetzt der Verbindungsstelle zwischen dem Schenkel 10a und dem Flansch 10b ist. Die oberste Kante des Wischerstreifens 11 befindet sich in derselben Ebene wie das auf seiner rechten Seite befindliche freie Stirnende des Schenkels 10a, wobei die gemeinsame Ebene parallel zu der Außenoberfläche des Flansches 10b ist. Der Zwischenkörper 12 hat erfindungsgemäß eine freie Fläche in dieser Ebene, wobei diese Fläche mit einer Vielzahl von Vertiefungen, Vorsprüngen oder wie in Fig. 3 dargestellt Rippen 12a versehen ist. Der Zwischenkörper 12 weist Durchbrüche auf, die mit den Bohrungen des zugeordneten Flansches 10b fluchten und durch die die Haltebolzen 13 hindurchsteckbar sind.
Die Haltebolzen 13 dienen der Befestigung der Abstreifvorrichtung an dem Schlitten 14. Zu diesem Zweck hat der Schlitten 14 mit Gewinden versehene Sackbohrungen, in die die Bolzen einschraubbar sind. Die Abstreifvorrichtung ist auf Gehrung zugeschnitten, so dass sie genau und ordentlich in den Umriß und um die Ecken des Umrisses des Schlittens 14 paßt. In der Zeichnung sieht man, dass eine Kante oder Rand des Wischerstreifens 11 an der Stirnfläche des Schlittens 14 anliegt, wie es auch für das stirnseitige Ende des Schenkels 10a des Haltestreifens 10 und für die die Rippen 12a aufweisende freie Fläche des Zwischenkörpers 12 der Fall ist. Hierdurch wird erreicht, dass der Wischerstreifen 11 keinen Erschütterungen ausgesetzt ist, wenn der Schlitten verschoben wird, was von besonderer Wichtigkeit für eine einwandfreie Funktion und eine hohe Lebensdauer ist. Auch werden hierdurch Beschädigungen der Führungen vermieden.
Der Wischdruck, den der Wischerstreifen 11 auf die Führungsbahn 15 ausübt, kann durch Verstellung der Bolzen 13 verändert werden. Das Anziehen dieser Bolzen bewirkt, dass der Haltestreifen 10 um die freie Stirnseite des Schenkels 10a schwenkt und hierdurch Druckkräfte auf den Zwischenkörper 12 ausübt. Die Deformation des Zwischenkörpers 12 wird hierbei durch seine mit Vertiefungen oder auf andere Weise uneben ausgebildete freie Fläche aufgenommen, was besonders vorteilhaft ist.
Der Zwischenkörper 12 ist vollständig umschlossen mit Ausnahme seiner freien Flächen unterhalb der unteren Kante des Flansches 10b. Auf diese Weise ist die Gefahr, dass der Zwischenkörper durch das Einwirken von Kühlmittel oder Metallrückstände aufweisendem Öl oder dergleichen schädlich beeinflusst werden kann, erheblich reduziert.
Fig. 4 zeigt eine Abstreifvorrichtung, die in zwei wesentlichen Details von der Ausführungsform nach Fig. 2 abweicht. Erstens besteht die Wischerkante des Wischerstreifens 111 aus einem harten Stoff (Hartstoff), vorzugsweise aus mischkeramischen Werkstoffen (Cermete) oder Metallkarbid, Sinterhartmetall, Sinterkarbid oder dergleichen. Die Kante kann auf irgendeine geeignete Weise erhalten sein, beispielsweise durch Sintern, Warmwalzen, Aufspritzen oder auf galvanischem Wege. Zweitens ist in dem in Fig. 4 dargestellten Ausführungsbeispiel der Haltestreifen 110 von einfachem L-förmigen Querschnitt, wobei die Köpfe der Bolzen 113 über die Stirnseite des Haltestreifens in der dargestellten Weise überstehen.
In dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 5 entspricht der Haltestreifen 210 in allen Einzelheiten dem in Fig. 2 dargestellten Haltestreifen 10. Dagegen weist der Wischerstreifen 211 einen flachen, V-förmigen Querschnitt auf, wobei seine Mittelkante stumpfwinklig ist. Der Zwischenkörper
212 weist eine dem Haltestreifen 210 und Wischerstreifen 211 angepaßte Querschnittsform auf.
Die in Fig. 6 dargestellte Abstreifvorrichtung weist einen Haltestreifen 310 auf, der gleich wie der in dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 4 ausgebildet ist, ferner einen Wischerstreifen 311, wie er in Fig. 5 vorgesehen ist und einen Zwischenkörper 312 aus einem geeigneten, elastischen Material, welches den Zwischenraum zwischen den Teilen 310 und 311 ausfüllt.
Es versteht sich, dass in den Ausführungsbeispielen nach den Fig. 2, 5 und 6 in gleicher Weise wie bei Fig. 4 die Wischerkante des betreffenden Wischerstreifens 11, 211 oder 311 aus einem Hartmaterial gebildet sein kann.
Claims (10)
1. Abstreifvorrichtung für Schlitten von Maschinen, vorzugsweise Werkzeugmaschinen, oder dergleichen, dadurch gekennzeichnet, dass die Abstreifvorrichtung einen starren Haltestreifen (10), einen starren Wischerstreifen (11) und einen Zwischenkörper (12) aus elastischem, deformierbarem Material, der zwischen dem Wischerstreifen und Haltestreifen angeordnet und mit diesem verbunden ist, aufweist, wobei der Zwischenkörper im wesentlichen durch den Haltestreifen und Wischerstreifen eingeschlossen ist, wenn die Abstreifvorrichtung in ihrer vorgesehenen Stellung auf dem Schlitten angeordnet ist.
2. Abstreifvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Haltestreifen (10) einen im wesentlichen L-förmigen Querschnitt aufweist und mit dem Zwischenkörper (12) an seiner inneren Oberfläche verbunden ist.
3. Abstreifvorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass an einem der beiden Flansche (10b) des Haltestreifens (10) Bohrungen für Bolzen (13), die zur Befestigung der Abstreifvorrichtung an dem Schlitten (14) dienen, vorgesehen sind, dass ferner das freie Stirnende des anderen Flansches (10a) des Haltestreifens gegen den Schlitten, an welchem die Abstreifvorrichtung
durch Bolzen befestigt ist, anliegt, so dass durch Anziehen der Bolzen (13) der Haltestreifen (10) um sein freies Stirnende verschwenkbar ist, um so den Wischerstreifen (11) fest an eine dem Schlitten zugeordnete Führungsbahn anzudrücken und umgekehrt.
4. Abstreifvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Zwischenkörper (12) eine unebene freie Fläche aufweist, die zum Anliegen an eine Schlittenfläche bestimmt ist.
5. Abstreifvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Wischerstreifen (11) einen dreieckförmigen Querschnitt mit einer stumpfwinkligen Kante aufweist, wobei die der stumpfwinkligen Kante gegenüberliegende Fläche des Wischerstreifens mit dem Zwischenkörper (12) verbunden ist.
6. Abstreifvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Wischerstreifen einen flachen, V-förmigen Querschnitt aufweist, wobei vorzugsweise seine äußere Mittelkante stumpfwinklig ausgebildet ist.
7. Abstreifvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Wischerstreifen (111) eine aus einem harten Stoff (Hartstoff), vorzugsweise aus mischkeramischem
Werkstoff, Metallkarbid, Sinterhartmetall oder Sinterkarbid bestehende Wischerkante aufweist.
8. Abstreifvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Abstreifvorrichtung an dem Schlitten angeordnet ist und der Wischerstreifen an einer dem Schlitten zugeordneten Führungsbahn anliegt.
9. Abstreifvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Wischerkante des Wischerstreifens an seinem von dem Schlitten abgewendeten Ende vorgesehen ist.
10. Abstreifvorrichtung nach einem der Ansprüche 5 9, dadurch gekennzeichnet, dass die stumpfwinklige Kante des Wischerstreifens der abzustreifenden Fläche gegenüberliegt, ohne diese zu berühren.
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