DE1639082C3 - Rot lumineszierendes Material - Google Patents
Rot lumineszierendes MaterialInfo
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Description
entspricht, in der 0,005 < r ^ 0,30 ist.
2. Material nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß 0,008 ίξ .ν s: 0,15 ist.
3. Verwendung des rot lumineszierenden Materials
nach Anspruch 1 oder 2 in Leuchtschirmen für Elektronenstrahlröhren zur Wiedergabe von
Farbbildern, insbesondere Farbfernsehbifdern.
Die Erfindung bezieht sich auf ein ror. lumineszierendes Material und dessen Verwendung in
Elektronenstrahlröhren zur Wiedergabe von Farbbildern.
In der letzten Zeit wurden viele rot lumineszierende Materialien zur Anwendung in Elektronenstrahlröhren
zur Wiedergabe von Farbbildern, insbesondere Farbfernsehbildern, und zur Anwendung in
Hochdruck-Quecksilberdampf-Entladungslampen beschrieben. In Elektronenstrahlröhren dienen diese
Materialien naturgemäß zur Wiedergabe der roten Komponente des Bildes; in Hochdruck-Quecksilberdampf-Entladungslampen
wird das rot lumineszierende Material zur Ergänzung des Mangels an Strahlung im roten Teil des Spektrums der Quecksilberdampfentladung
angebracht.
Obgleich für die obenerwähnten Anwendungen schon lange brauchbare Materialien bekannt waren,
haben die Untersuchungen der letzten Jahre sich insbesondere auf Verbindungen konzentriert, die als
Aktivator ein oder mehrere der Elemente der Lanthanidegruppe enthalten (Diese Lanthanidegruppe
wird auch häufig als die Gruppe der seltenen Erdmetalle bezeichnet). Im Vergleich zu den meisten
älteren bekannten Leuchtstoffen weisen rot lumineszierende Verbindungen, die mit einem oder mehreren
der Lanthanidelemente aktiviert sind, den großen Vorteil auf, daß die Emission zum größten Teil
innerhalb eines sehr kleinen Wellenlängenbereichs im roten Teil des Spektrums liegt. Dies ist naturgemäß
günstig, nicht nur weil dann die Farbe des ausgesandten Lichtes sehr rein ist, sondern namentlich
auch, weil keine Energie aus dem Erregungsmittel, Elektronen oder Ultraviolettstrahlung, durch
Umwandlung in L'cht in Teilen des Emissionsspektrums, in denen keine Strahlung gewünscht wird,
verlorengeht.
Einige Beispiele derartiger neuer Stoffe sind mit Europium aktiviertes Yttriumvanadat, mit Europium
aktiviertes Gadoliniumoxyd und mit Europium aktiviertes Yttriumoxyd. In all diesen Verbindungen ist das
Europium dreiwertig. Namentlich das zuerst erwähnte Material wird jetzt bereits häufig in Elektronenstrahlröhren
zur Wiedergabe von Farbfernsehbiklern und
zur Korrektur des Lichtes von Hochdruck-Quecksilberdampf-Entladungslampen angewandt. Bei der
Herstellung des Leuchtschirmes einer Elektronenstrahlröhre mit diesem Vanadat ist es sehr vorteilhaft,
daß sich bei der Verarbeitung, z.B. der Anbringung, keine unübersteigbaren Schwierigkeiten ergeben.
Das Material ist nämlich in Wasser und in den im allgemeinen bei der Herstellung derartiger
Schirme verwendeten Flüssigkeiten schlecht löslich. Ferner hat es eine verhältnismäßig hohe Beständigkeit
gegen die hohen Temperaturen, die bekanntlich bei der Herstellung derartiger Röhren auftreten. Es
hat jedoch den großen Nachteil, daß sowohl das Europium wie das Yttrium sehr kostspielig sind. Da
eine hohe Energieausbeute eine verhältnismäßig sroße Men«e an Europium erfordert, beträgt der
Selbstkostenpreis dieses Materials 700 bis 900 DM pro kg.
Die mit dreiwertigem Europium aktivierten Oxyde von Gadolinium und Yttrium sind auch sehr kostspielig,
was unter anderem auch auf den verhältnismäßig hohen Europiumgehalt zurückzuführen ist.
der erforderlich ist, um eine hohe Energieausbeute zu erhalten. Diese beiden Stoffe haben jedoch auch
noch den Nachteil, daß sie in Wasser weniger unlöslich sind als das Yttriumvanadat.
Die Emissionsspektren der obenerwähnten Stoffe sind nicht völlig gleich, obgleich die gewünschte
starke rote Emission stets im Bereich von 600 bis 625 nm liegt. Neben dieser starken Emission weisen
die drei Stoffe aber alle noch verhältnismäßig starke Nebenemissionen auf, die somit den Umwandlungsgrad beeinträchtigen. Das mit dreiwertigem Europium
aktiviertes Yttriumvanadat weist z. B. im grünen und im infraroten Teil des Spektrums eine verhältnismäßig
starke Emission auf. Dies ist nicht nur störend, weil die Energieausbeute im gewünschten roten Teil
herabgesetzt wird, sondern auch weil die Farbenreinheit eines wiederzugebenden Bildes dadurch
beeinträchtigt wird.
Das rot lumineszierende Material nach der Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, daß es aus einem
Silikat von Lithium, Indium und dreiwertigem Europium besteht, das der Formel
Li In11.,,Eu1 ++ +SiO4,
entspricht, in der 0,005 < χ <
0,30 ist.
Das Europium im erfindungsgemäßen Stoff dient als Aktivator und führt die rote Emission herbei. Die
Grenzen für den Europiumgehalt, die durch die Werte von χ gegeben werden, wurden entsprechend der
obenerwähnten Formel gewählt, weil sowohl bei höheren als bei niedrigeren Europiumgehalten die
Energieausbeute bei der Umwandlung stark abnimmt.
Vorzugsweise wird χ zwischen den Werten 0,008 und 0,15 gewählt, weil dabei die höchsten Energieausbeuten
erzielt werden. Bei der Verwendung im Bildschirm einer Elektronenstrahlröhre zur Wiedergabe
von Farbbildern wird die Menge an Europium vorzugsweise derart gewählt, daß 0,02 ^ χ ^. 0,05;
bei der Verwendung des Leuchtschirmes in Hochdruck-Quecksilberdampf-Entladungslampen
wird der Europiumgehalt vorzugsweise derart gewählt, daß χ nahezu gleich 0,08 ist. Bei diesen Gehalten wird
nämlich der Höchstumwandlungsgrad bei der erwähnten Anregung erzielt.
Die Verbindungen nach der Erfindung weisen sowohl bei Anregung mit Elektronen wie bei An-
reeung mit Ultraviolettstrahlung mit einer Wellenlänge
von nahezu 254 nm ein Spektrum des ausgesandten Lichtes auf, das nahezu völlig im Bereich
zwischen 606 und 618 nm Hegt. Dieser Bereich ist bekanntlich für Elektronenstrahl.Öhren zur Wiedergabe
von Farbfernsehbildern von besonderer Bedeutung. Im Wellenlängenbere.ch zwischen 700 und
720 nm wird zwar eine Emission gefunden, aber diese ist im Vergleich zu der im obenerwähnten
bedeutenden Wellenlängenbereich sehr gering. Auch zwischen 570 und 606 nm treien Nebenemissionen
auf; diese beeinträchtigen naturgemäß die Farbreinheit des wiedergegebenen Bildes in einer Elektronenstrahlröhre
ein wenig, aber nicht in störendem Maße, da sie in der Nähe des gewünschten Bereiches,
im roten Teil des Spektrums liegen.
Ein sehr wichtiger Vorteil im Vergleich zu den oben beschriebenen bekannten Lamhanidelemente
enthaltenden Stoffen ist der. daß der Selbstkostenpreis erheblich geringer, nämlich nur 250 bib
400 Gulden pro kg ist. Dies ist hauptsächlich darauf zurückzuführen, daß der Eun piumgehalt verhältnismäßig
niedrig sein kann. Außerdem ist der Selbstkostenpreis von Indium erheblich niedriger als der
von Yttrium und Gadolinium.
Ein weiterer Vorteil des Materials nach der Erfindung
ist der, daß es eine weiße Tageslichtfarbe aufweist; dabei ergibt sich kein Farbstich, wenn der
Schirm von auffallendem Licht getroffen wird. Bei der Herstellung der Elektronenstrahlröhren i>t es
sehr günstig, daß die Materialien nach der Erfindung in Wasser sehr schlecht löslich sind und bei Erhitzung
eine hohe Stabilität aufweisen. Bei der Herstellung des Leuchtstoffes selber ist es vorteilhaft,
daß innerhalb der obenerwähnten Grenzen für den Europiumgehalt eine Änderung diese* Gehaltes die
Energieausbeute und die Farbe des ausgesandten Lumineszenzlichtes nur in geringem Maße beeinflußt.
Die Herstellung ist dadurch wenig kriiisch.
Die Erfindung wird nunmehr an Hand zweier Herstellungsbeispiele
und einer Zeichnung näher erläutert.
74 g = 1 mol Li1CO1
267 g = 0,9OmOlIn0O3
14 g - 0,04 moi Eü.,0.,
120 g = 2 mcJ SiO2
267 g = 0,9OmOlIn0O3
14 g - 0,04 moi Eü.,0.,
120 g = 2 mcJ SiO2
werden gemischt. Dieses Gemisch wird während 2 Stunden auf einer Temperatur von SOO C an der
Luft erhitzt. Das gebildete Reaktionsprodukt wird
ίο gemahlen, erforderlichenfalls gesiebt, und aufs neue
während 2 Stunden auf einer Temperatur von 110O3 C an der Luft erhitzt. Das nach der zweiten
Wärmebehandlung erhaltene Reaktionsprodukt wird erforderlichenfalls gemahlen und gesiebt und ist dann
gebrauchsfertig.
74 g = 1 mol LiXO3
256 2 --- 0,92 mofln.,0.,
2Sg = 0,08 mol EiLO3
120 g -= 2HiOlSiO2
256 2 --- 0,92 mofln.,0.,
2Sg = 0,08 mol EiLO3
120 g -= 2HiOlSiO2
werden gemischt. Die Herstellung erfolgt weiter auf gleiche Weise wie im Beispiel 1.
Bei Messung wurde eine Energieausbeute von 5.5°u für das Material des Beispiels 1 und von
5.00U für das Material des Beispiels 2 gefunden. Die
Anregung wurde mit Elektronen mit einer Energie von etwa 10 bis 15 kV durchgeführt.
Das Emissionsspektrum der beiden Stoffe war
3c gleich und ist in der Zeichnung dargestellt. Diese
Zeichnung ist eine graphische Darstellung, in der
die Wellenlänge in nm als Abszisse und die gemessene
Inter.sität in beliebigen Einheiten als Ordinate aufgetragen ist. Der Spitzenwert der Emission
bei nahezu 612 nm ist dabei annahmeweise 100.
Das 1.1t lumineszierende Material wird auf an sich bekannte Weise auf den Schirm der herzustellenden
Elektronenstrahlröhre oder auf den Träger der kiminesziercnden Farbkorrekturschicht einer Hochdruck-Quecksilberdampf-EntladungsIampe
(der meistens ein die eigentliche Entladungsröhre umgebender Kolben ist) aufgebracht.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Claims (1)
1. Rot lumineszierendes Materia!, dadurch
gekennzeichnet, daß es aus einem Silikat von Lithium, Indium und dreiwertigem Europium
besteht, das der Formel
Li In.,_^Eux + ++SiO4
Applications Claiming Priority (3)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| NL6701518 | 1967-02-01 | ||
| NL6701518A NL6701518A (de) | 1967-02-01 | 1967-02-01 | |
| DEN0031970 | 1968-01-17 |
Publications (3)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE1639082A1 DE1639082A1 (de) | 1970-05-27 |
| DE1639082B2 DE1639082B2 (de) | 1975-12-11 |
| DE1639082C3 true DE1639082C3 (de) | 1976-07-22 |
Family
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