DE1629569B1 - Verfahren zur Qualitaetsverbesserung einer Polyamidfolie - Google Patents
Verfahren zur Qualitaetsverbesserung einer PolyamidfolieInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Qualitätsverbesserung einer Polyamidfolie, bei dem die Folie
gleichzeitig in ihrer Längs- und Querrichtung bei einer zumindest 35° C unter ihrem Schmelzpunkt
liegenden Temperatur mit einer Reckgeschwindigkeit zwischen 6000 und 100000%/min und bei einem Verhältnis
der Reckgeschwindigkeiten in Längs- und Querrichtung zwischen 0,5:1 und 2:1 mit einem
Reckverhältnis zwischen 4:1 und 16:1 gereckt wird.
Bei diesem noch nicht zum Stand der Technik gehörenden Verfahren ist die Reckgeschwindigkeit
definiert durch
(IJd2 ■ 100%/t,
wobei (I1 die Dicke der Folie vor dem Recken, d2
die Dicke der Folie nach dem Recken und ί die zum Recken der Folie erforderliche Zeit (in Minuten) bedeutet.
Das Verhältnis der Reckgeschwindigkeiten in Längs- und Querrichtung ist gegeben durch
IJl1 ■ 100%/t und HJh1 ■ 100%/t,
wobei lt bzw. ht die Länge in transversaler Richtung
bzw. die Breite der gereckten Folie bedeutet, welche nach t Minuten vom Beginn des Reckverfahrens an
gerechnet, an einer beliebigen Stelle der Folienbahn gemessen wird. Das Reckverhältnis ist definiert durch
{dx/d2), d. h. den Quotienten aus Dicke der Folie vor
dem Recken und Dicke der Folie nach dem Recken. Die Erfahrungen mit den nach diesem Verfahren
hergestellten Polyamidfolien sind im allgemeinen bei Verwendung derselben für allgemeine industrielle
Zwecke sowie in der Verpackungs- und Textilindustrie durchaus zufriedenstellend, da diese Folien eine gute
Transparenz und gute mechanische Eigenschaften, wie hohe Zugfestigkeit, weichen Griff, Glanz, Luft-
und Dampfdurchlässigkeit, ölfestigkeit und gute elektrische Eigenschaften besitzen.
Bei Verwendung derartiger Folien zur Herstellung von Beuteln oder Taschen, Spezialbändern verschiedenster
Art, metallisierten Folien u. dgl., oder wenn diese Polyamidfolien kontinuierlich in Haspeln,
Schlitz- und Faltmaschinen u. dgl. behandelt werden, sind jedoch Polyamidfolien erforderlich, welche eine
äußerst gleichmäßige Dicke besitzen und völlig homogene physikalische Eigenschaften aufweisen.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, PoIyamidfolien mit homogenen physikalischen Eigenschaften und gleichmäßiger Dicke herzustellen.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, PoIyamidfolien mit homogenen physikalischen Eigenschaften und gleichmäßiger Dicke herzustellen.
Diese Aufgabe löst die Erfindung bei einem Verfahren
der eingangs beschriebenen Art dadurch, daß die Polyamidfolie vor dem Recken mit Wasser beaufschlagt,
anschließend bei einer über ihrer Recktemperatur liegenden Temperatur vorgewärmt und
bei einer Temperatur von mindestens 1000C gereckt
wird.
Nach bevorzugter Ausführungsform der Erfindung wird die Polyamidfolie mit Wasser in einer Menge· von mehr als 2 Gewichtsprozent beaufschlagt. Weiterhin wird die Polyamidfolie vorzugsweise bei einer um 10 bis 50° C über der Recktemperatur, jedoch unter 200° C liegenden Temperatur vorgewärmt.
Nach bevorzugter Ausführungsform der Erfindung wird die Polyamidfolie mit Wasser in einer Menge· von mehr als 2 Gewichtsprozent beaufschlagt. Weiterhin wird die Polyamidfolie vorzugsweise bei einer um 10 bis 50° C über der Recktemperatur, jedoch unter 200° C liegenden Temperatur vorgewärmt.
Die durch die Erfindung erreichten Vorteile sind darin zu sehen, daß sich mit Hilfe des erfindungsgemäßen
Verfahrens Polyamidfolien mit homogenen physikalischen Eigenschaften und völlig gleichmäßiger
Dicke herstellen lassen, wobei gleichzeitig die Entstehung von »Schlupfstellen«, über die nachfolgend
noch berichtet wird, ausgeschaltet wird. Die Erfindung geht dabei von der fraglos überraschenden Tatsache
aus, daß die Eigenschaften von Polyamidfolien durch Beaufschlagung mit Wasser vor dem Recken in erheblichem
Maße beeinflußt werden können.
Im folgenden wird die Erfindung näher erläutert: Besonders geeignet für das erfindungsgemäße Verfahren
sind Polyamidfolien aus linearem Polyamid mit einer Kristallinität von unter 30%. Polyamidfolien
mit einer Kristallinität von mehr als 30% können beim Recken reißen. Als lineare Polyamide
werden besonders empfohlen: Poly-f-Caproamid, Polyhexamethylen-Adipamid,
Polyhexamethylen-Sebacamid, Poly-11-Aminoundeacanamid, Mischungen dieser
Polyamide oder aus den entsprechenden Monomeren copolymerisierte Polyamide.
Für das erfindungsgemäße Verfahren geeignete Polyamidfolien lassen sich im allgemeinen durch
Extrudieren geschmolzener Polymere (Breitschlitzdüsenverfahren, Blasverfahren usw.) oder unter Verwendung
von Lösungsmitteln (Trockenverfahren, Naßverfahren usw.) herstellen. Erfindungsgemäß wird den
Polyamidfolien zunächst Wasser zugesetzt. Der Wasserzusatz soll wenigstens 2 Gewichtsprozent betragen;
ein Wassergehalt von weniger als 2% kann zu Unregelmäßigkeiten, Verwerfungen u. dgl. in der Folie
führen. Die oberen Grenzen der zugesetzten Wassermengen richten sich nach der Art der Polyamidfolien
und betragen beispielsweise angenähert:
Poly-s-Caproamid 10 bis 12%
Polyhexamethylen-Adipamid.. 10%
Polyhexamethylen-Sebacamid 5%
Poly-11-Amino-Undeacanamid 3%
Polyhexamethylen-Sebacamid 5%
Poly-11-Amino-Undeacanamid 3%
Diese Werte können sich jedoch entsprechend der Temperatur und anderen Bedingungen, unter denen
die Folie behandelt wird, in weitem Maße ändern. Einer extrudierten Folie, welche nach der Extrusion
absolut trocken ist, kann das Wasser beispielsweise in einem Wasserbad, durch Besprühen od. dgl. zugesetzt werden. Polyamidfolien können größere Wassermengen
in einer kürzeren Zeit bei einer Behandlung unter höheren Temperaturen aufnehmen, wobei
infolge zunehmender Kristallisierung die Eigenschaften der gereckten Folie verschlechtert werden können.
Das Wasser kann mit einem entsprechenden Färbemittel oder auch einem antistatischen Mittel od. dgl.
versetzt sein.
Nach Zusatz der gewünschten Wassermenge wird die Folie in einer Vorwärmzone vorgewärmt, deren
Temperatur 10 bis 50° C über der Temperatur der nachfolgenden Reckzone, jedoch unter 200° C gehalten
wird. Anschließend wird die Folie gleichzeitig biaxial bei einer Temperatur von mindestens 100° C
gereckt.
Die Eigenschaften der Polyamidfolien, die entsprechend den nachfolgenden Versuchen nach dem
erfindungsgemäßen Verfahren hergestellt wurden, werden durch folgende Kenngrößen charakterisiert:
1. Die prozentuale Maßveränderung (nachstehend als % GV bezeichnet) zeigt die Gleichmäßigkeit einer
Polyamidfolie und läßt sich in folgender Gleichung ausdrücken:
%GV =
100% ,
wobei tu t2 bzw. £0 die minimale, die maximale und
die durchschnittliche Dicke einer Polyamidfolie bedeuten, welche auf einer Linie vom einen Ende zum
anderen Ende dieser Folie in transversaler Richtung meßbar sind. Kleinere % GF-Werte geben im allgemeinen
eine höhere Gleichmäßigkeit an. Polyamidfolien, welche durch herkömmliche Extrusionsverfahren
hergestellt werden, neigen im allgemeinen zu einem größeren % GV-Wert, wenn sie nach den bisher
üblichen Reckverfahren gereckt werden. Polyamidfolien mit einem % GF-Wert von unter etwa 20%
lassen sich jedoch herstellen, wenn Folien mit einem % GF-Wert von etwa 10% nach dem erfindungsgemäßen
Verfahren behandelt werden. Andererseits konnte tatsächlich festgestellt werden, daß der % GF-Wert
einer Polyamidfolie von den Bedingungen abhängt, unter denen sie behandelt wird.
2. Die Maßvergrößerung (nachstehend als GM bezeichnet) zeigt die Beziehung zwischen den % GV-Werten
vor und nach dem Recken, d. h. also
GM = Vs/Vi,
wobei Vs und Vi die % GV-Werte nach und vor dem
Recken bedeuten.
Ein GM- Wert 1 zeigt, daß der Reckvorgang ohne Einfluß auf den % GF-Wert während des Reckens
geblieben ist, und ein GM-Wert von weniger als 1 zeigt, daß der % GF-Wert während des Reckvorganges
verbessert wurde.
3. Thermoplastische Folien neigen beim Recken dazu, im Mittelbereich gegenüber den Kanten zurück
zu bleiben. Diese Erscheinung wird als »Schlupf« bezeichnet und kann zu unausgeglichenen Spannungen
und unausgeglichener Maßhaltigkeit führen. Das Schlupfmaß läßt sich durch eine Schlupfkurve (nachstehend
als BC bezeichnet) darstellen, welche wie folgt bestimmt wird:
BC = Abstand des Schlupfes in der Folienmitte von der Querachse/Breite der gereckten Folie.
Irgendein zufriedenstellendes Verfahren, um diese Schlupffehler bei biaxial gereckten Polyamidfolien zu
beheben, wurde bisher niemals entwickelt oder berichtet, da bisher noch kein Verfahren zur gleichzeitigen
biaxialen Reckung zwecks einer Qualitätsverbesserung der Polyamidfolien entwickelt wurde.
Durch das erfindungsgemäße Verfahren lassen sich diese Fehler jedoch sehr vorteilhaft beheben, da nach
diesem Verfahren Polyamidfolien mit einem % GV-
ro Wert von unter etwa 20% und einem .BC-Wert von
unter etwa 0,01 erzielbar sind.
Nachstehende Tabelle I zeigt die Resultate zahlreicher Versuche, bei denen einer im wesentlichen
amorphen Folie aus Poly-e-Caproamid (durchschnittliehe
Dicke 0,1 mm, % GF-Wert 8) zunächst verschiedene Wassermengen zugesetzt wurden, welche
dann in einer Vorwärmzone, deren Temperatur auf 180° C gehalten wurde, vorgewärmt wurde und welche
anschließend gleichzeitig biaxial in einer Reckzone gereckt wurde, deren Temperatur auf 140° C gehalten
wurde, während die Reckgeschwindigkeit etwa 24000%/min und das Verhältnis der Reckgeschwindigkeiten
etwa 1 betrug. Hergestellt wurde eine Polyamidfolie von etwa 0,01 mm Dicke.
| Test Nr. |
Wassergehalt % |
% GV | GM | BC ■ 525 |
| 1 | 8,3 | 7 | 0,9 | 0 |
| 2 | 6,0 | 8 | 1,0 | 1 |
| 3 | 4,5 | 9 | 1,1 | 1 |
| 4 | 2,0 | 15 | 1,9 | 3 |
| 5 | 1,2 | 22 | 2,5 | 6 |
| 6 | 0,8 | 24 | 3,0 | 15 |
Aus Tabelle I ergibt sich, daß ein Wassergehalt von mehr als 2 Gewichtsprozent verbesserte Folien mit
sehr gleichmäßiger Dicke und kleinem BC-Wert ergibt.
Die folgende Tabelle II zeigt Resultate zahlreicher Versuche, bei denen einer im wesentlichen amorphen
Folie aus Poly-e-Caproamid (durchschnittliche Dicke 0,1 mm, % GF-Wert 8%, Dichte 1,130) zunächst eine
Wassermenge von 4,5 Gewichtsprozent zugesetzt wurde, die Folie dann in einer Vorwärmzone mit
einer Atmosphäre in einem Temperaturbereich von 100 bis 200° C vorgewärmt wurde und anschließend
gleichzeitig biaxial in einer Reckzone gereckt wurde, in welcher die Temperatur 100 bis 180° C betrug. Die
Reckgeschwindigkeiten betrugen etwa 24000%/min und das Verhältnis der Reckgeschwindigkeiten etwa 1.
Hergestellt wurde wiederum eine Folie mit einer Dicke von etwa 0,01 mm.
| Temperatur in der | Reckzone | % GV | GM | BC ■ 525 | |
| Test Nr. |
Vorwärm zone |
CC) | |||
| (0C) | 160 | 9 | 1,1 | 2 | |
| 7 | 200 | 160 | 12 | 1,5 | 3 |
| 8 | 180 | 140 | 9 | 1,1 | 1 |
| 9 | 180 | 140 | 13 | 1,6 | 3 |
| 10 | 160 |
Fortsetzung
I 629 569
| Temperatur in der | Reckzone | % GV | GM | BC ■ 525 | |
| Test Nr. |
Vorwärm zone |
("-C) | |||
| ( C) | 120 | 12 | 1,5 | 4 | |
| 11 | 160 | 100 | 14 | 1,7 | 5 |
| 12 | 120 | 180 | 21 | 2,6 | 2 |
| 13 | 180 | 160 | 23 | 2,9 | 3 |
| 14 | 160 | 140 | 25 | 3,1 | 5 |
| 15 | 140 |
Tabelle II zeigt eindeutig, daß die nach dem erfindungsgemäßen
Verfahren behandelten Folien eine äußerst gleichmäßige Dicke und einen niedrigen BC-Wert
aufweisen.
Vorzugsweise wird bei dem erfindungsgemäßen
Verfahren das gleichzeitige biaxiale Recken in einem Temperaturbereich von 100 bis höchstens 180° C
durchgeführt, wobei die Temperatur wenigstens 35° C unter dem Schmelzpunkt der Folie liegen muß.
Durch Recken bei diesen hohen Temperaturen lassen sifch BQlya^mdfoüen von Anfang an sehr vorteilhaft
wesentlich' stärker: und mit größeren Reckgeschwindigkeiten
recken. Während einige Polyamidfolien bei einer Recktemperatur über 180° C gereckt
werden können, können bei anderen durch Wärme Zerstörungen eintreten.
Claims (3)
1. Verfahren zur Qualitätsverbesserung einer Polyamidfolie, bei dem die Folie gleichzeitig in
ihrer Längs- und Querrichtung bei einer zumindest 35° C unter ihrem Schmelzpunkt liegenden
Temperatur mit einer Reckgeschwindigkeit zwischen 6000 und 100000%/min und bei einem Verhältnis
der Reckgeschwindigkeiten in Längs- und Querrichtung zwischen 0,5:1 und 2:1 mit einem
Reckverhältnis zwischen 4:1 und 16:1 gereckt wird, dadurch gekennzeichnet, daß
die Polyamidfolie vor dem Recken mit Wasser beaufschlagt, anschließend bei einer über ihrer
Recktemperatur liegenden Temperatur vorgewärmt und bei einer Temperatur von mindestens 1000C
gereckt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Polyamidfolie mit Wasser in
einer Menge von mehr als 2 Gewichtsprozent beaufschlagt wird.
3. Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Polyamidfolie bei
einer um 10 bis 500C über der Recktemperatur, jedoch unter 2000C liegenden Temperatur vorgewärmt
wird.
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