DE1629367A1 - Verfahren zur kontinuierlichen Herstellung von vernetzten Polyolefin-Schaumstoffen - Google Patents
Verfahren zur kontinuierlichen Herstellung von vernetzten Polyolefin-SchaumstoffenInfo
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- C08J9/04—Working-up of macromolecular substances to porous or cellular articles or materials; After-treatment thereof using blowing gases generated by a previously added blowing agent
- C08J9/12—Working-up of macromolecular substances to porous or cellular articles or materials; After-treatment thereof using blowing gases generated by a previously added blowing agent by a physical blowing agent
- C08J9/14—Working-up of macromolecular substances to porous or cellular articles or materials; After-treatment thereof using blowing gases generated by a previously added blowing agent by a physical blowing agent organic
- C08J9/143—Halogen containing compounds
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Description
Troisdorf, den Ί
Τ6~293¥7
•DYNAMIT NOBEL AKTIENGESELLSCHAFT
Troisdorf / Bez« Köln
Troisdorf / Bez« Köln
Verfahren zur kontinuierlichen Herstellung von vernetzten
Polyolefin-Sohaumstoffen
Es ist "bekannt, in kontinuierlichem Verfahren Polyäthylenschäume
mit Hilfe ionisierender Strahlen, zu vernetzen« Die
Bestrahlung kann entweder vor oder nach der Verschäumung
vorgenommen werden. !Dieses Verfahren hat jedoch den Nachteil, daß nur "bei verhältnismäßig dünnen Massen eine gleichmäßige
Vernetzung erreicht wird»
Nach einem weiteren Verfahren (franz. Patentschrift 1 409 982) ist es "bekannt, daß man eine mit einem Peroxyd
vernetzte Polyolefinmasse zu einem vernetzten Schaumkörper extrudieren kann, wenn man folgendermaßen verfährt:
Die Polyolefinmasse wird mit einem organischen Lösungs- [ mittel angequollen und anschließend werden in die Masse
Treibmittel und Vernetzer eingearbeitet· Das Anquellen der Masse mit einem organischen lösungsmittel erweist sich als
notwendig, weil dadurch die Einarbeitung des Vernetzers
I ■ j
unterhalt seiner Anspringtemperatur erfolgen kann, wodurch !
eine vorzeitige Vernetzung der Masse vermieden wird· Ver- \
wendet πφη niedrigsiedende organische Substanzen als i
Treibmittel, so erfolgt die. Einarbeitung in das bereits ;
dttrch. äep. Extruder vorplastifiai#rte Material über einen" ',
im Dekompressioneteil des Schneoken-
008088/1748 . " ~AL 1NSPECTED ■]
Gegenstand der Erfindung ist nun ein Verfahren zur kontinuierlichen
Herstellung von Schaumstoffen, aus vernetzten Polyolefinen und/oder Olefincopolymerisaten, Treibmitteln
und peroxydischen Vernetzern sowie gegebenenfalls Füllstoffen, Pigmenten, Alterungsschutzmitteln und Schwefel
mit Hilfe eines Extruders, welches dadurch gekennzeichnet ist, daß das Peroxyd in einem unterhalb 400C siedenden
Treibmittel gelös-t und über einen Einfüllstutzen in den
Dekampressionsteil des Schneckenzylinders zur bereits im
Einzugs- und Kompressionsteil der Schnecke aufgeschmolzenen und homogenisierten Polyolefinmasse" gepraßt und von der
Schnecke in die Masse eingearbeitet wird und daß in der so erhaltenen gelartigen Masse der Zerfall des Peroxyds und
damit die Vernetzung der Masse durch Temperaturführung so gesteuert wird, daß die Masse gerade noch fließfähig bleibt
und beim Ausstoß ein formstabiler Schaumstrang erhalten wird« Der Schaumstoff wird anschließend noch so lange
einer erhöhten Temperatur ausgesetzt, bis die Vernetzung abgeschlossen ist9
Überraschenderweise wurde gefunden, daß man bei dem Verfahren
gemäß der Erfindung einen vernetzten Polyolefin-Schaumstoff erhält, ohne daß man die Polyolefinmasse vorher
noch mit einem organischen Lösungsmittel anquellen muß«
Der Aufschmelzprozeß kann also ohne Rücksicht auf den Ver-»
netzer durchgeführt werden· Das nach der Zugabe der Treibmittel-Pe^oxyd-Lösung
entstehende Gel weist eine so geringe Viskosität auf, daß keine unkontrollierte Erwän&tiÄg duroii j
Soherbeanapruohung während des lischens und Einarbeitens !.
erfolgt. Die Temperierung kann von außen über die Zylinderbeheizung erfolgen und so exakt gesteuert werden, daß bei
009886/_ma ORWlNAL ,NSPECTH)
Kenntnis der Zerfallskurve des Peroxyds und der Verweilzeit
der Masse im Sehneekenzylinder ein bestimmter Vernetzungsgrad erreicht wirdo Die Vernetzung soll so
weit fortschreiten, daß einerseits die gelartige Masse gerade noch eine genügende Fließfähigkeit für eine einwandfreie
Formgebung im Spritzwerkzeug behält und daß andererseits der entstehende Schaumkörper infolge der
durch die teilweise Vernetzung erzielten Materialfestigkeit formstabil ist und nicht mehr in sich zusammenfällt.
Auf diese Y/eise ist es möglich, daß Schaumprodukt noch bis zum Abschluß der Vernetzung einer erhöhten
Temperatur auszusetzen, ohne daß seine Form noch eine Änderung erfährt.
Als Ausgangsmaterialien eignen sich Polyolefine, wie Niederdruck- und Hochdruckpolyäthylen, Polypropylen,
Mischungen von Polyolefinen sowie Olefincopolymerisate* Als Treibmittel werden niedrigsiedexi-'.ι flüssigkeiten wie
Triciilormonofluormethan, Diclilordifluormethan, Dichlortetrafluoräthan
oder Gemische aus zwei oder mehreren dieser Substanzen verwendet«
BAD ORIGINAL - 4 -
009886/1748
Geeignete Vernetzer sind folgende organische Peroxyde:
Dialkylperoxyde mit tertiären C-Atomen, z.B0 Dicumylperoxyd,
Di-t-butylperoxyd, Di-t-amyl-peroxyd, 2,5-Dimethyl-2,5-di-t-butylperoxy-hexan,
Cumyl-t-butylperoxyd und andere»
Für die Vernetzung von Polypropylen oder Polypropylencopolymerisaten
ist Schwefel als Synergens zu den Peroxyden notwendig. Der Schwefel wird zweckmäßig zusammen mit den
Polyolefinen, Füllstoffen, Pigmenten und AlterungsSchutzmitteln
in den Extruder gegeben»
Füllstoffe und Pigmente beeinflußen die Eigenschaften des
Schaumkörpers und haben, für die Einarbeitung und Verteilung des Treibmittels sowie für die Entstehung der Zellen
Bedeutunge Als Füllstoffe kommen beispielsweise in Frage:
Ruß, Metalloxyde, Metallcarbonate, Metallsilikate und
Metallphosphateβ
Als Alterungsschutzmittel werden solche Verbindungen aus der Reihe der Polyolefinstabilisatoren eingesetzt, die
keine oder nur eine unwesentliche Reaktion mit den Peroxyradikalen
des Vernetzungsmittels eingehen» Geeignete Substanzen sind u„a. folgende: Polymeres 2,2,4-Trimethyldihydrochinolin,
6~Phenyl-2,2,4-trimethyldihydrochinolin, 4,4-Thio-bis-(6-t-butyl-3-methyl-phenol), 2,2-Thio-bis-«(4-methyl-6-t-butyl-phenol),
Phenyl-Ck- und ß-«naphthyl-amin,
Di-ß-napthyl-p-phenylen-diamin, Diphenyl- und Phenyl-cyclohexyl-p-phenylen-diamin, 2-Mercaptobenzimidazol·
ORIGINAL !NSFECTED
009886/17Λ8
100 j-ewo-Teile wiederdruck-Polyäthylen werden mit
5 Gewo-Teilen Ruß in einem Fluidmischer gemischte Der
Ansatz wird in einer Heiige von 6 kg/h in den Einfülltrichter einer Schneckenpresse dosiert, die mit einer
Schnecke mit einem Durchmesser D = 36 mm und einer Länge
von 25 x D ausgerüstet ist« Die Schnecke v/eist Einzugs-Kone,
Kompressions-, Dekompression-, 2„ Kompressions- und
Au st rar ζ one a.uf „ Der Sehne ckenzylinder ist im Bereich der
M:oi7iproü£ioiiszone mit einem Einlaß stutz en für das Treibmittel
vex^seherio
Die eingegebene Masse wird von der Schnecke im Einzugsurid
Kompressionsteil aufgeschmolzen, wobei die Massentemperatur
auf etwa 1700C ansteigt^ Durch den Treibmittelstutzen
wird dann eine 150G warme Lösung aus 100 Gew„-Teilen
Trichlormonofluormethan und 3»6 Gewo-Teilen Dicumylperoxyd
in einer Menge von 1,5 kg/h mit einer Dosierpumpe zugegeben, so daß ein Mischungsverhältnis von 100 Gewo~Teilen Polyäthylen
zu 25 Gewo-Teilen treibmittel bzw. 100 Gew«,-Teilen
Polyäthylen zu 0,9 Gew.-Teilen Vernetzer erzielt wird. Im
2β Kompressions- und Austragteil der Schnecke werden diese
Komponenten innig vermengt, wobei der Druck in Richtung auf das Spritzwerkzeug zunimmt ο Es entsteht ein Gel, dessen
Temperatür konstant auf 165°C gehalten wird. Die freien
Radikale des zerfallenden Peroxyds leiten die Vernetzung des Polyäthylens ein, die bis zum Einlauf in das 12O0C warme
Spritzwerkzeug fortschreitet. Hier ist die Masse so weit vernetzt, daß sie eine gerade noch zu einer einwandfreien
Pormgebung ausreichende Fließfähigkeit besitzt.Beim Verlassen
009886/174 8 bad original
des Werkzeuges bläht das durch Druckentlastung verdampfende Treibmittel den Strang schaumförmig auf» Die
Zellwände haben eine so hohe Festigkeit, daß durch anschließende weitere Wärmebehandlung die Vernetzung abgeschlossen werden kann, ohne daß sich die Zellstruktur oder
die Form des Schaumstranges noch ändern. Der entstandene Schaum hat sehr kleine, gleichmäßige,
geschlossene Zellen und ein Raumgewicht von 0,045 g/cm „
100 GeWo-Teile Niederdruck-Polyäthylen werden mit
1 Gew.-Teil Zinkstearat und 0,5 Gew.-1^eilen 4,4-Thio-bis-(6-t-butyl-3-methylphenol)
gemischt und in einer Menge von 6 kg/h in einen Extruder analog Beispiel 1 eindosierto Als
Treibmittel und Vernetzer wird eine Lösung aus 50 Gewo-Teilen
Trichlormonofluormethan, 50 Gew.-Teilen Dichlordifluormethan
und 6 Gew.-Teilen 2,5~Dimethyl-2,5-di-(t-butylperoxy)-hexan in einer Menge von 1,2 kg/h zudosiert„ Die
Temperatur der Masse wird vom Einfüllstutzen des Treibmittels bis zum Spritzwerkzeug auf 1620C gehalten? das
Werkzeug selbst hat eine Temperatur von 1150C. Der austretende
vernetzte Schaum hat kleine, gleichmäßige, geschlossene Zellen und ein Raumgewicht von 0,05 g/cm , Er
wird, wie im Beispiel 1 angegeben, zur endgültigen Vernetzung einer anschließenden Wärmebehandlung unterzogen.
100 Gew.-Teile eines Misohpolymeriaates aus 87 Gew.-Teilen
Äthylen und 13 Gew.-Teilen Vinylacetat werden mit 45 Gew.-Teilen eines neutralen Aluminiumeilikates, 5 Gew.-Teilen
Titandioxyd, 1,5 Gew.-Teilen Oaloiumsttarat und 0,8 Gew·-
009886Z7IJAA
Teilen von polymerem 2,2,4-Trimethyldihydrochinolin in
einem Kneter gemischt und anschließend granulierte In einen Extruder analog Beispiel 1 werden stündlich 6 kg
dieses Granulates und 2 kg einer Lösung aus 100 Gew.-Teilen Dichlordifluormethan und 6 Gew.-Teilen Di-t-butylperoxyd
als ^reibmittel bzw«. Yernetzer eindosiertο Die
Temperatur der Masse wird vom Einfüllstutzen des '^reibmittels
an auf 155°C gehalten«, Der extrudierte Schaum hat sehr kleine, (gleichmäßige), geschlossene Zellen und ein
Raumgewiclit von 0,1 g/cm . Der Abschluß der Vernetzung wird analog Beispiel 1 durch eine anschließende Wärmelagerung
erzielte
100 Gewo-Teile Polypropylen werden mit 0,15 Gew.-Teilen
Schwefel gemischt und in einer Menge von 6 kg/h in einen Extruder analog Beispiel 1 eingefüllte Durch den Einfüllstutzen
wird eine Lösung aus 100 Gew.-Teilen Trichlormonofluormethan und 4»8 Gew.-Teilen Dicumylperoxyd
in einer Menge von 1,25 kg/h zudosierte Die Temperatur der Masse wird bis zum Spritzwerkzeug auf 1580C gehalten. Der
austretende, vernetzte Schaum hat geschlossene Zellen und ein Raumgewicht von 0,06 g/cm *
009886/1748
Claims (2)
- Patentans ρ r ü. c h e :ο Verfahren -zur kontinuierlichen Herstellung von Schaumstoffen aus vernetzten Polyolefinen und/oder Olefincopolymerisaten, Treibmitteln und peroxydischen "Vernetzern sowie gegebenenfalls Füllstoffen, Pigmenten, Alterungsschutzmittel und Schwefel mit Hilfe eines Extruders, dadurch gekennzeichnet, daß das Peroxyd in einem unterhalb 400C siedenden Treibmittel gelöst und über einen Einfüllstutzen in den Dekompressionsteil des Schneckenzylinders zur bereits im Einzugs- und Kompressionsteil der Schnecke aufgeschmolzenen und homogenisierten PoIyolefinmasse gepreßt und von der Schnecke in die Masse eingearbeitet wird und daß in der so erhaltenen gelartigen Masse de.r Zerfall des Peroxyds und damit die Vernetzung der Hasse durch Temperaturführung so gesteuert wird, daß die Masse gerade noch fließfähig; bleibt und beim Ausstoß ein formstabiler Schaumstrang erhalten wird ο
- 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der erhaltene Schaumstoff einer erhöhten Temperatur ausgesetzt wird, bis die Vernetzung abgeschlossen ist«Dr.Bu/Jo«009886/1748
Applications Claiming Priority (1)
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Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE2411949A1 (de) * | 1974-03-13 | 1975-09-25 | Kabel Metallwerke Ghh | Verfahren zur kontinuierlichen herstellung waermeisolierter leitungsrohre |
| DE2525561A1 (de) * | 1975-06-07 | 1976-12-23 | Kabel Metallwerke Ghh | Verfahren zur kontinuierlichen herstellung waermeisolierter leitungsrohre |
Families Citing this family (2)
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|---|---|---|---|---|
| GB2070021B (en) * | 1980-02-21 | 1984-03-21 | Furukawa Electric Co Ltd | Crosslinked ethylene-vinyl acetate copolymer foam containing an inorganic material and its production |
| IT1187665B (it) * | 1985-05-15 | 1987-12-23 | Montedipe Spa | Articoli modificati dell'etilene con il vinilacetato e/o con esteri alchilici dell'acudo acrilico o metacrilico |
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1966
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1967
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- 1967-08-10 GB GB3684467A patent/GB1170539A/en not_active Expired
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Also Published As
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|---|---|
| GB1170539A (en) | 1969-11-12 |
| BE702550A (de) | 1968-02-12 |
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| NL6711031A (de) | 1968-02-12 |
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