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Kniehebelpresäe `Die Erfindung betrifft eine Kniehebelpresse,
bei welcher die
Betätigung der Kniehebel durch mindestens einen von Druckluft
oder
Druckflüssigkeit beaufschlagtten Zylinder erfolgt. Es sind
Kniehebelpressen
bekannt, bei denen der Kolben eines ortsfesten
Betätigungszylinders auf
das -Kniegelenk einwirkt. Dies hat je-
doch den Nachteil,
dass an den Führungen des durch die Kniehebel
bewegten Stempels grosse
Querkräfte auftreten. Um dies zu vor-.meiden, wird erfindungsgemäss die
Kmiehebelpresse derart ausgebildet,-dass mindestens zwei Kniehebelpaare
.vorgesehen sind
und dass der Zylinder und die Kolbenstange
direkt oder indirekt mit je einem der Kniegelenke in Antriebsverbindung stehen und
senkrecht zur Bewegung des Stempels beweglich sind, und dass ferner mindestens ein
Kniehebel jedes Kn-iehebelpaares über ein Ausgleichssystem mit einem Kniehebel des
anderen Kniehebelpaares-verbunden ist.-,Vorzugsweise ist das Kniegelenk des einen
Hebelpaares direkt mit d.em Zylinder und das Kniegelenk des anderen Hebelpaares
direkt mit der Kolbenstange verbunden.. -Bei Pressen für die Herstellung von Kunststofferzeugnissen.,
z.B. Bechern,. muss der Stempel einen verhältnismässig grossen Hub um etwa die Höhe
der Becher mit geringer Kraft ausführen, während anschliessend ein grosser Schliessdruck
bis zu ca.
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30 t bei gänz geringem Hub auszuführen ist. Zur Erzeugung des hohen
Schliessdruckes ist ein Kolben von verhältnismässig grossem Durchmesser notwendig.
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Wenn nun dieser Kolben über den ganzen Hubbereich beaufschlagt wird,
verursacht dies einen grossen Druckluft bzw. Druckölverbrauch.-Um diesen Nachteil
zu vermeiden, wird gemäss einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung vorgeschlagen,
dass das
Kniehebelgelenk.j.edes Hebelpaares mit einem Zylinder -verbunden
ist, von denen der eine einen grässeren Durchmesser als der andere aufweist, dass
die Kolben der beiden Zylinder auf einer gru.Pinnamen Kolbenstange befestigt sind-und
dass -'der kleinere Kalt-en mit seinem Zyiinaer verriegelbar ist, zum Zwecke, die
Hubbewegung des Stempels mittels des kleineren Zylinders und den Schliessdruck des
Stempels mittels des anderen Zylinders zu erzeugen.
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In der Zeichnung sind zwei Ausführungsbeispiele des Erfindungsgegenstandes
schematisch dargestellt. Es zeigen: Fig. 1 ein-e Seitenansicht einer ersten
Ausführungsform-einer Kniehebelpresse, Fig. 2 einen Schnitt nach Linie II -II in
Fig. 1 unU Fig. 3 eine Seitenansicht einer zweiten Ausführungsform einer Kniehebelpresse.
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In den Figuren sind nur die zum Verständnis der Erfindung nötwendigen
Teile der Presse dargestellt. Auf dem Ständer 1 sing -vier Führungssäulen 2 befestigt,
auf denen der Stempel 3 veztika1
verschiebbar gelagert ist, Ger
Stempel trügt. beispielsweise nicht dargestellte untere Presswerkzeuge., die gegen
einen ebenfalls nicht dargestellten Kopf gepresest.werden, der die oberen Werkzeuge
trägt. Zwischen dem Ständer 1 und dem Stempel 3 sind vier Knichebelpaare angeordnet,
bei .denen die unteren Kniehebel mit 4 und die oberen Kniehebel mit. 5 bezeichnet
sind. Die unteren Kniehabel 4 sind durch je einen Bolzen 6 mit Augen des Ständers
1 verbunden und die oberen Kniehebel 5 durch je einen.nalzen 7 mit entsprechenden
Augen des. Stempels 3 (vgl. Fig. 2). Die Kniegelenke der vier Hebelpaare 4, 5 enthalten
Holzen 8a bzw. ƒb. Die Bolzen 8a sind mit einem Zylinder 9 verbunden, in
dem ein Kolben 10 sitzt, dessen Kolbenstange 11 aus dem Zylinder 10_ herausragt
und an ihrem Ende einen Kopf 12 trürj't, an den die bolzen 8b des anderen Kniegelenkes@befestigt
sind. Der Zylinoer 9 und der Kolben 10 mit Kolbenstange 11 sind somit nur durch
die Holzen 8a bzw. Ob getragen. Um sicherzustellen, dass die mit dem Zylinder 9
und die mit der Kolbenstange 11 ver-, bundenen Kniehebelpaare genau gleiche Schwenkwinkel
.ausführen, sind die unteren Kniehebel 4. durch Zahnsegmente 13 miteinander verbunden.
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Die Wirkungsweise der Ausführungsform nach den Fig. 1 und 2 ist folgende:
' Wird bei der in-Fig. 1 dargestellten Lage des Stempels 1 durch die Oeffnung 14
Druckluftode-r Drucköl in den Zylinder 9 ginge-, führt"so bewegt sich in Fig. 1
der Kolben 10 nach rechts und
gleichzeitig der Zylinder-9 nach links.
Die Kniegelenke mit den Bolzen 8a, 8b,werden auseinander bewegt und der Stempel
3 bewegt sich nach unten. Die umgekehrte Bewegüng:des-Stempels 3 wird durch tinfühien
von. Druckluft oder -öl durch- die 'Oeffnung 15 erzielt, wobei dann die Oeffnung
14 als Auslass dient. Bei der Variante nach Fig. 3 sind Gestell 1, Säulen 2, Stempel'
3 und die Kniehebelpaare 4, 5 gleich ausgebildet. Der Unterschied gegenüber der
Ausführungsform nach Fig. 1 besteht jedoch darin, dass zwei Zylindervorgesehen sind,
von denen ein kleinerer Zylinder 16-mit den Bolzen-8a der linken Kniegelenke und
ein -grösserer Zylinder mit den bolzen 8b der rechten Kniegelenke verbunden ist:
Der Kolben 18 des kleineren Zylinders 16 und der Kolben 19 des grösseren
Zylinders 17 sind durch .eine gemeinsaure Kolbenstange 20 miteinander starr verbunden.
Am-Zylinder 16 ist ferner eine Verlängerung 21 mit, einem Hilfszylinder 22 angeordnet,
in dem ein Sperrkolben. 23 verschiebbar gelagert ist. Am kleinen Kolben 18 ist eine
Verlängerung 20a der Kolbenstange vorgesehen. Diese trägt eine Nut 23, in di.e in
der linken Endvage des Kolbens 18 die Kolbenstange 24 des Sperrkolbens 23 eingreifen
kann. Die Kolbenstange 20 kann somit--durch den Sperrkolben 22 mit dem kleinen Zylinder
16 starr verriegelt werden.
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Die Wirkungsweise der Presse nach Fig. 3 ist folgende: Zum Anheben
des Stempels aus der in Fig. 3 -dargestellten. untersten Stellung
wird
Druckluft oder Druckül durch die Deffnung 25«in den kleinen Zylinder eingeführt..
Dadurch werden der Kolben 1ƒ mit der Kolbenstange 20 nach links und der
Zylinder 16 nach rechts verschoben. Da der grosse Kolben 19 an der inneren Wand
des Zylinders 17 anliegt, wird auch dieser Zylinder nach links verschoben. Die Bolzen
üa und 8b der Kniegelenke nähern sich somit und die Kniehebel 4, 5 werden um einen
bestimmten Winkelgestreckt.- Bevor sie jedoch ihre vollständig gestreckte Stellung
erreichen, hat der kleine Kolben 1ß seine linke Endlage erreicht, in welcher die
Verlängerung 20a der Kolbenstange in die Verlängerung 21 des Zylinders 16 eingreift.
Durch Einführen von Druckluft oder Drucköl in die Oeffnung 25 des Hilfszylinders
22@wird--der Kolben 23 nach oben gepresst, so-dass dessen Kolbenstange 24 in die
Nut 23q eingreift. Der Zylinder 16 ist dadurch mit der Kolbenstange 20 verriegelt.
Nun wird Druckluft oder Drucköl durch die Oeffnung 26 in den grossen Zylinder 17
eingeführt. Dieser verschiebt sich nach links und sein Kolb e;, .19 samt Kolbenstange
20 und Zylinder 16 nach rechts. Dadurch werden die Zapfen der Kniegelenke vollständig
durchgedrückt. Auf diese Weise kann der Verbrauch von unter hohem Druck stehender
Luft bzw. von Drucköl vermindert werden, wenn nur ein kurzer Hubweg mit dem vollen
Schliessdruck des Stempels ausgeführt werden muss, da der Hubweg des grossen Kolbens
auf wenige Millimeter beschränkt sein kann. Selbstverständlich
| können die Grössenverhältnisse der beiden:Zylinder
16 und 17 |
| je nach_den Anf'oroerungen-anders als in der Fig: 3-dargestellt |
| gewählt weruen, um eine möglichst grosse Einsparung von unter |
| hohem -Druck stehendem' VtedIun zu erzielen. |