DE1619590A1 - Verfahren zum Faerben von Zellulosetextilmaterialien - Google Patents
Verfahren zum Faerben von ZellulosetextilmaterialienInfo
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Description
DR.-INQ, H. FINCKE β münohen s. 2®· ökt Τ96β
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D1PL.-ING. S. STAEGER
For η ru fi 224541
("26 6000)
Mapp® 20999/21000
Gase Do18830
Gase Do18830
Beschreibung
zur Patentanmeldung der
Imperial Chemical Industries Limited, London SoW0I*
Großbritannien
betreffend
Verfahren zum Färben von Zellulosetextilmaterialien
Verfahren zum Färben von Zellulosetextilmaterialien
Prioritäten: 5.11»1965 und 20.10«1966 - Großbritannien
Die Erfindung bezieht sich auf ein neues Verfahren zum Färben
von Zellulosetextilmaterialien mit Reaktivfarbstoffen.
Mit dem Ausdruck "Reafctivfarbstoffe" sind gefärbte Verbindungen
gemeint, die fähig sind, mit dem Zellulosemolekül In
einem wäßrigen Medium in Gegenwart eines alkalischen Mittels
in eine chemische Reaktion einzutreten«, Eine große Anzahl
iBOlohi·* Farbstoffe wird im Handel angeboten oder wurde in
der Literatur beschrieben«
009834/1751
Sin Nachteil, der bei der Verwendung von Reaktivfarbstoffe
in den bisher beschriebenen Verfahren auftritt, liegt in der Tatsache, daß die Reaktion mit dem ZellulosemolekUl von einer
Nebenreaktion mit dem Wasser begleitet ist, wodurch ein Teil des Farbstoffe zur Reaktion mit dem ZellulosemolekUl unfähig
wird. Dies ist besonders der Fall, wenn eine verhältnismäßig hohe Farbstoffkonzentration zur Erzielung tiefer Farbtöne
angewendet wird, und insbesondere dann, wenn ein Farbstoff gemisch verwendet wird, um tertiäre Farbtöne, wie a»B0 dunkelbraune, olive, graue und schwarze Farbtöne zu erzielen»
Bs wurde nunmehr gefunden, daß eine verbesserte Fixierung des
Farbstoffe erzielt werden kann, wenn das ZellulosemolekUl
zuerst in der Weise chemisch modifiziert wird, daß primäre
Aminogruppen eingeführt werden.
So wird gemäß der Erfindung ein Verfahren zum Färben von
Zelluloeetertilmaterialien vorgeschlagen, bei welchem das Material zunächst in der Weise behandelt wird, daß primäre Aminogruppen chemisch mit dem ZellulosemolekUl verknüpft werden,
und daß das Material dann der Einwirkung eines einen Reaktivfarbstoff enthaltenden wäßrigen Mediums ausgesetzt wird.
Sie chemische Modifikation des ZellulosemolekUle durch Einführung von Aminogruppen kann zweckmäßigerweise daduroh ausgeführt werden, daß man die Zellulose mit einer Chlor-etriazimrerbindung behandelt, welche einen aromatisch·?! Keim
00983A/1751 -3-
ÖAD ORIGINAL
besitzt, der eine Sulfsuninsäuregruppe in Form des Alkalimetall
aalzes trägt, daß man dann die Verbindung auf dem Zellulosemolekül
durch Behandlung mit einem säureblKdenden Mittel
fixiert imd daß man schließlich das Zellulosemateriäl mit
verdünnter Säure /behandelt, wodurch die MSO^H-Srappen in
HHg-Oruppen überführt werden.
Bas behandelte Textilmaterial kann dann durch die üblichen
Verfahrensweisen, die zur Aufbringung von Reaktivfarbatoffen
geeignet sind» gefärbt werden; die Färbungen können auch
durch Behandlung mit einer wäßrigen Lösung des Farbstoffs
ohne die gewöhnliche Mitverwendung eines alkalischen Mittels
sur Fixierung des Reaktivfarbstoffe auf der Faser bewerkstelligt werden.
Durch Verwendung vco geflärbtssi Verbindungen zur Einführung
von Aminogruppen können extrem tiefe Farfetto® ©riis!t®&
den» und zwar aufgrund des Kumulativeffekts Äee ©weites
•toffe auf die bereits gefärbte Faser.
Bio Erfindung wird nun anhand der folgenden Beispiele näher
erläutert, in denen alle Teile und Prosentangafcen in (tewieht
ausgedrückt sind. ,
100 Taue aerceriaiertes Baumwollgarn werden in eine Lösung
5 Seilen des Kupferkomplexes der Verbindung der Formeis
009834/1751
- HH
in 1500 Teilen Wasser eingetauchte Die Lösung wird auf 80 C
erhitzt» worauf 75 Teile Salz zugegeben werden» Nach 10 Minuten
werden weitere 75 Teile Salz zugegeben,, Nach weiteren 10 Minuten
werden 30 Teile Natriumcarbonat zugegeben» Die Behandlung wird
dann noch weitere 40 Minuten fortgesetzte
Das Garn wird aus der Lösung entnommen» mit Wasser gespult und
in einer siedenden 0,25^-igen Lösung eines Detergenses während
5 Minuten gewaschen und dann 5 Minuten in einer siedenden 0»4#-
igen Salzsgureissung behandelt 0 Das Garn wird dann mit Wässer
gespult» 5 Minuten bei 8O0O in einer 1^-igen Netriumdioarbonatlösung behandelt» um Säurereste' zu entfernen» und dann 60 Minuten in einem Bad alt einem Verhältnis von 15:1 von Flüssigkeit
zu Ware gefärbt» wobei 5 Teile des Farbstoffs von Beispiel 1
der britischen Patentschrift 209 723 verwendet worden und das
Färbebad noch zusätzlich 50 g/l Salz und 2 g/l eines Puffers
(Natrlumdihydrogenphosphat) enthält·
Das Garn wird aus dem Bad entnommen, mit Wasser gespült und
10 Minuten in einer siedenden 0,2%-igen Lösung eines Detergenses gewaschen« Bs wird eine sehr tiefe purpurfarbene Färbung
erhalten*
009834/17E1
0AD ORIGINAL
Wenn die Färbung mit dem Farbstoff von Beispiel 1 der britischen
Patentschrift 209 723 20 Minuten lang mit einem 50 g/l
Salz enthaltenden Bad und anschließende Zugabe von 10 g/l
Natriumcarbonat und 40 Minuten dauerndes Färben ausgeführt wird, dann wird eine tiefere, stärker rote Färbung erhalten·
Sas in Beispiel t beschriebene Verfahren wird wiederholt mit
dem Unterschied, daß anstelle der Behandlung mit der Kupferkomplexverbindung
eine Lösung verwendet wird, die 5 Teile der
Verbindung der Formel
f V- MR
enthält, und daß zwei Portionen von je 150 g Salz zugesetzt
werden,
Ss werden leuchtend rote Färbungen erhalten» Die Färbung, die
bei Verwendung von Natriumcarbonat in der zweiten Behandlung
erhalten wird, ist tiefer„
100 Teile BaunBrolljlBbyifc werden in eine Lösung,-welche
40 Teile des in Beispiel 2 verwendeten Farbstoffs, 20
Teile Natriumcarbonat und 200 Teile Harnstoff je 1000
Teile Wasser tob Raunrfeaiaperatur *a'thäl$y eingetaucht und dann
009834/1751 v , ,
--Cf.- BAD ORlGlMAL ^
auf ein Gesamtgewicht von 2GO Teilen zwischen Waisen auegedrückt 0 Der imprägnierte Textilstoff wird dann in wanser Luft
getrocknet und hierauf 3 Minuten auf eine Temperatur von 1400C
erhitzt»
Der Textilstoff wird in Wasser gespült und mit einer siedenden
0,2?*-igen Lösung eines Betergenses 5 Minuten gewaschen und
hierauf mit einer siedenden 0f4jS-igen Salzsäurelösung behandelt ο
Der Textilstoff wird dann in Wasser gespült, 5 Hinuten bei 800C
in einer 1%-igen NatriumdicarbonatlSsung ssur Entfernung von
Säureresten behandelt und dann getrocknet«
Der Textilstoff wird dann in eine neutrale Lösung, die 20 Teile
des in Beispiel 1 der britischen Patentschrift 209 723 beschriebenen Farbstoffs und 2 Teile eines Heilmittels in 1000 Teilen
Wasser enthält, eingetaucht, zwischen Walzen auf ein Gesamtgewicht
von 200 Teilen ausgedrückt und 2 Stunden hm± Raumtemperatur
gelagerto Der Textilstoff wird in Wasser gespült, in einer
siedenden 0,2^-igen Lösung eines Betergenaaa gewaschen und dann
5 Minuten getrocknet» Ss wird ein starker scharlachroter Farbton
erhaltene
ι
Beispiel 4
100 Teile Baumwol^Lieteifc werden in eine Lösung, welche 20
Teile des Farbstoffs ä.er Formel
00 9 8 3 4/1751 8AD original
OH
10 Seile natriumcarbonat und 2 Seile eines Hetzmittels je 1000
Seil· Wasser enthalt, eingetaucht und dann zwischen Waisen auf
ein Gesamtgewicht ton 200 Seile ausgedruckt· Der imprägnierte
Textilstoff wird In heieser Loft getrocknet» 3 Minuten bei
1000C gedämpft, la kaltem Wasser gespult und dann in einer siedenden 0v2?Uigen Lösung eines Qetergenses 5 Minuten gewaschen,
Der Textilstoff wird dann in eine neutrale Lösung» welche 20
Seile des In Beispiel 1 der britischen Patentschrift £09 723
beschriebenen Tarbetoffe |e 1000 Seile Wasser enthält,, bei
400O 10 Minuten lang eingetaucht, In kaltem Wasser gespult,
5 Minuten In einer «ledenden OK2j6-lgen Lösung eines Detergenses
gewaschen und dann getrocknet, Bs wird ein starker Scharlach·*
roter Farbton erhalten·.
Das in Beispiel 3 beschriebene Verfahren wird wiederholt» mit
dem Unterschied» daS anstelle des Kupferkoaqalexee eine Verbindung der Formel
009834/1751
in der ersten Stufe des Färbeverfahrene verwendet wird; es
wird ein tief purpurner Farbton erhalten«
Beiaiilel 6
100 Teile eines gebleichten unmereerisierten Baumwollstoffe
werden la eine Lesung, welche 20 Teile des Farbstoffs der
Formel
VHSOJTa
20 Teile ffatriuaoarbonat, 200 Teile Harnstoff und 5 Teil· eines
■etsnittels je 1000 Teile Wasser enthalt, eiagetaueht und dann
sirisohen Walzen auf ein Gesamtgewicht τοη 200 Teilen ausgedrUolrt.
Der iaqprägniert· Textilstoff wird In heißer Luft getrocknet,
3 Minuten bei 1200C gebacken, in kaltem Wasser gespult, und
5 Minuten «it einer siedenden 0,2%-igen Lösung eines Detergensee gewasohen und echließlioh nit einer siedenden 0,4^igen
Salssaureiesung behandelt· Der Textilstoff wird dann In Wasser gespult, 5 Minuten bei 800C in einer 19&»igen Hatriuabioarbonatltfeung but Entfernung von Sgurereeten behandelt und dann
getrocknet.
00 9 8 3 4/1751 bad original
-9-
Der Textilstoff vlTd dann In eine neutral· Lösung, velohe
20 Teile de· farbstoff· ron Beispiel 4 der britischen Patentschrift 826 405 und 60 Teil· JTatriumohlorid je 2000 Teil·
Vaeeer enthält. 90 Minuten bei 400C ein«·taucht, in kalte«
Waeeer gespült, 5 Minuten mit einer siedenden O»20*igmi Lösung ein·· Detergenses gewaschen und abechließend getrocknet.
Se wird ein starker, scharlachroter Farbton erhalten·
Bin offen gewebter neroerisierter Bauawolltextilstoff wird
behandelt» vie ee Ib ersten und im Zweiten Abschnitt "von Beispiel 3 beschrieben ist· Der textilstoff wird dann ait einer
Masse bedruckt, die folgendes enthält»
4 Teile farbstoff τοη Beispiel 1 der britischen Patentschrift 209 723
10 Teile Harnstoff
35 TeUe Vatriwsalginat (4*-ige lösung)
1 Teil Natriumeals der »»ffitrobensolsulfonsaure
50 Teile Waeser
100 Teile
0er bedruckte Textilstoff wird bei Haunteaperatur 1 Stund· lang
trocknen gelassen und anschliefiend mit Waeser gespult und
5 Minuten in einer siedenden 0,2^-igen Lösung «ine· Detergenses
behandelt» nochmals in Vaeeer gespült und absohlieflend getrocknet.
Bs wird eine echarlaohrote Bedrückung auf eizie« goldgelben
Orundfarbton erhalt en« Jfif· Ι&ίΦ heeitsen eine gute Echtheit.
BAD ORIGINAL -10·
Das Verfahren von Beispiel 7 wird wiederholt, alt den Unter·
schied, daJ das Trocknen nach dem Bedrückern in eine« Heifluftofenbei6Q°0 während 3 Minuten ausgeführt wird.
Die fixierung kann auch durch ein Zyliadertrookaen alt einer
Kontaktzeit τοη 1 Hinute hei 1O5°C, mindeeten· 20 Sekunden
lange· Dänpfen hei 100°0 oder elndeeteiie 3 Sekunden lang··
hei 150°G
00 98 3 4/1781 öao original
Claims (3)
1. Verfahr«! but farbune ton Z*lluloeetextilaat«rialien durch
Mundlvm« alt «Ihm« einen ReaktiTfarbetoff enthaltenden
«tiriita IMItMi9 dadurch eekeonaelchnet, daß in dme Zelluloeetextilaaterlal *or der Jtoftttfeehandlting priattre Asiao-
«iaeefUhrt irardtfn» di· mit dta Zelluloe«»lekUl
TtrknUpft «lud·.
2. Vtrftto«n nach Aneprooh1t dadurch gekenneeichnet, 4aS di·
BlnfUhrooe dtr prieirtn Aeinogruppen daduroh auegefUhrt wird,
da· «au di· ZcUtdoM ait finer Chlor-e-triaeinrerl-indung
behandtlt» di· einen mroaetiechen Kern aufweiet, der eine
8alfeainesgrpe in For» de» AlkaliaetaUealsee trägt,
del aan dean die Yerbindung In dem ZelluloaeeolekUl durch
BebeadlMBg ait ein« etnrebialenden Mittel fixiert und defl
««η e<*ill«llioh ill teUuloeeaiiterial ait Yerdtttmter Beeieettore ear tlberfUhronc der IHSO^-Gruppen in MH2-On^pWi alt
verdünnter Stare behandelt.
3. Terfafaren nach Anepruoh 1 oder Z9 daduroh gekeim»·lohnet, dafi
beia faxtea dee textilaetwiale die «serine Löeung dee Parb-
. etoffe kein eUcalieofaee Mittel bot Fizierong dee
009834/1761
BAD ORIGINAL
farbstoffe auf der Faser enthalte
4, Verfahren nach einem der AneprUche 1 bis 3, dadurch gefcenn-Beichnet, daß sur Einführung der And*ogruppe eine gefärbte
Verbindung verwendet vlrd.
MRNTANWnn
DtL-tHO H.FINCM DIPt.-tNO. R !OHR
O)PC-INOl-STAfOEt
SAD ORIGINAL
0-983^/1751
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Legal Events
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| E77 | Valid patent as to the heymanns-index 1977 | ||
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