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Mittel zum Dauerwellen menschlicher Haare Gegenstand der vorliegenden
Erfindung ist ein Mittel zum Dauerwellen menschlicher Haare, mit dem es möglich
ist, durch Kombination verschiedener Mengenverhältnisse die Wirksamkeit der zur
Anwendung kommenden'Wellflüssigkeit zu variieren und auf die jeweils vorliegende
Haarqualität einzustellen.
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Es ist bekannt, daß Wellflüssigkeiten, mit denen Kaltwellen hergestellt
werden, und deren wesentlicher Bestandteil heute vorzugsweise Thioglykolsäure ist,
auf bestimmte Haarqualitäten eingestellt werden. Bei Vorbehandlung von Humanhaar,
z.B. mit einem Blondiermittel, verändert sich die Struktur des Haares, und das Haar
wird
gegen weitere kosmetische Behandlungen empfindlicher. Bin derart vorbehandeltes
Haar wird bei einer anschließenden Dauerwellung daher zweckmäßig mit einer Wellflüssigkeit
behandelt, deren pH-Wert geringer und dessen Thioglykolsäuregehalt niedriger als
der einer Lösung für normales Haar ist.
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Da es auf der anderen Seite nicht möglich ist, für jede einzelne Haarqulaität
entsprechende Wellflüssigkeiten herzustellen und anzuwenden, behilft man sich auch
heute noch in der Weise, daß die Wellflüssigkeiten durch anschließende Verdünnung
mit Wasser derartig eingestellt werden, daß sie den vorbehandelten Haaren nicht
noch weitere Schäden zufügen können. Bs besteht die Iföglichkeit, schwächer poröses
Haar zu behandeln, indem der ursprünglichen Weliflüssigkeit die Hälfte ihres Volumens
an Wasser zugesetzt wird, während stärker poröses Haar mit einer Wellösung behandelt
wird, die durch Zusatz der gleichen Menge Wasser zum ursprünglichen Wellmittel hergestellt
wird. Durch dieses Verfahren wird zwar die Konzentration an <£hioglykolsäure
vermindert, und gleichzeitig wird der Anteil an freiem Alkali reduziert. Der pH-Wert
dieser verdünnten Wellflüssigkeiten entspricht jedoch praktisch dem pH-Wert in der
ursprünglichen unverdünnten Wellflüssigkeit. Unvorteilhaft wirkt sich ferner aus,
daß die in der Wellflüssigkeit enthaltenen schützenden Zusätze, die ja bei diesen
vorbehandelten Haaren in besonders hoher Konzentration vorliegen müssen, durch den
Zusatz von Wasser gleichfalls verdünnt werden.
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Brst seit verhältnismäßig kurzer Zeit werden auch Wellmittel auf dem
Markt angeboten, die unterschiedliche Konzentrationen an Thioglykolsäure und freiem
Alkali aufwesen und die auch hinsichtlich des pH-Vertes differieren.
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Die Eignung eines Wellmittels für unterschiedliche Haarqualität kann
aber auch auf die Art und Weise herbeigeführt werden, daß neben einer mä#ig alkalischen
Wellmittellösung andere thioglykolsäurefreie Lösungen zur Anwendüiig kommen, mit
denen das Haar vor der Behandlung mit dem Wellmittel angefeuchtet wird. Diese vorfeuchtenden
Mittel können dabei aufgrund ihrer Zusammensetzung auf jede hlkalitat eingestellt
werden. Dabei ist es zweckmäßig, aiese Vorfeuchtemittel bei Verwendung an widerstandsfäheizen
Haaren besonders stark alkalisch einzustellen, während poröse, blondierte Haare-und
strukturgeschädigte Haare zum Vorfeuchten nur einer schwach sauren Lösung bedürfen.
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Die vorliegende Erfindung hat sich die Aufgabe gestellt, die offensichtliehen
Mängel der verschiedenen Wellmittellösungen bzw. ihrer Kombination mit Zusatzmitteln,
zu beseitigen Erfindungsgemä# wurde ein Iittel entwickelt, nach den es auf einfache
Art und Weise möglich ist, mit Sicherheit eine Wellflüssigkeit herzustellen, deren
Eigenschaften ganz exakt auf das zu behandelnde Haar eingestellt werden können.
Dabei ist es möglich, eine unendliche Vielzahl von Wellflüssigkeiten unterschiedlicher
Intensität herzustellen.
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Das Verfahren geht davon aus, daß eine Viellflüssigkeit, deren Gehalt
an tDhioglykolsäure, deren pH-% Tert und deren Gehalt an freiem Alkali so eingestellt
wird, daß jedes normale Haar damit behandelt werden kann, kombiniert wird mit einer
Lösung, deren Bestandteile erfindungsgemäß zusammengesetzt sein müssen. Diese Zusammensetzung
ist derart, daß beim lischen der eigentlichen Wellösung mit diesem Verdünnungsmittel
gebrauchsfertige Kaltwellmittel resultieren, deren Wirksamkeit den damit zu behandelnden
Haaren angepaßt ist. Dadurch ist es auch möglich, daß im Gegensatz zu den bisher
in der Praxis verwendeten Verfahren der Gehalt an pflegenden Zusatzstoffen nicht
etwa erniedrigt, sondern gerade da, so es notwendig ist, das heißt bei kosmetisch
vorbehandelten Haaren, erhöht wird.
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Mit dem vorliegenden Mittel ist es also möglich, optimale Bedingungen
zu schaffen, dadurch daß die eigentliche Weilösung sofort anwendbar ist bei allen
Haaren normaler Beschaffenheit und daß durch Kombination mit einer zweiten Lösung
alle Zwischenstufen eingestellt werden konnen, die die Behandlung sowohl von leicht
geschädigtem Haar als auch von schwer geschädigtem Haar ermöglichen.
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Das erfindungsgemä#e Mittel wird im Folgenden beispielsweise näher
erläutert.
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Beispiel 1 Lösung A Thioglykolsäure (80%ig) 10,0 g Ammoniak (25 %ig)
14,1 g Borsäure 5,4 g Netzmittel Q,25g Laurylalkohol,äthoxyliert 0,5 g Parfum 0,1
g Wasser ad100,0 g Emulsion B Cetyl-Alkohol 0,4 g Laurylakohol 0,2 g Laurylalkohol,
äthoxyliert ,3 g oxäth. Wollfettalkohol 0,2 g Thioglykolsäure (80%ig) 6,25g -Ammoniak
(25%ig) 2,0 g Ammoniumdihydrophosphat @ 6,0 g Parfüm 0,1 g Wasser ad 100,0 g Die
Lösung A und die Emulsion B werden nach den üblichen Verfahrensvorschriften, diehinlänglich
bekannt sind, hergestellt. Wird die Lösung A mit der Emulsion B in verschiedenen
Anteilen versetzt, dann weist die daraus resultierende fertige Wellflüssigkeit die
folgenden Werte auf:
Lösung As pH = 9,35 Thioglykolsäure = 8 % freies
Ammoniak = 1,8 ah 1 Teil Lösung A + 1/2 Teil Emulsion B pH - 8,9 Thioglykolsäure
= 7,0 % freies Ammoniak = 1,1 1 % 1 Teil Lösung A + 1 Teil Emulsion B pH = 8,1 Thioglykolsäure
- 6,5 % freies Ammoniak = 0,65 % 1 Teil Lösung A + 1 1/2 Teile Emulsion B pH 7,0
Thioglykolsäure = 6,2 % freies Ammoniak = 0,45 % 1 Teil Lösung A + 2@Teile Emulsion
B pH = 6,0 Thioglykolsäure - 6,0 % Für die Kombination von einem Teil der Lösung
A mit einem halben Teil der Emulsion B ergibt sich ein Wellmittel, das für schwach
gefärbtes oder von Natur aus schwach poröses Haar geeignet ist. Die Zusainmensetzung
von Lösung A und Emulsion B im Verhältnis 1 : 1 bzw. 1 : 2 1/2 ergibt Wellmittellösungen,
die vorzugsweise bei stärker blondienbem bzw. stärker porösem Haar angewendet werden
können. Durch Kombination von einem Teil der Lösung A mit zwei Teilen der Emulsion
B läßt sich ein Wellmittel herstellen, das auch in der Lageist, äußerst labiles,
so z.B. schwammiges Haar, ohne nachteilige Schäden dauerhaft zu wellen.
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Bs ist also möglich, aus nur zwei Lösungen eine ganze Reihe von Wellmitteln
herzustellen, deren Zusammensetzung verschieden ist und die sich auch in der Wirksamkeit
unterscheiden, wobei in jedem Ball das Wellergebnis identisch ist.
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Die Zusammensetzung der beiden Lösungen kann natürlich ohne weiteres
variiert werden. Es ist auch eine.Zusammensetzung der Lösungen entsprechend dem
folgenden Beispiel 2 möglich.
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Beispiel 2 Lösung A: Thioglykolsäure (80%ig) 11,25 g aLImoniak (25%ig)
13,2 g Borsäure 7,5 g Sorbit 5,0 g Netzmittel 0,25 g Laurylalkohol, äthoxyliert.
0,5 g Parfüm 0,1 g Wasser ad 100,00 g Lösung B: Thioglykolsäure (80%ig) 6,25 g Ammoniak
(25%ig) 2,0 g Anmoniumdihydrophosphat 6,0 g Netzmittel Q,25 g Oxyäthylcellulose
0,375 g Wasser ad 100,000 g
Aus der Kombination verschiedener Mengen
der Lösung A mit der Lösung B ergeben sich Wellmittel folgender Zusammensetzung.
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Lösung A: pH = 8,8 Thioglykolsäure = 9,0 % freies Ammoniak = 1,4 %
1 Teil Lösung h + 1/2 Teil Lösung B pH = 7,75 % Thioglykolsäure = 7.5 5' freies
Ammoniak = 0,75 5' 1 Teil Lösung A + 1 Teil Lösung B pH = 6,6 Thioglykolsäure =
7,0 0/0 freies Ammoniak = 0,40 % 1 Teil Lösung h + 1 1/2 Teile Lösung B pH = 5,9
Thioglykolsäure = 6,6 % 1 Teil Lösung A + 2 Teile Lösung B pH = 5,35 Thioglykolsäure
= 6,30 % Die Wellmittel, die sich durch Kombination der Lösungen A und B nach Beispiel
2 ergeben,haben einen ni edrigeren pH-Wert, einen höheren Thioglykolsäuregehalt
und einen geringeren Gehalt an freiem Alkali als die Wellösungen nach Beispiel 1,
während das Zusatzmittel nach Beispiel 1 eine Emulsion, nach Beispiel 2 eine klare
Lösung ist.