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DE1617286C - Arzneimittel auf der Basis von 4-Methyl-5-(2-chloräthyl)-thiazol - Google Patents

Arzneimittel auf der Basis von 4-Methyl-5-(2-chloräthyl)-thiazol

Info

Publication number
DE1617286C
DE1617286C DE1617286C DE 1617286 C DE1617286 C DE 1617286C DE 1617286 C DE1617286 C DE 1617286C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
methyl
thiazole
chloroethyl
decomposition
weight
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Expired
Application number
Other languages
English (en)
Inventor
Thore Oskar Värner Södertälje Schweden) Rydh
Original Assignee
Aktiebolaget Astra, Södertälje (Schweden)
Publication date

Links

Description

Es ist bekannt, daß 4-Methyl-5-(2'-chloräthyl)-thiazol wertvolle therapeutische Eigenschaften besitzt, unter anderem wegen seiner sedativen hypnotischen und antikonvulsiven Wirkung. Beispielsweise können Präparate, die diese Verbindung enthalten, gegen Schlafstörungen verabreicht werden und können außerdem als Entwöhnungsmittel für Alkoholiker dienen. · .
Gewöhnlich wird das 4-Methyl-5-(2'-chloräthyl)-thiazol als Tabletten oder wäßrige Lösungen in den Handel gebracht, die beide die aktive Substanz in der Form ihres Äthandisulfonats enthalten. Diese Präparate besitzen jedoch einen unangenehmen Geruch und einen widerlichen Geschmack, was von kleineren Mengen der freien Base herrührt. Da es bisher nicht gelang, diesen unangenehmen Geruch und Geschmack bekannter Präparate zu überdecken und der widerliche Geschmack noch lange Zeit nach Verabreichung des Präparates zurückbleibt, konnte bisher das. 4-Methyl-5-(2'-chloräthyl)-thiazol trotz seiner wertvollen Eigenschaften nur in beschränktem Umfang eingesetzt werden.
Ein weiteres Merkmal von 4-Methyl-5-(2'-chloräthyl)-thiazol ist dessen Zersetzlichkeit, die mit einer meßbaren Geschwindigkeit bereits bei einer Temperatur von 15 bis 250C festzustellen ist. So werden beim Lagern bei Raumtemperatur während 8 bzw. 16 Monaten 3,5 bzw. 7,4% der Aktivität verloren, so daß bei Raumtemperatur derartige Präparate nur etwa 6 Monate und bei einer Lagertemperatur von 15°C nur etwa 18 Monate gelagert werden dürfen.
Zur Überwindung dieser Nachteile wurde auch bereits versucht, das 4-Methyl-5-(2'-chloräthyl)-thiazol mit Säuren in seine physiologisch unschädlichen Additionssalze zu überführen. Salze von Säuren, die üblicherweise zu pharmazeutischen Präparaten verwendet werden, erwiesen sich aber als hygroskopisch, und die Wasserabsorption durch diese Salze führte ihrerseits wiederum zu einer Zersetzung des Präparats, da die Base in wäßrigen Lösungen mit einem pH-Wert oberhalb 2,5 freigesetzt wird und sich sodann zersetzt. Auch kann durch die Umwandlung der Base in ihr Säureadditionssalz der schlechte Geruch und widerliche Geschmack. nicht verbessert werden.
Aufgabe der Erfindung war es daher, ein Arzneimittel auf der Basis von 4-Methyl-5-(2'-chloräthyl)-thiazol zu erhalten, das einerseits keinen schlechten Geruch und Geschmack besitzt und andererseits ohne wesentliche Zersetzung länger als bisher gelagert werden kann. Außerdem soll ein solches Arzneimittel mit möglichst geringem apparativem und Arbeitsaufwand herstellbar sein.
Das erfindungsgemäße Arzneimittel auf der Basis von 4-Methyl-5-(2'-chloräthyl)-thiazol ist dadurch gekennzeichnet, daß es zur Stabilisierung des Wirkstoffes 15 bis 80 Gewichtsprozent Erdnußöl, ölsäure, Stearinsäure, Stearylalkohol oder Mischungen davon enthält. Der bevorzugte Mengenbereich für das Stabilisierungsmittel liegt bei 30 bis 70 Gewichtsprozent. Am geeignetsten ist von den genannten Stabilisierungsmitteln Erdnußöl.
Enthält das Arzneimittel mehr als 85 Gewichtsprozent 4 - Methyl - 5 - (2'- chloräthyl) - thiazol und weniger als 15 Gewichtsprozent des Stabilisierungsmittels, so wird die Zersetzungsgeschwindigkeit unerwünscht hoch. Andererseits wird der therapeutische Effekt zu gering, wenn der Gehalt an 4-Methyl-5 - (2'- chloräthyl) - thiazol unter 20 Gewichtsprozent liegt, so daß in einem solchen Fall ungewöhnlich große Dosen verabreicht werden müßten.
Selbstverständlich können bei einem solchen Arzneimittel nach der Erfindung auch andere Stoffe, wie zusätzliche Medikamente, zugemischt werden, soweit sie bezüglich des Wirkstoffes und dessen Stabilisierung indifferent sind. In einem solchen Fall seien die obigen Gewichtsprozentangaben allein auf das Gesamtgewichtvon4-Methyi-5-(2'-chloräthyl)-diazol und erfindungsgemäßem Stabilisierungsmittel in derartigen Präparaten bezogen.
Die Arzneimittel nach der Erfindung sind geschmack- und geruchlos und können länger als bisher unzersetzt gelagert werden. Außerdem zeigte sich, daß sie in Kapseln leichter vom Organismus resorbiert werden als das bekannte Äthandisulfonat der Base in Tablettenform.
Durch die folgenden Beispiele wird die Erfindung weiter erläutert.
Beispiel 1
3200 g 4 - Methyl - 5 - (2'- chloräthyl) - thiazol und 3200 g Erdnußöl werden in einem rostfreien Stahlkessel oder einem mit Glas ausgekleideten Kessel vermischt. Die Lösung wird in weiche Gelatinekapseln eingefüllt, von denen jede 0,640 g des Gemisches enthält.
B e i s ρ i e 1 2
Zu einem Gemisch von 1600 g 4-Methyl-5-(2'-chloräthyl)-thiazol und 1600 g Erdnußöl werden 150 g 10 - [2 - Dimethylaminopropyl] - phenthiazin - hydrochlorid zugesetzt. Die gut gerührte Suspension wird in weiche Gelatinekapseln eingefüllt, von denen jede 0,160 g 4 - Methyl- 5 - (T - chloräthyl) - thiazol und 0,015 g . 10 - [2 - Dimethylaminopropyl] - phenthiäzinhydrochlörid enthält.
In der folgenden Tabelle sind die Zersetzungsgeschwindigkeiten von 4-Methyl-5-(2'-chloräthyI)-thiazol allein und in verschiedenen Gemischen mit Stabilisierungsmitteln nach der Erfindung und üblichen Trägersubstanzen bei 70° C zusammengestellt. Die Zersetzung wird aus dem Gehalt an ionisiertem Chlor berechnet (lmg CP entspricht einer Zersetzung von 0,9% der Base).
55 Keine (verschiedene Gohall an Zersetzung in % nach I70 Sld.
60 Versuche) 4-Meihyl- 14 bis 24
Trügcrsubslanz Polyäthylenglykol 5-(2'-chlor-
üihylMhiiizol
400 (Gewichts 100 Sld. 3,6
prozent) 8 bis 20 8,2
>5 Glycerin 100 11,0
30
. 25 34
50 22
75
25
50
75
Fortsetzung
Gehalt an Zersetzung in % nach I70 Std.
4-Methyl- 5,8
Trägersubstanz 5-(2'-chlor-
iithyll-thiazol
10
(Gewichts ■ lOOSld. 17
prozent) 4,2
Polyäthylen-(20)- 25 5,4
sorbitan-mono- 50 7,0
laurat 75 0,9 0,7
Erdnußöl 25 2,7 1,5
(Versuch A) 50 3 6,1
75 0,7 1,3
(Versuch B) 25 0,7 2,7
50 3,7 10
75 ■■ 1,2 4
ölsäure 25 2,1 4
50 ■■- 3,6 8
75 1,0
Stearinsäure 25 2,3
50 3,4
75
5 Stearylalkohol O 4 Zersetzung in % nach
Gehalt an
4-Methyl-
Trägersubstanz 5-(r-chlor-
äthyll-thiazol
lOOSld. I70 Std.
(Gewichts 1,8 3,7
prozent) 2,2 3,5
25 3,8 7
50
75
Die Zersetzungswerte in der Tabelle für reines 4-Methyl-5-(2'-chloräthyl)-thiazol entsprechen einer möglichen Lagerungszeit von etwa 6 Monaten bei Raumtemperatur oder 18 Monaten .bei 15 C. Die Zersetzungsgeschwindigkeit wird bei einem Gemisch von 50 Gewichtsprozent Erdnußöl und 50 Gewichtsprozent der Base auf ein Fünftel bis zu einem Zehntel der Zersetzungsgeschwindigkeit der reinen Base herabgesetzt. Dies bedeutet, daß das so stabilisierte Arzneimittel bei Raumtemperatur 2 bis 3 Jahre ohne wesentliche Zersetzung gelagert werden kann.

Claims (1)

  1. Patentanspruch:
    Arzneimittel auf der Basis von 4 - Methyl-5-(2'-chloräthyl)-thiazol, dadurch gekennzeichnet, daß es zur Stabilisierung des Wirkstoffes 15 bis 80 Gewichtsprozent Erdnußöl, ölsäure, Stearinsäure, Stearylalkohol oder Mischungen davon enthält.

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