DE1615448C - Vorrichtung zur Bearbeitung von Materia hen mittels eines Elektronenstrahls - Google Patents
Vorrichtung zur Bearbeitung von Materia hen mittels eines ElektronenstrahlsInfo
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Description
ι ■■■':.- 2
Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung gierenden oder parallelverlaufenden Elektronenstrahl
zur Bearbeitung von Materialien mittels eines Elek- zu erzeugen; die Raumladungskonstante ergibt sich
tronenstrahls, mit einem luftdichten Behälter, der aus dem Verhältnis von Strahlgleichstrom zu Strahl-
durch wenigstens eine eine Öffnung zum Durchtritt gleichspannung hoch 3/2.
des· Elektronenstrahls aufweisende Trennwand in 5 Aufgabe der Erfindung ist es daher, eine Vorrich-
eine eine Elektronenabgabequelle aufnehmende, an tung der eingangs genannten Art anzugeben, die es
eine erste Evakuierungspumpe anzuschließende Kam- gestattet, einen Elektronenstrahl mit verhältnismäßig
mer und eine an eine zweite Evakuierungspumpe . großem Querschnitt und daher verhältnismäßig gro-
anzuschließende Bearbeitungskammer unterteilt ist, ßer Leistung auf ein zu .bearbeitendes Material zu
und mit einer ein Magnetfeld erzeugenden Vorrich- io richten, ohne daß die Pumpleistung der Vakuum-
tung zur Direktion des Elektronenstrahls auf die pumpen unwirtschaftlich groß gehalten werden muß.
Öffnung. Zur Lösung dieser Aufgabe ist die Vorrichtung.
Vorrichtungen dieser Art werden bei verschiede- dadurch gekennzeichnet, daß eine ein homogenes
nen Materialbearbeitungsverfahren angewandt, wie und paralleles Magnetfeld erzeugende Vorrichtung
beim Schmelzen, Glühen, Reinigen, Aufdampfen, 15 vorgesehen ist, daß sich die Elektronenabgabequelle
Plattierung usw. Normalerweise enthält eine solche und die Öffnung bzw. die Öffnungen in diesem
Vorrichtung Fokussierungseinrichtungen, mit Hilfe Magnetfeld befinden, daß der Querschnitt der Elekderer
die von der Elektronenabgabequelle abgege- tronenabgabefläche der Elektronenabgabequelle in
benen Elektronen gebündelt auf das jeweilige zu Form und Größe dem Querschnitt der Öffnung
bearbeitende Material gerichtet werden. Dieses Ma- 20 — bzw. der Öffnungen — gleicht und daß die Stärke
terial befindet sich zusammen mit der Elektronen- des Magnetfeldes, die Geschwindigkeit der ElektrO-abgabequelle
in einem geschlossenen, evakuierten nen und der Abstand zwischen der Elektronen-Behälter.
Zur Fokussierung der Elektronen zu einem abgabefläche der Elektronenabgabequelle und der
Elektronenstrahl lassen sich elektrostatische oder Öffnung — bzw. zwischen den Öffnungen — so bemagnetische
Felder anwenden. Die Elektronen des 25 messen sind, daß die Elektronen auf ihrer wendel-Elektronenstrahls
treffen auf das zu bearbeitende förmigen Bahn zwischen der Elektronenabgabequelle
Material auf und erhitzen es. Aus dem erhitzten und der Öffnung — bzw. zwischen den Öffnungen —■
Material treten dabei Gase und Dämpfe verschie- ganze Umläufe machen.
denster Art aus. Diese Gase können im Bereich . Durch das. homogene und parallele Magnetfeld
der Fokussierungsfelder zu Lichtbogenentladungen 30 werden die Elektronen nach Austritt aus der Elek-
führen, wenn sie nicht unmittelbar aus dem Vakuum- tronenabgabefläche der Elektronenabgabequelle auf
behälter abgezogen werden. einer wendeiförmigen Bahn bewegt und erzeugen in
Es ist bekannt, die sich entwickelnden Gase mit der Öffnung bzw. in den Öffnungen virtuelle Ab-
Hilfe von Vakuumpumpen abzusaugen, welche eine bilder der Elektronenabgabefläche. Die Öffnung bzw.
hinreichende Kapazität besitzen, um das meiste aus 35 die Öffnungen werden also optimal ausgenutzt, so
dem erhitzten Material austretende Gas abzuleiten. daß die Vakuumpumpenleistung optimal niedrig ge-
De; artige Pumpen sind teuer und unhandlich. halten werden kann.
Als Elektronenabgabequelle ist es in Fällen, in Gegenüber den bekannten Vorrichtungen mit gro-
denen eine hohe Leistung gefordert wird, bekannt, ßer Elektronenabgabefläche ergibt sich der Vorteil,
sogenannte »PierceÄ-Elektronenschleudern zu ver- 40 daß zwischen der Elektronenabgabefläche und dem
wenden. Eine Pierce-Elektronenschleuder enthält zu bearbeitenden Material mindestens eine Blende
üblicherweise eine Elektronenabgabeoberfläche, die bzw. ein Steg mit einer Öffnung anzuordnen ist.
durch eine indirekt oder direkt geheizte Kathode Gegenüber bekannten Vorrichtungen mit magneti-
gebildet sein kann. Der von der Kathode abgegebene scher Fokussierung ergibt sich der Vorteil der großen
Elektronenstrahl wird mit Hilfe einer Fokussierungs- 45 Elektronenabgabefläche und damit der großen Elek-
elektrode und einer Anode derart beeinflußt, daß er tronenstrahlleistung. .
die jeweils gewünschte Form erhält, z. B. eine runde, Die Erfindung wird nachstehend an Hand von
rechteckförmige oder eine andere Form. Die Form Zeichnungen näher erläutert.
des Elektronenstrahls ist durch Öffnungen in der Fig. 1 zeigt schematisch in einer Querschnitts-
Fokussierungselektrode und in der Anode bestimmt. 50 ansieht eine. Ausführungsform der erfindungs-
Die Fokussierungselektrode, die auf dem gleichen gemäßen Elektronenstrahlvorrichtung, an Hand
Potential liegt wie die Kathode, verläuft von der derer die verschiedenen Merkmale der Erfindung
Kathode aus unter einem öffnungswinkel von etwa erläutert werden;
(H1Ii0, bezogen auf die Achse des erwünschten F i g. 2 zeigt schematisch eine vergrößerte Quer-
Elektronenstrahls, nach außen. Die Anode der Elek- 55 schnittsansicht einer Elektronenschleuder, die in der
tronenschleuder ist von der Kathode versetzt ange- in F i g. 1 dargestellten Elektronenstrahlvorrichtung
ordnet; sie verläuft von den Kanten des erwünschten angewendet werden kann;
Elektronenstrahls unter einem vorbestimmten Win- Fig. 3 zeigt schematisch in einer Querschnitts-
kel nach außen. Die Anordnung von Fokussierungs- ansieht eine weitere Ausführungsform einer verschie-
elektrode und Anode ist normalerweise kritisch. 60 dene Merkmale der Erfindung in sich vereinigenden
Liegt die Anode zu dicht an der. Kathode, so ent- Elektronenstrahlvorrichtung.
steht ein divergierender Elektronenstrahl, der nor- Die in Fig. 1 dargestellte Elektronenstrahlvor-
malerweise unbrauchbar ist. Für einen höheren richtung enthält einen luftdicht abgeschlossenen Be-
Elektronenstrahlstrom ist es aber erforderlich, die hälter 10, der durch zwei Trennstege 18 und 20 in
Anode dicht an der Kathode anzuordnen. Dabei hat 65 drei Kammern 12,14,16 eingeteilt ist. In der einen
es sich als schwierig herausgestellt, eine Elektronen- Außenkammer (Elektronenschleuderkammer 12) be-
schleuder mit einer höheren Raumladungskonstante findet sich eine Elektronenabgabequelle oder Elek-
als 0,5'10~(i zu schaffen und dabei einen konver- tronenschleuder22; in der anderen Außenkammer
(Bearbeitungskammer 16) befindet sich ein Zielmaterial 24, das das zu bearbeitende Material darstellt.
In jedem der Trennstege 18 und 20 ist eine öffnung 26 bzw. 28 enthalten. Diese Öffnungen sind
zur Achse des von der Elektronenschleuder 22 abgegebenen Elektronenstrahls ausgerichtet. Mit Hilfe
der "Vorrichtung 30 wird ein homogenes Magnetfeld erzeugt, das parallel zur Achse des Elektronenstrahls
verläuft. Dabei bewegen sich die von der Elektronenschleuder 22 abgegebenen Elektronen auf
wendeiförmigen Bahnen zu den Öffnungen 26 und 28 hin. Der Abstand zwischen den Trennstegen 18 und
20 und zwischen dem Trennsteg 18 und der Elektronenschleuder 22 ist weitgehend gleich einer ganzen
Anzahl von Umläufen der wendeiförmigen Bahnen, auf denen sich die Elektronen bewegen, gewählt.
An die Kammern 12, 14 und 16 sind Pumpvorrichtungen 32, 34, 36' angeschlossen, die zur
Evakuierung der betreffenden Kammern dienen.
Bewegt sich ein Elektron parallel zu einem homogenen
Magnetfeld, so wird es nicht abgelenkt; es bewegt sich daher entlang einer geraden Linie. Wenn
das betreffende Elektron sich dagegen in einer rechtwinklig zu dem betreffenden homogenen Magnetfeld
verlaufenden Richtung bewegt, so wird es auf eine Kreisbahn abgelenkt. Wenn sich ein Elektron in eine
zwischen den beiden gerade betrachteten Richtungen liegende Richtung bewegt, so entspricht seine Bewegungsbahn
einer Wendellinie, deren Achse parallel zu dem betreffenden Magnetfeld verläuft. Elektronen,
'die einen Punkt auf einer magnetischen Feldlinie unter dem gleichen Winkel, jedoch in verschiedenen
Richtungen verlassen, treten auf der Feldlinie gleichzeitig an einer Stelle auf, die lediglich
um den Abstand einer Umdrehung der Wendellinie (Steigung) versetzt ist. Die Steigung der betreffenden
Wendellinie hängt vom Kosinus des Winkels der Abweichung der Elektronen von den Feldlinien ab.
Bei kleinen Winkeln ändert sich die Steigung nur kaum mit einer Änderung des Winkels. Ist ein
Magnetfeld parallel zu einem Elektronenstrahl gerichtet, so bewegen sich sämtliche Elektronen in
derselben Richtung; die betreffenden Elektronen treten von der Ausgangsstelle aus in einem jeweils
der Steigung der Wendellinie entsprechenden Abstand auf der Elektronenstrahlachse versetzt auf.
Auf diese Weise entsteht von der Elektronenabgabeoberfläche nach einem oder mehreren Umläufen oder
Steigungen der Wendellinie durch die entlang der Feldlinien bewegten Elektronen ein Abbild. Die
Länge einer Umdrehung oder Steigung der Wendellinien ist gleich
.21,2-10-« yV cos β
B
B
Hierin bedeutet V die Elektronengeschwindigkeit in Volt, B die magnetische Flußdichte in Wb/nV-
und Θ der Ablenkwinkel, bezogen auf die FeId-Jinien.
Bei dem in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiel wird die Herstellung von Abbildern
der emittierenden Oberfläche dazu ausgenutzt, die Menge an zur Elektronenschleuder hin gelangenden
Gasen oder Dämpfen zu vermindern. Die in F i g. 1 dargestellte Elektronenstrahlvorrichtung enthält, wie
erwähnt, den luftdicht abgeschlossenen Behälter 10, der eine geeignete Form besitzt, wie eine Rechteckform,
Zylinderform usw. Der Behälter 10 ist durch zwei zueinander parallelverlaufende Trennstege 18
und 20 in drei Kammern 12,14, 16 eingeteilt. Die Trennstege können aus irgendeinem geeigneten Material
bestehen, das den im Behälter herrschenden Temperaturen und den vorliegenden Umgebungsbedingungen zu widerstehen imstande ist.
Gemäß Fig. 1 befindet sich im Mittelteil jedes
Trennsteges 18 und 20 eine kreisförmige Platte 38
ίο bzw. 40 aus ferromagnetischem Material, wie Stahl.
Der übrige Teil der Trennstege besteht aus einem anderen Material, wie aus Kupfer. In der Mitte der
Platten 38 und 40 befinden sich zueinander ausgerichtete öffnungen 26 und 28, auf die nachstehend
noch näher eingegangen wird. Die jeweils einen Teil der Trennstege bildenden Platten 38 und 40 dienen
noch als Polstücke bei der Erzeugung eines homogenen Magnetfeldes in der Zwischen- oder Durchgangskammer
14, Dieses homogene Magnetfeld verläuft parallel zu der zwischen den Öffnungen 26 und
28 verlaufenden Achse. Zur Erzeugung des betreffenden Magnetfeldes ist eine Vielzahl von Eisenspulen
42 vorgesehen, die zwischen den Außenseiten der Platten 38 und 40 angeordnet sind.
Wie F i g. 1 erkennen läßt, befindet sich die Elek- ,
tronenabgabequelle oder Elektronenschleuder 22 in der einen Endkammer, die nachstehend auch als
Elektronenschleuderkammer 12 bezeichnet wird. In dieser Kammer ist die betreffende Elektronenschleuder
derart angeordnet, daß entlang der die Öffnungen 26 und 28 verbindenden Achse ein Elektronenstrahl
abgegeben werden kann. Die Elektronenschleuder 22 kann irgendeine geradlinige Elektronenschleuder
sein, vorzugsweise jedoch eine solche, die sich für die Abgabe hoher Ausgangsströme eignet,
wie eine Pierce-Elektronenschleuder. Die Elektronenschleuder 22 ist in geeignetem Abstand zum Trennsteg
18 angeordnet und befindet sich dabei in der Mittelöffnung eines Polstückes 44, das ähnlich wie
die Platten 38 und 40 durch eine Platte aus ferromagnetischem Material gebildet sein kann.
Zwischen der Elektronenschleuder 22 und der Öffnung 26 wird mit Hilfe einer Eisenspule 46Λdie
zwischen den Außenseiten der Platten 38 und 44 angeordnet ist, ein homogenes Magnetfeld erzeugt.
Durch dieses homogene Feld werden die von der Emissionsoberfläche der Elektronenschleuder 22 abgegebenen
Elektronen unmittelbar beeinflußt, und zwar derart, daß sie nach Austritt aus der Emissionsoberfläche
sich auf einer wendeiförmigen Bahn bewegen und bei jeder ganzen Zahl an Umdrehungen
oder Steigungen der wendeiförmigen Bahn Abbilder der Emissionsfläche erzeugen.
Der Abstand zwischen den Polstücken 38 und 40 und der Abstand zwischen der Emissionsoberfläche
der Elektronenschleuder 22 und dem Polstück 38 sind so gewählt, daß ein Abbild der Emissionsoberfläche
gerade in jeder der öffnungen 26 und 28 erzeugt wird. Dabei ist der Abstand zwischen den öffnungen
26 und 28 und zwischen der Emissionsoberfläche und der öffnung 26 so gewählt, daß sich in
beiden Fällen die gleiche Anzahl an Umdrehungen oder Steigungen der wendeiförmigen' Bahn ergibt.
Wie zuvor erwähnt, wird als Elektronenschleuder 22 vorzugsweise eine Pierce-Elektronenschleuder verwendet. Eine derartige Elektronenschleuder liefert einen hohen Strahlstrom, wodurch die auf das zu bearbeitende Material 24 wirkende Heizleistung
Wie zuvor erwähnt, wird als Elektronenschleuder 22 vorzugsweise eine Pierce-Elektronenschleuder verwendet. Eine derartige Elektronenschleuder liefert einen hohen Strahlstrom, wodurch die auf das zu bearbeitende Material 24 wirkende Heizleistung
entsprechend hoch ist. Wie in Fig. 2 dargestellt, enthält die Pierce-Elektronenschleuder bei der dargestellten
Ausführungsform eine Emissionsoberfläche oder Kathode 48 in Form eines länglichen Zylinders
oder Heizfadens aus einem geeigneten Material, wie Wolfram. Durch diesen Heizfaden wird ein entsprechend
hoher Strom hindurchgeleitet. In gewissen Anwendungsfällen kann auch eine indirekt geheizte
Kathode verwendet werden. Zwei Platten 50 und 5?, die zusammen als Fokussierungselektrode dienen,
vorlaufen von der Kathode 58 aus unter einem Öffnungswinkel von jeweils 671Za0, bezogen auf die
Mittellinie des Elektronenstrahls; die beiden Platten 50 und 52 bestehen aus einem temperaturbeständigen
Material. Ein geeignetes Material hierfür ist Wolfram oder Tantal. Die Fokussierungselektroden
können als eine Platte mit einem darin befindlichen Schlitz zur Aufnahme der Kathode ausgebildet sein.
Die Kathode 48 und die beiden Fokus'sierungsplatten 50 und 52 liegen auf hohem negativem Potential, das
von einer Spannungsquelle 54 geliefert wird.
Bei der dargestellten Ausführungsform besteht die Anode der Elektronenschleuder aus zwei Metallstäben
56 und 58. die parallel zur Kathode verlaufen und zu beiden Seiten des Elektronenstrahls angeordnet
sind. Die Stäbe, die verschiebbar angeordnet sein können, bestehen aus einem hitzebeständigen
Material, wie aus Wolfraum, Tantal usw. Die Stäbe 56 und 58 und ebenso die Polstücke 44, 38, 40 und
das Zielmaterial 24 sind geerdet. Wie vorstehend erwähnt, erfolgt eine zwangsweise Führung der Elektronen
durch das Magnetfeld, sobald sie aus der Kathode austreten; damit ist ein Divergieren der
Elektronen verhindert. Dies gestattet die Verwendung von verstellbar angeordneten Stäben als
Anoden und die Anwendung eines relativ kleinen Abstandes zwischen der Anode und der Kathode
und damit auch einen höheren Strahlstrom. Ohne das Magnetfeld würde eine derartige Konstruktion
zum Entstehen eines divergierenden Elektronen-Strahls führen, der normalerweise unbrauchbar wäre.
Die magnetische Direktion setzt ferner die Menge der auf die Anode auftreffenden Elektronen herab,
wodurch sogar bei hohen Strömen eine andere Anodenkühlung als die durch Abstrahlung bewirkte
Kühlung nicht erforderlich ist.
Da ein Abbild der Emissionsoberfläche in den öffnungen 26 und 28 erzeugt wird, besitzen die Öffnungen
26 und 28 die gleiche Form wie die Elektronenabgabeoberfläche.
Außerdem sind diese Öffnungen 26 und 28 rechteckförmig ausgebildet, da
auch die Kathode von rechteckiger Form ist. Die Kanten der Öffnungen 26 und 28 sind abgeschrägt,
um zu verhindern, daß die Elektronen auf die Polstücke 38 und 40 auftreffen. Die Abschrägungen
sind jedoch nicht kritisch.
Zufolge des Auftreffens des Elektronenstrahls auf das Zielmaterial 24 wird dieses erhitzt; dadurch entwickeln
sich Gase und Dämpfe. Die Trennstege 40 und 38 vermindern dabei in beträchtlichem Umfang
die Menge der in die Elektronenschleuderkammer 12 eintretenden Gase und Dämpfe. Die Gase und
Dämpfe können nur durch die Öffnungen 26 und 28 in die Elektronenschleuderkammer 12 eintreten. Da
die öffnungen 26 und 28 in Form und Größe der
Form und Größe der Elcktrcnenabgabefläche entsprechen,
tritt nur eine relativ geringe Verlustmenge an Gasen und Dämpfen zwischen den Kammern auf.
Die Eindringmenge an Gasen und Dämpfen durch die Öffnung 26 ist besonders klein, da bei normalem
Betriebsdruck in den Kammern 12 und 14 durch die öffnung 26 an Stelle eines normalen viskosen Stromes
ein sogenannter Molekularstrom hindurchtritt. Dabei nimmt die Strömungsmenge an Gasen und Dämpfen
durch die Austrittsöffnungen beträchtlich ab, sobald ein Druck erreicht ist, bei dem ein Molekularstrom
an Stelle eines viskosen Stromes auftritt. Dieser Druck ist so groß, daß die mittlere freie
Weglänge der Dampf- oder Gasmoleküle gleich oder geringer isf als der Abstand zwischen den Seiten der
Austrittsöffnungen. Der Molekularstrom der Gase durch eine Austrittsöffnung ist etwa 43% geringer
als der durch dieselbe Austrittsöffnung hindurchtretende viskose Strom. Durch Verwendung einer
Öffnung 26 in Form eines schmalen Rechteckes tritt der Molekularstrom bei höherem Druck auf als bei
Verwendung einer kreisförmigen Öffnung gleicher Flächengröße. Dies führt zu einer beträchtlichen
Verkleinerung der einen bestimmten Druckunterschied zu beiden Seiten der Öffnung aufrechterhaltenden
Vakuumpumpe; anders ausgedrückt heißt dies, daß es hierdurch möglich ist, eine Öffnung
mit größerer Querschnittsfläche bei gegebener Pumpengröße zu verwenden.
Das zu bearbeitende Zielmaterial, das ein Metall oder ein Nichtmetall sein kann, ist in geeigneter
Weise in der Bearbeitungskammer 16 angeordnet. Der aus der letzten Öffnung 28 austretende Elektronenstrahl
wird nicht' mehr durch das Magnetfeld beeinflußt, wodurch er sich zufolge des Ladungsabstoßes aufteilt. Die Stellung des Zielmaterials, bezogen
auf die letzte Öffnung 28, hängt von den auf dem Zielmaterial auszuführenden Arbeitsvorgängen
und von der Höhe der aufgewandten Leistung ab. Je dichter das Zielmaterial zum Abbildungspunkt
des Elektronenstrahls hin verschoben wird, desto stärker wird die Wärmewirkung des Elektronenstrahls
sein. Um das Zielmateria] z. B. zu schmelzen, wird der Elektronenstrahl normalerweise über dessen
gesamte Oberfläche verteilt, um heiße Brennflecken zu vermeiden. · /
Um die in die Zwischenkammer und in die Elektronenschleuderkammer
eindringende Menge an Ionen und Metalldampf herabzusetzen, kann das
Zielmaterial derart angeordnet sein, daß es nicht zu den öffnungen 26 und 28 ausgerichtet ist. Der aus
der öffnung 28 austretende Elektronenstrahl wird dann durch ein Quermagnetfeld auf das zu bearbeitende
Zielmaterial hin abgelenkt; dieses Quermagnetfeld wird von ejner geeigneten Vorrichtung (nicht
gezeigt) erzeugt, die hinter der letzten Öffnung 28 angeordnet ist. Durch Elektronenbeschuß des Zielmaterials
erzeugte Dämpfe und Ionen prallen daher eher auf den Trennsteg 40 auf, als daß sie durch
die öffnung 28 hindurchtreten.
ν Die Kammern 12,. 14 und 16 werden mit Hilfe geeigneter Pumpen 32, 34, 36 evakuiert. Zur Erzielung
größter Stabilität wird die Elektronenschleuderkammer 12 am stärksten evakuiert, d. h. auf ein*
Vakuum von mehr als 0,1 Mikron Quecksilbersäule gebracht. Auf Grund des bei der dargestellten Vorrichtung
vorhandenen Drucktrennungssystems tritt nur eine sehr geringe Menge an Dampf oder Gas
aus der Bearbeitungskammer 16 in die Elektronenschleuderkammer 12 ein. Auf diese Weise kann mit
Hilfe einer schnellaufenden Diffusionspumpe der
in geringer Menge auftretende Dampfstrom aus der Elektronenschleuderkammer 12, in der ein Hochvakuum
herrscht, beseitigt werden.
• Die Höhe des in der Bearbeitungskammer 16 herrschenden Druckes hängt von dem auf dem Zielmaterial 24 ausführenden Bearbeitungsvorgahg ab. Bei der Ausführung normaler Bearbeitungsvorgänge wird die Bearbeitungskammer vorzugsweise derart schnell evakuiert, daß eine hinreichend schnelle Ableitung von während der Ausführung des betreffen-' den Bearbeitungsvorganges auftretenden Dämpfen und Gasen erfolgt. Dabei kommt man mit einem relativ niedrigen Vakuum in der Bearbeitungskammer 16 aus, da hier die elektrostatischen Hochspannungsfelder nicht vorhanden sind. Daher kann eine Hochdruckpumpe, wie eine mechanische Vakuumpumpe, zur Evakuierung der Bearbeitungskammer 16 verwendet werden.
• Die Höhe des in der Bearbeitungskammer 16 herrschenden Druckes hängt von dem auf dem Zielmaterial 24 ausführenden Bearbeitungsvorgahg ab. Bei der Ausführung normaler Bearbeitungsvorgänge wird die Bearbeitungskammer vorzugsweise derart schnell evakuiert, daß eine hinreichend schnelle Ableitung von während der Ausführung des betreffen-' den Bearbeitungsvorganges auftretenden Dämpfen und Gasen erfolgt. Dabei kommt man mit einem relativ niedrigen Vakuum in der Bearbeitungskammer 16 aus, da hier die elektrostatischen Hochspannungsfelder nicht vorhanden sind. Daher kann eine Hochdruckpumpe, wie eine mechanische Vakuumpumpe, zur Evakuierung der Bearbeitungskammer 16 verwendet werden.
In der Durchgangskammer 14 herrscht ein Vakuum, das zwischen dem in der Bearbeitungskammer
16 und dem in der Elektronenschleuderkammer 12 herrschenden Vakuum liegt. Der zulässige Druckunterschied
zwischen den Kammern hängt von der Menge der sich entwickelnden Gase ab. Für geringe
Mengen an Gasen ist ein Druckunterschied bis zu etwa 100: 1 zulässig. In gewissen Anwendungsfällen kann die Durchgangskammer weggelassen
werden. Bei großen Mengen an sich entwickelnden Gasen wird der Druckunterschied vorzugsweise nicht
größer als 10:1 gewählt. Um über die Trennstege hinweg einen geringeren Druckunterschied zu erzielen,
können zusätzliche Durchgangskammern vorgesehen sein.
Bei einer dargestellten Ausführungsform . der Elektronenstrahlvorrichtung besitzt die Emissionsoberfläche eine Breite von etwa 3,2 mm und eine
Länge von etwa 22,2 mm. Die Öffnungen in den Trennstegen sind etwa 3,2 mm breit und 25,4 mm
lang. Die Polstücke bestehen aus Stahl und sind etwa 203 mm voneinander entfernt angeordnet. Die
Magnetfelddichte beträgt 108 Gauß bei 10 kV Elektronen und 130 Gauß bei 15 kV Elektronen. Die
Elektronenschleuderkammer wird auf 0,6 Mikron Quecksilbersäule evakuiert, die Zwischenkammer
auf 17 Mikron Quecksilbersäule und die Bearbeitungskammer auf 100 Mikron Quecksilbersäule.
Bei der in F i g. 3 dargestellten Ausführungsform,
bei der mit in F i g. 1 gezeigten Elementen übereinstimmende Elemente durch entsprechende Bezugszeichen mit einem nachfolgenden Index »α« bezeichnet
sind, wird das Magnetfeld durch »Helmholtz«- Spulen 60, 62, 64 erzeugt. Helmholtz-Spulen sind
koaxiale Luftspulen, die derart versetzt angeordnet sind, daß der Abstand zwischen den Spulenmitten
gleich dem mittleren Durchmesser der Spulen entspricht. Die Trennstege 18 a und 20 a zwischen den
Kammern 12 a,· 14 a und 16 a bestehen auch hier aus einem nichtmagnetischen Material, wie aus
wassergekühltem Kupfer.
Das Helmholtz-Spulensysterh gemäß F i g. 3 besitzt gegenüber dem in F i g. 1 dargestellten ferromagnetischen
System zwei Hauptvorteile. Der erste Hauptvorteil besteht darin, daß die Magnetlinien in
den Öffnungen nicht gekrümmt sind, sondern geradlinig parallel verlaufen, und zwar unbeeinflußt vom
Vorhandensein einer Austrittsöffnung bzw. von deren Dicke. Bei der in F i g. 3 dargestellten Ausführungsform
laufen die Elektronen daher nicht in einen Bereich hinein, in welchem die magnetischen
Feldlinien nicht parallel verlaufen, sondern auf einer Seite der Öffnung divergieren und auf der anderen
Seite konvergieren. Die nicht parallelverlaufenden Feldlinien können die Elektronen in dem Elektronenstrahl
ungleich beeinflussen; dies hängt von der Lage der Elektronen in der Öffnung ab. Der zweite
Hauptvorteil besteht darin, daß der induktive Widerstand der Luftspulen wesentlich geringer ist als der
ίο der Eisertkernspulen: Als Folge hiervon kann . die
Magnetfelddichte wesentlich höher gewählt werden als durch ein Nachstellsystem. Auf diese Weise können
jegliche Änderungen in der Höhe des an der Elektronenschleuderkathode herrschenden Potentials
ausgeglichen werden. Somit kann der Elektronenstrahl stets auf die Öffnung dirigiert gehalten
werden. , .
Durch die Erfindung ist also eine Elektronenstrahlvorrichtung geschaffen worden, die eine wirksame
Anwendung von leistungsstarken Raumladungselektronenschleudern gestattet, welche normalerweise
unbrauchbare, divergierende Elektronenstrahlen erzeugen. Ferner können in der erfindungsgemäßen
Vorrichtung relativ billige Pumpen verwendet werden, um in dem System das jeweils geforderte
Vakuum aufrechtzuerhalten.
Es sei darauf hingewiesen, daß in Abweichung von dem in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiel, bei dem nur eine Elektronenschleuder ver-
wendet wird, auch mehr als eine Elektronenschleuder mit jeweils zugehörigen Öffnungen in den Trenn-
. Stegen vorgesehen sein kann. Ferner kann es, wie vorstehend erwähnt, in gewissen Anwendungsfällen
wünschenswert sein, nur einen Trennsteg zu verwenden, d. h. einen Trennsteg, der den Vakuumbehälter
in zwei Kammern aufteilt, nämlich in eine Elektronenschleuderkammer und in eine Bearbeitungskammer.
Ferner kann es in manchen Fällen wünschenswert sein, mehr als drei Kammern vorzusehen.
Verschiedene weitere Änderungen und Modifikationen können in der oben beschriebenen
Elektronenstrahlvorrichtung noch vorgenommen werden, ohne daß von der allgemeinen Lehre der Erfindung
abgewichen wird.
Claims (8)
1. Vorrichtung zur Bearbeitung von Materialien mittels eines Elektronenstrahls, mit einem luftdichten
Behälter, der durch wenigstens eine eine Öffnung zum Durchtritt des Elektronenstrahls
aufweisende Trennwand in eine eine Elektronenabgabequelle aufnehmende, an eine erste Evakuierungspumpe
anzuschließende Kammer und eine an eine zweite Evakuierungspumpe anzuschließende
Bearbeitungskammer unterteilt ist, und mit einer ein Magnetfeld erzeugenden Vorrichtung
zur Direktion des Elektronenstrahls auf die Öffnung, dadurch gekennzeichnet,
daß eine ein homogenes und paralleles Magnetfeld erzeugende Vorrichtung vorgesehen ist, daß
sich die Elektronenabgabequelle (22; 22a) und und die Öffnung bzw. die Öffnungen (26, 28; 26 a,
28 a) in diesem Magnetfeld befinden, daß der Querschnitt der Elektronenabgabefiäche der Elektronenabgabequelle
(22; 22 a) in Form und Größe dem Querschnitt der Öffnung — bzw. dei
Öffnungen (26, 28, 26 a, 28 a) — gleicht und dal?
109 629/312
die Stärke des Magnetfeldes, die Geschwindigkeit der Elektronen und der Abstand zwischen
der Elektronenabgabefläche der Elektronenabgabequelle (22;'22α) und der Öffnung — bzw.
zwischen den Öffnungen (26, 28; 26 α, 28 α) —
so bemessen sind, daß die Elektronen auf ihrer wendeiförmigen Bahn zwischen der Elektronenabgabequelle
(22; 22«) und der Öffnung — bzw. zwischen den Öffnungen (26, 28, 26 α, 28 α) —
ganze Umläufe machen. '
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die linearen Querschnittsabmessungen der Öffnung bzw. der Öffnungen
(26, 28; 26 a, 28 a) derart bemessen sind, daß sie unter normalen Betriebsbedingungen klein gegenüber
der freien Weglänge der in den Kammern (12, 14, 16; 12 a, 14 a, 16a) enthaltenen Gase
sind.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Elektronenabgabefläche
der Elektronepabgabequelle (22; 22 a) und die Querschnittsfläche der Öffnung bzw. der Öffnungen
(26, 28; 26 a, 28 a) rechteckig sind.
4. Vorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Verhältnisse
der Drucke benachbarter Kammern (12, 14, 16; 12a, 14a, 16a) zwischen 10:1 und
100: 1 liegen.
5. Vorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die
Trennwand (18, 20) aus ferromagnetischem Material besteht und den Polschuh eines Elektromagneten
(42, 46) bildet.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die . Elektronenabgabequelle
(22) in einer Öffnung einer einen Polschuh eines Elektromagneten (46) bildenden Platte (44) aus
ferromagnetischem Material angeordnet ist.
7. Vorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die
Elektronenabgabequelle (22; 22a) als Pierce-Quelle ausgebildet ist.
8. Vorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die das
Magnetfeld erzeugende Vorrichtung wenigstens zwei Luftspulen (60, 62, 64) aufweist, deren Abstand
gleich ihrem Durchmesser ist, daß in der einen Luftspule (60) die Elektronenabgabequelle
(22 a) angeordnet ist und daß die andere Luftspule (62, 64) die Öffnung (26 a, 28 a) umfaßt.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
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