DE1610995C3 - Einrichtung zur automatischen fortlaufenden Dosierung des Nachsatzes an Flotten- oder Imprägniermittel in Flotten- oder Imprägnierbädern - Google Patents
Einrichtung zur automatischen fortlaufenden Dosierung des Nachsatzes an Flotten- oder Imprägniermittel in Flotten- oder ImprägnierbädernInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf eine Einrichtung zur automatischen fortlaufenden Dosierung des Nachsatzes
an Flotten- oder Imprägniermittel in Flotten- oder Imprägnierbädern von kontinuierlich arbeitenden Textil-Naßausrüstungsanlagen
durch gesteuerte Zugabe des Flotten- oder Imprägniermittels in hoher Konzentration
und Einstellung der Sollkonzentration durch eine die Zugabe von Verdünnungs- oder Lösungsmitteln
steuernde Vorrichtung.
Derartige Einrichtungen können insbesondere bei Textil-Naßausriistungsanlagen Anwendung finden,
durch deren Behandlungsflotte, beispielsweise Bleichflotte, die Warenbahn aus^ zusammengenähten Bahnabschnitten
von 100 bis 500 m Länge und mehr hindurchgeleitet wird, die mehrmals in der Stunde oder einer
Arbeitsschicht in der Qualität, im Warengewicht, in der Flotte sowie im Aufnahmegrad der Flotte wechseln
und häufig auch die Durchlaufgeschwindigkeit der Warenbahn durch die Behandlungsflotte variieren. Hierdurch
ändert sich nicht nur die Flotte in ihrer Konzentration, sondern auch in der chemischen Zusammensetzung,
so daß zur Erhaltung eines konstanten vorgegebenen Flottenwertes für die unterschiedlichen Bahnabschnitte
eine ständige Zugabe von Zusätzen erforderlich ist. Um jedoch möglichst unmittelbar nach Eintauchen
des neuen Warenbahnabschnittes in das Behandlungsbad die Behandlungsflotte dem neuen Warenbahnabschnitt
anpassen zu können und damit den Teil des neuen Warenbahnabschnittes möglichst klein zu
halten, der nicht mit der entsprechenden Flotte behandelt wird, kommt es entscheidend auf eine kurzfristige
Anpassung der Behandlungsflotte an die Warenbahn an.
Es sind Nachsatz-Dosiereinrichtungen bekannt, die zeitabhängig arbeiten und solche, bei denen lediglich
eine Meßanzeige erfolgt, die notwendige Zugabe an Nachsatz jedoch durch Einstellung von Hand erfolgen
muß. Die Berücksichtigung mehrerer Anzeigen/Laufgeschwindigkeit, Feuchte, Gewicht, Aufnahmegrad
usw. der Warenbahn gleichzeitig oder in möglichst kurzer Zeit ist hierbei schwierig.
Durch die DT-PS 9 41 725 ist ein Verfahren und eine
ίο Vorrichtung zum Aufbringen einer bestimmten Gewichtseinheit
eines Stoffes je Längeneinheit auf eine laufende Materialbahn bekannt, bei welcher gemäß
einem ersten Ausführungsbeispiel die Zugabe eines Zusatzes, z. B. von heißem Wasser zu einem Leim im Behandlungsbehälter,
durch einen Schwimmer an der Leimbadoberfläche gesteuert wird. Bei einem zweiten
Ausführungsbeispiel erfolgt die Zugabe des Zusatzes in Abhängigkeit von der Belastung einer Steuerfeder am
Boden des Leimbehäiters. — Die DT-AS 11 12 958 vermittelt
die· Lehre, in einen von dem Behandlungsbehälter getrennten Behälter einen pH-Regler anzuordnen,
durch den die Aufrechterhaltung eines gewünschten pH-Wertes der Behandlungsflüssigkeit bewirkt wird. — '
Durch die DT-AN S 18 824 ist eine Anlage zum automatischen Zubereiten einer Schlichte-Appretur- und
einer ähnlichen Flotte bekannt, wobei die Zugabe der Flottenbestandteile, die Mischzeit, die Kochzeit und die
Verteilung der Flotte automatisch in Anpassung an anfänglich eingegebene Sollwerte erfolgt. Eine unverzügliehe
Anpassung an schnell wechselnde Faktoren einer fortlaufenden Warenbahn während des Laufes derselben
ist hierbei nicht vorgesehen und nicht möglich. Diese bekannte Anlage, wie auch die vorstehend beschriebenen
Vorrichtungen, konnten daher keinen Weg zur Lösung der der Erfindung zugrunde liegenden Aufgabe
weisen, die Behandlungsflotte einer fortlaufenden Warenbahn den schnell schwenkenden Faktoren dieser
Warenbahn, wie Durchlaufgeschwindigkeit durch die Flotte, Warenqualität, Warengewicht, Feuchte, Aufnahmegrad
anzupassen, d. h., den Nachsatz an Flotte und deren chemischen Zusammensetzung, die Zugabe an
weiteren Flottenkomponenten, wie Netzmittel od. dgl., und Verdünnungsmittel schnell in Abhängigkeit von
den genannten Faktoren zu ermöglichen.
Hierzu sieht die Erfindung bei einer Vorrichtung der eingangs beschriebenen Gattung vor, daß mit dem die
Menge an konzentriertem Flotten- oder Imprägniermittel steuernden Mengenregler unmittelbar ein Netzmittelregelventil
verbunden ist und die die Zugabe an Verdünnungs- oder Lösungsmittel steuernde Vorrichtung
aus einem an sich bekannten pH-Messer besteht, >. der das Ventil einer unmittelbar in den Flotten- oder
Imprägnierbadbehälter mündenden Verdünnungs- oder Lösungsmittelleitung steuert.
Das genannte Netzmittelregelventil steht stellvertretend für ein Regelventil eines oder mehrerer andersartiger
Flotten- oder Imprägniermittelzusätze.
Die Erfindung geht von dem Gedanken aus, die Zugabe der Flotten- oder Imprägniermittelzusätze nicht
von der Menge oder einer anderen Größe des Mittels in dem Behälter abhängig zu machen, vielmehr den Zufluß
an Flotten- oder Imprägniermittel auszunutzen, was nicht nur eine Meßeinrichtung erspart, sondern
auch ein frühzeitigeres Meßergebnis liefert. Gleiches
6S gilt von der Konzentration des Flotten- oder Imprägniermittels,
die nicht durch einen Rechner in Abhängigkeit von der gemessenen Flotten- und Imprägniermittelmenge
und der für diese vorbekannte Konzentration,
sondern unmittelbar im Flotten- oder Imprägniermittelbehälter ermittelt wird, wodurch im Gegensatz zur
Anwendung eines Rechners die durch diesen kaum feststellbare Durchmischung bzw. die örtlichen Durchmischungsverhältnisse
von Flotten- und Imprägnierungsmittel mit dem Zusatz und dem Verdünnungsmittel
schnell erfaßbar sind.
In weiterer vorteilhafter Ausgestaltung der Erfindung werden die nicht variablen Werte, so z. B. die
Werte, die durch das Warengewicht je lfd. Meter Warenbahn, die spezifische Chemikalienmenge je Warengewicht,
die Aufnahmefähigkeit der Ware usw. bestimmt werden, von Hand oder durch Steuerung mittels
eines Lochstreifens od. dgl. in ein oder mehrere hintereinandergeschaltete Rechenwerke eingegeben, während
der den Warendurchsatz je Zeiteinheit bestimmende Wert (m/min) von der Transporteinrichtung der
fortlaufenden Warenbahn in die Rechenwerke einspeisbar ist.
Auf der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Einrichtung näher erläutert. Bei
dieser Einrichtung wird der Nachsatz einer wegen der durchlaufenden Ware nicht nur in der Menge, sondern
) auch in der Konzentration ungleichmäßig abnehmenden Bleichflotte selbsttätig geregelt, wobei wegen der
schnellen Zersetzung das erforderliche Netzmittel erst im Imprägniergefäß der Bleichflotte zugesetzt wird.
Wie die Zeichnung zeigt, sind die Rechen-, Anzeige- und Registriergeräte in einem zentralen Leitstand 1 zusammengefaßt,
während der pneumatische Warenlängengeber 2 an einer Welle 3 der Transporteinrichtung
und die Absperrelemente, Übertrager und der den Konzentrationsgrad messende pH-Messer 4 in der
Nähe oder unmittelbar am Flottenbehälter 5 mit der Bleichflotte 6 angeordnet sind.
Die alle Geräte speisende Druckluft wird aus einer zentralen Verteilerleitung 7 zugeführt, wobei an den
meisten Anschlußstellen der einzelnen Geräte noch Justierventile 8 angeordnet sind. In der Zeichnung sind
die Luftzuführleitungen gestrichelt, die pneumatischen Steuerleitungen dagegen voll ausgezogen gezeichnet.
Das dargestellte Beispiel betrifft eine einfachere Ausführung einer Dosieranlage, bei der die Ermittlung
der Warendurchsatzmenge je Zeiteinheit aus der lau-)
fend gemessenen Meterzahl und dem von Hand eingestellten Warengewicht je Meter Warenlänge ermittelt
wird. Zu diesem Zweck gibt der aus der Verteilerleitung 7 mit Druckluft versorgte Warenlängengeber 2 in
Abhängigkeit von der Drehzahl der Welle 3 einen der jeweiligen Meterzahl (m/min) entsprechenden Luftdruck
über die Steuerleitung 9 an einem pneumatischen Multiplikationsrechenwerk 10. Das bekannte Gewicht
der Ware je Meter Länge (kg/lfdm) wird von Hand an einem praktisch ein Drosselventil darstellenden Geber
12 eingestellt, der einen entsprechenden Luftdruck über eine Leitung 13 ebenfalls an das Rechenwerk 10 gibt,
das aus beiden Werten das Produkt Warenmenge je Zeiteinheit in kg/min bildet An einem an die Steuerleitung
9 angeschlossenen und in m/min geeichten Manometer 11 kann der jeweilige Momentanwert der Warenlänge
je Zeiteinheit abgelesen werden.
Der im Rechenwerk 10 ermittelte und in einem pneumatischen Impuls umgesetzte Meßwert kg/min, der
auch an einem Manometer 15 abgelesen werden kann, wird nunmehr über eine Steuerleitung 14 in ein zweites
Multiplikationsrechenwerk 20 eingespeist, das die Nachsatzmenge der Chemikalien in kg oder ltn/min ermitteln
soll. Zu diesem Zweck muß noch in das Rechenwerk 20 der zweite Faktor, nämlich die gewünschte
Chemikalienmenge je kg Ware in Itr7kg Ware eingespeist
werden. Dies geschieht wiederum durch Einstellung von Hand an einer in ltrVkg geeichten Reduzierdüse
16, die den entsprechenden pneumatischen Impuls über eine Steuerleitung 17 an das Rechenwerk 20 gibt,
das aus beiden Werten die Nachsatzmenge in ltrVmin errechnet. Dieser Wert wird dann als pneumatisches
Signal über eine Leitung 18 in ein weiteres Rechenwerk 30 eingespeist, das diesen Wert quadriert, so daß das
Ergebnis direkt zur Sollwertvorgabe eines Mengenregelkreises benützt werden kann, der mittels eines pneumatischen
Regelventils 22 den Zufluß des Konzentrats aus der Leitung BL regelt Zu diesem Zweck wird der
im Rechenwerk 30 quadrierte Wert über die Steuerleitung 19 zu einem pneumatischen Mengenregler 40 geleitet
und außerdem über die Leitung 23 im Manometer 24 angezeigt
Der pneumatische Mengenregler 40 steuert über die Leitung 21 stufenlos das Regelventil 22 und damit den
Zulauf des Bleichflottenkonzentrats aus der Leitung BL Im dargestellten Beispiel wird der Konzentratzufluß
in einer Meßblende 26 gemessen und von einem Differenzdruckgeber 27 über die Leitung 28 zum Mengenregler
40 übertragen und über die Leitung 29 in einem Vergleichsmanometer 25 zum Manometer 24 angezeigt.
Soll gleichzeitig, aber getrennt vom Bleichmittel eine andere Flottenkomponente, z. B. ein Netzmittel aus
einer Zuleitung Nm zugesetzt werden, so wird das Netzmittelregelventil 31 dieser Leitung unter Zwischenschaltung
einer Verhältnisreduzierung parallel mit dem Regelventil 22 oder — wie in der Zeichnung
dargestellt — direkt vom Differenzdruckgeber 27 über die Leitung 29 gesteuert.
Durch den Nachsatz von Konzentrat ist es jetzt nur noch erforderlich, den niedrigen Konzentrations-Sollwert
durch Verdünnung der Flotte mittels Wasser einzustellen. Dies geschieht durch einen getrennten, von
einem pH-Messer 4 gesteuerten Regelkreis. Hierbei wird der gemessene pH-Wert in einem pneumatischen
Übertrager 32 in einen pneumatischen DruckwerLumgesetzt und über die Leitung 33 in einen Regler 34 gegeben,
der dann über die Leitung 36 das pneumatische Regelventil 27 der Wasserzuflußleitung H2O steuert.
Die Sollkonzentration ist hierbei mittels eines Drossel-Drehknopfes 35 am Regler 34 einstellbar.
Eine weitere Kontrolle kann durch Registrierung der Meßwerte erfolgen, indem die Warenlänge in m/min,
die Warenmenge in kg/min und der Flottensollwert in ltrAg Ware in einem pneumatischen Schreiber 42 registriert
und der Gesamtflottenverbrauch in einem über die Leitung 43 gesteuerten Summierwerk 44 gezählt
wird. Hierbei ist der Schreiber 42 über die Luftleitungen 38,39 und 41 an den entsprechenden Steuerleitungen
angeschlossen. Durch den Mengenregler 40 ist ein akustisches Signal 45 auslösbar, falls durch eine Störung
an irgendeiner Stelle der Anlage der gesteuerte und der rückgemeldete Konzentratzufluß nicht übereinstimmen.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Claims (2)
1. Einrichtung zur automatischen fortlaufenden Dosierung des Nachsatzes an Flotten- oder Imprägniermittel
in Flotten- oder Imprägnierbädern von kontinuierlich arbeitenden Textil-Naßausrüstungsanlagen
durch gesteuerte Zugabe des Flotten- oder Imprägniermittels in hoher Konzentration und Einstellung
der Sollkonzentration durch eine die Zugabe von Verdünnungs- oder Lösungsmitteln steuernde
Vorrichtung, dadurch gekennzeichnet, daß mit dem die Menge an konzentriertem Flottenoder
Imprägniermittel steuernden Mengenregler (40) unmittelbar ein Netzmittelregelventil (31) verbunden
ist und die die Zugabe an Verdünnungsoder Lösungsmittel steuernde Vorrichtung aus
einem an sich bekannten pH-Messer (4) besteht, der das Ventil (37) einer unmittelbar in den Flottenoder
Imprägnierbehälter (5) mündenden Verdünnungs- oder Lösungsmittelleitung steuert.
2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die das Warengewicht, die spezifische Chemikalienmenge je Warengewicht, die Aufnahmefähigkeit
der Ware usw. bestimmenden Werte von Hand oder durch Steuerung mittels eines Lochstreifens
od. dgl. in ein oder mehrere hintereinandergeschaltete Rechenwerke (10, 20, 30) eingebbar
sind, während der den Warendurchsatz je Zeiteinheit (m/min) bestimmende Wert von der Transporteinrichtung
der Warenbahn in die Rechenwerke (10, 20,30) einspeisbar ist.
Applications Claiming Priority (4)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEK0059046 | 1966-04-21 | ||
| DEK0059046 | 1966-04-21 | ||
| DE19691928921 DE1928921A1 (de) | 1966-04-21 | 1969-06-06 | Waeschebehandlungsmaschine zum Waschen,Spuelen und/oder Trocknen von Waesche |
| DE19702026006 DE2026006A1 (de) | 1966-04-21 | 1970-05-22 | Wäschebehandlungsmaschine zum Waschen, Spülen und/oder Trocknen von Wäsche |
Publications (3)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE1610995A1 DE1610995A1 (de) | 1971-02-25 |
| DE1610995B2 DE1610995B2 (de) | 1976-01-15 |
| DE1610995C3 true DE1610995C3 (de) | 1976-08-19 |
Family
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