DE1608131C - Gesinterte Karbidhartlegierung - Google Patents
Gesinterte KarbidhartlegierungInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine gesinterte Karbidhartlegierung mit 25 bis 75% Titankarbid und 25 bis 75%
eines austenitischen oder durch Umwandlung und/oder Ausscheidung intermetallischer Phasen härtbaren
Stahls.
Es sind sogenannte Karbidhartlegierungen bekannt, die auf pulvermetallurgischem Wege hergestellt werden
und bis zu 75% Karbid, feinverteilt in einer Stahlgrundmasse als Binder enthalten. Von den bekannten
Hartmetallen unterscheiden sich diese Karbidhartlegierungen dadurch, daß der Binder, welcher bei Hartmetallen
aus Eisen, Kobalt oder Nickel besteht, härtbar ist. Auf diese Weise ist es möglich, das gesinterte
Halbzeug im nichtgehärteten Zustand auf Fertigmaß zu bearbeiten und anschließend durch eine geeignete
Wärmebehandlung zu härten. Man kann dabei den Vorteil guter Bearbeitbarkeit des Halbzeugs mit dem
Vorteil hoher Härte, welche bis 75 RC betragen kann, verbinden. Da eine Legierung mit 25 bis 75% Karbidanteil
auf schmelzmetallurgischem Wege nicht erzeugt werden kann, erfolgt die Herstellung der Karbidhartlegierung
auf dem bekannten pulvermetallurgischen Weg.
Karbidhartlegierungen enthalten in der Regel Titankarbid als Karbidkomponente, welches bis zu einem
gewissen Anteil auch noch durch ein anderes Karbid ersetzt sein kann. Als Binder sind vor allem austenitische
oder durch Umwandlung und/oder Ausscheidung härtbare Stähle im Gebrauch. Die austenitischen
und teilweise auch martensitischen Stähle haben neben dem Vorteil der Härtbarkeit auch noch die günstigen
Eigenschaften, korrosions- und warmbeständig zu sein. Damit sind Karbidhartlegierungen mit einer
solchen Stahlgrundmasse für Gegenstände mit Vorteil zu verwenden, die neben einer guten Verschleißfestigkeit
und Warmbeständigkeit auch eine gute Korrosionsbeständigkeit aufweisen müssen.
Bei der Herstellung der bekannten Karbidhartlegierungen hat sich nun herausgestellt, daß Schwierigkeiten
entstehen, wenn die Legierungen in einem schlechteren Vakuum als 10~2Torr gesintert werden. Neben der
Entstehung von porösen Randschichten auf Grund von Abdampfungen tritt dann nämlich eine Aufkohlung
der Siiiterlinge durch in der Ofenatmosphäre vorhandene
Kohlenwasserstoffe, Kohlenmonoxyd od.dgl.
auf. Da die Erzeugung eines Hochvakuums mit einem Unterdruck über 10~a Torr die Produktion verteuert,
sind schon zahlreiche Versuche zur Anwendung eines schlechteren Vakuums gemacht worden. So ist es z. B.
bekannt, zur Vermeidung von Abdampfungen in den Oberilächenzonen und die dadurch bedingte Porosität
der Randzonen das Titankarbid an Chromkarbid in einem mehr oder weniger abgesättigten Mischkarbid
zu binden. Durch diese Maßnahme konnten Karbidhartlegierungen zwar in einem schlechteren, z. B. in
einem technischen Vakum ohne Bildung von durch Abdampfungen entstandenen porösen Randzonen gesintert
werden, es ergab sich aber aus ungeklärten . Gründen, daß Preßlinge mit einem Durchmesser von
mehr als etwa 60 mm nicht mehr bis zum Kern durchsinterten.
Die bekannten gesinterten stahlgebundenen Karbidhartlcgierungen werden insbesondere als Werkstoffe
für Warm- oder Kaltarbeitswcrkzeuge eingesetzt, die einem hohen Verschleiß ausgesetzt sind. Eine hohe
Härte des für verschleißfeste Gegenstände eingesetzten Werkstoffes genügt aber allein nicht. Maßgebend für
die Verschleißfestigkeit ist vielmehr der Widerstand des Werkstoffes gegen Abrieb.
Es hat sich nun herausgestellt, daß die bisher bekannten Karbidhartlegierungen keine genügende Festigkeit
gegenüber Fremdverschleiß durch pulverförmige oder körnige Fremdwerkstoffe, wie Metallpulver,
Porzellanmassen, Zement, Sand usw., aufweisen. Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, Karbidhartlegierungen
vorzuschlagen, die eine ausreichende Verschleißfestigkeit gegen den Fremdverschleiß durch
pulverförmige oder körnige Fremdwerkstoffe aufweisen.
Überraschenderweise wurde festgestellt, daß diese
Bedingung erfüllt ist, wenn man bei einer gesinterten Karbidhartlegierung, bestehend aus 25 bis 75 % Titankarbid
und 25 bis 75% Stahl, einen austenitischen oder durch Umwandlung und/oder Ausscheidung intermetallischer
Phasen härtbaren Stahl wählt und diesem neben anderen Elementen 1,2 bis 15% Mangan zusetzt.
Es sind zwar Karbidhartlegierungen bekannt, die
ao neben Titankarbid in der angegebenen Menge eine austenitische oder durch Umwandlung und/oder Ausscheidung
härtbare Stahlgrundmasse enthalten und auch Stähle als solche, die Mangan in der angegebenen
Menge aufweisen. Es war aber nicht zu erwarten, daß sich mit Mangan legierte härtbare Stähle als Stahlgrundmasse
für Karbidhartlegierungen derart wirsam gegen Fremdverschleiß durch pulverförmige oder körnige
Fremdwerkstoffe, wie er beispielsweise bei Preßformen für alle pulverförmigen oder körnigen Produkte
metallischer oder keramischer Art, Mischflügeln, Andrückrollen für Schleifscheiben, Sandstrahldüsen,
Mahlkugeln u.id ähnliche Teile auftritt, verhalten wurden. So hat z. B. eine Karbidhartlegierung mit
einer Stahlmatrix ohne Mangan bei einer Härte von etwa 70 RC beim Andrücken (Profilieren) von Schleifscheiben
trotz ihrer vergleichsweisen Härte die gleiche Standzeit wie ein Stahl mit 1,9% Mangan und einer
Härte von etwa 63 RC. Eine Karbidhartlegierung mit dem erfindungsgemäßen Zusatz von Mangan zu ihrer
Stahlgrundmasse hat demgegenüber eine um das 5fache höhere Standzeit.
Hinzu kommen zwei erhebliche Vorteile bei der Erzeugung von Karbidhartlegierungen mit einer hartbaren
Stahlgrundmasse, die 1,2 bis 15% Mangan enthält, weiche überraschend und keinesfalls vorhersehbar
waren. Diese bestehen einmal in der Möglichkeit, in einem Vakuum schon ab 5 · 10~l Torr sintern zu können,
ohne daß sich eine durch Abdampfungen entstandene poröse Randzonc bei den Sinterungen zeigte.
Zum anderen ist es möglich, auch Preßlinge mit einem Durchmesser von mehr als 60 mm bis zum Kern hin
durchzusintern.
Die Erhöhung der Verschleißfestigkeit von Gegenständen a'4S der erfindungsgemäß zusammengesetzten
Karbidhaftlegierung in Verbindung mit den erwähnten Verbesserungsmöglichkeiten bei der pulvermetallurgischen
Herstellung, insbesondere bei der Sinterung, stellt die erfindungsgemäße Karbidhartlegierung auf
eine Stufe, welche durch die bekannten Karbidhartlegierungen
bisher nicht erreicht werden konnte.
Die nachfolgenden Beispiele geben einen Ausschnitt des erfindungsgemäß beanspruchten Legierungsbereichs.
B e i s ρ i e I 1
Eine Karbidhartlegierung mit
33% TiC und
67 % Stuhl, bestehend aus
Claims (1)
- 3 48°/oNi, ' 13% Cr,9% Co, 5,75°/0Mo,5 °/o Mo, . 2,75% Ti,0,7% Ti, 1,60% Al,0,7% Al, 5 0,70% Nb,0,5% Cu, 0,01% B,0,02% B, Λ 1,95% Mn,1,5% Mn, Rest Fe,
Rest Fe,io hat eine durch Ausscheidung intermetallischer Phasensteht als Beispiel für eine durch Umwandlung und Aus- härtbare Stahlgrundmasse. Die Härte im abgeschreck-scheidung intermetallischer Phasen (Nickelmartensit) ten (austenitischen) Zustand wurde mit 35 bis 38 RChärtbare Stahlgrundmasse, deren Härte im lösungsge- und nach einem 16stündigen Anlassen bei 7900C undglühten Zustand 45 bis 49 RC und nach Aushärten anschließendem 16stündigem Halten bei 6500C zuwährend 6 bis 8 Stunden bei 4800C eine Härte von 64 15 54 bis 56 RC gemessen.bis 66 RC aufwies.Beispiel 5
Beispiel 2 .Die Legierung mitEine Legierung mit 30% TiC und33% TiC und 30 70% Stahl mit67% Stahl, bestehend aus 1,25% C,0,90% C, . 12,5% Mn,0,12% V, Rest Fe,Re'st Fe ' a5 ^at au^ Gruri(i mres hohen Mangangehaltes insbesondere nach dem Abschrecken eine rein austenitischeist ein Beispiel für eine rein martensitische Grund- Stahlgrundmasse. Sie ist somit nicht magnetisierbar, masse, die, von 81O0C in OeI gehärtet und je nach not- Dieser sogenannte Manganaustenit besitzt bszüglich wendiger Zähigkeit bei 150 bis 3500C angelassen, eine seiner Verschleißfestigkeit wesentlich günstigere Eigen-Harte je nach Anlaßtemperatur von 65 bis 71 RC auf- 30 schäften als der Nickelaustenit gemäß Baispiel 4, wie weisen kann. er beispielsweise in rostfreien Stählen vorliegt. DieBeispiel 3 Härte dieser Legierung wurde mit 45 bis 48 RC gemessen.Eine Legierung mit Die Herstellung der erfindungsgemäß zusammenge-330/ TiC und 35 setzten Karbidhartlegierung erfolgt auf bekanntem67°/ Stahl bestehend aus pulvermetallurgischem Weg. Die Einzelkomponsntenj 2°/ C werden auf eine Korngröße von etwa 2 bis 5 Mikron15°/° Mo gemahlen, zu Formkörpern gepreßt und anschließend6Q0I Mn' gesintert. Nach dem Sintern werden die Teile auf Fer-Rest Fe ' 4° t'groaß fertig bearbeitet und anschließend durch eineje nach Qualität geeignete Wärmebehandlung ausgesteht als Beispiel für eine martensitische, d. h. durch härtet.
Umwandlung härtbare Stahlgrundmasse, die nocheinen gewissen Restaustenitgehalt besitzt. Diese Legie- Patentanspruch:rung erreicht ihre maximale Härte nach einem Ab- 45schrecken von 10400C in OeI. Trotz des Restaustenit- Gesinterte Karbidhartlegierung mit hoher Vergehalts wird eine Härte von 7.0 bis 72 RC erreicht. Schleißfestigkeit, insbesondsre Reib- und Erosions-P . . , . verschleißfestigkeit, bestehend aus 25 bis 75%Beispiel 4 Titankarbid und 25 bis 75% Stahl, d a d u rc hDie Legierung mit 5o gekennzeichnet, daß der austenitische30% TiC und oder durch Umwandlung und/oder Ausscheidung70% Stahl, bestehend aus intermetallischer Phasen härtbare Stahl 1,2 bis 15%38% Ni, Mangan enthält.
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