DE1607642A1 - Verfahren und Vorrichtung zum Abtrennen einer Grobfraktion aus einem pneumatisch gefoerderten Schuettgutstrom - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zum Abtrennen einer Grobfraktion aus einem pneumatisch gefoerderten SchuettgutstromInfo
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Description
Pat/Bu/Je/Nc
■ Darf nicht geändert werden ( | 6 07642
Verfahren und Vorrichtung zum Abtrennen einer Grobfraktion aus einem pneumatisch geförderten Schüttgutstrom
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Sichten von Fördergut
innerhalb eines pneumatischen Förderstranges, das heißt also zum Abtrennen und Ausschleusen einer Grobfraktion aus einem Gutstrom, sowie
auf eine Vorrichtung zur Durchführung dieses Verfahrens.,
Die Aufgabe, das beispielsweise von einer Mahlvorrichtung weg- und zu
einer Siebvorrichtung hingeförderte Korngemisch während des Fördervorganges zu sichten, ist bisher noch nicht gelöst worden. In Mühlenanlagen
ist ein derartiges Sichtverfahren jedoch von großer Bedeutung und würde insbesondere den einem Walzenstuhl nachgeschalteten Plansichter wesentlich entlasten, so daß an Siebfläche gespart und die
Sichtleistung der übrigen Siebe erhöht werden kann. Damit wäre ein weiterer bedeutsamer Schritt in den Bestrebungen getan, das Mühlendiagramm
weiter zu verkürzen.
Das Verfahren, mit dem diese Sichtaufgabel gelöst werden, ist gemäß
der Erfindung dadurch gekennzeichnet, daß das Schüttgut mit mindestens Fördergeschwindigkeit und mit Hilfe der Förderluft wiederholt unter
spitz·» Winkel gegen Siebflächen geschleudert' wird, durch die hindurch
di· Förderluft strömt und dabei die Siebdurchgänge mitnimmt und wegfördert,
während die als Siebübergang anfallende Grobfraktion aufgefangen und aus der Förderleitung ausgeschleust wird. Die Förderluft
wird also dazu benutzt, um das Sichtgut wiederholt gegen Siebflächen zu schleudern, so daß ohne zusätzlichen Aufwand ein hoher Sichtgrad
erzielt wird. Der spitze Aufprallwinkel ist vorteilhaft, weil dadurch das Sichtgut wenig an Bewegungsenergie einbüßt und nicht erst allmählich wieder beschleunigt werden muß. Außerdem können dadurch keine
Stauungen entstehen, da die Teilchen zügig weitergefördert werden. Da die Förderluft anschließend durch die Sieböffnungen hindurchströmen
muß, ist dafür gesorgt, daß keine Verstopfungen eintreten können, die die einwandfreie Funktion in Frage stellen würden. Einen wesentlichen
Druckabfall erleidet die Luft nicht, weil bei einem auch für den Sichtgrad günstigen hohen Verhältnis von freier zur Gesamtsiebfläche die
Drosselwirkung des Siebes gering ist. Ferner können durch wiederholte Anwendung des Verfahrens mehrere Grobfraktionen ausgeschieden und
einer weiteren Zerkleinerung zugeführt werden.
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- 2 - 30.9.1966 Pat/Bu/JeAo
(EM, 1521)
Um die Sichtwirkung, noch weiter zu intensivieren, kann in Ausgestaltung des neuen Sichtverfahrens der mit Fördergut beladene Luftstrom
in eine Rotationsbewegung übergeführt werden, während der er an einer
gekrümmten oder mehrfach geknickten Siebfläche entlanggeführt wird. Demselben Ziel, nämlich dem raschen Wiederaufschleudern der Körner
auf die Siebfläche, dient die Maßnahme, zusätzliche Beschleunigungskräfte auf das Sichtgut einwirken zu lassen. Hierzu zählen mechanische,
durch Mitnehmer oder ähnliche Teile erzeugte Kräfte wie auch die durch die Rotationsbewegung erzeugten Fliehkräfte, die insbesondere den
schnellen Durchgang der Feingutanteile durch die Sieböffnungen und ihre störungsfreie Abförderung begünstigen.
Eine Vorrichtung zur Ausführung des Verfahrens besteht im wesentlichen
aus einem rohrförmigen Siebmantel, der von einem druckdichten Gehäuse umgeben ist und am einen Ende einen etwa tangential zum Siebmantel
verlaufenden Förderguteinlaß und am anderen Ende einen Grobgutauslaß aufweist, während am Gehäuse ein Auslaß für die mit Feingut beladene
Förderluft angeschlossen ist. Dabei kann wegen der leichteren Herstellbarkeit der Siebmantel in Form eines Zylindermantels ausgebildet
sein, der gleichachsig von einem ebenfalls zylindrischen Gehäuse umgeben sein kann. Ein- und Auslaßstutzen sind tangential an das Gehäuse
angeschlossen, und zwar derart, daß die Luft ohne störende Umlenkung aus der geradlinigen in die rotierende Strömung und umgekehrt übergeht.
Die zylindrische Form des Siebes sorgt für einen innigen Kontakt des
Gutes mit der Siebfläche beziehungsweise für einen häufig wiederholten Aufprall auch von Gut teilchen, die weit von der Siebfläche zurückgeprallt
sind.
Im Innern des Siebzylinders kann ein Rotor angeordnet sein, der aot
Umfang nit Pralleisten versehen ist. Durch ihn wird die rotierende
Luftströmung bis zu ihrem Austreten aus dem Gehäuse aufrecht erhalten und, falls die Umfangsgeschwindigkeit des Rotors größer ist als die
Geschwindigkeit des Luftstroms beim Eintritt in das Siebgehäuse, sogar noch beschleunigt. Befinden sich die Pralleisten ausreichend nahe
an der Siebfläche, dann erzeugen sie eine auf die nähere Umgebung des
Siebes beschränkte Wirbelzone, deren Hauptwirkung es ist, am und in
Sieb festsitzende Teilchen hochzureißen oder vollends durchzudrücken,
insgesamt also das Sieb zu reinigen und vor Verstopfung zu bewahren.
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- 3 - 30.9.1966 Pat/Bu/Je/No
(EM 1321)
Ferner können die Pralleisten dazu herangezogen werden, das Sichtgut
in Richtung zum Gehäuseausgang zu lenken, wenn hierfür keine Kraft,
wie beispielsweise die Schwerkraft bei lotrechter Anordnung des Sichtgehäuees,
vorhanden ist. Zu diesem Zweck werden die Pralleisten schwach geschränkt. Um die Wirkung der Pralleisten, nämlich Erfassen
der vom Sieb abprallenden Teilchen und deren Zurückschleudern, an geänderte Fördergeschwindigkeit und wechselnde Gutzusammensetzung
anpassen tu können, ist es vorteilhaft, den Antrieb des Rotors stufenlos
verstellbar auszubilden. Bei Mühlenanlagen genügt es im allgemeinen, wenn die Umfangsgeschwindigkeit des Rotors im Bereich von
18 bis etwa 30 m/sec veränderlich ist.
Im folgenden wird ein Ausführungsbeispiel einer Sichtvorrichtung nach
der Erfindung anhand der Zeichnung im einzelnen beschrieben; darin «eigen
Fig. 1 einen pneumatischen Fliehkraftsichter im Axialschnitt
schematisch,
Fig. 2 einen Querschnitt durch die Vorrichtung der Fig. 1 nach Schnitt II-II,
Fig. 3 ein Anwendungsbeispiel des pneumatischen Fliehkraftsichters
im Mühlendiagramm.
In einem druckdichten Gehäuse 1 ist ein stehendes Zylindersieb 2 und
ein Rotor 3 mit geschränkten Schlägern eingebaut. Der Rotor 3 ist in
Lagern 4,5 gehalten und wird von einem Motor 6 über einen Keilriemen
so angetrieben, daß seine Umfangsgeschwindigkeit etwa gleich der Luftgeschwindigkeit
im Förderstrang ist. Unterhalb des Siebes 2 befindet sich ein Trichter 9, an dem ein Schauglas 10 angeschlossen ist. Eine
Zellenradschleuse 11 schließt den Fliehkraftsichter nach unten hin luftdicht ab.
In Pfeilrichtung 12 tritt der Luftstrom mit dem Mahlgut am oberen Rand
tangential in das Innere des Zylindersiebes 2 ein. Hierdurch wird bewirkt, daß sich der Luftstrom mit dem Sichtgut schraubenförmig von
oben nach unten im Sieb bewegt. Außerhalb des Siebes wird der Luftstrom und das Feingut in Pfeilrichtung I3 abgesaugt, während das Grobgut
nach unten zur Schleuse 11 hin abfällt. Die schraubenförmige Luft-
und Teilchenströmung im stehenden Zylindersieb 2 wird durch die in
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- 4 - 30*9.1966 Pat/Su/Je/No .
* ' . (EM 1321)
bekannter Weise geschränkten Schläger des Rotors 3 aufrecht erhalten.
Gleichzeitig erschweren die umlaufenden Schläger ein Verstopfen des Siebes, indem sie durch die von ihnen erzeugten Luftwirbel das Peingut durch das Sieb drücken oder aber vom Sieb fortreißen. Wie aus
Fig. 2 zu ersehen ist, sind die Schläger so am Ro.tor angewinkelt,
daß die dem Zylindersieb nächstliegende Kante vorläuft. Diese Anordnung bewirkt, daß das vom Schläger erfaßte Sichtgut in einem epitzeren
Winkel, der durch die Flugrichtung der Teilchen und das Zylindersieb gebildet wird, dem Sieb zugeführt wird, als wenn die Schläger
radial angeordnet wären. Der spitze Winkel ist erwünscht - wie bereits erwähnt -, damit das Feingut in der schraubenförmigen Rotation
verbleibt. Die groben Teilchen werden durch ihre eigene Schwerkraft und durch die Schränkung der Schläger, die ihnen einen Abtrieb zur
Schleuse 11 hin verleiht, eher aus der Sichtzone genommen, als die feineren, die der Luftwirbel leichter mit sich fortträgt.
Eine Verwendung findet der pneumatische Fliehkräfteichter zum Beispiel
in der Getreide-Müllerei. Einen Ausschnitt aus einem Mühlendiagramm mit der beschriebenen Vorrichtung zeigt Fig. 3· Das Mahlgut gelangt
durch den Förderluftstrom vom Walzenstuhl 14 durch die Leitung 15
zum Fliehkraftsichter 1. Hier wird - wie oben beschrieben - das Mahlgut in zwei Fraktionen getrennt. Der Luftstrom zieht das Feingut
durch das Sieb 2 und Leitung 16 in den Abscheider 17» von wo es über
die Zellenradschleuse 18 und die Leitung 19 im Plansichter 20 weiter
fraktioniert wird. Das Grobgut dagegen fällt durch den Fliehkraftsichter 1 zur Zellenradschleuse 11 und von dort durch die Leitung 21
zum Walzenstuhl 22, in dem das Grobgut weiter vermählen wird. Die Zellenradschleusen 11 und 18 werden vom Motor k3 angetrieben.
Durch den pneumatischen Fliehkraftsichter werden die teuren Plansichter
wesentlich entlastet und können kleiner gebaut werden. Der Fliehkraftsichter vereinfacht das Mühlendiagramm.
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Claims (7)
1. Verfahren zum Abtrennen einer Grobfraktion aus einem pneumatisch.
geförderten Schüttgutstrom, dadurch gekennzeichnet, daß das Schüttgut mit mindestens Fördergeschwindigkeit und mit Hilfe
der Förderluft wiederholt unter spitzem Winkel gegen Siebflächen geschleudert wird, durch die hindurch die Forderluft strömt und
dabei die Siebdurchgänge mitnimmt und wegfördert, während die als Siebübergang anfallende Grobfraktion aufgefangen und aus
der Förderleitung ausgeschleust wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der mit
Fördergut beladene Luftstrom vorübergehend in eine Rotationsbewegung übergeführt wird, während der er an einer gekrümmten oder
mehrfach geknickten Siebfläche entlanggeführt und danach hinter der Siebfläche mit den Durchgängen abgeführt wird.
3« Verfahren nach Anspruch 1 und 25 ^ ,h. gekennzeichnet, daß zusätzlich zu den Luft- und Träghei if ten andere Beschleunigungskräfte auf das Fördergut einwirken.
4. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3» gekennzeichnet durch einen rohrförmigen Siebmantel (2), de? von einem druckdichten Gehäuse (1) umgeben ist und am einen Ende einen etwa tangential zum Siebmantel
(2) verlaufenden Förderguteinlaß und am anderen Bade einen Grobgutauslaß aufweist, während am Gehäuse (1) ein Auslaß für die
nit Feingut beladene Förderluft angeschlossen ist.
5· Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß in dem
Siebmantel (2) ein, um dessen Hittelachse drehbarer Rotor angeordnet ist, der mit Pralleisten (3) versehen ist und im gleichen
Sinne rotiert wie der Luftstrom.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5» dadurch gekennzeichnet, daß die
Umfangsgeschwindigkeit des Rotors (3) mindestens gleich der Geschwindigkeit der einströmenden Förderluft ist.
- 2 -909838/0770 GTE
7. Vorrichtung nach Anspruch 5 und 6, dadurch gekennzeichnet, daß
die Pralleisten derart geschränkt sind, daß sie der Förderluft
.und dem Schüttgut eine axial zum Auslaßende des Siebmantels (2)
hin gerichtete Vorschubkomponente erteilen.
909838/0770
Ι-β e rs e i t e
Applications Claiming Priority (1)
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| DE (1) | DE1607642A1 (de) |
| GB (1) | GB1195088A (de) |
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| DE102023212334A1 (de) * | 2023-12-07 | 2025-06-12 | Coperion Gmbh | Siebvorrichtung und pneumatische Förderanlage mit einer derartigen Siebvorrichtung |
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