DE1605076B - Drehzapfenloses Drehgestell für Schienenfahrzeuge - Google Patents
Drehzapfenloses Drehgestell für SchienenfahrzeugeInfo
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Description
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Die Erfindung bezieht sich auf ein drehzapfenloses Drehgestell für Schienenfahrzeuge, bei dem Längsund
Querkräfte mittels einer zwischen dem Wagenkasten und dem Drehgestell angeordneten Gummirollfeder
übertragbar sind.
Es ist nach der ETR (Eisenbahntechnische Rundschau), Heft 9, September 1965, S. 412, Bild 14, bekannt,
zwischen dem Unterrahmen einer Lokomotive und einem Drehgestellrahmen, weit außen, d. h. oberhalb
der Drehgestell-Längsträger, einzelne Rollgummifedern anzuordnen, durch die bei einer ausreichenden
Federung des Fahrzeugs ein befriedigender Wagenlauf in horizontaler Richtung und in Querrichtung
gewährleistet ist. Der Wagenkasten gleitet nach der Beschreibung, Zeile 11 ff, mit Stahlgußplatten,' die
am Untergestell des Wagens befestigt sind, auf den sphärischen Gleitplatten der Federdorne. Die Rollfedern
werden somit nicht nur senkrecht mit dem Wagengewicht belastet, sondern sie übernehmen auch
die waagerechten Kräfte, die durch die Drehung des Wagenkastens um den Anlenkpunkt entstehen. Der
Anlenkpunkt selbst ist aus Bild 14 der Veröffentlichung nicht zu ersehen, es ergibt sich jedoch aus der
dazugehörigen Beschreibung und aus Bild 15, daß die Spurführung der Achse mittels eines Drehzapfens erfolgt,
d. h. bei den bekannten Drehgestell-Lokomotiven wird die Federung zwischen Brückenrahmen und
Drehgestell und die Zugkraftübertragung vom Drehgestell auf den Brückenrahmen von völlig getrennten
und verschiedenartigen Bauelementen vorgenommen.
In der Zeitschrift Revue Generale des Chemins de Fer vom März 1952 ist auf S. 118, Fi g. 7 und 8, die
Führung eines Drehgestells mittels eines Drehzapfens beschrieben, bei dem ringförmige Gummirollkörper
an einem nach unten offenen, unterhalb des Wagenkastens befindlichen Federgehäusekörper angeordnet
sind, die auf einem exzentrisch angeordneten, nach oben gerichteten Federdorn aufliegen.
Durch diese Gummirollfeder sind die im Fahrbetrieb auftretenden Längs- und Querkräfte übertragbar,
wobei eine metallische Reibung zwischen den zusammenwirkenden Teilen bei einer Verdrehung des
Drehgestells gegenüber dem Wagenkasten verhindert wird. Auf eine herkömmliche Abstützung des Wagenkastens
mittels Wartungspflichtiger Gleitstücke kann nach der vorgeschlagenen Anordnung nicht verzichtet
werden.
Nach der deutschen Patentschrift 649 522 ist eine breite Auflagerung des Wagenkastens auf einem
Drehgestell bekannt, bei der zu beiden Längsseiten zwischen Wälzbahnen kugelförmige Wälzkörper angeordnet
sind. Eine derartige Wälzkörperanordnung ist aber nicht geeignet, in der horizontalen Ebene wirkende
Längs- oder Querkräfte aufzunehmen. Mittels der bekannten Anordnung ist nur eine Auflagerung
des Wagenkastens, jedoch keine Führung des Drehgestells bewirkbar.
Die der Erfindung zugrunde liegende Aufgabe besteht darin, ein wartungs- und verschleißfreies Bauelement
für Drehgestelle von Schienenfahrzeugen zu schaffen, das sowohl die Funktion der Wagenkastenabstützung
als auch der Übertragung von Längs- und Querkräften übernimmt.
Dies wird erfindungsgemäß dadurch erreicht, daß der Durchmesser der Gummirollfeder dem Abstand
der Drehgestell-Längsträger voneinander entspricht, wobei der obere Federgehäusekörper mit dem Wagenkasten
und der Federdorn mit dem Drehgestell fest verbunden sind.
In Ausgestaltung der Erfindung ist der Federdorn ringförmig ausgebildet, und es sind an diesem innen-
und außenseitig Gummirollkörper angelegt, wobei der obere Federgehäusekörper sowohl den inneren
als auch den äußeren Gummirollkörper übergreift.
In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist der Federdorn mit dem Querträger einer in an sich bekannter
Weise angeordneten Wiege fest verbunden.
In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist zwischen dem Federdorn und dem Drehgestell bzw. dem
Wiegenquerträger ein mit dem Drehgestell bzw. dem Wiegenquerträger fest verbundener Laufring angeordnet,
zwischen dessen Oberfläche und einer dem Gummirollkörper abgewandten kegeligen Wälzbahn
des ringförmigen Federdorns konische Walzen drehbar gelagert sind.
In weiterer Ausgestaltung der Erfindung sind zwi-
sehen dem Wagenkasten und einem den konischen Walzen als Widerlager dienenden Laufring konzentrisch
zum Drehgestell-Drehpunkt mehrere an sich bekannte Rollgummifedern angeordnet.
Es ist ferner vorteilhaft, an Stelle eines Rollgummirings bzw. von Rollgummiringen, zwischen dem
Federgehäusekörper und dem Federdorn Rollgummielemente anzuordnen.
Als besonderer Vorteil wird erreicht, daß die Schub- und Spurführung des Drehgestells und die
Übertragung der Zugkräfte mittels des Elements bewirkbar ist, das der federnden Abstützung des Wagenkastens
gegenüber dem Drehgestell dient, wobei die Wartungs- und Verschleißfreiheit der Anordnung
gewährleistet ist, daß auf die Anordnung eines Drehzapfens verzichtet werden kann und daß durch Bemessung
der Rollgummifedern die Ausbildung der Federcharakteristik und das Rückstellmoment den
Erfordernissen entsprechend weitgehend angepaßt werden kann. Die erfindungsgemäße Anordnung bedeutet
eine wesentliche bauliche Vereinfachung der Fahrzeugführung.
Die Erfindung wird an Hand der Ausführungsbeispiele in der Zeichnung erläutert. Es zeigt
A b b. 1 ein drehzapfenloses Drehgestell in der Seitenansicht mit einer zwischen Wagenkasten und
Drehgestell angeordneten, im senkrechten Mittellängsschnitt dargestellten, die Führung des Drehgestells
bewirkenden Gummirollfeder,
A b b. 2 das Drehgestell nach A b b. 1 in der Draufsicht,
Abb. 3 ein Drehgestell wie Abb. 1, mit einer die
Führung des Drehgestells bewirkenden zweifachen Gummirollfeder, bei der die koaxial zueinander angeordneten
Gummirollkörper von dem oberen Gehäusekörper übergriffen werden,
A b b. 4 ein Drehgestell in der Seitenansicht mit einer aus einer Kombination einer Gummirollfeder
und zwischen dem ringförmigen Federdorn und einem mit dem Drehgestell oder dem Wiegenquerträger
fest verbundenen Laufring drehbaren konischen Walzen bestehenden Drehgestellführung,
Abb. 5 bzw. 6 ein Drehgestell in der Seitenansicht mit einer Walzenanordnung, wie in A b b. 4 gezeigt,
mit zwischen dem den konischen Walzen als oberes Widerlager dienenden Laufring und dem Wagenkasten,
wie aus der Draufsicht nach A b b. 6 zu ersehen, koaxial zum Drehgestell-Drehpunkt angeordneten
einzelnen Rollgummifederelementen,
A b b. 7 ein Drehgestell in der Draufsicht mit einer
Gummirollfeder, bei der an Stelle eines zusammenhängenden Gummirollkörpers einzelne Rollgummisegmente
angeordnet sind,
A b b. 8 ein Drehgestell in der Draufsicht, wie Abb. 7, wobei die Rollgummisegmente in federaxialer
Richtung Durchbrüche aufweisen,
A b b. 9 ein Drehgestell in der Draufsicht, wie A b b. 7, wobei die Rollgummisegmente mit nur der
gegenseitigen Abstützung dienenden Distanzansätzen versehen sind.
Mit 1 ist der einfache ringförmige Gummirollkörper bezeichnet, der zwischen dem oberen Federgehäusekörper
3 und dem Federdorn 4 angeordnet ist. Der obere Federgehäusekörper 3 ist mit dem Wagenkastenunterteil
und der Federdorn 4 mit dem Drehgestell oder bei Wiegendrehgestellen mit dem Wiegenquerträger
fest verbunden.
Bei dem Lauf des Schienenfahrzeuges in einem Gleisbogen und beim Federspiel finden axiale und radiale
Relativbewegungen zwischen dem Federgehäusekörper 3 und dem Federdorn 4 statt, wodurch der
ringförmige Gummirollkörper 1 Verformungen erfährt.
Der Durchmesser des aus den Teilen 1, 3 und 4 bestehenden Rollgummifederelements entspricht dem
Abstand der beiden Drehgestell-Längsträger 2 voneinander. Um den Grad der Verformung des ringförmigen
Gummirollkörpers 1 in möglichst geringen Grenzen zu halten und damit auch die Stärke der
Rückstellkraft, ist nach A b b. 3 mit dem Drehgestell bzw. Wiegenquerträger ein ringförmiger Federdorn 4
fest verbunden, der eine innere und äußere Wälzfläche aufweist, an die innen- und außenseitig Gummirollkörper
6 und 7 angelegt sind, die von einem mit dem Wagenkasten fest verbundenen oberen, nach unten
offenen Federgehäusekörper 8 mit U-förmigem Querschnitt übergriffen werden. Zur Steigerung der
Leichtgängigkeit des Drehgestells bei geringen Rückstellkräften in der Gleisbogenfahrt kann, sofern ein
weniger hochwertiges Material für die Gummirollkörper verwendet wird, die Beanspruchung des Gummirollkörpers
nur auf die axiale Richtung, d. h. beim Federspiel, beschränkt werden, während die radialen
Bewegungen nach A b b. 4 über konische Walzen 9 übertragen werden, ,die zwischen einem mit dem
Drehgestell bzw. Wiegenquerträger fest verbundenen Laufring S und dem ringförmigen Federdorn 4 drehbar
angeordnet sind, an dessen den Walzen 9 abgewandter Seite sich der Gummirollkörper 1 befindet,
der sich gegenüber dem mit dem Wagenkasten fest verbundenen oberen Federgehäusekörper 3 abstützt.
Nach A b b. 5 bzw. 6 ist ein Laufring 5 mit dem Drehgestell bzw. Wiegenquerträger fest verbunden,
auf dem konische Walzen 9 drehbar gelagert sind, die sich an einem oberen Laufring 10 abwälzen, der
Konsolen 15 aufweist, auf denen konzentrisch zum Drehgestell-Drehpunkt mehrere an sich bekannte
Rollgummifedern 14 angeordnet sind, auf denen der Wagenkasten aufliegt. Beim Einlauf in einen Gleisbogen
wälzen sich die Walzen 9 ab, wodurch eine übermäßige Beanspruchung der Gummirollfederelemente
durch seitliche Kräfte verhindert wird. Da von der Härte der Walzen 9 die Leichtgängigkeit der Drehgestelle
im Gleisbogenlauf abhängig ist, kann der Sinuslauf des Fahrzeuges durch Walzen 9 geringerer Härte
vorteilhaft gedämpft werden. Erhebliche Verformungen der Gummirollkörper, die mit dem Auftreten
hoher Rückstellkräfte verbunden sind, werden auch ohne die zusätzliche Anordnung von Walzen 9 herabgesetzt,
wenn an Stelle eines zusammenhängenden, also ringförmigen Gummirollkörpers 1 gleichmäßig
verteilt einzelne Rollgummisegmente 11 zwischen den oberen Federgehäusekörper 3 und den Federdorn 4
gelegt werden. Die Rückstellkraft, die beim Übergang vom geradlinigen Lauf in den Gleisbogenlauf wirksam
wird, kann dadurch reduziert werden, daß die Rollgummisegmente 11 mit in federaxialer Richtung
verlaufenden Durchbrüchen 12 versehen werden. Um zu verhindern, daß sich die Abstände der einzelnen
Rollgummikörper zueinander im Laufe der Zeit verändern, können an den Stirnseiten der Rollgummikörper
Distanzansätze 13 vorgesehen werden, die weder durch die radialen noch die axialen Relativbewegungen
des oberen Federgehäusekörpers 3 und des Federdornes 4 beansprucht werden.
Wter-711 O TUott
Claims (6)
1. Drehzapfenloses Drehgestell für Schienenfahrzeuge, bei dem Längs- und Querkräfte mittels
einer zwischen dem Wagenkasten und dem Drehgestell angeordneten Gummirollfeder übertragbar
sind, dadurch gekennzeichnet, daß
der Durchmesser der Gummirollfeder dem Abstand der Drehgestell-Längsträger (2) voneinander
entspricht, wobei der obere Federgehäusekörper (3) mit dem Wagenkasten und der Federdorn
(4) mit dem Drehgestell fest verbunden sind.
2. Drehgestell nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Federdorn (4) ringförmig
ausgebildet ist und daß an diesem innen- und außenseitig Gummirollkörper (6 und 7) angelegt
sind, wobei der obere Federgehäusekörper (8) sowohl den inneren als auch den äußeren Gummirollkörper
(6 bzw. 7) übergreift.
3. Drehgestell nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Federdorn (4) mit
dem Querträger einer in an sich bekannter Weise angeordneten Wiege fest verbunden ist.
4. Drehgestell nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen dem
Federdorn (4) und dem Drehgestell bzw. dem Wiegenträger ein mit dem Drehgestell bzw. dem
Wiegenträger fest verbundener Laufring (5) angeordnet ist, zwischen dessen Oberfläche und
einer dem Gummirollkörper (1) abgewandten kegeligen Wäizbahn des ringförmigen Federdorns
(4) konische Walzen (9) drehbar gelagert sind.
5. Drehgestell nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen dem Wagenkasten
und einem den konischen Walzen (9) als oberes Widerlager dienenden Laufring (10) konzentrisch
zum Drehgestell-Drehpunkt mehrere an sich bekannte Rollgummifedern (14) angeordnet sind.
6. Drehgestell nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen dem
Federgehäusekörper (3) und dem Federdorn (4) Rollgummisegmente (11) angeordnet sind.
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