DE1600394C - - Google Patents
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Description
Die Erfindung bezieht sich in erster Linie auf ein Verfahren zum Herstellen von mehrschaligen Druckbehältern,
wie Hohlzylinder oder Hohlkugeln für Beanspruchung mit Außendruck, bei dem zumindest
eine innere und eine äußere Metallschale lose ineinandergefügt werden und dann die äußere Schale
durch plastisches Verformen an die innere Schale angelegt wird. Sie bezieht sich ferner auf eine Vorrichtung
zur Durchführung des Herstellungsverfahrens. Produkte des neuen Verfahrens sind insbesondere
zylindrische oder kugelförmige Hohlkörper aus Stahl, die dauernd oder zuweilen einem hohen Außendruck
ausgesetzt werden, wie dies beispielsweise bei Unterseebooten oder in Flüssigkeiten versenkten Spezialmaschinen,
Kugeln oder Leitungen der Fall ist.
Im allgemeinen hat man bisher Druckbehälter für größere Außendrücke mit einschaligen Wänden aus
Schmiedestahl oder aus gewalzten, gerollten oder getriebenen und miteinander verschweißten dickwandigen
Blechschüssen hergestellt; infolge der hohen Drücke, denen diese Körper widerstehen müssen, ist
es erforderlich, einer einzigen, diese Körper bildenden Wand eine erhebliche Dicke zu geben. Dabei ist die
Herstellung teuer, und der Materialaufwand sowie das Gewicht sind unerwünscht groß.
Es ist auch nicht mehr neu, Druckbehälter in Mehrschalenbauweise herzustellen. Die übereinanderliegenden
Schichten oder Schalen können unterschiedliche Ausbildung haben; es kann sich dabei entweder
um zusammenhängende Schalen oder um eine oder mehrere vollwandige Schalen in Verbindung mit weiteren,
die Schalen abstützenden Bauelementen, wie Bandagen aus Teilschalen, gewalzten Reifen, Rippen-Gitterwerkeinlagen
oder Drahtseilbandagen handeln.
Alle auf diese Weise gebildeten Mehrschalen-Druckbehälter sind hauptsächlich für hohe Ιηηεητ
drücke bestimmt; ihre übereinanderliegenden Schalen oder Verstärkungselemente werden daher auf Zug beansprucht.
Innen- oder Außenschalen können auch aus chemisch beständigen bzw. korrosionsfesten oder
verschleißfesten Baustoffen bestehen.
■ Damit die Schalen sämtlich an der Aufnahme der durch die Drücke bedingten Drücke bedingten Kräfte beteiligt sind, werden sie bei einem bekannten Verfahren durch Aufweiten von innen, gegebenenfalls auch durch Verformung von außen, aneinandergelegt.
■ Damit die Schalen sämtlich an der Aufnahme der durch die Drücke bedingten Drücke bedingten Kräfte beteiligt sind, werden sie bei einem bekannten Verfahren durch Aufweiten von innen, gegebenenfalls auch durch Verformung von außen, aneinandergelegt.
Die Verwendung solcher Mehrschalen-Druckbehälter unter relativ hohen Außendrücken ist problematisch, vor allem bei großen Abmessungen der Behälter.
Unvermeidliche Inhomogenitäten des Materials, geringe Wandstärkenunterschiede und vor allem
Formabweichungen begünstigen das Einknicken oder Einbeulen der Mehrschicht-Wände, die nicht durchweg
gleichmäßig aneinander anliegen. Das Verformen der Außenschale oder der äußeren Schalen durch
mechanische Mittel, wie z. B. Druckwalzen, bedingt die Beschaffung sehr aufwendiger Vorrichtungen und
ist bei Kugel-Druckbehältern kaum möglich. Verformen durch einen äußeren Flüssigkeitsdruck führt
wegen der oben bereits erwähnten Inhomogenitäten und ungleichmäßiger Anlage der lose ineinandergefügten
Schalen auf jeden Fall zu begrenzten Einbeulungen, die eine spätere Außendruckbelastung des
Druckbehälters stark begrenzen.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die oben geschilderten Nachteile der bekannten Verfahren
zur Herstellung von Mehrschalen-Druckbehältern zu beseitigen und bei dem plastischen Verformen
einer äußeren Schale diese gegen Formabweichungen gegenüber der Sollform zu schützen und insbesondere
Einbeulungen zu vermeiden.
Das diese Aufgabe lösende Verfahren zum Herstellen rnehrschaliger Druckbehälter, wie Hohlzylinder
oder Hohlkugeln für Beanspruchung durch Außendruck, bei dem zumindest eine Innen- und eine
Außenschale aus Metall lose ineinandergefügt und
ίο dann die äußere Schale oder äußeren Schalen durch
plastisches Verformen an die innere Schale angelegt werden, ist dadurch gekennzeichnet, daß man die ineinandergefügten
Schalen mit einem auf die Außenschale wirkenden Flüssigkeitsdruck belastet· und gleichzeitig in der Innenschale einen Flüssigkeitsdruck
erzeugt, der von dem äußeren Druck verschieden oder ihm gleich ist. '~:\-
Durch den Innendruck wird die innere Schale zumindest elastisch gedehnt, und gegebenenfalls vor-
ao handene Konturabweichungen von der geometrisch genauen Kreis- oder Kugelform werden dabei weitgehend
ausgeglichen. Die durch den Innendruck abgestützte innere Schale bildet eine steife Innenform,
an die sich die plastisch verformten äußeren Schalen beim Anlegen satt anpassen; während des Verformens
etwa entstehende kleinere Einbeulungen werden durch das Anpressen an die steife, weitgehend konturgenaue
innere Schale ausgeglichen. Man erhält also mit relativ einfachen Mitteln und einer vielfach verwendbaren
Druckkessel-Anlage einen Mehrschalen-Druckbehälter mit der angestrebten, relativ genauen
äußeren Kreis- oder Kugelkontur, der bei gleichem Materialaufwand höheren Außendrücken unterworfen
werden kann als ein in bisher üblicher Weise hergestellter mehrschaliger Druckbehälter.
Nach dem Wegnehmen der Drücke, welche die Schalen von außen und innen zusammengepreßt
haben, bildet sich zwischen der inneren Schale und der äußeren Schale oder Schalengruppe einZwischenraum,
der durch das elastische Zurückfedern der plastisch verformten Schalen entsteht. Dieser Zwischen-'
raum kann nachträglich mit druckfestem Material ausgefüllt werden, wie dies bei der Herstellung von
Mehrschichtrohren zur Erzielung eines Verbunds zwischen ineinandergeschobenen Rohrschüssen bekannt
ist. Man kann auch Leitmaterial einfüllen, um die Schwimmfähigkeit der erfindungsgemäßen Druckbehälter
zu verbessern.
Die Steigerung des Innendruckes auf einen Wert, bei dem auch eine plastische Verformung der inneren
Schale einsetzt, begünstigt den Ausgleich von Formabweichungen dieser inneren Schale, ehe sich die
äußere Schale an sie anlegt. Die gesamte Kontur des Mehrschalen-Druckbehälters kann dadurch noch verbessert
werden.
Bei besonders hohen Ansprüchen an Konturgenauigkeit und damit Einbeülfestigkeit ist es zweckmäßig,
den Mehrschalen-Druckbehälter noch zusätzlich auf eine in ihn eingebrachte steife Innenform
unter Überschreiten der Elastizitätsgrenzen aller seiner Schalen aufzupressen.
Eine zur Durchführung des neuen Verfahrens geeignete Vorrichtung ist gekennzeichnet durch die
Kombination von einem zur Aufnahme der ineinandergefügten Schalen geeigneten Druckgefäß mit
einer Einrichtung zum Einführen einer Druckflüssigkeit in das Druckgefäß;
Vorrichtungen zum Abschließen der Räume zwi-
sehen den Schalen und einer Anschlußleitung an diese
Räume; /
Vorrichtungen zum Abschließen des Innenraumes der inneren Schale und zum Einführen von Druckflüssigkeit
in diesen Innenraum.
Zur weiteren Erläuterung der Erfindung werden im folgenden einige besondere Herstellungsbeispiele beschrieben,
die in der Zeichnung veranschaulicht sind.
F i g. 1 stellt die Anwendung der Erfindung auf einen zylindrischen Hohlkörper dar;
F i g. 2 befaßt sich mit einer Abwandlung, die sich für mit kugelförmigen Böden abgeschlossene zylindrische
Hohlkörper eignet;
F i g. 3 stellt eine weitere Abwandlung der Erfindung
dar, die für kugelförmige Körper geeignet ist;
Fig. 4 bis 6 veranschaulichen Schnitte durch die
Wand von Druckbehältern mit zwei oder mehr Schalen, und · ,
F i g. 7 und 8 stellen Schnitte durch die Wände: von Druckbehältern dar, bei denen zwischen die Schalen
ein Material eingefügt ist, dessen Dichte geringer ist als die von Stahl.
Die Fig. 1 zeigt, wie zwei rohrförmige Stahlschalen,
die innere 1 und die äußere 2, des herzustellenden zylindrischen Druckbehälters in einen als
Druckgefäß dienenden Mantel 3 eingesetzt sind, der durch eine Wand 4 begrenzt wird, wobei sich die
Schalen 1 und 2 und die Wand 4 zwischen den Platten 5 und 6 einer Presse befinden, welche die
Platten 5 und 6 einander zu nähern sucht.
In dem Mantel 3 wird ein hoher Druck durch Wasser ausgeübt, das durch eine Leitung 7 zugeführt wird.
Die Stirnenden der rohrförmigen Schalen 1 und 2 des zylindrischen Druckbehälters stützen sich auf
leicht konisch geneigte Abschnitte 8 der Platten 5 und 6 der Presse ab, wobei die Abdichtung durch
Dichtungen 9 gewährleistet wird.
In dem Innenraum 10 der Schale 1 kann ein dem in dem Behälter 3 herrschenden Druck gleicher oder
davon verschiedener Wasserdruck erzeugt werden, wobei das Wasser durch eine Leitung 11 zugeführt
wird.
Der Raum 12 zwischen den Schalen 1 und 2 läßt sich über eine Leitung 13 mit der Atmosphäre in Verbindung
bringen.
Unter der Einwirkung des Druckes in dem Mantel 3 wird die äußere Schale 2 zusammengedrückt und legt
sich nach Überschreiten der Elastizitätsgrenze ihres Metalls an die Schale 1 an, bis die gewünschte Vorspannung
oder Verbindung erreicht ist. Während der Deformation der Schale 2 verlängert sie sich in Längsrichtung,
und ihre Enden verschieben sich längs der geneigten Abschnitte 8 der Platten 5 und 6. Gleichzeitig
mit dem Druck im Mantel 3 wird auch über die Leitung 11 Druckwasser zum Stützen und Dehnen
der inneren Schale 1 zugeführt.
Bei dem in der F i g. 2 dargestellten Ausführungsbeispiel sind die Platten 5 und 6 der Presse durch
kugelförmige Böden 14 und 15 ersetzt, und die gesamte
Schalen-Anordnung befindet sich in einem Druckgefäß von gleicher Form.
Die F i g. 3 veranschaulicht den Fall der Herstellung eines kugelförmigen Körpers, der eine innere
Kugelschale 16 und eine äußere Kugelschale 17 aufweist, wobei sich die letztere in einem kugelförmigen
Behälter 18 befindet, dem durch eine Leitung 19 Druckwasser zugeführt wird. Durch eine öffnung 20
vermag die Luft zwischen den Schalen 16 und 17 in die innere Kugelschale 16 zu entweichen, in der Stützdruck
erzeugt wird.
Die erzeugten zylindrischen oder kugelförmigen Druckbehälter zeigen gegenüber äußeren Drücken ein
sehr günstiges Widerstandsverhalten, was teils auf den Aufbau der Hohlkörper aus zwei oder mehr weitgehend
konturgenauen Schalen, teils auf die in dem Körper herrschende Vorspannung zurückgeht.
Die Fig. 4 zeigt einen Schnitt durch die Wand
ίο eines Druckbehälters, dessen Innenschale 1 aus mehreren
miteinander verschweißten Teilen und dessen Außenschale 2 aus mehreren voneinander getrennten
Teilen besteht. Die Außenwandteile 2 versteifen die Innenschale gegen Einknicken bei Außendruck.
Die F i g. 5 zeigt einen Schnitt durch die Wand eines Druckbehälters, der aus zwei Schalen 1 und 2
besteht, die jeweils aus mehreren miteinander verschweißten Teilen zusammengesetzt sind.
Die F i g. 6 schließlich zeigt einen Schnitt durch die
so Wand eines Druckbehälters, der aus zwei Schalen 21
und 22 aus miteinander verschweißten Bauelementen und aus zwei weiteren Schalen 23 und 24 besteht.
Die F i g. 7 und 8 veranschaulichen zwei Schalen 1 und 2, die zur Erzielung einer besseren Widerstandsfähigkeit
des Gesamtaufbäues gegen ein Ausknicken oder ein Verbiegen und zur Erzielung einer besseren
Schwimmfähigkeit durch Vergrößerung des Volumens und Verringerung des Gewichtes einen Abstand voneinander
aufweisen.
Der Zwischenraum zwischen den Schalen 1 und 2 kann mit einem Material von geringerer Dichte als
der von Stahl, beispielsweise mit druckfestem Material, wie Beton oder Mörtel, aber auch mit Kunststoffen
oder Schaumstoffen gefüllt sein.
Der Zwischenraum zwischen den Schalen 1 und 2 läßt sich entweder durch vorheriges Einbringen des
druckfesten Materials 25 mit geringer Dichte und anschließendes Zusammendrücken der Außenschale 2
oder durch Einschieben von Keilen 26 in diesen Zwischenraum und späteres Einfüllen des Materials 25
erhalten.
Im letzteren Fall kann das Material 25 unter Druck in den Zwischenraum eingespritzt werden und gegebenenfalls
zur Erzielung einer Vorspannung zwisehen den Schalen Verwendung finden.
Die durch das Überschreiten der Elastizitätsgrenze bei der Druckeinwirkung erzielte Kaltverformung des
Stahls verbessert die mechanische Widerstandsfähigkeit der Schale.
Claims (8)
1. Verfahren zum Herstellen von mehrschaligen Druckbehältern, wie Hohlzylinder oder Hohlkugeln
für Beanspruchung mit Außendruck, bei dem zumindest eine innere und eine äußere Metallschale lose ineinandergefügt werden und dann die
äußere Schale durch plastisches Verformen an die innere Schale angelegt wird, dadurch gekennzeichnet,
daß man die ineinandergefügten Schalen einem auf die äußere Schale wirkenden Flüssigkeits-Außendruck aussetzt und
gleichzeitig in der Innenschale einen Flüssigkeitsinnendruck erzeugt, der von dem Außendruck
verschieden oder ihm gleich ist.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch ge-
kennzeichnet, daß man gleichzeitig mit der Druckausübung auf die Außenschale die Innenschale
einem zpm Überschreiten der Elastizitätsgrenze ihres. Materials führenden Innendruck aussetzt.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man die Innenschale auf eine
Innenform aufbringt und den Außendruck auf einen Wert erhöht, bei dem die Elastizitätsgrenze
für das Material aller Schalen überschritten wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß man vor der
Druckbelastung der Außenschale in den Zwischenraum zwischen den Schalen ein Material von
geringerer Dichte als Stahl einbringt.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß man in den Zwischenraum
zwischen den Schalen Keile einschiebt und später ein Material von geringerer Dichte als Stahl einfüllt.
6. Verfahren nach Anspruch 4 und 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Material unter Druck in
den Zwischenraum eingespritzt wird.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß durch das Druckeinspritzen des
Materials eine Vorspannung zwischen den Schalen erzeugt wird.
8. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1 bis 7, gekennzeichnet durch
ίο die Kombination von einem zur Aufnahme der
ineinandergefügten Schalen (1, 2) geeigneten Druckgefäß (3, 4,5,6) mit einer Einrichtung (Leitung
7) zum Einführen einer Druckflüssigkeit in das Druckgefäß; Vorrichtungen (8,9) zum Abschließen
der Räume zwischen den Schalen und einer Anschlußleitung (13) an diese Räume; Vorrichtungen
zum Abschließen des Innenraumes der inneren Schale (1) und zum Einführen (Leitung
11) von Druckflüssigkeit in diesen Innenraum.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Family
ID=
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE2462463A1 (de) * | 1974-02-27 | 1977-06-08 | Ver Edelstahlwerke Ag | Druckbehaelter fuer alkalimetalle hoher temperatur |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE2462463A1 (de) * | 1974-02-27 | 1977-06-08 | Ver Edelstahlwerke Ag | Druckbehaelter fuer alkalimetalle hoher temperatur |
| DE2419781C3 (de) | 1974-02-27 | 1978-10-05 | Vereinigte Edelstahlwerke Ag (Vew), Wien Niederlassung Vereinigte Edelstahlwerke Ag (Vew) Verkaufsniederlassung Buederich, 4005 Meerbusch | Druckbehälter für alkalische Metalle hoher Temperatur |
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